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Characters:
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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2014-01-27
Completed:
2015-02-01
Words:
16,505
Chapters:
14/14
Comments:
17
Kudos:
101
Bookmarks:
2
Hits:
2,459

Caput defectus

Summary:

Aidans Tag beginnt nicht besonders gut - um genau zu sein, reichlich miserabel. Eine Erkältung scheint sich anzubahnen, etwas, was er gerade gar nicht gebrauchen kann...

(Aidans day starts not very well - in fact, really miserable. A cold seems to develop, something, he can't afford at the moment not at all... A translation into English will be made at some point, but I still have to finnish writing the story.)

Chapter 1: Präludium

Chapter Text

Mißmutig schob Aidan das Essen auf seinem Teller umher. Hunger hatte er nicht wirklich und Appetit schon gar keinen. Rings um ihn herum klapperte Besteck auf Tellern, seine Cast-Kollegen schlangen förmlich das Essen in sich hinein, so dass ihm vom Anblick schon fast schlecht wurde.

Dabei hatte er sich wenig genommen, gerade soviel, dass es nicht verdächtig aussehen würde. Es war trotzdem viel zu viel. Selbst kleinste Bissen schienen in seinem Mund immer mehr zu werden, nur mit Mühe hatte er drei Gabeln mit Nudeln herunterwürgen können.

Seit heute morgen fühlte er sich… beschissen. Es gab einfach kein anderes Wort dafür. Er war aufgewacht, hatte sich aufgesetzt und war stöhnend wieder nach hinten gesunken. Sein Kopf drohte zu zerbersten. Alles hatte sich angefangen zu drehen und die nächsten fünf Minuten konnte er nichts weiter tun als dazuliegen und zu hoffen dass es aufhörte.

Schließlich hatte er sich aus dem Bett gequält, ein paar Bissen von irgendetwas genommen was er in der Küche gefunden hatte, zwei Aspirin heruntergespült und war aus dem Haus getaumelt.Dean, der nicht weit entfernt wohnte, hatte schon auf ihn gewartet und ihn mißtrauisch beäugt.


„Geht’s Dir gut?“ Dean hatte ihn von Kopf bis Fuß gemustert. „Du siehst ziemlich blaß aus…“

Aidan hatte abgewunken. „Schlecht geschlafen.“ log er, und Dean hatte es ersteinmal dabei belassen. Nach einiger Zeit (und zwei weiteren Tabletten) begannen die Schmerzmittel zu wirken und das Make-Up erledigte den Rest.

Den Vormittag hatte er damit ganz gut überstanden, auch wenn ihm im ständigen Regen kalt geworden war. Warum mußten sie auch ausgerechnet heute diese Szene drehen? Nebelgebirge – Sturm – Kampf der Steinriesen. Warum? Warum nicht irgendwo am Lagerfeuer sitzen? Oder schlafen. Schlafen. Wie gern würde er jetzt…


Der Teller verschwamm vor seinen Augen, er spürte, wie sein Kopf nach vorne zu sacken begann. Plötzlich schoß ein derartig scharfer Schmerz durch seinen Nacken, dass er wie von einem elektrischen Schlag getroffen zusammenzuckte. Beinahe wäre er eingenickt. Beim Essen. Mitten im Cateringzelt. Bei seinem Glück wäre sein Gesicht sicherlich noch mitten im Teller gelandet.


Hastig schaute er sich um, niemand schien es bemerkt zu haben. Außer natürlich Dean, wie sollte es auch anders sein. Aidan spürte dessen wachsame Blicke auf sich und versuchte, sich möglichst wieder gerade hinzusetzen und noch eine Gabel voll zu kauen. Es war, als ob er Pappe essen würde. Kalte Pappe. Denn kalt geworden war seine Pasta inzwischen auch, was nicht unbedingt half. Resigniert seufzte er auf. Das Essen war kalt, ihm war kalt und bei dem Gedanken an das Bevorstehende wurde ihm mulmig zumute. Außerdem hörten die Tabletten auf zu wirken, und dumpf pochend machten sich die ersten Anflüge der Kopfschmerzen wieder bemerkbar. Kein gutes Zeichen.

Die Pause war fast vorbei, die meisten erhoben sich nun und trotteten zurück zum Set. Dean jedoch blieb hartnäckig sitzen und ließ die Augen nicht von seinem Filmbruder. Als der Tisch leer war und Aidan endlich die Kraft fand sich zu erheben, hielt Dean ihn am Arm fest und zog ihn wieder zurück auf den Stuhl. Viel zu leicht für Deans Geschmack.


„Aidan. Was ist los?“


Der Ire musterte seinen neuen Freund, in dessen Gesicht sich Sorge abzeichnete. Besonders lang kannten sie sich noch nicht, doch hatten sie sich sofort und blind verstanden. Er fühlte sich wohl in der Gesellschaft des etwas älteren Kiwis, er war fast tatsächlich so etwas wie ein großer Bruder. Dean schien es genauso zu gehen und eigentlich waren sie seit Wochen unzertrennlich. Aber Aidan wollte ihn nicht mit seinen Wehwehchen langweilen, schließlich hatte jeder mal Kopfschmerzen und bisher hatte er nicht gehört dass sich einer der anderen irgendwie beklagt hätten. Er öffnete also den Mund, um Dean die gleiche Geschichte wie heute morgen zu erzählen, als dessen Augen schon wütend aufblitzen.

"Wenn Du mir jetzt erzählen willst Du hättest schlecht geschlafen, dann werfe ich einen Stuhl nach Dir!“


Aidan klappte den Mund wieder zu, überrascht von der heftigen Reaktion. Dean deutete mit einem Finger auf die weiße Zeltplane. „Siehst Du die? Die sieht im Vergleich zu Dir aus wie das blühende Leben. Also erzähl mir hier nichts vom Pferd. Was ist los?“
Es war aussichtslos, Dean konnte er wohl nicht täuschen. Entmutigt sackte er ein wenig zusammen.


„Ich… keine Ahnung…“ Hilflos brach er ab. Deans Augenbraue rutsche nach oben und wäre wohl im Haaransatz verschwunden, wenn da nicht die Prothese gewesen wäre. „Keine Ahnung?“ ahmte er ihn nach. Noch einmal musterte er den Iren scharf.


„Dir geht es nicht gut, soviel steht fest. Was ist es? Ist Dir schlecht? Hast Du Fieber?“ Schon hatte er die Hand halb erhoben, als Aidan ihm auswich, so gut es im Sitzen eben ging.


„Ja, ok, ist ja gut, ich fühl mich nicht so toll. Ich hab… ziemliche Kopfschmerzen. Zufrieden?“ Leicht genervt unternahm er einen erneuten Versuch aufzustehen, doch wieder hielt ihn der Neuseeländer zurück.


„Aidan, das sind doch nicht nur Kopfschmerzen. Du hast fast nichts gegessen, so überstehst Du doch den Nachmittag nicht.“ Nachdenklich schaute er Aidan ins Gesicht. „Du siehst wirklich nicht gut aus, weißt Du das? Vielleicht wäre es besser, wenn Du Peter Bescheid gibst und nach Hause fährst. Du solltest Dich ausruhen.“


Nun war es an Aidan wütend zu werden. „Ich werde doch nicht wegen Kopfschmerzen nach Hause fahren!“ zischte er Dean an, bereute es aber sofort als ein scharfer Schmerz wie eine kleine Bombe an der Innenseite seines Schädels detonierte und er kurz gequält das Gesicht verzog. Alles in ihm schien sich zusammenzukrümmen. Dean kniff die Lippen zusammen und rang sich zu einer Entscheidung durch.


„Versprich mir, dass Du Bescheid gibst, wenn es Dir noch schlechter geht, ja? Hörst Du?“ Die Eindringlichkeit in Deans Stimme ließ Aidan innehalten. Kurz überlegte er, ob er ihn anlügen sollte. Ihm sagen sollte, dass es nicht so schlimm sei und er sich keine Sorgen zu machen brauche. Er sei ja kein Kind mehr. Aber er brachte es nicht heraus. Was hatte er zu verlieren? Seinen Stolz? Den würde er erst recht verlieren, wenn er vor versammelter Mannschaft umkippte. Nein, das durfte nicht geschehen. Es packten ihn sowieso schon alle in Watte. Ihn – das Nesthäckchen. Eigentlich war das ganz witzig, aber manchmal… Manchmal war es wie ein Fluch.


„Ok,“ meinte er leise. „Ok, ich verspreche es.“


Erleichtert ließ der Blonde seinen Arm los, den er instinktiv ergriffen hatte und stand auf, nur um Aidan unter die Arme zu greifen, als sich dieser nach oben zwang. Tief atmete er durch und ging langsam Richtung Set los, als ein erster Kälteschauer ihm spürbar über den Rücken jagte.