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Die verruchte Hexe von Neustadt?

Summary:

Inspiriert durch diese anonyme tumblr Nachricht: "Consider: Übernatürlich - Benjamin Blümchen/Bibi Blocksberg Crossover. Karsten freundet sich mit Bibis Vater an. Samuel wird als Babysitter für Otto und Bibi abgestellt, verliert beide sofort und Dieter muss alle drei dann suchen gehen."

Es kommen noch ein paar mehr Charaktere vor, aber der Fokus liegt auf den Blocksbergs und auf Gruppe Freier Wille. Romantische Beziehungen kommen nur am Rande vor, das ist eine Fall-Fik.

Notes:

Es passiert noch nicht so viel in Kapitel 1 aber ich hoffe es gefällt euch trotzdem. Und ich hoffe ihr habt keine zu hohen Erwartungen, ich hab noch nie so wirklich kreatives Schreiben gemacht. Enthält definitiv Rechtschreibfehler :)

Vielen Dank an Jule Shittysamgirl für's beta-lesen!!! <3

Chapter 1: Plötzlich in Neustadt

Chapter Text

Dieter Wuppertal wacht mit dröhnenden Kopfschmerzen auf. Desorientiert tastet er um sich. An seinen Händen spürt er etwas feuchtes, kitzliges. Nach einem Moment identifiziert er es als Gras. Er liegt auf einem Rasen. Als er den Kopf dreht sieht er Karsten und Samuel, die in seiner Nähe ebenfalls auf dem Rasen liegen und sich auch langsam regen. Samuels Gesicht ist schmerzverzerrt und er hält sich den Kopf. Karsten ächzt und guckt den Rasen an, als hätte das Gras ihn persönlich beleidigt.

"Samu-" ruft Dieter seinem Bruder zu, doch er wird von einer lauten, wütenden Stimme unterbrochen.


"Wer sind Sie? Was machen Sie in meinem Garten?" Die Stimme gehört zu Bernhard Blocksberg der aufgebracht auf die drei großen Männer starrt, die auf seinem Rasen liegen.

Dieter kann kaum die Worte ausmachen, das Pochen in seinem Kopf dagegen hört er ganz deutlich. Alarmiert springt er auf, schwankt etwas, zückt instinktiv seine Pistole und richte diese auf Bernhard. Dem steht jetzt Angst ins Gesicht geschrieben. Zitternd hebt er die Arme.

"Wo zur Hölle sind wir?" fragt Dieter grob. Samuel und Karsten haben sich mittlerweile auch aufgerichtet und stehen etwas unsicher hinter Dieter.

"In meinem Garten!" ruft Bernhard verzweifelt. Der Garten ist groß und durch einen Holzzaun begrenzt. Einige blühende Büsche wachsen an und auf dem Zaun. Ein paar Bäume umgeben das Grundstück. Es gibt einen kleinen Teich. In dem Garten befindet sich ein großes Haus mit gelben Außenwänden und dunklen Dachschindeln. An das Haus grenzt eine Terrasse mit einem Gartentisch und Stühlen.

"Schon klar, du Sohn einer Hündin" ruft Dieter grimmig "Wo zur Hölle ist dein Garten und wie hast du uns hierher gebracht?"

"Dieter!" protestiert Samuel und wirft seinem Bruder einen entnervten Blick zu.

"Ich? Euch hierher gebracht? Wieso sollte ich denn-" ruft Bernhard. Eine Tür, die zur Terrasse führt öffnet sich. Barbara Blocksberg und ihre Tochter Bibi kommen aus dem Haus gerannt.

"Was ist denn hier los?" ruft Barbara entgeistert.

"Lass meinen Papi in Ruhe!" schreit Bibi "Taubendreck, Knarre weg. Hex hex!" Ein 'Pling Pling' ertönt. Pinker Glitzer-Nebel scheint Dieters Hände für einen Moment zu umgeben. Er schaut ungläubig das kleine Mädchen an. Dann schaut er noch ungläubiger auf seine Hände, die nun leer sind.

"Was zum-" setzt er an. Karsten ist jetzt vor ihn getreten und ist schon dabei seine Engelsklinge aus dem Ärmel zu fummeln. Er verheddert sich.

"Jetzt mal langsam!" sagt Barbara eindringlich. "Wer seid ihr drei und was macht ihr mit einer Schusswaffe in unserem Garten?"

"Wir, ähm," Samu macht eine beschwichtigende Geste mit den Händen "Wir haben uns verirrt?"
Das ist halt nicht mal wirklich gelogen. Doch Barbara scheint nicht überzeugt. Mit verschränkten Armen sieht sie Samuel forschend an.

"Stellen Sie sich nicht so dumm, Sie haben uns doch hergebracht!" fährt Dieter sie an "Was wollen Sie von uns?"

"Dieter, so wird das-" zischt Samuel ihm zu.

"Heee!" schreit Bibi empört dazwischen "Warum bist du so unfreundlich!?"

"Diddi, wir sind nicht mehr-" sagt Karsten und beugt sich nah zu Dieter rüber.

"Ruhe jetzt!" ruft Barbara entnervt.

Ein Nachbar lugt über den Zaun und ruft: "Alles in Ordnung bei euch?"

"JA!" schreit Barbara und der Nachbar duckt sich schnell und verschwindet.

Für einen Moment ist Stille. Alle schauen Barbara erwartungsvoll an.

"Ene mene, ich brauch Klarheit, ihr drei erzählt uns jetzt die Wahrheit. Hex Hex!" Barbara zielt mit ihren Händen auf Gruppe Freier Wille. Erneut ertönt ein 'Pling Pling' und Samuel und Dieter werden von dem pinken, glitzernden Nebel umgeben, nur für einen Moment.

"So," sagt Barbara streng "Jetzt nocheinmal: wer seid ihr? Und was habt ihr in unserem Garten verloren?"

Samu schaut Barbara mit großen Augen an als er beginnt gegen seinen Willen zu sprechen: "Ich bin der Samu und das-"

"Dieter Wuppertal" platzt Dieter hervor "Samu ist mein Bruder, wir jagen Monster."

"Wir wissen nicht, wie wir hierher gekommen sind" Samu hebt die Schultern und gibt den Blocksbergs einen entschuldigenden Blick.

"Diddi, Samu-" beginnt Karsten erneut, doch er wird von Bernhard Blocksberg unterbrochen.

"Und wer bist du?" fragt dieser und zeigt auf Karsten. Das Misstrauen ist ihm ins Gesicht geschrieben.
Karsten kneift die Augen genervt zusammen doch er sagt nichts.

"Moment... habt ihr 'M-Monster' gesagt?" fragt Bernhard dann verunsichert. Niemand geht auf ihn ein. Barbara fragt Karsten ebenfalls, wer er denn bitte ist, doch Karsten antwortet immernoch nicht. Die Hexe schaut ihn einen langen Moment an.

Bibi steht nah neben ihrer Mutter. Mit großen Augen mustert sie erst Karsten, dann schaut sie Dieter und Samuel. "Wer ist der Typ?" fragt sie ungeduldig "Und warum funktioniert Mamis Hexkraft bei ihm nicht?"

"Karsti ist unser bester Freund." erklärt Dieter "Er hilft uns Monster zu jagen."

"Barbara, er redet schon wieder von Monstern!" beschwert sich Bernhard. Karsten verdreht die Augen.

"Karsti ist ein Engel" fügt Samu hinzu. Ungläubige Blicke von seitens der Blocksbergs.

"Was?" ruft Bibi "Ein Engel? Sowas gibt's doch gar nicht!"

"Wo wir herkommen, schon." erklärt Karsten. Dann wendet er sich an Dieter und Samuel: "Wir sind nicht mehr in unserer Welt."

"Was?" fragt Dieter "Wo zur Hölle sind wir, Mann?"

Bevor Karsten antworten kann meldet sich Bernhard zu Wort: "So ein Papperlapapp! Engel! Das ich nicht lache!"

"Was kommt als nächstes, ein kleines Teufelchen aus der Hölle?" fragt Barbara spöttisch. Dieter lächelt zynisch. Samu starrt ins Leere.

"Wie?" fragt die rothaarige Hexe "Das könnt ihr doch wohl nicht ernst meinen?"

"Doch" sagt Karsten. Barbara runzelt die Stirn. Bernhard lacht nervös und Bibi scheint in Gedanken verloren.

"Also, nein," sagt Bernhard schließlich "sowas glaub ich einfach nicht!"

"Es würde erklären, warum der Hexspruch nicht gewirkt hat." sagt Barbara leise zu ihrem Mann.

Karsten hat jetzt genug davon. Er entschließt sich kurz seine Flügel auszupacken, als wäre es das Alltäglichste auf der Welt. Er schließt die Augen, konzentriert sich. Für einen Moment ist er in grelles Licht gehüllt und alle halten sich instinktiv die Hände vor Augen. Dann ist das Licht wieder weg und Karstens Flügel sind zu sehen. Sowohl den Blocksbergs als auch den Wuppertalern bleibt der Atem weg.

Die Flügel sind groß und regenbogenfarbend. Langsam breitet Karsten sie aus. Viele Federn fehlen. Die, die noch da sind, sind zum Großteil zerzaust. Während der Bewegung fallen ein paar Federn auf den Boden.

"Wow" haucht Dieter. Samu fällt die Kinnlade herunter.

Plötzlich ist Karsten das Ganze etwas unangenehm. Schnell versteckt er die mitgenommenen Flügel wieder. Erneut müssen alle die Augen schließen, als das grelle Licht aufleuchtet. Dann steht Karsten wieder in der Form eines normalen Menschen vor ihnen, als wäre gar nichts gewesen.

"Du bist also wirklich ein Engel?" ruft Bibi.

"Wohnen Sie dann... im Himmel, Herr Engel?" fragt Bernhard ehrfürchtig.

"Karsten," sagt Karsten und schüttelt den Kopf "Nein, ich wohne bei Samu und Diddi."

"Aber es gibt einen Himmel?"

"Ja."

"Und eine Hölle?" ruft Barbara. Karsten nickt.

Bibi guckt plötzlich ganz erschrocken. "Ich habe schon so oft Ärger gemacht, weil ich mich verhext habe!" Sie greift sich mit beiden Händen in die Haare "Komme ich dafür in die Hölle, Herr... Karsten?"


"Ich hab' meinem Arbeitskollegen den Joghurt geklaut!" ruft Bernhard "Mehrmals!"

"Als ich jung war habe..." beginnt Barbara. Ihre Stimme wird ein entsetztes Flüstern "...da habe ich den Hexenkodex gebrochen! Niemand hat es gemerkt aber..." Sie schaut nach oben in die Wolken.

Karsten überlegt, ob er vielleicht die Erinnerungen der Blocksbergs der letzten drei Minuten löschen soll. Er entscheidet sich dagegen. Stattdessen hebt er die Hände, versucht eine beruhigende Geste zu machen.

"Da wo wir herkommen" er blickt kurz zu Samuel und Dieter "gibt es Himmel und Hölle. Gibt es einen Gott und einen Teufel. Aber wir sind nicht mehr dort. Die Regeln die dort gelten..." Er schüttelt leicht den Kopf "Ob es für euch einen Himmel oder eine Hölle gibt, weiß ich nicht."

Die Blocksbergs wirken etwas beruhigter.

"Und, für geklaute Joghurts kommt mensch auch in unserer Welt nicht in die Hölle." Fügt Karsten hinzu und sieht Bernhard dabei an.

"Karsti" fängt Samuel jetzt an "Warum konnten wir deine Flügel sehen?"

"Oh," erwidert Karsten "das liegt an dieser Welt. Zuhause könnte ich euch höchstens die Schatten sehen lassen." Samu runzelt die Stirn. Die Antwort wirft nur noch mehr Fragen auf.

Karsten schaut die Wuppertaler eindringlich an "An was erinnert ihr euch als letztes?"

Samu seufzt und überlegt: "Ähm... Ich bin aufgestanden, hab mir eine Fruchtgetränk gemixt, bin Laufen gegangen..."

"Fruchtgetränk," spöttelt Dieter "so siehst du auch aus." Samu wirft ihm einen bösen Blick zu.

Karsten ignoriert das und fährt fort: "Wir waren in der Untergrundbehausung. Im Kriegszimmer. Samu, du hattest uns ein Buch gezeigt, das du in der Bibliothek gefunden hattest. Dann leuchtete plötzlich ein seltsames grünes Licht auf und dann..."

"Dann was?" fragt Samu mit hochgezogenen Augenbrauen.

"Ich weiß es nicht" sagt Karsten mit einem bedauerlichen Seufzen.

"Ich erinner mich an das Bier, das ich heut' Morgen getrunken hab" wirft Dieter grinsend ein und erntet genervte Blicke von Samu und Karsten.

"Was immer passiert ist, jetzt sind wir nicht mehr in der gleichen Dimension" sagt Karsten "Das hier ist ein komplett anderes Universum." Dieter und Samu starren Karsten an.

"So wie als wir in der Parallel-Welt waren, wo Monster nicht echt und wir Schauspieler waren?" überlegt Samu laut. Dieter zieht die Augenbrauen nach oben und nickt langsam.

Karsten runzelt die Stirn und kneift die Augen so eng zusammen, dass sie fast geschlossen sind. "Was...?" fragt er. Er bekommt keine Antwort. Bernhard muss bei dem Anblick ein wenig lächeln.

"Wir sind sehr weit weg von unserer Welt." Sagt Karsten schließlich nocheinmal.

"Und wie kommen wir zurück?" will Dieter wissen. Seine Stimme zittert vielleicht ein ganz kleines bisschen. Er schaut sich zum ersten Mal seine Umgebung genauer an. Der Rasen, das Haus, die Büsche, der Himmel... alles wirkt merkwürdig. Die Farben kommen ihm alle falsch vor. Auch Samuel sieht sich unglücklich um.

Die Blocksbergs haben die Unterhaltung der drei Männer mit Interesse verfolgt. Die Drei tun Bibi ein bisschen Leid.

"Mami, wir müssen ihnen helfen!" raunt sie Barbara zu.

"Na, das wär's ja noch!" empört sich Bernhard und nickt in Dieters Richtung "Der da hat eine Waffe auf mich gerichtet!"

"Bitte entschuldigen Sie meinen Bruder." sagt Samu sofort, mit einer beschwichtigenden Handgeste "Er war nur... etwas verwirrt. Da wo wir herkommen, sind die meisten... Hexen? nicht so freundlich."

"Ich bin ja gar keine Hexe!" Bernhard verschränkt die Arme vor der Brust.

"Bitte, wir wären Ihnen sehr dankbar wenn ihr uns zurückschicken könntet!" Samuel macht den besten Hundeblick den er kann "wir wollen nur nachhause!"

Barbara blickt ihren Mann an, der ein bisschen friedlicher gestimmt erscheint.

"Na gut" sagt sie zögerlich und tritt auf Dieter zu "Aber keine Pistolen, Gewehre oder sonstige Waffen, sonst könnt ihr allein zurück finden!" Drohend tippt sie mit der Fingerspitze auf Dieters Brust. Dieser nickt eingeschüchtert.

"Warte!" fordert Bibi "du musst dich noch bei Papi entschuldigen!" Dieter guckt sie leicht ungläubig an. Doch dann sieht er zu Barbara und Bernhard, die ihn beide erwartungsvoll beobachten.

"Heh" macht er, guckt für einen Moment zu Boden, dann sieht er Bernhard an und presst ein "T-Tut mir sehr Leid" hervor. Er wird etwas rot.

Bernhard mustert ihn für einen Moment. "Na gut..." sagt er schließlich "Aber dass das ja nicht nochmal vorkommt!" Auch er hebt einen drohenden Zeigefinger. Dieter nickt nocheinmal.

"Bernhard Blocksberg" sagt Bernhard dann und streckt Dieter seine Hand hin. Dieter schüttelt die Hand etwas unbeholfen. "Das ist meine Frau Barbara und meine Tochter Bibi" fügt Herr Blocksberg hinzu. Dieter nickt den beiden zu.

"Nett euch kennenzulernen" sagt Samu mit einem Lächeln. Karsten macht nichts.

"Na dann" sagt Barbara "auf ins Hexenlabor" sie dreht sich um und geht auf das Haus zu. Die anderen folgen ihr. Samu klopft seinem Bruder im vorbeigehen auf die Schulter und schenkt ihm ein halb-ironisches Lächeln.