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Septembers Children

Summary:

Alec, versucht seit dem Umzug sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Da passt es so gar nicht, dass ihm plötzlich Julian aka 24/7 Party und Drogen, in den Weg kommt. Er will ihn eigentlich nur ignorieren, seine Schule abschließen und dann ein richtiges Leben beginnen. Aber wer hätte erwartet, dass der eigentlich komplette hetero-Julian ihn einfach nicht gehen lassen will?

Chapter 1: September Children

Notes:

Die Story wurde ursprünglich auf Wattpad hochgeladen. Da ich allerdings auf Wattpad und dessen neuer Politik mit dem Geld ausgeben und Werbung gucken (müssen) keine Lust mehr habe, lade ich zusätzlich alle Kapitel auch noch hier hoch.
Außerdem wurde es Zeit, dass ich mir hier mal einen Acc mache. Ich habe bestimmt schon Wochen meines Lebens damit verbracht hier fanfiction zu lesen :,D

Chapter Text

Es ist schwer Liebe zu erkennen, wenn sie echt ist. Manche Menschen merken ihr Leben lang nicht, dass sie verliebt waren und halten es nur für eine besondere Zuneigung. 

Aber wenn es so einfach wäre, dann gebe es ja auch keine spannenden Geschichten.

/

Schon wieder ein neuer Umzug. Schon wieder eine neue Schule. Schon wieder ein neuer Anfang. Man sollte meinen es würde ihn stören, aber das tat es nicht. Er mochte Neuanfänge, weil man seine Fehler vom Male davor immer besser machen und vermeiden konnte. Einfacher gesagt: Vor dem Alten Problem davon laufen.

Alec hatte sich bisher zwar immer für einen Menschen gehalten der Probleme direkt ansprach und nicht vor ihnen davon lief, aber man lernte im Laufe des Lebens schließlich immer wieder neue Dinge, auch über sich selbst. 

Der Wind war beißend kalt und nicht einmal schwach. Ständig musste er seine Haare aus dem Gesicht streichen, bevor sie ihm in die Augen flogen. Selbst der Sand, auf dem er saß, war eiskalt und es fühlte sich an, als würde er in einer Pfütze aus Eiswasser sitzen. Trotz der Kälte fühlte er sich in diesem Moment wohl. Was gab es auch besseres, als an einem Ort zu wohnen, an dem andere Menschen normalerweise Urlaub machten. Direkt, als er und sein Vater am Nachmittag angekommen waren, war er einfach aufgebrochen und zum Strand gegangen, der nicht einmal zwei Straßen entfernt von dem neuen Haus lag. Allerdings war er nicht nur gegangen um die Gegend zu erkunden sondern auch, um seinem Vater aus dem Weg zu gehen. Sie hatten sich nicht wirklich gestritten, das taten sie nie, aber es standen immer unausgesprochene Worte zwischen Ihnen und das machte es schwer längere Zeit mit ihm auf engem Raum zu verbringen. Nach der Hälfte der Fahrt, hier her, mussten sie anhalten, weil Alec es nicht mehr neben ihm ausgehalten hatte. Es war nicht so, als würden sie sich nicht verstehen. Eigentlich eher im Gegenteil. Aber manchmal wusste keiner so richtig mit dem anderen umzugehen und das machte die Stille zwischen ihnen dann ziemlich ungemütlich.  

Die restliche Fahrt saß er hinten, mit Kopfhörern in den Ohren und blendete jedes Gespräch aus. Blätter, auf denen Mittelfinger gezeichnet wurden, blickten ihm entgegen als sie an einem Schulbus vorbei fuhren. Klassenfahrt wahrscheinlich. An die Nordsee. Da wo sie auch gerade hin wollten. In ein kleines Kaff, in dem sein Opa gestorben war und ihnen das Haus hinterlassen hatte. Man durfte das jetzt nicht falsch verstehen, oder so. Es tat ihm schon leid, als er davon gehört hatte, dass sein Großvater gestorben war, aber sie hatten sich nie gekannt. Waren sich vielleicht zwei Mal begegnet, als Alec noch nicht einmal richtig laufen konnte. 

Für einen Moment schlug ihm der Wind so heftig entgegen, dass er die Sandkörner im  Gesicht spüren konnte. 

Wie kleine Hagelkörner.

Jetzt war es Mitte Januar und er hoffte einfach, dass der Sommer frühzeitig kommen würde.

Das Dünen Gras pikste ihn an den Armen. Er hätte eine Jacke anziehen sollen, als er aus dem Haus gegangen war, aber da hatte er in dem Moment nicht drüber nachgedacht. Stundenlang im Auto zu sitzen hatte ihn am Ende beinahe zum vibrieren gebracht vor Bewegungsdrang. Seinem Vater ging es wahrscheinlich nicht besser, sie waren beide ziemlich groß und so lange in einem Auto zu sitzen konnte man bei ihnen wirklich mit Sardinen in der Dose vergleichen. 

Als es dann doch zu kalt wurde stand er mühselig auf und kletterte die Düne wieder hoch, die er unerlaubt überquert hatte. Überall waren Schilder aus Holz "Bitte nicht die Dünen betreten!" Aber das hatte er mal eben ignoriert. Als wenn sich jemand daran halten würde. Außerdem war zu dieser Jahreszeit wohl niemand gerne am Strand, also höchst wahrscheinlich auch niemand der ihn dabei sehen könnte. 

Aber wie das Schicksal es so wollte hörte er, als er vorsichtig die Düne runter stieg, wie jemand belustigt sagte: "Du Schlingel." Da bemerkte er erst den Jungen der ungefähr zwei Meter von ihm entfernt stand und ihn musterte. Zu seinem Missfallen kam der Junge noch ein bisschen näher. Warum musste auch ausgerechnet in diesem Moment jemand am Strand entlang gehen, auf dem, seit Alec hier saß, niemand mehr war. "Keine Angst, ich rufe schon nicht die Polizei." Erklärte er, seufzte kurz auf und meinte schließlich: "Die Schilder sind eigentlich auch nur für den Sommer, wenn die ganzen Touristen da sind. Sonst laufen die immer in die Dünen und trampeln die platt." Alec musterte den Jungen nun auch. Wollte nicht, dass der es merkte. Er hatte ungewöhnlich helles Haar. Man könnte beinahe meinen sie wären farblos, aber wenn das Licht im richtigen Winkel auf sie schien, dann leuchteten sie golden auf. Und ein bisschen lockig waren sie auch noch. Der Junge sah aus wie einer dieser Engel die man als Tonfiguren in billig Läden kaufen konnte. Was allerdings noch auffälliger als seine Haare waren, waren die stechenden eisblauen Augen. Alec hätte nicht mal so genau hingucken müssen um zu wissen, dass dieser Junge wahrscheinlich Mädchenschwarm Nummer 1 war. Er schien zwar nicht besonders groß zu sein, wobei Alec sich da auch täuschen konnte, da er mit 2.02m über dem Durchschnitt lag, aber das freche Grinsen des Jungen brachte seine Grübchen zum Vorschein und es war kein Geheimnis das Frauen sowas anziehend fanden. Mal abgesehen von den leichten Sommersprossen die sich, als wären sie aufgemalt, nur auf seiner Nase und unter seinen Augen befanden. 

"Ist dir nicht kalt?" Fragte der Junge. Alec schüttelte den Kopf. "Nein." Lüge. Deswegen wollte er ja wieder zurück, aber er hatte wirklich keine Lust jetzt noch viel zu quatschen. "Hm, wenn du meinst. Ich find's ziemlich kalt. Machst du hier schon lange Urlaub? Hab dich noch nicht gesehen." Also wohnte der Junge hier? Er hatte allerdings nicht vor seinen Gegenüber zu berichtigen und ihm zu sagen, dass er heute her gezogen war. "Nicht lange." Sagte er also nur und hoffte der Junge würde nicht weiter fragen. Warum er ihn jetzt schon das zweite Mal anlog wusste er auch nicht so genau.

"Achso. Ist komisch wenn Touristen um diese Jahreszeit hier her kommen. Ich meine, jeder will Sonne, Strand und Meer und nicht sowas." Dabei zeigte er in Richtung des Meeres. Alec verstand ihn nicht ganz. Meinte der damit die Kälte oder was? "Ich finde es eigentlich ganz oke."

"Achso? Ja aber sind ja nicht gerade viele Touristen hier die man kennenlernen kann. Und feiern geht auch nicht so gut. Die einzige Disco hier hat Betriebsferien und in den Kneipen sitzen nur Einheimische. Ist doch totale scheiße." Er fing an mit Ihm zu reden, als würden die beiden sich schon besser kennen und nicht erst seit ein paar Minuten. Ob das die Mentalität der Einwohner war? Na dann prost Mahlzeit, wenn Alec morgen in der Schule auf einen Haufen von denen treffen durfte. "Ich finde es eigentlich ganz oke." Wiederholte er seinen Satz. "Und feiern gehe ich sowieso nicht so viel." Das war schon wieder gelogen, aber langsam wurde es immer kälter und er wollte nun wirklich zurück nach Hause. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass der Blick des Jungen ihm unangenehm war. "Echt nicht?! Wow. Naja, wir sitzen immer am Spielplatz. Beinahe jeden Abend. Wenn du willst kannst du vorbei kommen. Je mehr desto besser. Du kannst auch einfach direkt mitkommen! Ich bin nämlich gerade auf dem Weg dahin." Das fehlte Alec noch. "Nein danke." 

"Naja, aber wenn du trotzdem noch kommen willst, dann musst du nur einen Strandaufgang weiter runter und dann müsstest du uns wahrscheinlich schon hören können." Er grinste Ihn an, hob seine Hand zum Abschied und machte sich wieder auf den Weg. Der Junge ging weiter am Strand lang und er schaute ihm unbewusst hinterer. Da hatte der ihn tatsächlich einfach so eingeladen? Dabei kannten die beiden sich doch gar nicht. War aber auch egal, er würde eh nicht hin gehen. Es war nicht schwer den Jungen als einen dieser typischen halbstarken Affen zu identifizieren. Und Alec war schon mit genug von denen in Hamburg befreundet gewesen, das brauchte er jetzt nicht schon wieder. 

Den Weg nach Hause dachte er immer noch über den jungen nach. Wenn der ein Einheimischer war, dann würden die beiden sich mit Sicherheit morgen in der Schule wieder begegnen. Wahrscheinlich hätte er ihm direkt sagen sollen, dass er kein Tourist war, aber das hätte mit Sicherheit zu mehr Fragen geführt und er wollte seinen ersten Tag an diesem Ort eigentlich in Ruhe verbringen und ein bisschen über alles nachdenken. 

Dummerweise viel ihm genau das wahnsinnig schwer. Aus irgend einem unerfindlichen Grund fand er diesen Jungen interessant und seine Gedanken drifteten immer wieder zu ihm. Ob er wusste, wie gut er eigentlich aussah? Seinem grinsen nach zu urteilen schon, denn das hatte von einem Selbstbewusstsein gesprochen, dass die meisten nur durch gutes Aussehen erreichen konnten. Oder anders gesagt: Das Grinsen hatte ihn an Jemanden erinnert, den er so schnell nicht mehr wieder sehen wollte. 

Er hatte keine Lust mehr noch mit seinem Vater im Wohnzimmer zu sitzen und sich anzuhören, dass es besser wäre er würde sich bei seinen Freunden melden und ihnen sagen, dass er gut angekommen wäre... Doof nur, wenn gesagte Freunde nicht mal wissen, dass man umgezogen ist. 

Also hatte er direkt geduscht, sich fertig gemacht und anschließend ins Bett gelegt. In das fremde Bett, in dem er von nun an schlafen würde. Aber anstatt sich sorgen und Gedanken wegen morgen und der zukünftigen Klasse zu machen, ging es in die nächste Runde "zerbrechen Wir uns doch den Kopf über Blondi und seine Hunde."

Vielleicht war der Junge ja in seiner Klasse? Dann würde Alec ja sehen ob sich das Bild, dass sich wie von alleine in seinem Kopf zusammengesetzt hatte, der Wahrheit entsprach und der Junge mit Vorsicht zu genießen war. 

Langsam, sehr langsam übermannte ihn die Müdigkeit. Hüllte ihn ein und ließ ihn immer verrücktere Thesen aufstellen, bis er letzten Endes dann doch einschlafen musste mit dem Gedanken an den Blonden Jungen mit den hellen Augen und den unechten Sommersprossen.