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Wizards in Winter

Summary:

Justus, Peter und Bob ermitteln wegen gestohlener Skulpturen. Als sich das Finale abzeichnet, erfahren sie nebenbei auch noch unerwartete Dinge über den Inspektor.

Notes:

entstanden für den DDF-Adventskalender drüben auf ff.de
Der Titel ist wieder einmal inspiriert vom Trans Siberian Orchestra; die Geschichte selbst basiert zum Teil auf diesem Post und besonders den tags ;)

Work Text:

Nacht hatte sich über Rocky Beach gesenkt, klar und kalt, und trotz des Halbmonds am Himmel war es verdammt dunkel.

Justus, Peter und Bob hockten im Gebüsch vor einer alten Lagerhalle am Stadtrand und beobachteten.

Sie waren bereits seit einer Weile hier, und so recht wussten sie noch nicht, ob ihre Überwachung überhaupt Früchte tragen würde.

Niemand konnte sagen, ob sich heute Nacht jemand hier zeigen würde.

Peter hatte sich ganz klar für nein ausgesprochen, aber Justus hatte so ein Gefühl im Bauch. Also hatte er seine Freunde wieder einmal höchst demokratisch überstimmt.

Der Versuch, selbst in die Halle zu schleichen, war nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Die Schlösser an Seitentür und Schiebetor waren unter Peters Dietrichen zwar leicht aufgesprungen, doch die Tür ließ sich trotzdem keinen Zentimeter bewegen, und das große Tor zu öffnen war Justus dann doch etwas zu auffällig vorgekommen.

Deswegen saßen sie jetzt hier und froren sich die Füße ab. Aber trotz seines anfänglichen Widerspruchs beschwerte sich nicht mal Peter darüber, nicht zuletzt, weil er ganz genau wusste, dass es nichts bringen würde.

Außerdem wollte er den Fall schließlich auch lösen.

Am ersten Advent war vor dem Rathaus von Rocky Beach die Skulptur eines ortsansässigen Künstlers enthüllt worden – zwei mannshohe, abstrakte Kupferfiguren, die den Namen Wizards in Winter trugen.

Justus und Peter hatten sie ziemlich hässlich gefunden, doch Bob hatte sie mit ironischem Unterton informiert, dass sich sowas Kunst nannte.

Dann hatten sie – wie der Großteil der örtlichen Bevölkerung – keinen weiteren Gedanken an die Figuren verschwendet, bis Justus am Morgen des 8. Dezember in der Zeitung einen Artikel entdeckt hatte, demzufolge die Zauberer gestohlen worden waren. Oder vielmehr entführt, denn offenbar hatten die Täter angekündigt, ihre Beute gegen ein nicht unerhebliches Lösegeld wieder hergeben zu wollen.

Das hielt Justus nur für vernünftig – aus der Sicht eines Kriminellen zumindest. Schließlich waren die Figuren sperrig, nicht besonders schön und dazu noch einzigartig und leicht identifizierbar. Und über den Materialwert hinaus bekam man woanders vermutlich auch nicht besonders viel Geld dafür.

Trotzdem hatte die Sache seine Neugier geweckt.

Immerhin war es irgendwie gelungen, die beiden tonnenschweren Figuren vom Rathausplatz zu stehlen, ohne, dass irgendjemand etwas mitbekommen zu haben schien.

Also hatten sie sich in Ermittlungen gestürzt, die sie schließlich zu diesem Lagerhaus geführt hatten. Den entscheidenden Hinweis hatten sie Jelena und ihrem Herumtelefonieren zu verdanken, was Justus ein wenig wurmte, aber immerhin hatten sie herausgefunden, wo die Figuren untergestellt waren.

Jetzt mussten sie nur noch hoffen, dass sich die Diebe auch zeigten – denn was deren Identität anbelangte, tappten sie bisher noch völlig im Dunkeln.

Gerade, als Justus darüber nachdachte, ob sie es vielleicht riskieren konnten, sich an der Thermoskanne mit heißer Schokolade und den Lebkuchen zu bedienen, die sich in seinem Rucksack befanden, näherte sich das Geräusch eines Motors.

Sofort war Justus wieder hellwach und fokussiert. Ebenso wie Peter und Bob spähte er durch das dünne Geäst die Straße hinunter.

Ein dunkler Transporter rollte auf die Halle zu, und Justus hätte fast ein triumphierendes Geräusch von sich gegeben, als er davor hielt.

Zwei Personen stiegen aus, doch sie waren zu weit weg und es war zu dunkel, um sie zu erkennen oder etwas zu hören.

Sie wandten sich dem großen Tor zu, schoben es mit vereinten Kräften und erheblichem Lärm auf. Dann stieg einer zurück in den Wagen, fuhr den Transporter ins Innere, während der andere einfach unter dem Tor hindurch spazierte.

Zwanzig Sekunden später schloss sich das Tor rasselnd wieder hinter dem Wagen.

Hastig zog Justus das Handy hervor, wählte die Nummer des Präsidiums. Mit Cottas direkter Durchwahl probierte er es nicht erst – falls er in der Nacht Dienst hatte, war er bestimmt sowieso bei seinen Kollegen auf der Wache, anstatt alleine in seinem Büro herum zu sitzen.

Für einen langen Moment ertönte nur das Freizeichen. Dann: „Polizeirevier Rocky Beach, Davis am Apparat.“

Justus runzelte die Stirn, versuchte sich zu erinnern, ob sie mit diesem Polizisten schon einmal zu tun gehabt hatten, doch er konnte sich nicht entsinnen.

„Hier ist Justus Jonas-“, meldete er sich, und wurde sogleich unterbrochen.

„Jonas.“ Der Tonfall sagte alles, und Justus musste sich ein genervtes Stöhnen verkneifen.

„Ist Inspektor Cotta heute da?“, kürzte er seine geplante Erklärung ab. Denn dieser Polizist würde ihm garantiert nicht behilflich sein.

„Nein“, kam die knappe Antwort. „Inspektor Kershaw hat Bereitschaft, und der ist im Einsatz.“

Schnell wollte Justus die Frage nach einem der Beamten einwerfen, die gelegentlich mit Cotta zusammen arbeiteten – Goodween würde ihnen sicherlich zuhilfe kommen – doch da hatte der Polizist schon aufgelegt.

Ein Teil von Justus wollte es einfach dabei belassen. Doch der Teil von ihm, der ihm seinen Ruf als penetrante Nervensäge eingebracht hatte, hatte schon erneut die Nummer angeklickt.

Zwei Sekunden später drang ein durchdringendes Piepsen an sein Ohr und fluchend hielt Justus das Handy auf Armlänge von sich.

„Dieses Beispiel an Bürgerfreundlichkeit hat mich zum Fax durchgestellt“, erklärte er missgelaunt auf die fragenden Blicke seiner Freunde.

Schnell beendete er den Anruf, suchte seufzend nach einer anderen Nummer. „Dann bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als Cotta zu wecken.“

„Und zu hoffen, dass er uns dafür nicht umbringt“, warf Bob grinsend ein.

Justus winkte ab. „So viel Ärger wird er sich kurz vor Weihnachten nicht machen wollen“, gab er zurück.

Neben ihm unterdrückte Peter ein Lachen.

Sicherheitshalber richtete Justus seinen Blick wieder auf die Lagerhalle, hob das Handy ans Ohr.

Drei, vier, fünf Mal ertönte das Freizeichen, dann wurde der Anruf angenommen.

„Cotta“, meldete der Inspektor sich mit verschlafener Stimme. Für den Bruchteil einer Sekunde tat es Justus leid, ihn aus dem Schlaf gerissen zu haben.

Bevor er sein Anliegen zum Ausdruck bringen konnte, hörte er eine zweite Stimme, die dumpf murmelte: „Was ist los?“

Justus blinzelte überrascht. Wer immer da bei Cotta im Raum war, war unverkennbar männlich – und vor allem hatte Justus das deutliche Gefühl, dass er die Stimme kannte. Er konnte sie bloß gerade nicht zuordnen.

„Justus?“, hakte Cotta nach, klang bereits etwas weniger undeutlich.

„Ja, hallo, Inspektor“, erwiderte Justus schnell, schob die Grübelei über die Stimme ganz an den Rand seines Bewusstseins. „Wir brauchen Ihre Hilfe.“

Ein resigniertes Seufzen. „Warum hatte ich sowas schon befürchtet?“ Dann, leiser, als würde Cotta vom Telefon weg sprechen: „Es sind die Jungs.“

Im Hintergrund war ein gedämpftes Lachen zu hören.

„Wo seid ihr, was ist passiert, und warum zum Teufel nervt ihr nicht den Kollegen, der Bereitschaft hat?“, wollte Cotta wissen.

„Den heutigen Nachtdienst macht offenbar Inspektor Kershaw“, erklärte Justus, richtete seine Konzentration auf das aktuelle Problem. „Und abgesehen davon, dass der nur selten bereit ist, uns Unterstützung zuteil werden zu lassen, ist er anscheinend auch bereits in einen anderen Einsatz involviert. Wir ermitteln zur Zeit im Fall der Figuren, die vor dem Rathaus gestohlen wurden, und wir konnten das Lager der Diebe ausfindig machen, in welchem sich zur Zeit mindestens zwei der Beteiligten befinden. Wenn Sie sich also beeilen, könnten Sie-“

„Justus“, fiel Cotta ihm fast schon demonstrativ griesgrämig ins Wort, „Kannst du um diese Uhrzeit deine Sätze vielleicht um die Hälfte kürzen?“ Ohne Justus Zeit für eine Antwort zu geben, fuhr er fort: „Nein, warte, ich habe eine bessere Idee. Sag mir einfach, wo ihr seid, dann können mir Peter und Bob die Sache erklären. Dann versteh ich vielleicht auch was.“

Unwillkürlich gab Justus ein beleidigtes Geräusch von sich. Aber er nannte Cotta die Adresse, der mit dem Versprechen, in zehn Minuten bei ihnen zu sein, auflegte.

„Und?“, wollte Peter wissen.

„Er ist unterwegs“, erwiderte Justus. Musste grinsen. „Was mich allerdings neugierig macht, ist die Tatsache, dass unser geschätzter Inspektor offenbar nicht alleine im Bett war.“

Ein Moment von Überraschung huschte über die Gesichter seiner Freunde.

„Du meinst, er hat eine Freundin, von der wir nichts wussten?“, fragte Peter.

Justus‘ Grinsen wurde noch breiter. „Ich will es so ausdrücken“, gab er zurück, „Wenn die Stimme zu einer Frau gehört, dann bin ich ab morgen kein Detektiv mehr.“

Mit großen Augen starrte Peter ihn an.

Bob dagegen lachte. „Also eher ein geheimer Freund“, stellte er fest, ohne dabei besonders verwundert zu klingen. „Oder er war gestern Abend aus und hat jemanden kennengelernt. Immerhin scheint er ja das Wochenende frei zu haben.“

„Ich habe das Gefühl, ich hätte die Stimme schon mal gehört“, sagte Justus, „Ich kommt bloß gerade nicht darauf, wo.“

Bob zuckte mit den Schultern. „Solange es nicht gerade Hugenay ist. Oder Skinny, falls Cotta eher auf Jüngere steht...“

Das riss Peter endgültig aus seiner Erstarrung. „Themenwechsel, okay?“, bat er übertrieben verzweifelt. „Darüber will ich eigentlich nicht genauer nachdenken.“

„Nicht?“, hakte Bob etwas zu vergnügt nach.

„Nein“, versicherte Peter entschieden, drehte ihm demonstrativ den Rücken zu um wieder die Halle zu beobachten.

Doch das wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen, denn es tat sich – nichts. Ein vager Lichtschein war an der Unterkante des Tors zu erahnen, doch mehr hatte sich nicht verändert, seit der Transporter verschwunden war.

Kurz darauf tauchte Cottas Wagen aus dem Dunkeln auf, in Schrittgeschwindigkeit und mit ausgeschalteten Scheinwerfern.

Vorsichtig wagte Justus sich aus ihrer Deckung, winkte kurz, und der Motor erstarb.

Der Inspektor stieg aus, nickte ihm zu, und kam zu ihnen herüber. Seine Haare waren zerzaust, zusammen mit dem etwas schief geknöpften Hemd der einzige Hinweis darauf, dass seine Nachtruhe unsanft gestört worden war. Als das Licht der Straßenlaterne auf ihn fiel, fragte Justus sich unwillkürlich, ob ihm seine Wahrnehmung einen Streich spielte, oder ob da tatsächlich ein Knutschfleck unter dem offenen Kragen hervorlugte.

„Ich hab lieber gleich Verstärkung mitgebracht“, erklärte Cotta, lenkte Justus‘ Aufmerksamkeit zurück auf das Auto, wo sich gerade die Beifahrertür öffnete.

In Zivilkleidung hätte Justus Goodween beinahe nicht erkannt. Und auf einmal wusste er ganz genau, woher er die Stimme kannte, die während des Anrufs im Hintergrund gemurmelt hatte.

Das war ja wirklich interessant.

Aber im Moment war leider nicht die Zeit, sich ausführlich damit auseinander zu setzen. Oder auch nur Peter und Bob darauf hinzuweisen – das würde er tun, wenn sie diese Sache hinter sich gebracht hatten. Wobei ihm das schlecht verhohlene Grinsen auf Bobs Gesicht sagte, dass dieser bereits seine Schlüsse gezogen hatte.

„Also, was ist los?“, wollte Cotta wissen.

„Es geht um die gestohlenen Statuen“, erklärte Justus, „Die Wizards in Winter. Wir haben ermittelt, dass sie in dieser Halle untergebracht worden sind, also haben wir die Halle observiert. Vor einer Viertelstunde sind zwei Personen in einem dunklen Transporter eingetroffen und haben das Gebäude betreten. Das Kennzeichen habe ich mir mir selbstverständlich gemerkt.“

Er diktierte Cotta die Autonummer, die dieser in seinem Notizbuch notierte.

Dann warf der Inspektor einen Blick zu der Halle hinüber.

„In Ordnung. Ich denke-“ Er brach ab, musterte Justus und seine Freunde mit gerunzelter Stirn. „Darf ich fragen, warum ihr in die Halle noch nicht eingebrochen seid?“

„Wir wissen doch, dass Sie das nicht gerne sehen-“, setze Justus an, nur um von Bob unterbrochen zu werden.

„Wir habens versucht, aber die Tür ist blockiert und das Tor hätte zu viel Lärm gemacht“, gab er fröhlich zu.

Cotta schüttelte resigniert den Kopf, doch Justus konnte sehen, dass Goodween sich ein Grinsen verkneifen musste.

„Wenn die Tür zu ist, können sie wenigstens nicht abhauen“, stellte Cotta fest.

Er sah Goodween an, der mit den Schultern zuckte.

„Wir könnten auf einen Streifenwagen warten, aber...“ Er brachte den Satz nicht zuende.

Cotta schmunzelte. „Ich wusste, dass du das sagen würdest.“ Er wandte sich wieder Justus zu. „Wir parken meinen Wagen quer vor dem Tor, dann gehen wir rein und versuchen die Sache mit einem Minimum an Drama über die Bühne zu bringen. Ihr wartet hier, bis wir euch Bescheid sagen, verstanden?“

Justus nickte brav, und Peter und Bob taten es ihm nach. Wenn es ihm zu lange dauerte, würde er sich natürlich nicht daran halten, aber das musste er Cotta ja nicht verraten. Obwohl der das vermutlich sowieso ahnte.

Ohne ihn auch nur anzusehen, warf Cotta Goodween die Autoschlüssel zu, die dieser völlig selbstverständlich auffing. Nachdem er jetzt wusste, was er wusste, fragte Justus sich ernsthaft, warum ihm bisher noch nie aufgefallen war, dass die beiden Männer eindeutig mehr als nur Arbeitskollegen waren.

Während Goodween den Wagen vor dem Tor parkte, damit die Diebe nicht einfach in den Transporter springen und abhauen konnten, überprüfte Cotta seine Waffe, und warf ihnen dann noch einen eindringlichen Blick zu.

„Ihr bleibt hier, ist das klar?“, wiederholte er nachdrücklich.

Ein Teil von Justus wollte die Augen darüber verdrehen, aber ihm war ja selbst klar, dass der Inspektor sich bloß Sorgen machte, ihnen könnte etwas passieren.

Also versicherte er: „Ist klar, Sir“, und meinte es diesmal sogar fast ernst.

Aus sicherer Entfernung beobachteten Peter, Bob und er, wie die beiden Polizisten sich rechts und links des Tors positionierten und es dann gemeinsam hochschoben.

Im nächsten Augenblick stürmten sie in die Halle, und mit angehaltenem Atem wartete Justus unwillkürlich auf das peitschende Geräusch von Schüssen, das ihm leider durchaus vertraut war.

Doch nichts.

Stattdessen tauchte Goodween schon wenige Sekunden später in dem hell erleuchteten Viereck auf und winkte sie zu sich.

Natürlich ließen sie sich nicht zweimal bitten.

Der erste Blick in die Halle erklärte, warum die Sache so schnell gegangen war. Wo Justus ein Labyrinth von Räumen oder zumindest das ein oder andere abgetrennte, schlecht einsehbare Büro erwartet hatte, war nur ein einziger großer, leerer Raum. Im vorderen Bereich stand der Transporter, dahinter ein Container. Vor diesem saß ein Mann mit auf dem Rücken gefesselten Händen auf dem Boden, während Cotta seinem Kumpan gerade ebenfalls Handschellen anlegte.

Nachdem er auch diesen hingesetzt hatte, öffnete Cotta den Riegel des Containers.

Schnell traten Justus, Peter und Bob neben ihn. Goodween folgte langsamer, behielt aufmerksam die beiden Diebe im Blick. Doch die sahen für Justus stark danach aus, als hätten sie sich bereits mit ihrem Schicksal abgefunden.

Die Tür des Containers schwang auf und offenbarte zu Justus‘ Befriedigung tatsächlich die gestohlenen Figuren – vollständig und unbeschadet.

Und immer noch hässlich, fand Justus.

„Dafür sind wir jetzt aufgestanden?“, murmelte Goodween. Justus konnte ihn nur gerade so verstehen, denn offensichtlich wollte er eigentlich nur von Cotta gehört werden. „Wäre besser für alle gewesen, die Figuren wären einfach eingeschmolzen worden.“

„Du hättest ja liegen bleiben können“, gab Cotta ebenso leise zurück.

„Dann hätte ich bloß die ganze Zeit auf dich gewartet, das wäre auch langweilig gewesen.“

Cotta lachte leise. Als er sich von den Statuen abwandte, hielt Justus das für den richtigen Moment, um sich wieder einzumischen.

„Was passiert jetzt?“, wollte er wissen. „Die beiden haben doch nicht alleine einfach die Figuren auf einen LKW gehoben...“

Nachdenklich sah der Inspektor zwischen den Dieben und dem Container hin und her.

„Vermutlich nicht, nein“, bestätigte er. „Aber das klären wir dann in den Vernehmungen. Für euch ist der Fall jedenfalls erledigt, ihr müsstet nur-“

„Demnächst aufs Präsidium kommen um unsere Aussage zu machen“, vervollständigte Justus. Das kannten sie ja.

„Ich ruf die Kollegen an, die sollen den Rest übernehmen.“ Cotta fuhr sich durch die Haare, wandte sich dann zu Goodween. „Weißt du, wer heute Dienst hat?“

„Ein Mr. Davis hat uns auf jeden Fall vorhin höchst unfreundlich abblitzen lassen“, gab Justus an seiner Stelle zur Antwort.

Der Blick, den die beiden Polizisten wechselten, sagte ihm, dass sie mit diesem nicht unbedingt in tiefer Freundschaft verbunden waren.

„Egal“, seufzte Cotta. „Mir kann er schlecht blöd kommen. Zumindest nicht direkt.“

Er holte sein Handy heraus, telefonierte für eine Weile.

„Sie sind unterwegs“, berichtete er dann.

Justus nickte. Sein Blick fiel erneut auf die Stelle an Cottas Hals, die unter den Neonröhren der Halle wirklich merklich dunkel war. Nach einem Moment des Zögerns nickte er Cotta zu. „Bevor Ihre Kollegen hier sind, sollten Sie vielleicht Ihr Hemd ganz zuknöpfen. Sie haben da was.“

Sofort zuckte Cottas Hand zu seinem Hals und seine Augen zu Goodween hinüber, der sich vergeblich ein Lachen zu verkneifen versuchte.

Als Cotta tatsächlich rot wurde, konnte sich auch Justus nicht mehr zusammenreißen.