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Nach jahrelangem Training hat Harrow die Neunte es endlich geschafft. Sie ist eine Lyktorin des Imperators geworden und es ist Zeit, nach Hause zurückzukehren. Zum Neunten Planeten. Zum verschlossenen Grab.
Doch sie kommt nicht weit. Ihr Shuttle gerät in einen Meteorenschauer. Vor sich sieht sie ein riesiges Gesicht mit wütend funkelnden Augen.
Harrow funkelt zurück. Sie klettert aus der Luke des Shuttles und stellt sich der Vision einer Frau, die sie noch nie gesehen hat. Trotzdem weiß sie genau, wer das ist. Die roten Haare, die dunklen Augen, die blasse Haut. Das kann nur die Mutter von Gideon Nav sein.
“Wo ist meine Tochter?“, donnert es ihr entgegen, sodass sie fast vom Shuttle fliegt. Doch Harrow bleibt widerständig.
„Du weißt genau wo sie ist“, ruft sie zurück. „Sie ist hier. Sie ist ein Teil von mir. Genau wie alle anderen Söhne und Töchter des Neunten Hauses!“
„Es war nicht dein Recht, sie zu nehmen. Gideon sollte nie eine Tochter des Neunten Hauses werden. Ihr solltet uns Schutz geben, verflucht! Das war alles, was ich für meine Tochter wollte. Dass sie lebt. Und jetzt? Aufgefressen hast du sie!“
Harrow versucht ruhig zu bleiben. Sie könnte den Sturm mit einem Schnipsen wegfegen, doch sie hat lange auf diesen Moment gewartet. Wer Gideon Navs Mutter ist, ist eines ihrer letzten Rätsel.
„Sprich nicht von ihr, als sei sie tot.“ Harrows Stimme gerät fast ins Stocken. „Gideon Nav ist noch immer hier und es war ihre Entscheidung, mit mir eins zu werden!“ Sie holt tief Luft. „Genau wie du würde ich alles geben, um sie zurückzubringen.“
„Dann haben wir ein gemeinsames Ziel. Fragst du dich nicht, wie du mit mir sprechen kannst, obwohl ich vor Jahrhunderten leblos in einem Shuttle gefunden wurde?“
Harrow schweigt, abwartend.
„Ich könnte dich töten, aber ich weiß, dass du sie liebst. Also lass uns zusammenarbeiten.
Außerdem, egal wie wenig noch von meiner Gideon in dir vorhanden ist… Sie ist stärker als du ihr zutraust. Wenn es nötig wäre, könnte sie dich selbst umbringen. Komm mit mir.“
