Chapter Text
Jahr Eins
TRAIN
Always
You were you
And I was I
We were two
Before our time
I was yours before I knew
And you have always
Been mine too.
TRAIN
Ich bin ein Zauberer. Ich habe einen Zauberstab und werde in eine Schule für Hexerei und Zauberei gehen, wo ich lernen werde wie man zaubert. Dean wiederholte es etliche Male in seinem Kopf. Diese Sätze waren für ihn eine Art Mantra geworden, um genau zu sein, seit dem Zeitpunkt, an dem er den Brief aus Hogwarts in der Hand gehalten hatte, der ihn und seine Eltern geschockt hatte.
Er saß in einem Abteil des Hogwarts Express. Ihm gegenüber saßen zwei weitere Kinder. Zum einen ein nervöses Mädchen mit wie blonden Pferdeschwänzen an den Seiten, das direkt am Fenster saß und auf dem Platz neben ihr ein eher ruhiger Junge mit dunkelblondem Haar. Beide waren, genau wie Dean, Erstklässler und Dean erfuhr aus ihrem Gespräch, dass sie aus Zaubererfamilien kamen. Er selbst hielt sich etwas zurück, zum einen weil er so gut wie nichts über Zauberer wusste und nur die Hälfte des Gesprächs verstand und zum anderen weil er ohnehin nicht gern redete.
Nun war sogar die Unterhaltung zwischen seinen Gegenübern erstorben und alle saßen in unangenehmem Schweigen auf ihren Plätzen. Dean juckte es in den Fingern zu zeichnen, aber er wiederstand dem Drang. Er malte nicht mehr in der Gesellschaft anderer Leute, seit er an seiner alten Schule dafür gehänselt worden war, weil es „schwul“ und „zu mädchenhaft“ war.
Auf einmal ging klappernd die Abteiltür auf und ein kleiner, aber äußerst aufgeregter Junge mit sandfarbenem Haar erschien vor ihnen.
„Macht‘s euch was aus, wenn ich zu euch komm‘?“, fragte er.
Ein Ire, dachte Dean, der den Akzent des Jungen erkannte.
„Ich saß mit ‘n paar Slytherins in ‘nem Abteil zusamm‘, wisst ihr?“, sagte der Junge, während er hereinkam und die Tür hinter sich zugleiten ließ. Schließlich setzte er sich auf den leeren Platz neben Dean. „ Aber ihr seht aus wie ‘ne nette Gruppe!“
Er strahlte sie an und Dean nutze die Gelegenheit um ihn genauer zu betrachten. Der irische Junge schien vor Aufregung zu zittern, als hätte sich zu viel aufgeladene Spannung in seinem Körper gesammelt. Aber das, was Dean wirklich interessant fand, war, dass die Umrisse seines Körpers wegen der ganzen Hibbelei fast verschwommen wirkten und Dean verspürte den Drang diese ungewöhnliche Wahrnehmung auf Papier festzuhalten.
„Mein Name is‘ übrigens Seamus Finnigan.“, bemerkte er.
„Ernie Macmillian“, sagte der Junge mit den dunkelblonden Haaren und reichte Seamus zur Begrüßung die Hand. „Nett dich kennenzulernen.“
„H-Hannah Abbott“, piepste das kleine Mädchen und hob leicht die Hand.
Nun drehte sich Seamus, immer noch breit lächelnd, zu Dean und sah ihn erwartungsvoll an.
„Dean Thomas“, murmelte dieser.
„Is‘ toll euch kennenzulernen.“, sagte Seamus und beugte sich zu Dean vor, „ Also, habt ihr‘s schon gehört?“
„Was gehört?“, Ernie zog die Stirn kraus.
„Harry Potter is‘ im Zug“, zischte er ihm verschwörerisch zu.
Hannah und Ernie schnappte beide nach Luft – anscheinend war dieser Potter-Typ wichtig – aber Dean rutschte ein: „Wer?“, raus, bevor er sich stoppen konnte.
Drei Augenpaare richteten sich auf ihn und Dean wünschte sich, er hätte nichts gesagt. Hier saß er und machte einen Idioten aus sich, noch ehe er die Schule überhaupt erreicht hatte.
„Muggelfamilie, hm?“, fragte Seamus fröhlich, dann verfiel er sofort in eine umfangreiche Beschreibung, wer Harry Potter war und ließ Dean nicht einmal die Zeit, um Seamus‘ Frage zu beantworten.
„Ich kann es kaum glaube, dass er in unserem Jahr ist!“, sagte Hannah begeistert.
Ernie nickte. „Wir könnten sogar in dasselbe Haus kommen!“
„Stimmt. Das Haus das ihn kriegt hat‘s echt gut.“, setzte Seamus hinzu.
Da öffnete sich die Waggontür erneut und diesmal streckte ein Mädchen mit buschigem braunen Haar den Kopf herein. Sie setzte zu sprechen an:
„Habt ihr – „
„Ne, wir ham keine Kröte gesehn.“, grummelte Seamus.
Das Mädchen schnalzte mit der Zunge. „ Das ist kein Grund, unhöflich zu sein. Komm, Neville, wir sehen uns woanders um.“
Sie griff nach dem Handgelenk eines rundgesichtigen, schniefenden Jungen und schob die Tür wieder zu. Die drei hörten wie sie davon stampfte und warfen Seamus fragende Blicke zu.
„ Ich hab sie schon zweimal gesehn.“, erklärte er, „ Der Junge hat seine dumme Kröte verlorn. Also ich würd‘ nich nach ihr suchen, sondern froh sein, dass ich sie los bin.“
„Irgendwas vom Wagen, ihr Lieben?“
Sie sahen auf und erblickten eine Frau mit einem mit Süßkram vollbeladenes Wägelchen, die die Abteiltür geöffnet hatte. Deans Mund klappte auf – er hatte noch nie solche Süßigkeiten gesehen. Ernie, Hannah und Seamus standen hastig auf und zogen die komische Münzen aus ihren Taschen, die Dean schon benutzt hatte, als er seine Schulbücher geholt hatte. Allerdings wollte er nicht wie ein Idiot dastehen, wenn er versuchte Zauberersüßkram mit Zauberergeld zu bezahlen, also versuchte er seinen knurrenden Magen zu ignorieren.
Seamus kam zurück und warf ihm einen Blick zu, dann ließ er die Hälfte seiner Süßigkeiten in Deans Schoß fallen.
„Nein, ich bin – “
„Natürlich biste hungrig.“, unterbrach ihn Seamus mit einem erneuten Grinsen. „ Du wärst verrückt, kein Süßkram zu wolln. Außerdem haste ja noch nie was davon gesehn, wenn du aus ‘ner Muggelfamilie kommst. Stimmt‘s?“
Dean nickte. „Stimmt schon, aber – “
„Sieh‘s einfach als mein ‚Willkommen in der Zaubererwelt‘- Geschenk, okay?“
Dean, von dieser Geste berührt, lächelte ihn an.
„Danke“, sagte er.
Seamus zuckte mit den Schultern. „Gerne.“
EXCITING
Als der Zug in der Hogwarts-Bahnstation einfuhr, kehrte auch Deans Nervosität zurück. Er, Seamus, Hannah und Ernie stiegen aus dem Zug und Verloren sich fast augenblicklich in dem Gewirr aus schwarzen Umhängen.
„Erstklässler! Erstklässler zu mir!“
Dean drehte sich um und sah einen wirklich unglaublich großen Mann wild winken und die Erstklässler zusammenrufen. Sein Mund klappte auf, trotzdem lief er zu ihm hinüber gesellte sich zu der Menschenmenge, die bald seinen Klassenkameraden sein würden. Er sah suchend umher, konnte Seamus, Ernie und Hannah aber nirgendwo entdecken, dafür aber den Jungen, der seine Kröte verloren hatte. Er schniefte ein paar Mal und das Mädchen mit den buschigen Haaren tätschelte ihm etwas steif die Schulter.
Dann begann die Gruppe einen rutschigen Abhang hinunterzuklettern.
„Augenblick noch und ihr seht zum erstn Mal in eurem Leben Hogwarts. Gleich hier hinter der Kurve.“, sagte der riesige Mann mit einem Blick über die Schulter.
Auch sie sahen es, als der Sicht vor ihnen frei wurde. Sie sahen ein massives Schloss, das sich vom nachtschwarzen Himmel abhob und von der Oberfläche des Sees gespiegelt wurde. Laute des Staunens und der Begeisterung waren zu hören und Dean juckten die Finger nach seinem Skizzenblock.
„Ich habe schon Schöneres gesehen.“, ließ sich eine fiese Stimme zu Deans Rechten vernehmen.
Er drehte sich um und sah, dass die Stimme zu einem blassen Jungen mit ziemlich spitzem Kinn gehörte. Der Junge bemerkte, wie Dean ihn ansah und seine Lippen kräuselten sich.
„Was guckst du so?“, schnarrte er.
Dean, der einen Streit vermeiden wollte, schüttelte nur den Kopf. Er hörte den riesigen Mann rufen.
„Nich mehr als vier in n Boot.“
Boot? Dachte Dean verwirrt, aber als die Menge sich lichtete, sah er, dass mehrere Boote am steinigen Ufer aufgereiht lagen. Er lief auf ein leeres Boot zu und kletterte hinein.
„Hallo, nochmal!“, sagte eine Stimme mit irischem Akzent.
Den drehte sich um und sah Seamus, wie er zu ihm ins Boot kletterte, gefolgt von zwei indischen Mädchen, die, da sie sich unglaublich ähnlich waren, Zwillinge sein mussten.
„‘S is‘ ziemlich aufregend, nich‘ wahr?“, sagte Seamus.
Eins der Mädchen nickte begeistert und das andere bestätigt, „Ich kann kaum warten!“
Dean lächelte einfach bestätigend.
„Hat jeder n Platz?“, rief der Mann. Dean bemerkte, dass er ein ganzes Boot für sich allein benötigte. „In Ordnung, dann – VORWÄRTS!“
Deans Hand klammerte sich die ersten Momente ängstlich an die Reling, da die Boote begannen sich eigenständig zu bewegen. Seamus tätschelte einige Male beruhigend auf den Arm.
„‘S alles in Ordnung. Nur Magie.“, sagte er aufmunternd.
Dean nickte dankbar und entspannte sich, als er den Blick gen Horizont auf das immer näher rückende Schloss richtete. Fast erschien es ihm als könne er seinen Augen nicht trauen, manchmal glaubte er noch zu träumen.
Ich bin ein Zauberer. Ich habe einen Zauberstab und werde in eine Schule für Hexerei und Zauberei gehen, wo ich lernen werde wie man zaubert.
SORTED
…Nun los, setzt mich nur auf, nur Mut,
habt nur Vertrauen zum Sprechenden Hut!
Dean klatschte Beifall, so wie jeder andere in der großen Halle, obwohl er sich seltsam taub fühlte. Er hatte gerade eine streng dreinblickende Hexe gesehen, seine erste Begegnung mit Geistern gehabt und jetzt ein Lied von einem Hut vorgesungen bekommen. Das war fast zu viel für ihn.
Hufflepuff, Slytherin, Gryffindor oder Ravenclaw?, fragte er sich im Stillen. Eigentlich klangen alle Häuser vielversprechend, außer vielleicht Slytherin. Im behagte die Liedstrophe nicht, in der es hieß: „In Slytherin weiß man noch List und Tücke zu verbinden“.
Die strenge Hexe in einem smaragdgrünen Umhang – McGonagall, da war er sich sicher – stellte sich vor sie und entrollte eine Rolle Pergament.
„Wenn ihr aufgerufen werdet, geht ihr nach vorne und setzt den Hut auf, der euch dann in die Häuser einteilt.“, erklärte sie, „ Abbott, Hannah!“
Dean sah, wie das Mädchen, mit dem er im Zug gesessen hatte, nervös auf den Stuhl zulief, auf dem der Hut lag. Er hatte Mitleid mit ihr, denn er hätte es gehasst, der erste zu sein, der einem der Häuser zugeteilt wurde. McGonagall setzte ihr den Hut auf und er rutschte über ihre Augen. Nach einem Moment rief er:
„HUFFLEPUFF!“
Alle klatschten und Hannah lief eilig zu dem Tisch, der mit gelben und schwarzen Banner geschmückt war. Einer der Geister, der zwischen den Schülern saß, winkte ihr zu. Sie wirkte erschöpft, aber froh.
Das nächste Mädchen wurde ebenfalls eine Hufflepuff, aber der Junge und das Mädchen nach ihnen wurden Ravenclaw zugeteilt. Die erste Gryffindor wurde ein Mädchen namens Lavender mit strohblondem Haar. Ihr folgte eine Slytherin mit schwarzen Haaren und breiter Statur.
Etwas raschelte neben ihm und er drehte sich um und sah, dass Seamus ihn gefunden hatte. Seamus sah mit bleichem Gesicht zu ihm hinauf. Er zitterte jetzt stärker als zuvor, auch wenn es eher an seiner Angst als an seiner Begeisterung lag. Dean erinnerte sich, dass sein Nachname irgendwas mit „F“ war und so bald genannt werden müsste.
„Finch-Fletchley, Justin!“
Seamus fiepte leise und Dean ergriff sein Handgelenk. Während er es ermutigend drückte, stoppte Seamus Zittern langsam. Er lächelte Dean kurz an, worauf dieser seine Hand losließ.
„HUFFLEPUFF!“
Justin lief hinüber und setzte sich neben Hannah und das andere Mädchen an den gelb-schwarzen Tisch.
„Finnigan, Seamus!“
Seamus atmete tief ein und aus und bahnte sich einen Weg durch die Schar der Erstklässer. Als er den Stuhl erreichte, setzte McGonagall den Hut auf seiner Kopf und Seamus runzelte die Stirn, gerade so als würde er angestrengt nachdenken. Eine Sekunde nach der anderen verstrich und trotzdem saß er immer noch auf dem Stuhl. Die Erstklässler begannen leise zu murmeln, siefragten sich, wieso er denn so lange bräuchte, als endlich eine Minute später –
„GRYFFINDOR!“
Dean klatschte anerkennend und Seamus lief erleichtert zum gold-purpur geschmückten Tisch hinüber. Er setzte sich neben Lavender und schüttelte ihre Hand. Das Mädchen mit den buschigen Haaren aus dem Zug („Granger, Hermine“) wurde auch eine Gryffindor, genauso wie der Junge mit der verlorenen Kröte („Longbottom, Neville“). Ernie gesellte sich zu Hannah nach Hufflepuff.
„Malfoy, Draco!“
Dean sah den blassen Jungen von vorhin zum Stuhl hinauf stolzieren. Kaum das der Hut seinen Kopf berührte, rief er auch schon ‚Slytherin‘. Die Schar Erstklässler wurde nun zusehends weniger. Eins der Zwillingsmädchen wurde Ravenclaw zugeteilt, das andere kam nach Gryffindor.
„Potter, Harry!“
Die Halle begann zu wispern und Dean erinnerte sich an den Namen von der Zugfahrt. Er erinnerte sich auch an Seamus Geschichte, wie dieser den dunkelsten Zauberer aller Zeiten besiegt hatte, als er erst ein Baby war, aber der Schwarzhaarige erschien ihm genauso wie jeder andere nervöse Erstklässler neben ihm.
Harry, der den Sprechenden Hut trug, sah genauso konzentriert aus wie Seamus, aber er saß nicht so lange da, Nach einigen Augenblicken rief der Hut:
„GRYFFINDOR!“
Es schien fast so als würde der Gryffindor Tisch explodieren. Schüler schlugen Harry auf die Schulter oder reichten ihm die Hand. Zwei rothaarige Zwillinge riefen laut: „Wir haben Potter! Wir haben Potter!“ Und Seamus sah aus wie vom Blitz getroffen, als sich Harry ihm gegenüber hinsetzte.
Als die begeisterten Rufe erstarben, rief Professor McGonagall:
„Thomas, Dean!“
Deans Nervosität kam schlagartig zurück. Mit gesenktem Kopf lief er zum Stuhl hinauf. Viele der Schüler beachteten ihn nicht weiter, da sie immer noch zu beschäftigt waren über Harry Potter zu reden.
„Du hast ein gutes Herz.“
Dean schrak zusammen und begriff, dass der Hut ihn ansprach.
„Ein unvoreingenommener Verstand und ein starker Wille. Eine ausgeprägte Loyalität erkenne ich auch. Mal sehen… wie wär es mit – GRYFFINDOR!“
Das letzte Wort rief er laut in die Halle, anstatt in Deans Ohr zu flüstern und dieser sprang vom Stuhl. Ihm war merkwürdig schwindelig, aber er war glücklich mit Seamus in ein Haus gekommen zu sein. Der lustige kleine Ire schien ihm so, als könnte er ein guter Freund sein. Und natürlich war da auch noch der berühmte Harry Potter.
„Wir sind in einem Haus!“, rief ihm Seamus fröhlich entgegen, während „Turpin, Lisa“ eine Ravenclaw wurde.
Die letzten Zwei – ein rothaariger und ein dunkelhäutiger Junge – wurden nach Gryffindor und Slytherin geschickt. Der Rotschopf setzte sich neben Harry und Dean sah sich seine Klassenkameraden noch einmal genauer an. Sie waren ein gutgelaunter Haufen, Neville hatte sogar seine Kröte wiedergefunden und sah jetzt fröhlicher aus als im Zug.
Da stand ein alter Mann mit einem wirklich eindrucksvollen Bart auf und begrüßte sie, herzlich wenn auch etwas ungewöhnlich. Als er geendet hatte erschien wie von Zauberhand ein Festbankett. Dean hatte noch nie in seinem Leben etwas so Leckeres gegessen und er dachte etwas schuldbewusst an seine Mutter. Egal wie sehr er ihr Essen liebte, es war nicht im Vergleich zu diesem hier.
„Fast kopflos? Wie kannste fast kopflos sein?“, fragte Seamus, was Dean aus seinen Gedanken riss. Er sah auf und bemerkte wie dieser mit einem Geist sprach, der an ihrem Tisch herum schwebte.
„Etwa so.“, sagte der Geist, wenn auch etwas mürrisch dreinschauend. Er zog an seinem Ohr und sein Kopf klappte zur Seite. Alle Erstklässler schnappten nach Luft, Seamus war wieder blass um die Nase geworden und schob seinen Teller beiseite. Dean lachte bei dieser Reaktion und Seamus grinste ihn an, bevor sie sich wieder dem Geist zuwandten.
„…Der blutige Baron ist diese Tage fast unerträglich – Er ist der Geist von Slytherin.“
Er deutete hinüber zum grün-silbernen Tisch am anderen Ende der Halle. Er meinte ganz gewiss den schrecklich aussehenden Geist, der mit silbernem Blut bespritzt neben dem ziemlich blassen Malfoy- Jungen saß, der alles andere als erfreut darüber war.
„Wie wurde er mit Blut bespritzt?“, fragte Seamus neugierig und mit einem Mund voll Kartoffeln, offenbar hatte er seinen Appetit wiedergefunden.
„Ich habe ihn nie danach gefragt.“, erwiderte der Geist taktvoll.
Seamus sah wieder etwas verstört drein und Dean fing bei seinem Anblick erneut an zu kichern. Er gewann allmählich den Eindruck, dass Seamus oft Fragen stellt, auf die er eigentlich lieber keine Antwort haben würde. Nach einer Weile fing jeder an über seine Familien zu reden.
„Ich bin halbe-halbe.“, sagte Seamus stolz, „Mein Dad is‘ ein Muggel. Mum hat ihm nix davon erzählt, dass sie ‘ne Hexe is‘, bis sie verheiratet waren. War wohl ‘n ziemlicher Schock für ihn.“
Sie lachten vergnügt und Neville erzählte von seinem Großonkel Algie. Lavender Brown war die Sorte, die sie Reinblüter nannten und Parvati’s Eltern waren beide Halbblute.
„Was ist mit dir?“, fragte Lavender Dean.
„Oh, ich bin ein…“, fragend wandte er sich an Seamus, „Wie hieß das nochmal?“
Seamus schluckte einen Löffel Pudding hinunter. „Muggelstämmig.“
„Genau das.“, nickte Dean bestätigend.“Ich denke ich bin muggelstämmig. Natürlich bin ich mir nicht sicher, weil mein Dad uns verlassen hat, als ich noch ein Baby war. Meine Mum und mein neuer Dad sind aber definitiv Muggel. Wir waren alle total geschockt, als der Brief aus Hogwarts kam.“
Hermine hatte die Unterhaltung mit einem älteren Jungen neben ihr unterbrochen und warf ein, dass sie auch muggelstämmig sei. Dean fühlte sich dadurch gleich viel besser. Außerdem war Harry, auch wenn seine Eltern Zauberer waren, von Muggeln aufgezogen worden, also war er theoretisch auch ein Muggelstämmiger.
Nachdem sie so viel gegessen hatten wie sie konnten, stand der Schulleiter auf und erläuterte ihnen noch einige Regeln. Sie sangen die Schulhymne, die wohl das schlimmste Lied war, das jemals in der Geschichte geschrieben wurde, auch wenn es Spaß machte Seamus dabei zuzuhören, wie er den Text zu der Melodie eines irischen Volkstanzes sang. Sie folgten alle dem älteren Jungen, mit dem Hermine auch die ganze Zeit über geredet hatte.
Dean, Seamus, Neville, Harry und Ron stiegen alle die Treppen zu den Jungenschlafräumen hinauf und verteilten die Betten einfach im Uhrzeigersinn. Sie fielen wie Steine in ihre Betten und ohne auch nur noch ein Wort zu wechseln schliefen sie ein.
