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Rating:
Archive Warning:
Category:
Fandom:
Relationship:
Characters:
Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2018-04-01
Completed:
2018-04-01
Words:
6,857
Chapters:
4/4
Comments:
8
Kudos:
35
Bookmarks:
5
Hits:
683

What happens in Vegas ...

Summary:

"What happens in Vegas, stays in Vegas?!", möchte man meinen, stimmt jedoch nicht immer!
Dass das auf Tobias und Easy definitiv nicht zutrifft und wie sie (und Ringo) darauf reagieren, tja, genau darum geht es in der folgenden Geschichte...

Notes:

Ich schaue "Unter Uns" eigentlich nicht, bin aber vor Kurzem auf "Ringsy" gestoßen und seitdem leicht besessen ;)
Nachdem ich nun jede FanFic gelesen habe, die ich auf Deutsch oder Englisch finden konnte, habe ich mir überlegt, selbst etwas zu schreiben... Tja und heute Morgen kam dann die Idee zu folgender Geschichte, die sich mit Tobias' und Easys Trip nach Las Vegas und dessen Folgen beschäftigt. Eigentlich sollte es eine sehr kurze Sache werden, ist mir jedoch nicht gelungen, denn das zweite Kapitel ist praktisch fertig und das dritte in Arbeit... Dennoch wollte ich das erste Kapitel schon jetzt veröffentlichen!

Viel Spaß beim Lesen! Ich würde mich über Rückmeldungen freuen!

Chapter 1: Easy & Tobias 4ever

Chapter Text

Kapitel 1: Easy & Tobias 4ever

Das Erste, das Easy bemerkt, als er langsam aus dem durch zu viel Alkoholkonsum verursachten Tiefschlaf aufwacht, ist, dass er sich fühlt, als hätte ihn ein LKW überfahren. Sein Schädel dröhnt, als hätte ihn jemand mit einem Vorschlaghammer bearbeitet und seine Augen zu öffnen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, denn sobald auch nur der kleinste Lichtschein durch die flatternden Lider dringt, verspürt er einen stechenden Schmerz. Als er tastend seinen Kopf berührt, fühlt er eine leichte Beule und zieht die Hand verwirrt zurück, als er noch mehr Schmerz wahrnimmt und ihm im Liegen schwindelig wird. Zu allem Überfluss fühlt sich sein Mund pelzig an und sogar er selbst merkt, dass er eine Dusche dringend nötig hat.
Obwohl er sich all dessen bewusst ist, kuschelt er sich tiefer in die weichen Kissen, denn an Aufstehen will er in seinem Zustand nicht einmal denken. Gerade als er eine angenehmere Position einnimmt und das Dröhnen in seinem Kopf eine Millisekunde nachlässt, berührt sein rechter Arm nackte Haut. „Ringo!”, denkt er sich und schon fühlt er sich nur noch halb so schlecht. Ein leichtes Lächeln schleicht sich auf sein Gesicht und er streichelt mit seiner Hand sanft über das Schlüsselbein des anderen Mannes, hinauf zur Halsbeuge, um ihn näher zu sich zu ziehen, damit er sein Gesicht an die weiche Haut seines Halses schmiegen kann, um so noch friedlich dazuliegen und seinen Kater ein bisschen zu verdrängen. Gerade als er mit den Fingerspitzen sanft über Hals und Wange des anderen streicht, fällt Easy auf, dass seine Haut nicht glatt und weich wie sonst ist. Statt Ringos von zahllosen Tages- und Nachtcremes zart gepflegte Haut unter den Fingerspitzen zu fühlen, nimmt er nun einen kratzigen Bart wahr. Dieser Bart ist deutlich zu lang, um über Nacht entstanden zu sein und mit dieser Erkenntnis zuckt Easy panisch zusammen, setzt sich ruckartig im Bett auf, rutscht hastig von dem Unbekannten neben sich ab und öffnet trotz aller Helligkeit seine schmerzenden Augen, um herauszufinden, was hier eigentlich vor sich geht.

Easy braucht einige Sekunden, bis sich sein Herzschlag wieder einigermaßen beruhigt hat und er tatsächlich versteht, wer da neben ihm liegt. „Heilige Scheiße, Tobias!”, grummelt Easy erleichtert, als ihm klar wird, dass er nicht mit einem fremden Mann im Bett liegt, sondern es sich um seinen besten Freund handelt, der sogar schlafend mindestens so fertig aussieht, wie Easy sich fühlt. „Hey, Tobias! Wach auf!”, befiehlt er dann unwirsch und rüttelt leicht an der Schulter seines Kumpels. Dieser murmelt unverständliche Wortfetzen vor sich hin und versucht, noch immer mit geschlossenen Lidern von Easy und dessen störender Berührung wegzukommen. Easy dagegen verdreht mit einem Seufzen die Augen und blickt sich suchend nach seinem Handy um. Er will herausfinden, wie spät es ist und ob er Ringo in Deutschland vielleicht aus dem Bad aus anrufen kann, um ihm von dem KayC-Desaster zu berichten und zu überreden einen Rückflug für sich und Tobias zu organisieren. Nachdem Tobias’ Heiratsantrag in die Hose gegangen ist, hält Easy es für besser schnellstmöglich in die Schillerallee zurückzukehren, damit Tobias sich mit Arbeit, T-Time und durch Unterstützung seiner Freunde von dem Tiefschlag ablenken kann, den KayC ihm verpasst hat.
Gerade als Easy sein Handy entsperren will und sein Blick auf ein Foto von sich und Ringo fällt, das er als Hintergrund verwendet, seit er auf dem langen Flug nach Las Vegas bereits begonnen hat, seinen Freund zu vermissen, bemerkt er auch, dass er an seiner rechten Hand einen Ring trägt. Entgeistert starrt er das Schmuckstück für einige Sekunden an, ehe bruchstückhafte Erinnerungsfetzen auf ihn einstürmen, dass ihm beinahe schwindelig wird.

„Komm schon, Tobias!”, fordert Easy seinen besten Freund auf, als er ihn aus dem Hotel zerrt, in dem KayC ihm gerade das Herz gebrochen hat.
„Vielleicht sollte ich doch hierbleiben, für den Fall, dass sie ihre Meinung noch ändert?!”, setzt Tobias an und will sich Easys Griff entziehen, doch der lässt nicht locker.
„Tobias, ich will dich echt nicht leiden sehen, aber KayC kommt nicht zu dir zurück. So viel steht fest!” Easy hasst es wirklich, seinen besten Kumpel so zu sehen, dennoch ist er überzeugt, dass der die Wahrheit endgültig erkennen muss und sich nicht in irgendwelchen falschen Hoffnungen verrennen darf.
„Aber …”, versucht Tobias es erneut, wird jedoch jäh unterbrochen.
„Kein Aber! Du hast alles versucht, um sie zurückzubekommen. Bist extra aus heiterem Himmel nach Vegas geflogen, um ihr deine Gefühle zu gestehen und sie wie in einer Hollywood-Romanze zurückzuerobern. Mann, du hast ihr sogar einen Heiratsantrag gemacht! Das sind mehr als genug Liebesbeweise und dennoch wollte sie dich nicht.”
Easys Herz krampft sich ein wenig zusammen, als er all diese Wahrheiten ausspricht und mit Tobias auf die Straße tritt. Die glitzernden Lichter von Las Vegas umgeben sie, zahllose feierwütige Menschen, gaffende Touristen und eingefleischte Spieler laufen an ihnen vorbei, während sie unschlüssig auf dem Strip stehen.
„Was soll ich jetzt machen?”, fragt Tobias und völlige Resignation schwingt in seiner Stimme mit, während Enttäuschung in seinem Blick liegt.
Easy seufzt und versucht positiv zu klingen, als er die folgenden Worte spricht: „Wir tun, was alle Leute machen, die in Vegas sind. Wir ziehen von Casino zu Casino, betrinken uns, verlieren einen Haufen Geld am Roulette-Tisch, fallen frühmorgens erledigt in unser Hotelbett und wenn wir wieder wach sind, kannst du dich immer noch den Tatsachen stellen!”

Hysterisch lachend, Arm in Arm und leicht schwankend betreten Tobias und Easy die kleine Hochzeitskapelle und werden sofort von einer freundlichen Frau begrüßt, die wissen will, ob sie ihnen behilflich sein kann.
„Ja, klar! Ich und mein Schatz hier, wir wollen heiraten!”, ruft Tobias überschwänglich und registriert kaum, dass die Frau ihn etwas verwirrt ansieht, weil sie kein Wort versteht.
Easy stößt ihn mit dem Ellbogen lachend in die Seite und erinnert: „Wir sind in den USA, die versteht kein Wort von dem, was du hier laberst!”
„Ach ja…”, erwidert Tobias mit gerunzelter Stirn und fängt an, in schlechtem Englisch, aber weiterhin enthusiastisch, sein Anliegen zu wiederholen.

„Sch… Sei doch leise!”, mahnt Easy (selbst deutlich zu laut), als er händchenhaltend mit Tobias den Gang zu ihrem Zimmer durchquert.
„Ich bitte dich! Das hier ist Vegas, da schläft selbst um drei Uhr morgens keine Sau!”, erwidert Tobias leicht lallend. Easy bricht daraufhin in schallendes Gelächter aus und kann sich kaum halten, als er beobachtet, wie sein Freund versucht die Schlüsselkarte aus seinem Jackett zu kramen und in den schmalen Schlitz des Lesegeräts zu stecken.
„Lass mich mal!”, meint Easy nach dem xten misslungenen Versuch und reißt Tobias die Karte aus der Hand. „Idiot!”, meint er dann lachend. „Das ist deine Kreditkarte.”
„Oh…”, macht Tobias nur und lehnt sich an die Wand neben der Zimmertür, um sein Jackett erneut zu durchforsten.
Easy schnaubt genervt. Er kann sich selbst kaum noch auf den Beinen halten, weil sich in seinem Kopf ständig alles dreht, doch gleichzeitig muss er bei Tobias’ Anblick grinsen. Zielstrebig greift er in Tobias‘ Hosentasche, was dieser leicht überrascht wahrnimmt. „Nur keine Eile, Schatzi!”, säuselt er Easy ins Ohr, als er ihn mit den Armen umschlingt.
„Idiot!”, wiederholt Easy kichernd, als er endlich an die Karte in Tobias’ Hose kommt und sie triumphierend hochhält. Er macht sich lachend los, um die Tür aufzusperren. Nach dem dritten armseligen Versuch gelingt es ihm schließlich doch, ins Zimmer zu gelangen.
„Mein Held!”, ruft Tobias, als er beobachtet, wie sein Angetrauter die Tür aufschließt. Kurzentschlossen reißt er Easy erneut in seine Arme, hebt ihn schwungvoll auf beide Arme und trägt ihn zwei Schritte über die Schwelle ins Zimmer hinein.
„Aua!”, schreit Easy währenddessen, denn sein Kopf macht unsanft Bekanntschaft mit dem Türpfosten.
Tobias bemerkt das nicht und will mit einem Tritt die Türe hinter ihnen schließen, wobei er aber aus dem Gleichgewicht gerät und samt Easy unsanft und stöhnend auf dem Hotelzimmerboden landet.

„Scheiße, Tobias!”, ruft Easy entsetzt, als seine Flashbacks wieder verblassen. Übelkeit steigt in ihm hoch und er rüttelt erneut (diesmal ziemlich unsanft) an der Schulter des anderen. „Wach sofort auf! Wir haben Scheiße gebaut, du kannst jetzt nicht schlafen!”
„Verdammt, Easy! Lass mich in Ruhe!”, sagt Tobias mit rauer Stimme und dreht ihm den Rücken zu.
„Ich meine es ernst!”, kreischt Easy. „Wir haben es letzte Nacht echt verkackt und müssen das dringend rückgängig machen!”
„Du tust so, als hätten wir uns vorher noch nie besoffen.”, erwidert Tobias verschlafen und gibt gleichzeitig die Hoffnung auf Ruhe auf. Genervt blinzelt er, als er versucht Easy anzusehen.
„Ich rede nicht vom Alkohol.”, stellt Easy klar. „Ich rede hiervon!” Gegen Ende des Satzes wird seine Stimme etwas zittrig und er hebt die rechte Hand vor Tobias’ Gesicht. Der betrachtet sie einige Sekunden ratlos, blickt seinen Freund dann verwirrt an und plötzlich kehren auch bei ihm die Erinnerungen an die vergangene Nacht zurück:

„Ich werde für immer alleine bleiben und irgendwann einsam sterben.”

„Scheiß auf KayC, die interessiert sich doch nur für sich und die Zahl ihrer Follower…”

„Sie ist die Eine…”

„Ich kann wen besseren kriegen …”

„Du bist der Einzige, den ich brauche… Eigentlich hätte ich dir einen Antrag machen sollen.”

„Jetzt wo du Ringo hast, wirst du mich auch früher oder später sitzenlassen…“

“Yes, I doooo…”

“Easy & Tobias 4ever”

Easy erkennt, dass nun auch Tobias wieder völlig im Hier und Jetzt angelangt ist. „Bitte sag mir, dass du die Sache rückgängig machen kannst.”, fleht Easy und versucht dabei so ruhig wie möglich zu klingen. „Ich kann so unmöglich zu Ringo zurück…” Kaum hat er es ausgesprochen, gerät er auch schon in völlige Panik. „Oh mein Gott, Ringo! Wie soll ich ihm diese Scheiße nur erklären? Er wird mich verlassen und das, nachdem wir es gerade erst auf die Reihe gekriegt haben. Ich meine, das ist die ultimative Katastrophe!”
„Nun mach mal halblang!”, fordert Tobias. „Ringo ist jetzt echt das geringste unserer Probleme.”
Easy sieht seinen Kumpel genervt an. „Ich bin mit Ringo ZUSAMMEN und er war alles andere als begeistert davon, dass ich dich auf diesem Las Vegas-Trip begleite, wenn ich jetzt auch noch wiederkomme und ihm sage, dass ich seinen idiotischen Halbbruder geheiratet habe, flippt er komplett aus!”
„Du musst es ihm ja nicht sagen…”, meint Tobias und verlässt das Bett. Er trägt nur eine Boxershort und bewegt sich Richtung Bad.
„Ich kann ihm sowas doch nicht …”, setzt Easy an, verstummt jedoch abrupt, als er Tobias’ Rücken sieht. „Kacke…”
„Was ist jetzt schon wieder? Haben wir auch noch einen Adoptionsantrag gestellt, oder was?”, will Tobias wissen und dreht sich zu Easy, der kalkweiß im Gesicht ist und die Augen weit aufgerissen hat. Easy gestikuliert wild, doch Tobias hat keine Ahnung, was sein Freund ihm sagen will. „Nun spuck’s schon aus!”
„T...Ta...Tattoo!”, stottert Easy, bevor er würgend an Tobias vorbei ins Bad rennt.
„What the f…”, setzt Tobias an, ehe er sich des Juckens und Brennens an seinem unteren Rücken bewusst wird. Panisch und ohne nachzudenken, stürmt er ebenfalls ins Bad, wo Easy gerade die Kloschüssel umarmt und dreht sich mit dem Rücken zum Spiegel und blickt über seine Schulter hinein. „Ach du … Kacke”, entfährt es ihm, als er die verschnörkelten Buchstaben entziffert.

In schön geschwungenen, schwarzen Buchstaben steht, direkt über seinem Arsch:

Easy & Tobias 4ever