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Language:
Deutsch
Collections:
Deutscher Fanfiktion Bigbang - Fic
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Published:
2014-11-01
Updated:
2014-11-01
Words:
10,438
Chapters:
3/7
Comments:
8
Kudos:
6
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738

Alles auf eine Karte

Summary:

Nach der Auflösung von SHIELD ist ein Machtvakuum entstanden. Tony Stark muss seine Rüstung wieder anlegen, um zu verhindern, dass die falschen dieses Vakuum zu füllen. Kann er es schaffen, ohne Pepper zu gefährden? Welche Rolle spielt dabei der Winter Soldier?

Notes:

Geschrieben für die dritte Runde des Deutschen Fanfiction Bigbang.

Vielen Dank an Baggeli für die wunderschöne Fan-Art. Du hattest bei mir eine harte Nuss zu knacken, da ich ja erst ganz zum Schluss zum Schreiben gekommen bin.

Chapter 1: Aufräumarbeiten

Chapter Text

Tony Stark wusste, dass es viele gute Gründe gab, zu Hause zu bleiben und nicht nach Washington zu fliegen.

1. Es war noch nie eine gute Idee gewesen, in die Rüstung zu steigen, wenn er in den letzten 24 Stunden nicht geschlafen hatte;
2. Er hatte eigentlich genug damit zu tun, hinter dem Arschloch aufzuräumen, das sämtliche SHIELD-Daten veröffentlicht hatte;
3. Iron Man war im Ruhestand;
4. Offiziell gab es keinen Iron Man Rüstung mehr;
5. Er konnte damit Pepper gefährden;
6. Er war zu alt für diesen Scheiß;
7. Iron Man war verdammt noch mal im Ruhestand und er hatte seinen Job jüngeren, fitteren übergeben.

Aber wie gut seine ‚Nachfolger‘ ihren Job machten, hatte Tony auf CNN gesehen. Drei Helicarrier (woher hatte Fury die drei gottverdammten Helicarrier her?) schwebten über Washington, hatten sich bekämpft, waren abgestürzt und zerstörten nebenbei das Triskelion, das Hauptquartier von Shield.
Und mittendrin Mister-ich-schütze-Amerika höchstpersönlich.
Dass Steve in die Kämpfe verwickelt war, war Tonys Grund gewesen, doch wieder die Iron Man Rüstung anzulegen. Denn so sehr ihn Steves Gehabe auf den Geist ging, wenn dieser sich entschied, zu kämpfen, dann hatte er einen verdammt guten Grund.
Dumm nur, dass Tony immer noch nicht heraus bekommen hatte, wogegen Steve eigentlich gekämpft hatte und wer in diesem Kampf gesiegt hatte, denn seit etwa 30 Minuten wurde Captain America vermisst.
Er hoffte nur, dass Jarvis bis zu seiner Ankunft in etwa fünf Minuten noch etwas heraus bekommen würde, sonst würde es taktisch unklug sein, mit großem Getöse aufzutauchen.
Aber leise war einfach nicht sein Ding.

„Sir?“ Jarvis Stimme riss ihn aus seinen Gedanken.
„Ja, was hast du herausgefunden?“ Tony hatte vor seinem überstürzten Aufbruch seine AI damit beauftragt, das Datenleck von SHIELD irgendwie einzudämmen. Schließlich gab es Agenten in Undercovereinsätzen, die deswegen sterben konnten.
Seine eigene Akte war dagegen vernachlässigbar.
„SHIELD ist vor unzähligen Jahren von Hydra infiltriert worden und das ist jetzt aufgeflogen, Sir.“
„So eine gottverdammte Scheiße!“, fluchte Tony. „Weißt du, wer Hydra ist und wer nicht?“
„Das ist schwierig, Sir. Maria Hill, Captain Rogers, Black Widow und Nick Fury sind eindeutig als Gegner von Hydra identifiziert worden. Es scheint, dass Alexander Pierce, Agent Sitwell und Brock Rumlow zu Hydra gehören.“
Tony konnte das gerade gehörte nicht glauben. Er kannte Alexander Pierce. Nicht dass er diesen aalglatten Typen traute – er war ein Politiker – aber Hydra und den damit verbundenen Verrat an allen Idealen, hätte er ihm nicht zugetraut. Sitwell hatte zwar nie Coulsons Format gehabt, aber auch ihm hätte Tony das niemals zugetraut.
So viel zu seiner Fähigkeit Menschen einzuschätzen.
„Bist du dir sicher? Pierce ist doch im Sicherheitsrat.“ Diese Information hatte zwar höchste Geheimhaltungsstufe, aber wenn SHIELD Stark Technologie zu einem Sonderpreis beziehen wollte, dann brauchten sie sich nicht zu wundern, wenn diese Technik Hintertüren bei der Sicherheit hatten.
Fast sofort kam die Antwort.
„Ich muss es leider bestätigen, Sir. Ich konnte diese Informationen aus den veröffentlichten Daten herauslesen. Habe diese auch nicht gelöscht. Schlüsselpositionen bei SHIELD Waren mit Hydraagenten besetzt. Auch im Senat hat Hydra Männer eingeschleust. Senator Stern gehört dazu.“
„Dem traue ich das zu! Was kannst du jetzt zu den Kämpfen in Washington sagen?“
„Dass ich Ihnen davon abrate, dort offen aufzutreten, Sir. Wer weiß, wer an den Abwehrwaffen des Triskelion sitzt und versucht, Sie abzuschießen, Sir. Als ich zuletzt in so einem Fall die Steuerung des Anzuges übernehmen musste, um Sie heil heraus zu bekommen, war eine komplett Reinigung notwendig gewesen.“
Wie nett von Jarvis, ihn daran zu erinnern, dass er sich damals die Seele aus dem Leib gekotzt hatte.
„Gut“, gab Tony dieser unbestechlichen Logik Recht. „dann lande ich am Ufer des Potomac. Suche mir eine hübsche Stelle aus.“
„Gerne, Sir!“ Eigentlich sollte eine künstliche Intelligenz gar nicht in der Lage sein, so einen süffisanten Tonfall zu erzeugen, aber Jarvis schaffte es.
Tony fragte sich wieder einmal, warum er ihm nicht einen netteren Charakter gegeben hatte.
„Sir!“ Dieser besorgte Tonfall ließ Tony aufhorchen.
„Was ist?“
„Ich habe Captain America gefunden. Er befindet sich in der Uferzone des Potomac und liegt halb im Wasser. Wenn meine Scans stimmen, dann ist er verletzt und ist ohnmächtig.“
„Dann kennst du unser neues Ziel!“

Ohne seine Rüstung hätte Tony Steve niemals innerhalb weniger Minuten ins Krankenhaus gebracht. Während die Ärzte versuchten, dass Leben des Captain zu retten,
hatte Tony erst einmal die Rüstung abgelegt, die sich praktischerweise zu einem Koffer zusammenfaltete, und sich einen Kaffee organisiert.
Es wunderte ihn nicht, dass Natascha mit ihm im Warteraum saß und darauf wartete, weitere Informationen zu bekommen, aber Sam Wilson kannte er noch nicht.
Doch in den nächsten Stunden erfuhr er mehr über diesen Mann und sie kamen beim Fliegen ins Fachsimpeln. Auch wenn es zwischen Tonys Art mit der Iron Man Rüstung zu fliegen und Sams Flügeln gewaltige Unterschiede gab, war es eine gemeinsame Leidenschaft.
So nach und nach erfuhr er mehr über die Ereignisse der letzten Tage. Viel wichtiger waren die Information über den Winter Soldier: dass es sich um Bucky Barnes handelte und dass er Sams letztes Flügelpaar zerstört hatte.
Tony sagte nichts dazu, aber in Gedanken plante er ein neues Paar Flügel für Sam. Die hatte er sich verdient.

Es dauerte fünf lange Stunden, bis die Ärzte verkündeten, dass Steve nicht nur überleben, sondern – unter Berücksichtigung der Wirkung des Serums – wieder ganz gesund werden würde. Jeder normale Mensch wäre an den Verletzungen, die der Winter Soldier ihm zugefügt, und die er sich beim Absturz des Helicarriers zugezogen hatte, gestorben.
Im Gegensatz zu Natasha und Sam hatte Tony aber nicht darauf gewartet, dass Steve erwachte, sondern war nach der Ankündigung, dass Steve überleben und wieder ganz gesund werden würde mit einem Taxi in das teuerste Hotel Washingtons gefahren.

Nachdem er die Präsidenten-Suite bezogen hatte, rief er Pepper an. Jarvis sorgte dafür, dass niemand das Gespräch abhören konnte.
„Hallo Schatz“, meldete er sich.
„Tony!“ Sie klang ein wenig atemlos. „Ich habe den ganzen Tag die Nachrichten verfolgt, aber nichts von dir gehört.“
„Wie soll ich in einem Kampf eingreifen, wenn ich nicht weiß, wer Freund und wer Feind ist? Steve ist schwer verletzt worden und ich habe dafür gesorgt, dass er schnell ins Krankenhaus kam und danach habe versucht, seine Mitkämpfer auszufragen. Was ich erfahren habe, gefällt mir überhaupt nicht. Ist bei dir alles in Ordnung?“ Tony wollte wissen, dass seine Freundin in Sicherheit war.
„Ich bin brav deinen Anweisungen gefolgt und habe mir ein Zimmer in einem einfachen Motel in der Mitte von Nirgendwo gemietet. Happy wohnt nebenan und passt auf mich auf! Und was gefällt dir nicht?“
„SHIELD wurde vor mehr als dreißig Jahren von Hydra unterwandert worden. Die dachten, dass mit dem Start von den drei Helicarriern und der damit verbundenen Feuerkraft ihr Moment der Machtergreifung gekommen sei. Wenn das passiert wäre, hätten sie durch die Helicarrier Millionen Menschen getötet, die nicht in ihr Konzept passten. Und Fury hat all das viel zu spät gemerkt, weil Pierce mit zu der Bande gehörte. Das Beste kommt aber noch: Fury hat zwar seine erste Beerdigung nur vorgetäuscht, aber genauso wie Pierce ist er heute drauf gegangen. Der Sicherheitsrat ist bis auf Hawley von Pierce getötet worden und Steve hat SHIELD aufgelöst.“
„Oh mein Gott!“ Tony hörte ihren bestürzten Tonfall und musste etwas dagegen unternehmen.
„Der hilft uns auch nicht, Thor kann draufhauen, aber politische Feinheiten sind nicht sein Ding. Er ist zudem beschäftigt, Jane anzuhimmeln.“ Auch wenn Tony Pepper nicht sehen konnte, wusste er, dass sie gerade trotz der schockierenden Informationen amüsiert den Kopf schüttelte.
„Das meinte ich gar nicht“, korrigierte sie ihn und Tony hörte den belustigten Unterton. „Aber wer soll jetzt die Aufgaben von SHIELD ausfüllen?“
„Brauchen wir die überhaupt noch? Gibt es nicht genug Geheimdienst? Nur weil mein Vater und Peggy Carter damals dachten, dass SHIELD eine gute Idee sei, weiß ich nicht, ob es heute noch sinnvoll ist.“
„Tony, ich weiß was du meinst, aber wir brauchen SHIELD, auch wenn das mit der Atombombe eine dumme Idee war. Loki hätte gesiegt, wenn SHIELD nicht vorbereitet gewesen wäre. Ihnen ist zu verdanken, dass wir mit Thor zusammen arbeiten können und sie haben dafür gesorgt, dass New York wieder aufgeräumt wurde, und haben die Überreste der Chitauri entsorgt, ohne dass die Amerikaner durch die außerirdische Technik einen Vorsprung gegenüber anderen Nationen bekamen. Wir brauch eine unabhängige Organisation.“ Ihre Stimme hatte einen Unterton, der Tony klar machte, dass sie SHIELD wirklich für notwendig hielt.
„SHIELD war nicht unabhängig, guck mal, was der sogenannte Sicherheitsrat für tolle Entscheidungen getroffen hat und die Organisation war nur erträglich, weil Fury der Boss von SHIELD war. Stell dir das mal mit einem Schleimbatzen wie Pierce vor.“ Tony fuhr sich durch die Haare. Wenn Coulson noch leben würde, dann würde das so viel erleichtern. Aber nein, Coulson hat sich von Loki umbringen lassen.“
„Da Stark Industries der Hauptsponsor von SHIELD ist, denke ich, dass du großen Einfluss hast, wie SHIELD in der Zukunft aussehen wird.“
„Nur weil ich keine Arbeitszeit berechne sind wir nicht der Hauptsponsor“, scherzte Tony.
Er konnte Pepper leise seufzen hören. „Das meinte ich nicht. Aber du weißt, dass dein Vater in seinem Testament verfügt hatte, dass ein Großteil der Gewinne in verschiedene gemeinnützige Organisationen fließt.“
Bei Tony fiel der Groschen. „Und die verschiedenen Organisationen sind alle identisch mit SHIELD?“
„Genau, je erfolgreicher Stark Industries ist, umso mehr Geld bekam SHIELD.“
„Und deswegen hat Fury sich persönlich um mich gekümmert!“ Endlich verstand er die Motivation.
„Das könnte sein, aber er hat dich unterstützt, obwohl Stane mit dem Waffenhandel mehr Geld verdient hatte und SHIELD damit ein größeres Budget hatte“, gab Pepper zu bedenken und hatte damit Recht.
„Stimmt auch und wie geht es weiter?“ Ändern konnte er an der Vergangenheit nichts. Die Zukunft war wichtiger und wusste Peppers Rat in so wichtigen Dingen immer zu schätzen.
„Ich weiß es nicht, lass mich darüber nachdenken und ein wenig recherchieren.“
„Du bist ein Schatz und bekommst eine Gehaltserhöhung!“
„Tony, ich verdiene schon mehr Geld, als die meisten Aufsichtsratsvorsitzenden, ich gehöre laut Forbes zu den fünf bestbezahlten Managern.“
„Da du für mich die Nummer eins bist, bekommst du so lange Gehaltserhöhungen, bist du auf dieser Liste an der Spitze stehst.“
„Ach, Tony!“ Ihre Stimme hatte diesen liebevollen Unterton, der Tony bestärkte, alles für seine Freundin zu tun.
„Pass auf dich auf, ich möchte, dass du in Sicherheit bist!“ Er brachte es einfach nicht über sich, Pepper zu sagen, wie sehr er sie liebte!
„Werde ich! Sei vorsichtig, ich möchte dich an einem Stück zurück haben!“
„Ich weiß und ich werde kein unnötiges Risiko eingehen.“
Pepper seufzte. „Das muss mir wohl reichen?“
„Wenn ich in New York die Atombombe nicht durchs Portal transportiert hätte, wäre ich bei der Explosion von ihr drauf gegangen. Genau wie alle Einwohner von New York. Und keiner hat berechnet, wo die radioaktive Wolke den Rest von Amerika kontaminiert hätte. Das wäre nämlich sehr schlecht für die Wahlen gewesen.“
„Tony...“, versucht Pepper, ihn zu unterbrechen.
„Nein, lass mich ausreden. Ich will nicht mehr Iron Man sein, ich bin zu alt dafür, aber ich kann auch nicht zulassen, dass die Erde vor die Wand gefahren wird.“ Tony war stolz, dass die Zeit der Panikanfälle, wenn er nur an die Ereignisse von New York dachte, vorbei war.
Er hörte ihr resigniertes Seufzen.
„Aber hör auf Jarvis, wenn er dir von bestimmten Dingen abrät! Ich will dich nicht verlieren.“
„Ja, Ms. Potts, er hat auch so eine unnachahmliche Art, mir ins Gewissen zu reden.“ Tony wusste, dass sie Recht hatte und gab deswegen nach. „Haben Sie sonst noch etwas für mich?“
„Nein, Mr. Stark, ich werde mich melden, wenn ich einen Rat für Sie habe. Auf Widerhören!“ Tony lächelte als sie danach das Gespräch beendete. Sie war sein Schatz und er würde alles tun, um sie zu schützen.
Er ging zur Bar, die reichhaltig bestückt war, aber eben weil er vernünftig war, goss er sich nur ein Wasser ein.
Damit setzte er sich auf die Couch. Zu Hause könnte er sofort mit Jarvis sprechen, so aktivierte er an seiner Rüstung, die immer noch wie ein Koffer aussah, den Lautsprecher.
„Jarvis, bist du da?“
„Ja, Sir.“
„Was hast du in der Zwischenzeit passiert?“
„Es gibt einige Bilder im Internet, die zeigen, dass Iron Man Captain America verletzt ins Krankenhaus bringt. Sie haben sich so schnell verbreitet, dass ich davon abrate, sie zu löschen. Zudem werden sie alle positiv bewertet.“
Damit war das Thema ‚Iron Man ist im Ruhestand‘ erledigt. Tony wusste nicht, ob er angesichts der Entwicklungen der letzten Stunden traurig oder erleichtert sein sollte.
„Dann lass sie in Ruhe. Was gibt es sonst noch wichtiges?“
„Ich habe die im Internet veröffentlichen Daten analysiert. Sie wurden von Natasha Romanov freigegeben und sie hat den geheimen Server von SHIELD, auf den sogar wir teilweise keinen Zugang hatten, komplett ins Internet gestellt. Ich war in der Lage alle aktuellen Berichte über Undercovereinsätze zu löschen, so dass die Agenten nicht in Gefahr sind. Ihre Eskapaden, als sie die Palladium-Vergiftung hatten, kann man jedoch nachlesen, genauso, wie die Tatsache dass der Rat den Abschuss der Atombombe auf New York entgegen Direktor Furys Empfehlung freigegeben hat. Auch Natashas unrühmliche Vergangenheit als Black Widow wird wohl zum Bestseller werden. Viele Dokumente sind noch zusätzlich mit aufwändigen Passwörtern gesichert, die ich noch nicht herausfinden konnte, Sir.“
„Dann mach es später. Es ist wohl sinnvoller, wenn diese Informationen online bleiben, sonst merkt man, dass du die anderen Daten gelöscht hast! Gut gemacht.“ Recht war es Tony nicht, aber das Leben der Agenten war wichtiger.
„Danke, Sir!“
„Wie viele Agenten sind derzeit in verdeckten Ermittlungen?“
„Etwa 150, Sir. Unter anderem Clint Barton in Südamerika.“
„Kannst du Barton erreichen, dass er zurückkommen soll? Wir werden ihn hier brauchen. Versuche auch die anderen Agenten weitgehend zu kontaktieren und klär sie über die Situation hier auf. Und hast du in den Daten noch etwas gefunden, von dem ich noch nichts weiß?“
„Agent Coulson lebt!“
„WAS!“ Tony stand auf und ging zum Fenster. „Loki hat ihn getötet, wir haben am Tag nach dem Kampf um New York seine Leiche gesehen. Fury kann viel fälschen, aber du hattest mir bestätigt, dass es wirklich Coulsons Leiche war, die so eine hässliche Wunde hatte.“
„Ich weiß, Sir, meine Prozessoren haben auch Probleme diese widersprüchlichen Informationen zu verarbeiten. Die Akte von Agent Coulson wurde nach seiner Beerdigung geschlossen, nur um einige Monate später mit dem Vermerk ‚Wiederauferstehung siehe James Bond, Skyfall‘ geöffnet zu werden!“
„Fury ist ein Witzbold, aber gibt es mehr Hinweise über den neuen Coulson? Ist er vielleicht ein Androide? Oder ein Klon?“ Tony konnte es einfach nicht glauben, dass man die Avengers – besonders Natasha und Clint - nicht über Coulsons Überleben informiert hatte. Und wie verdammt noch mal hatte Fury es geschafft, dies vor Jarvis zu verheimlichen?
„Wie es aussieht ist es wirklich unser Coulson, Sir. Er scheint mehrere Monate in einem Rehabilitations-Center auf Tahiti verbracht zu haben und hat jetzt ein neues Team.“
„Seit wann kann sich SHIELD Tahiti leisten?“, wunderte sich Tony. „Schick mir alle Informationen, die du über ihn und sein Team hast auf mein Handy. Das will ich mir genauer ansehen.“
Tony ging zur Bar und nahm die erstbeste Flasche mit hochprozentigem Inhalt. Er bemühte sich gar nicht um ein Glas, sondern trank direkt aus der Flasche.
Nach diesen Neuigkeiten hatte er ein Recht darauf.
Erst als er die Wirkung des Alkohols spürte, zückte er sein Handy und arbeitete sich durch die Informationen, die Jarvis ihm geschickt hatte.
Obwohl er es nicht geplant hatte, schlief er dabei ein.

Mit einem Schrei erwachte Tony. Der Traum, dass Pepper rot glühte und sich ins Wasser stürzte, um das Feuer in ihr zu löschen. Noch schlimmer war, dass sie in diesem Traum ertrank ohne dass er ihr helfen konnte.
Er blickte auf die Uhr und stellte fest, dass er sechs Stunden geschlafen hatte – mehr als sonst.
Aber erholt hatte er sich nicht. Als er sich bewegte fühlte er, dass es keine gute Idee gewesen war, auf einer Couch sitzend einzuschlafen und so hatte eine Dusche höchste Priorität.
Vorher rief er beim Portier an und bat, passende Kleidung zu besorgen.
Sein Playboyleben hatte den Vorteil, dass eigentlich jedes Hotel, in dem er jemals abgestiegen war, seine Kleidergrößen kannte.

Die Dusche entspannte nicht nur seine verkrampften Muskeln, sie machte wach und Tony konnte wieder halbwegs logisch denken. Er versuchte Prioritäten zu setzen und kam zu der Erkenntnis, dass Hydras Vernichtung sehr weit oben stand. Also musste Iron Man wirklich wieder ran.

Er rubbelte sich die Haare trocken und wanderte ins Wohnzimmer der Suite, damit er mit Jarvis sprechen konnte.
„Jarvis?“
„Ja, Sir?“
„Sind in den letzten Stunden irgendwelche Katastrophen passiert?“
„Abgesehen davon, dass Agent Coulson und sein Team abgetaucht sind, nein. Steve Rogers ist erwacht und wird laut Aussage der Ärzte in den nächsten Tagen das Krankenhaus verlassen können und der Senat hat eine Anhörung beschlossen und Natasha Romanov vorgeladen, Sir.“
„Das werden sie so bereuen! Egal, was ich dann mache, besorge mir eine Aufzeichnung von der Anhörung, dass ich es mir die Show anschauen kann!“
Es klopfte an der Tür.
„Wer ist da?“
„Zimmerservice!“, ertönte eine helle Frauenstimme. „Kleidung für Sie, Mr. Stark.“
Tony wusste, dass etwas nicht stimmte. Er konnte keinen Grund nennen, aber er hatte jahrzehntelange Erfahrung mit dem Zimmerservice und wusste, dass man sich in einem Sterne Hotel nicht so melden würde. Er hasste es, wenn man versuchte, ihn vor der ersten Tasse Kaffee reinzulegen.
„Kleinen Augenblick, ich muss mir noch etwas anziehen!“

Er rief die Rüstung zu sich und während sie sich um ihn entfaltete, wurde die Tür zu seiner Suite aufgebrochen.
Die Handrepulsoren waren schon an Ort und Stelle und Tony hob abwehrend seinen Arm, als er sah, dass mehrere maskierte Personen in den Raum stürmten.
„Holla!“
Die hatten nicht nur Handfeuerwaffen, nein, einer hatte eine Stinger aus Hammer-Produktion geschultert und zielte auf ihn.
Tonys Reflexe waren hervorragend und er schoss ihm die Waffe von der Schulter
Dass sein Gegner dabei ein wenig gegrillt wurde, nahm Tony billigend in Kauf, denn es war eine Beleidigung, ihn mit so einer minderwertigen Waffe zu bedrohen.
Glücklicherweise schnappte in diesem Moment der letzte Verschluss seiner Rüstung ein, denn die anderen Angreifer schossen auf ihn. Dabei hatten sie nicht beachtet, dass die Kugeln von der Rüstung abprallen würden, und als einer der Attentäter davon getroffen wurde, ging er mit einem Schmerzensschrei zu Boden.
Somit waren von den sechs Leuten, die in seine Suite stürmten zwei verletzt und nicht mehr fähig zu kämpfen.
Die anderen vier versuchten sich im Halbkreis um Tony aufzustellen, aber da die Präsidenten-Suite im Eingangsbereich viel Platz aber nur wenige Möbel hatten, gab es weder für sie, noch für Tony Deckung.

Das mit der Deckung war für die Iron-Man-Rüstung kein Problem, aber die Gegner hatten ein großes und mit einigen gezielten Schüssen setzte Tony sie außer Gefecht. Dabei achtete er darauf, sie nicht zu töten.
Um herauszufinden, wer ihn hier überfallen hatte, zog er den bewusstlosen Angreifern die Masken ab. Die Gesichter der vier Männer und zwei Frauen sagten ihm nichts, aber Jarvis, speicherte ihre Bilder und würde vielleicht später etwas über sie herausfinden. Zur Sicherheit nahm er auch noch ihre Fingerabdrücke. Danach fesselte er sie, um eine Flucht zu verhindern.

Anschließend stand er auf blickte er sich um
„Jarvis, ich glaube, mir gefällt die Suite nicht mehr. Es ist zu voll und die Blutflecken sind hässlich. Informiere bitte die zuständigen Behörden über das was passiert ist. Dann veranlasse noch, dass die Renovierung des Zimmers von uns bezahlt wird und mir ist nach shoppen. Gibt es hier ein Geschäft, das meine Kleidergröße gespeichert hat, dass ich nichts anprobieren muss? Und wenn ich den Idioten erwische, der getwittert hat, dass ich hier abgestiegen bin, der bekommt richtig Ärger...“
Nackt in der Rüstung zu stecken, war nicht wirklich angenehm, noch unangenehmer war es Tony, vor der ersten Tasse Kaffee irgendwelche Verkäufer um sich herum wuseln zu haben, die versuchten, ihn zur Anprobe irgendwelcher Kleidungsstücke zu überzeugen.
Und wie er sein Glück kannte würde dann eine dumme, kleine Verkäuferin versuchen, ihn zu einem Quickie in der Umkleide zu überreden.
Nun, vor einigen Jahren hätte das garantiert seine Stimmung gehoben, aber seit er mit Pepper zusammen war und die Öffentlichkeit davon wusste, fand er solche Avancen einfach nur noch peinlich.
Auch wenn es Zeiten gegeben hatte, wo er jede Nacht mindestens einen anderen Bettgefährten gehabt hatte, so war er Pepper treu. Und wer etwas anderes behauptete, bekam nicht nur eine Klage an den Hals. Die Presse hatte es auf die harte Tour gelernt.
Aber eine einfache Verkäuferin dachte nur an den kurzfristigen Ruhm – egal, ob sie mit Tony Stark in der Umkleidekabine gelandet war, oder glaubte mit etwas, das nicht passiert war, zu prahlen.
„Ja, Sir, es gibt mehrere Geschäfte. Möchten sie lässige oder formalere Kleidung?“

Kleidung hatte Tony sich schnell besorgt und in der öffentlichen Toilette des Krankenhauses hatte er sich umgezogen, bevor er Steve besuchte. Er wollte so wenig Aufsehen wie möglich erregen und hatte deswegen die Iron-Man Rüstung wieder im Koffer verstaut und setzte sie neben dem Bett ab.

Der gute Captain sah schon viel besser aus.
„Morgen Steve! Wie geht’s, wie steht’s, hast du schon die Nachrichten gesehen? Du hast es mal wieder auf Seite eins geschafft. Ich sollte dir eigentlich deswegen böse sein, denn gestern ist in Los Angeles ein Hollywoodstudio zu grüner Energie gewechselt und bekommt alle Energie jetzt von einem Arc-Reaktor. Du hast mich somit um eine Schlagzeile gebracht.“
Steve zog eine Augenbraue hoch.
„Seit wann ist so etwas Positives der Presse eine Schlagzeile wert?“
„Seitdem meine PR-Agentur viel Geld dafür bezahlt.“ Tony schnappte sich den einzigen Stuhl und setzte sich hin. „Aber der Kampf zwischen dir und dem Winter Soldier muss atemberaubend gewesen sein. Zwei gutaussehende Männer, die sich bekämpfen, kein Wunder, dass selbst der Absturz der Helicarrier zur Nebensache wird.“
Steves genervtes Seufzen war alles, was Tony als Antwort hören wollte.
„Und? Wie geht es jetzt weiter? Nachdem du SHIELD geschlossen hast, musst du doch Pläne haben, was du machst? Schließlich haben gerade unzählige Menschen ihren Job verloren.“
Ungeniert klaute Tony Steves Kaffeetasse. Der Captain lag nur im Bett und im Gegensatz zu Tony hatte er noch keinen Angriff am frühen Morgen abwehren müssen.
Der erste Schluck war viel zu süß.
„Uuuugh, gibt es auch noch Kaffee in deiner Zuckermilch?“
„Ich brauche das, damit mein Körper sich regeneriert. Und ich würde den Menschen, die ihren Job bei SHIELD verloren habe gerne helfen, aber ich weiß noch nicht mal, wer von denen zu Hydra gehört und wer nicht. Und wie soll ich mich durch den politischen Dschungel der heutigen Zeit kämpfen, um diese Problem zu lösen? Ich bin froh, dass ich als Relikt den Alltag irgendwie meistere.“
Tony seufzte. Steve hatte Recht, es waren zehntausend Fragen und Probleme, die es zu lösen gab und die ein Captain America nicht lösen konnte.
„Dann werde ich mich darum kümmern. Stark Industrie braucht mit dem Vertrieb der Arc-Reaktoren sowieso eine bessere Sicherheit, die Industriespionage hat zugenommen. Was meinst du, habe ich Chancen, Agent Hill als neuen Sicherheitschef zu gewinnen?“
Steve lächelte. „Du musst sie fragen, nicht mich. Aber bei ihr kannst du sicher sein, dass ihr nicht noch einmal der Fehler passieren wird, dass der Gegner seine Leute einschleust.“
Tony nickte zustimmend. Genau so hatte er sie auch eingeschätzt.
„Gut, Pepper wird sich freuen, dass sie weibliche Unterstützung bekommt. Ich hoffe nur, dass Happy mir deswegen nicht böse ist.“ Tony fuhr sich durch die Haare. Happy war der treueste und zuverlässigste Chauffeur und Bodyguard den er jemals gehabt hatte, aber als Sicherheitschef des Starktowers hatte er es geschafft, zu viele Leute unnötig zu verärgern. „Und jetzt verrate mir, was du vor hast, da du deinen Arbeitgeber mehr oder weniger aufgelöst hast.“
Steve zuckte mit den Schultern. „Ich bin es leid, für andere zu arbeiten, besonders wenn man merkt, dass der Chef immer vergisst wichtige Details zu erwähnen. Ich habe genug Geld angespart, um die nächsten Jahre über die Runden zu kommen.“ Er zögerte.
„Komm spuck es aus“, ermunterte Tony ihn.
„Ich will Bucky suchen“, Steve sagte es leise, aber Tony merkte, wie entschlossen er war.
„Den Winter Soldier?“
„Genau. Er ist auf der Flucht und Hydra ist bestimmt nicht glücklich, diesen Mitarbeiter verloren zu haben. Aber… “ Da war noch etwas, was ihm wohl Überwindung kostete, zu erzählen
„Steve, was ist los? Du zögerst doch sonst nicht, mir etwas zu erzählen?“
„Du weißt, dass man Bucky einer gründlichen Gehirnwäsche unterzogen hatte, so dass er sich nicht mehr an seine Vergangenheit erinnert?“
Tony nickte. Wieso hatte er das Gefühl, dass das was jetzt kam, ihn persönlich betraf? Aber vielleicht bezog er ja wirklich alles viel zu sehr auf sich.
„Ja, wenn die Informationen von Sam stimmen, dann wurde er nach jedem Einsatz ‚behandelt‘, damit er kooperativ war.“
Steve nickte. „Und weil er dadurch keine Gefühle hatte, hat er bisher jeden einzelnen Einsatz erfolgreich abgeschlossen.“
„Und einer davon belastet dich? Er hat jemand getötet, den du persönlich kanntest.“
Steve nickte. „Ja, ich weiß, dass Bucky nichts dafür kann. Und er hat ja auch versucht, mich umzubringen, aber…“
„Wer war es?“ Tony hatte den Eindruck, dass es eine Person war, die er selbst kannte. Aber wer konnte so schlimm sein, dass Steve zögerte, es zu erzählen?
„Howard Stark!“
„Bitte? Mein Vater hat sich und meine Mutter umgebracht, weil er betrunken Auto gefahren ist, nicht weil man ihn getötet hat.“ Tony sprang auf und ging unruhig hin und her.
„Dein Vater mag zwar getrunken haben, aber glaubst du wirklich, dass er damit deine Mutter gefährdet hätte.“
„Ich habe es mein Leben lang geglaubt.“ Zweifel nagte an Tony. Was stimmte nun? Obi – nein, Stane hatte ihm damals erzählt, wie sein Vater gestorben war und damals hatte er es geglaubt. Warum nur hatte er – nachdem sich Stanes wahrer Charakter offenlegte – diese Geschichte immer noch geglaubt?
„Tony, es ist nicht Buckys schuld gewesen, er ist manipuliert worden, Tony, alles in Ordnung?“
„Nichts ist in Ordnung!“ Tony lachte und merkte selbst, wie falsche es sich anhörte. „Ich muss wahrscheinlich nur tief genug graben, um herauszufinden, dass Obediah Stane mit Hydra unter einer Decke gesteckt hatte.“ Grund genug, um dafür zu sorgen, dass diese Organisation endgültig ausgelöscht wurde.
„Wer ist das?“
„Hat SHIELD keine Akte über mich? Du musst sie doch gelesen haben, besonders Nataschas Empfehlung ‚Iron Man: Ja, Tony Stark: Nein’ musst du dir zu Gemüte führen.“
„Nein“, Steve schüttelte den Kopf. „Ich habe nur die öffentliche Akte über dich gelesen, denn ich beurteile Menschen nicht nach Aktenvermerke, sondern nach ihrem Verhalten.“
Tony fühlte seinen Blick, der ein wenig entschuldigend und ein wenig anklagend war.
„Gut!“ Tony hob abwehrend die Hände. „Ich habe mich bei unserem ersten Treffen wie der letzte Arsch verhalten, aber das solltest du mir nachsehen, da mein Vater dich immer als DAS leuchtende Vorbild beschrieben hat. Und inzwischen wissen wir es besser. Zurück zu Obediah Stane. Er war für mich eine Vaterfigur – bis ich herausgefunden habe, dass er versucht hat, mich umzubringen und mir einen dreimonatigen unfreiwilligen Aufenthalt in einer Höhle in Afghanistan beschert hat, wo ich meine erste Rüstung gebaut habe.“
„Das weiß ich. Aber in den Akten stand nirgendwo sein Name.“
Tony zuckte mit den Achseln. „Pepper hatte Coulson darum gebeten. Nachdem ich bei Stark Industries die Waffenproduktion gestoppt hatte, wurde Stanes Verrat und sein Tod mit Hilfe von Agent Coulson unter den Teppich gekehrt. Laut den Akten ist er umgekommen, als er nach einer Explosion im Werk versucht hat, Akten zu retten.“ Er atmete tief durch. „Er war zu dem Zeitpunkt Aufsichtsratsvorsitzender und es hätte die Firma ruiniert, wäre rausgekommen, wie tief er in die illegalen Machenschaften verstrickt gewesen war. Entschuldige mich einen Moment.“

Tony ging, nein rannte aus dem viel zu kleinen Raum und fand sich kurz darauf vor dem Haupteingang des Krankenhauses wieder.

Es war keine Panikattacke gewesen, aber die alten Erinnerungen hatten ihn aufgewühlt. Dazu die Gewissheit, dass Stane auch noch für den Tod seines Vaters verantwortlich war, waren zu viele Emotionen auf einmal gewesen.
Tony atmete mehrmals tief durch und erst als sein rasender Herzschlag sich ein wenig beruhigt hatte, ging er wieder hinein. Seine Rüstung war noch in Steves Zimmer und er musste sie holen.
Um ein wenig Zeit zu schinden flirtete er mit einer Krankenschwester, damit sie ihm Kaffee spendierte – die Rüstung hatte nun mal keinen Platz, um Kleingeld für Automaten zu bunkern und mit der Kreditkarte konnte er den Automaten leider nicht füttern -, dann ging er zurück.
„Hier, neuer Kaffee und jetzt verrätst du mir, warum du mir all das über Bucky erzählt hast. Du alter Taktiker hast doch einen Grund dafür, mir dir Geschichte mit Howard aufzutischen.“
„Stimmt“, Steve nahm Tony den Becher ab. „Wenn ich Bucky gefunden habe, werde ich deine Hilfe benötigen, denn er hat von Hydra einen künstlichen Arm bekommen und ich traue dieser Technik nicht über den Weg. Und bevor du irgendwo über diese Information stolperst und dich zu Recht aufregst, weil ich dir so etwas Wichtiges verheimliche, erzähle ich dir jetzt alles was ich weiß.“ Steve zuckte mit den Schultern. „So hast du Zeit die Informationen zu verarbeiten. Im Gegensatz zu Fury mag ich es nicht, meine Freunde über so wichtige Dinge im Dunkeln tappen zu lassen.“
„Okay“, Tony konnte die Argumentation verstehen. „Du möchtest also, dass ich mit Hydra-Technik, über die kein anderer Bescheid weiß, herumspiele, damit sie weder deinen Freund, noch jemand anders gefährden.“
„Am liebsten wäre mir, wenn du sie durch etwas anderes ersetzt, aber ich möchte auch nicht, dass Bucky sich mit einer schlechten Prothese abplagen muss. Er hat genug gelitten.“
Tony erkannte die technische Herausforderung, die Steve ihm damit stellte.
Howards Tod war schon lange her und wirklich geliebt hatte er seinen Vater nicht. Und Schuld an seinem Tod war wahrscheinlich Stane, nicht aber Bucky, der als Waffe missbraucht wurde – was ihn aber nicht davon abhalten würde, mehr über den Winter Soldier zu recherchieren, bevor dieser von Steve gefunden wurde.
Er leerte seinen Becher mit einem Zug und warf ihn in den Mülleimer in der Ecke.
„Gib mir einige Tage, um das zu überdenken.“
„Mehr kann ich nicht erwarten, danke, Tony!“
„Nicht dafür. Danke mir, dass ich das Chaos aufräumen werde, dass du mit der Beendigung von SHIELD angerichtet hast. Ich muss jetzt auch los, denn ich habe jetzt viel Arbeit und viel Verantwortung, die ich nicht auf Pepper abschieben kann.“
Steve sah entsprechend verlegen aus. Tony nickte ihm noch einmal zu, nahm seinen Koffer und verließ das Krankenzimmer. Vor den Haupteingang legte er in einer großen Show die Rüstung wieder an und legte einen filmreifen Start hin.

Dabei stellte er sicher, dass er von genügend Leuten gefilmt wurde.
So konnte er verhindern, dass das Krankenhaus seinetwegen angegriffen wurde.