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Sternbilder kratzt man nicht vom Himmel- eine SOLANGELO Geschichte

Chapter 3

Summary:

Rachel wurde mit einem Mal ganz steif. Ihre Augen rollten sich nach oben und sie begann zu zittern. Mit einer Stimme so rau wie trockene Blätter im Wind, verkündete sie eine Prophezeiung.

„Was einst mit Freude ward gegeben,

wird nun sehnlichst zurück gewünscht.

Auf eine Reise müssen die sich begeben,

die auserkoren sind.

Die Liebe zwingt den Sonnengeborenen zu schießen

und die Kluge rettet den Tod.

Nur gemeinsam erlangen sie die erhoffte Kostbarkeit,

sonst geschieht, was nie geschehen darf

und die Liebe ist in großer Not."

Notes:

Hallo Leute,

Teil 3 ist fertig und wollte unbedingt auch hochgelden werden :-) ich hoffe es gefällt euch.
Enjoy <3<3

(See the end of the chapter for more notes.)

Chapter Text

Will rieb sich mit den Händen über das Gesicht.

Na, das war ja gut gelaufen. Die tausend Male, die er sich das Wiedersehen mit Nico vorgestellt hatte, haben sich garantiert NIE so abgespielt.
Warum hatte Kayla ihm nicht gesagt, dass Nico der zweite Mann war?

Mist!

Jetzt stand er wie ein dämlicher Trottel da. Am liebsten würde er sich beim nächsten Sonnenaufgang vor den Wagen seines Vaters werfen.
Wie ein übel gelaunter Tiger wanderte Will in der Apollo-Hütte umher. Wäre er bloß nicht gekommen. Eigentlich war Will ziemlich sicher gewesen, dass ein Treffen mit Nico ihn mittlerweile nicht mehr aus der Bahn werfen würde. Nur deshalb hat er sich von seinen Geschwistern dazu überreden lassen zum `Gaia-Schlaf-Fest´ zu kommen. Da schien er sich ja gewaltig überschätzt zu haben. Dieser Junge ging ihm immer noch unter die Haut. Was hatte Nico nur an sich, dass Will jedes Mal so völlig aus dem Häuschen war?

Er rief sich das Bild von Nico ins Gedächtnis. Er hatte sich verändert. Vor zwei Jahren war er noch viel kleiner als Will gewesen. Dünn, blass und irgendwie niedlich auf seine mürrische Art und Weise. Will hatte es geliebt, Nico mit kleinen harmlosen Flirts aufzuziehen und zuzusehen, wie der dunkelhaarige Junge vor Scham fast in den Boden versank. Das Herz des Apollo-Jungen hatte wie verrückt gehüpft, als er bemerkte, dass Nico diese Flirts dennoch mochte und sogar ein wenig darauf einging. Sein seltenes Lächeln hatte meist nur Will gegolten. Und die ganze Welt des blonden Jungen hatte sich um Nico gedreht.

Will seufzte und setzte sich auf sein Bett. Rücken und Kopf an die Wand gelehnt.


Und jetzt?


Jetzt war alles anders. Nico suchte nicht mehr seine Nähe. Sein Lächeln schenkte er anderen und Gefühle hatte Nico wohl nur noch negative für ihn übrig.

Und jetzt war er auch nicht mehr blass, dünn und niedlich. Jetzt war Nico das, was man schlichtweg als attraktiv bezeichnete.
Er war gewachsen, war kaum mehr kleiner als Will und das ganze Schwerttraining zahlte sich definitiv aus. Er trug sein schwarzes Haar nun viel kürzer und hatte auch die beuligen, übergroßen Kapuzenjacken abgelegt und sie mit viel besser passenden Shirts getauscht. Tatsächlich konnte man jetzt seine Figur darunter erkennen. Allein diese Erkenntnis brachte Will völlig aus dem Konzept. Vorhin in der Krankenstation hätte er sich auf Nico stürzen können, so sehr hatte er ihn vermisst. Aber er wusste, dass Nico das nicht wollte.

Das hatte der Sohn des Hades vor zwei Jahren ziemlich deutlich gemacht.

Plötzlich hörte Will ein lautes Rumpeln an der Tür und Kayla kam zusammen mit den Stoll-Brüdern ins Zimmer geplatzt.


„Hey Will! Hier bist du also. Versteckst du dich? Alter, warum feierst du denn nicht mit uns?" Connor lachte laut und durchquerte den Raum mit ein paar großen Schritten.

Will und Connor umarmten sich kameradschaftlich.

„Travis, was ist denn mit dir passiert?" Will lachte, als er Travis' Glatze sah.

„Hi Will!" Travis hob die Hand zum Gruß. „Das ist alles die Schuld von Katie!", schnaubte der wütend. „Sie ist einfach so eine kleine..."

„Na na na, Travis!" Kayla piekste ihren Finger in seinen Oberarm. „Mal ganz ruhig! Du bist selber Schuld. Lass sie doch endlich in Ruhe! Oder noch besser: GEHT-ENDLICH-MITEINANDER-AUS! Ihr beide nervt mich!" Sie schnaubte und lief zu ihrem Schlafbereich. Immer noch leise vor sich hin schimpfend, durchsuchte sie ihre schwarze Umhängetasche.

„Ah, hier ist er ja." Sie kam zu dem Jungen zurück. „Nimm das. Morgen hast du deine Haare wieder." Sie drückte Travis die kleine Flasche in die Hand. Der sah sie geschockt an.

„Was?! Morgen?! Wie soll ich denn so zum Fest zurück?" Er zeigte auf seinen nackten Kopf.

„Sei froh, dass ich dir überhaupt helfe. Jeden Tag kommt einer von euch beiden auf meine Krankenstation. Es reicht mir!" Sie sah ihn wütend an. „Ich gehe jetzt auf die Feier und mir ist egal, was du machst, Travis. Du bist so bescheuert und jetzt siehst du eben auch bescheuert aus! Los, Connor! Nimm deinen Bruder. Ich will euch heute nicht mehr sehen, klaro?!" Kayla stemmte den einen Arm in ihre Hüfte und zeigte mit dem anderen Arm auf den Ausgang.

„Alles klar, Kleine!" Connor zog seinen Bruder aus der Hütte.

Als er an Kayla vorbeiging, beugte er sich zu ihr und küsste sie auf die Wange. Erschrocken holte Kayla Luft und starrte Connor an.

„Danke! Wieder einmal", sagte dieser und grinste frech. Er rannte die Stufen der Apollo-Hütte herunter und verschwand.
Will hatte die Szene mit großen Augen und offenem Mund beobachtet.

„Alles beim Alten, wie ich sehe." Will lächelte seine Schwester jetzt an. Die lachte und schmiegte sich in seinen Arm.

„Jupp, alles beim Alten!“

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Eigentlich lief der Abend ziemlich gut. Wäre da nicht der Orakelspruch gewesen.


Die Camper waren fröhlich, aufgekratzt und in Feierlaune. Wie auch letztes Jahr fand die Party im Essenspavillon unter freiem Himmel statt. Überall waren Lichterketten in allen Farben des Regenbogens aufgehängt und gaben dem Camp ein wirklich schönes Flair. Eine Band aus Satyrn und Kindern des Apollo spielten schmissige Lieder, sehr zum Missfallen von Mister D, der moderner Musik eindeutig nichts abgewinnen konnte.

„Ahhhhrrrrr! Das ist doch einfach nur Krach, keine Musik. Ihr Apollokinder solltet es eigentlich besser wissen“, schimpfte er und versuchte sich vergebens Wein in seinen Kelch zu gießen. „Wenigstens gibt es wunderbares Essen", sprach er und biss gierig in ein gebratenes Rebhuhnbein.

Sogar Will begann sich zu entspannen und die Feier zu genießen. Kayla und er hatten gerade eine Wette abgeschlossen, ob die Stolls heute noch einmal ihre medizinische Hilfe brauchen würden, als Rachel den Festtagspavillon betrat.

„Raaaaaachel!" Kayla schrie den Namen des Mädchens und winkte wie verrückt um die Aufmerksamkeit ihrer Freundin zu erregen.

„Hallo Süße." Die beiden gaben sich einen Kuss auf die Wange.
Rachel wandte sich an Will: „Wo warst du denn die ganze Zeit? Ich hab dich gesucht."

„Hab ihn in unserer Hütte gefunden. Hat sich versteckt." Kayla antwortete für Will und puffte ihrem Bruder in die Seite.

„Was? Ich hab mich gar nicht versteckt", grummelte dieser und rollte die Augen.


„Wer‘s glaubt wird selig." Die beiden Mädchen kicherten.

Will wollte gerade den Tisch verlassen, um ihnen zu entkommen, als Percy, Annabeth, Jason und Piper auf sie zusteuerten.

„Na, ihr? Wie gehts euch?" Piper richtete die Frage an die Gruppe, weswegen auch zuerst niemand Anstoß daran fand. Natürlich war es allgemein bekannt, dass es immer besser war Rachel keine direkten Fragen zu stellen. Sonst endete das schlimmstenfalls noch mit einem Orakelspruch. Und wer wollte das schon? Die Halbgötter waren nach dem Gaia-Krieg vielleicht etwas nachlässig mit dieser Regel, denn bis jetzt hatte das Apollo-Orakel geschwiegen und auch die Götter waren ruhig. Also warum Sorgen machen?


Aber aus irgendeinem Grund ging es gerade heute Abend schief.


Rachel wurde mit einem Mal ganz steif. Ihre Augen rollten sich nach oben und sie begann zu zittern. Mit einer Stimme so rau wie trockene Blätter im Wind, verkündete sie eine Prophezeiung.

„Was einst mit Freude ward gegeben,

wird nun sehnlichst zurück gewünscht.

Auf eine Reise müssen die sich begeben,

die auserkoren sind.

Die Liebe zwingt den Sonnengeborenen zu schießen

und die Kluge rettet den Tod.

Nur gemeinsam erlangen sie die erhoffte Kostbarkeit,

sonst geschieht, was nie geschehen darf

und die Liebe ist in großer Not."

Rachel sackte in sich zusammen. Schnell lief Will um den Tisch herum. Sofort sprangen seine ,medizinischen Sensoren‘ an und untersuchten Rachel nach irgendwelchen Verletzungen oder Schäden. Nach einer kurzen Untersuchung stellte er zufrieden fest, dass mit ihr alles in Ordnung war.

„War das gerade eine Prophezeiung?" Jason schaute die anderen fragend an.


„I-ich weiß nicht genau. Es hörte sich zumindest wie eine an", antwortete Annabeth verunsichert.

Percy´s Augen waren kugelrund.

„Quatsch!" Er winkte mit der Hand ab. „Das Orakel ist noch voll am Pennen."


„Nein, ist es nicht!" Will sah zu seiner Schwester. „Du hast es auch gefühlt, nicht wahr?" Kayla nickte leicht. „Das war ein Orakelspruch. Der erste nach Gaia - aber definitiv echt!"


„Ach du Scheiße!"


„Das kannst du laut sagen, Algenhirn."

Notes:

Eine Bemerkung am Rande: ich hab Rachels "Fähigkeit" etwas neu interpretiert:-)
Schon gespannt wie es weiter geht? das nächste Kapitel gehört zu meinen absoluten Favoriten.
Wir lesen uns

--Eure SweetCherry

Notes:

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