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Übernachtungen kommen bei ihnen selten vor, obwohl glücklicherweise der Leiter der Händlergilde Feiyun viel zu beschäftigt damit ist, sich um das Warenhaus zu kümmern, was von Schatzräubern ausgeraubt wurde, als sich Sorgen um den blauhaarigen Exorzisten zu machen, der gerade leblos auf authentischer Feiyun Seide liegt.
Seine Klamotten befleckt mit getrocknetem Schlamm und Spucke aus seinem Mundwinkel herauskommend sind ein Zeichen dafür, dass Chongyun immer erbarmungslos ist, wenn es um seinen Beruf geht. Er testet immer seine Grenzen aus und weiß nie, wann es besser wäre, eine Pause zu machen.
Eigentlich sollten die zwei Informationen besprechen, die Xingqiu von einem fremden Händler bekommen hat. Ein Mann aus Snezhnaya, den sich Xingqiu ganz vielleicht ausgedacht hat, hat ihm angeblich erzählt, dass er einen Dämon beim Aocang-Berg gesehen hat und eine Frau aus Inazuma, die auch nicht existiert, hat die gleiche Kreatur am Hulao-Berg gesichtet.
Obwohl er gerade erst von einer vergebungslosen Mission zurückgekommen ist, bedeckt mit absolutem Dreck und ohne Energie, hat Chongyun, heroisch und mutig wie er ist, Xingqius Einladung zum Essen angenommen, um genauer über die Kreatur zu reden.
Xingqiu hat noch nicht mal den Tee in seine Tasse gekippt, da sitzt Chongyun auch schon schlaff auf seinem Platz. Sanftes Schnarchen ist zu hören als ihn die Müdigkeit endlich mitreißt.
Götter, wann bin ich so gierig geworden?
Xingqiu wollte einfach nur nicht alleine zuhause sein, nachdem sein Vater und sein ältester Bruder in Eile gegangen sind und so suchte er nicht mal einen Augenblick später den Exorzisten, um sich bei dem Jungen in Sicherheit zu fühlen. Obwohl er eine schlechte Beziehung mit seinem Bruder und Vater hat, wirkt das leere Haus fast so unendlich wie der Reichtum der Familie und somit für ihn unerträglich. Xingqiu hat noch nie weitläufige Räume oder leere Seiten gemocht. Chongyun, obwohl er auf Fremde schnell eiskalt und emotionslos wirkt, ist Xingqius ideale Quelle an Wärme und Komfort. Sein sicherer Ort.
Einen Zweihänder zu benutzen war noch nie etwas, was Xingqiu ganz nachvollziehen konnte und so ist ihm auch noch nie eingefallen, wie schwer der Junge wohl sein würde, bis er alleine mit seinem fest eingeschlafenen besten Freund am Esstisch ist.
Chongyun bis zu seinem Zimmer zu tragen ist eine wahre Meisterarbeit. Ihn die Treppen hochzuschleppen erweist sich als Alptraum und der Hydro-Nutzer muss mehrmals stehen bleiben, um Luft zu holen, während er unter seinem Atem den schlafenden Jungen verflucht.
Erst nachdem er den Jungen auf sein Bett mit Seidenlaken geworfen hat, fällt ihm auf, wie zerrissen seine Klamotten eigentlich sind, mit Schmutzstreifen auf seiner sonst elfenbeinfarbigen Hose. Chongyun hat nicht einmal seine Schuhe ausgezogen, bevor er das Haus betrat.
Wahrscheinlich müsste es ihn mehr besorgen, den dreckigen Exorzisten auf der edelsten Seide in ganz Liyue liegen zu sehen. Wenn sein Vater zuhause gewesen wäre, wär Chongyun schon längst vom Bett gepflückt und aus dem Haus geworfen sein wie eine Küchenmaus.
Aber Xingqiu, der erschöpft ist und sich immer noch schuldig fühlt, zuckt einfach nur mit den Schultern, bevor er sich neben den Jungen auf's Bett schmeißt, sich das Buch vom Nachttisch nimmt und sich bequem hinsetzt. Sein Vater würde nicht nachhause kommen bis zum nächsten Morgen und die Haushälter stören ihn nie über Nacht. Somit wird er genug Zeit haben, noch heimlich die Laken zu wechseln, bevor es irgendjemand mitkriegen kann.
Obwohl er normalerweise begeistert von Büchern ist, kann Xingqiu sich nur schwer konzentrieren mit Chongyuns viel zu lautem Schnarchen und seinem häufigen Zucken. Sein ganzer Körper bewegt sich jedes Mal in nahezu alle Richtungen, wenn er sich umdreht. Eine normale Person würde nun eher genervt sein, besonders jemand mit Xingqius Status, aber stattdessen kann der Junge nur verliebt lächeln und das Stottern seines Herzens ignorieren, als der andere sein Gesicht in seiner Schulter vergräbt.
Literatur hat ihn mit einem immensen Wissen und Verständnis für alle möglichen Sachen ausgestattet, aber keine Anzahl an Liebesromanen hätte ihn jemals darauf vorbereiten können, sich in seinen besten Freund zu verlieben.
Vielleicht wenn es das hätte, würde er nun bessere Taktiken haben, um den Jungen dazu zu bringen, Zeit mit ihm verbringen, anstatt ständig über nicht existierende Dämonen zu lügen. Er hat nicht mal bemerkt, dass seine Hand auf seinem Kopf liegt, bis Chongyun im Schlaf ächzt. Xingqiu fühlt sich ertappt und hört sofort auf mit seinen liebenden Gesten, aber Chongyun murmelt nur erneut, dieses Mal gegen seinen Nacken,
"Warte, mach das nochmal. Es fühlt sich schön an." Seine Stimme ist deutlich tiefer als sonst, weil er gerade erst aufgewacht ist, und warme Luft berührt die empfindliche Haut an Xingqius Nacken. Obwohl er nur wenige Worte gesagt hat, wird Xingqiu komplett der Atem geraubt. Sein Bauch ist voll mit Schmetterlingen und sein Herz hämmert nahezu in seiner Brust.
Hat Chongyun irgendeine Ahnung, was er ihm gerade antut? Wie zur Hölle soll er entspannt bleiben und gleichzeitig mit den Haaren eines kontaktsuchenden Chongyuns spielen, der zufrieden und warm neben ihm liebt und mit einer Stimme tiefer als das Wolkenmeer vor sich hin murmelt?
Chongyun hebt seinen Kopf und schaut Xingqiu kurz in die Augen, bevor er ihn böse anfunkelt. "Ich war so kurz davor, einzuschlafen.", brummelt er mit einem schmollenden Gesicht, welches Xingqiu normalerweise ablenken würde, aber zum Glück funktioniert sein Gehirn gerade ausnahmsweise, obwohl sein Geliebter so unerträglich bezaubernd aussieht.
"Warte- was meinst du damit, dass du kurz vor'm Einschlafen warst?"
Amüsiert schaut ihn der Exorzist an, woraufhin Xingqiu ihn leicht aus Irritation schubst. "Du hast die ganze Zeit nur so getan!", wirft er ihm nun vor. Korrekterweise, wenn man Chongyuns Lachen vertrauen kann. Chongyun fand schon immer, dass Xingqiu niedlich aussieht, wenn er sauer ist – seine Augenbrauen gerunzelt, große goldene Augen voll mit Wut.
"Und du hast mich die ganze Zeit angestarrt.", zieht er ihn auf und macht sich auf Xingqius Zorn gefasst. Er fängt nur lauter an zu lachen, als der niedliche Xingqiu so aussieht, als ob er ihn gleich umbringen wird. Peinlich berührt und nicht in der Lage, seine tiefroten Wangen zu verstecken, zieht er also das Kissen hinter Chongyuns Rücken weg, nur um es dann gnadenlos in dessen Gesicht zu schmeißen – mehrmals. Zwischen den Attacken und dem Gekicher versucht Chongyun, sich irgendwie zu entschuldigen, aber ohne Erfolg.
"Xingqiu-" Schlag. "Ich zieh dich doch nur auf-" Schlag. "Du wirst mich noch umbringen!" Schlag.
"Das ist das Ziel!"
Xingqiu vergisst manchmal, wie stark sein bester Freund wirklich ist. Dass er trotz seiner weichen Wangen und seinem jungen Gesicht immer noch einen Zweihänder benutzt und Xingqiu jeder Zeit zerquetschen könnte. Nichtsdestotrotz, als Chongyun schnell ihre Positionen wechselt und ihm die potenzielle Mordwaffe, auch bekannt als ein Kissen, wegnimmt, bevor er ihn dann mit großer Stärke runterdrückt, kann Xingqiu das ziemlich peinliche Quietschen nicht unterdrücken, das seine Lippen verlässt.
Er ist so unglaublich nah, dass Xingqiu seine Wimpern zählen könnte, sein Pony auf seiner Stirn kitzelt und – das schlimmste von allem – er seinen warmen Atem wieder spüren kann, während Chongyun weiter lacht.
Xingqiu hat bereits den Überblick verloren, wie oft Chongyun ihn atemlos zurückgelassen hat oder sein Gehirn zum Kurzschluss gebracht hat und Xingqiu hat ein sehr hart arbeitendes Gehirn, aber irgendein Cryo Idiot kann es anscheinend mit Leichtigkeit zu Matsch verwandeln. Der einzige Weg für Xingqiu, seine Gefühle rauszulassen, ist es, Seiten über Seiten voll mit Gedichten über den Jungen zu füllen und seine Augen als leuchtender als Kristallschmetterlinge zu beschreiben, mit einem Lächeln, wofür er sofort alles opfern würde, nur um es zu sehen.
Er kann sich nie dazu bringen, über Chongyuns Lippen zu schreiben, weil er dann anfangen würde, sich vorzustellen, wie sie häufig in einem leichten Pink gefärbt sind durch sein Wassereis, wie seine Zunge zwischendurch rausguckt, wie er vor Zufriedenheit summt beim Essen.
Er überlegt, wie sie wohl schmecken würden – seine Lippen – wahrscheinlich wie süße Creme? Würden sie so warm sein wie seine Hände? Oder eiskalt wie sein Zweihänder-
"Du machst es schon wieder." Chongyuns Stimme unterbricht seinen Gedankengang mit einem selbstgefälligen Lächeln auf dem Gesicht und Xingqiu, ein wenig benommen, öffnet seinen Mund, bevor er ihn wieder schließt wie ein Fisch, unsicher, was er meint.
"W-was mache ich?", bringt er heraus, bevor Chongyun seine Stirn gegen Xingqius lehnt und seinen Griff an den Handgelenken leicht lockert. Der Junge unter ihm macht allerdings keine Anstalten, sich zu bewegen.
"Du starrst mich an. Naja, meine Lippen genauer gesagt."
Xingqiu denkt, dass sein Gesicht wohl gleich in Flammen aufgehen wird, dass sein Gehirn wahrscheinlich in seinem Schädel schmelzen und aus seinen Ohren herausquellen wird.
Chongyuns Augen halten den Kontakt, strahlend mit ihrem typischen spielerischen Funken, aber auch etwas wärmer als sonst. Er schaut ihn mit so einer Sanftheit an, dass Xingqiu sich sicher ist, dass er so etwas schon einmal gelesen hat. Genauso guckt der Protagonist, bevor er seine ersehnte Person endlich küsst.
Er ist sich nicht sicher, wer sich zuerst nach vorne gelehnt hat, aber ehrlich gesagt ist es ihm auch relativ egal, weil wow sie küssen sich und es fühlt sich sogar noch besser an, als es in den Liebesromanen beschrieben wurde.
Chongyun küsst ihn so, wie er die meisten Sachen macht – mit Leidenschaft und Entschlossenheit. Der andere Junge fragt sich, woher er gelernt hat, so intensiv zu küssen, da er schon bevor er überhaupt etwas wahrnehmen konnte, sofort das warme Gefühl von Chongyuns Zunge an seinen Lippen spürt, die nach Einlass fragen. Nicht in der Lage, das Wimmern zu unterdrücken, hört er als Antwort ein gedämpftes Stöhnen vom Jungen über ihm. Seine nun freien Hände verschließt Xingqiu hinter dem Nacken des Anderen, geht mit den Fingern durch seine Locken und zieht leicht. Chongyun weicht für einen Moment zurück,
"Das fühlt sich echt gut an, Xingqiu." Er dreht seinen Kopf, um sein Gesicht gegen Xingqius Handfläche zu bringen und küsst sie sanft, bevor er seinen Kopf wieder zurück lehnt.
"Das Küssen oder dass ich mit deinen Haaren spiele?", fragt Xingqiu strahlend unter ihm mit roten Wangen und leicht verschwommenen Augen. Chongyun kippt seinen Kopf zur Seite und tut so, als würde er darüber nachdenken. "Dass du mit meinen Haaren spielst.", antwortet er schließlich.
"Und was ist dann mit den Kuss?", Xingqiu fragt nervös, wobei Chongyuns überhebliches Lachen bereits die Antwort Preis gibt – auf typische Chongyun Art mit Necken und Beleidigen, was sogar etwas lustig wäre, wenn Xingqiu nicht gerade so sensibel wär.
"Ich mein, es war suboptimal... Dein Atem hat ein bisschen gerochen." Und damit schubst Xingqiu ihn von sich runter auf der Suche nach seinem Kissen.
Mit seinen berühmten roten Wangen, die er immer bekommt, wenn der Exorzist in der Nähe ist, haut Xingqiu ihn mit genauso viel Leidenschaft, wie er gerade eben noch beim Küssen hatte und ignoriert dabei die unterdrückten Hilfeschreie und das Gelächter des Blauäugigen.
"Xingqiu-" Schlag. "Ich hab nur Spaß gemacht!" Schlag. "Xingqiu!" Schlag.
Beleidigt setzt er sich nach hinten und lässt seine Waffe mit einem wütenden Blick fallen. Chongyun zögert nicht, ihn ein weiteres Mal anzugreifen und ihn auf seinen Schoß zu ziehen, während er sich vielmals für seine Witze entschuldigt.
Er hinterlässt widerlich laute Küsse auf seinen Wangen mit völliger Ignoranz für die Drohungen, ihn in den Luhua-Teich zu werfen und ihn zum Jueyun-Peperoni essen zu zwingen.
Xingqiu hört erst auf, als Chongyun über seinen Lippen hängt, seine Nose gegen seine stößt und seine Lippen leicht kräuselt. Wird er ihn wieder küssen?
Xingqius aquamarine Augenbrauen, auch bekannt als die Hauptsache, an der Chongyun aufgrund der Falte dazwischen erkennen kann, was gerade durch Xingqius Kopf geht, wurden fast automatisch liebend, als er seine Lippe zwischen seine vorderen Zähne bewegte. Chongyun kann spüren, wie schnell sein Herz gegen seinen Körper schlägt. Es braucht immer nicht viel, Xingqiu aus der Fassung zu bringen.
"Wenn du fertig damit bist, mich zu bedrohen,", beginnt er seinen Satz und streicht Xingqius Pony aus seinen Augen. "Der Kuss war... Großartig. Nein, warte. Gib mir ein poetischeres, schickeres Wort für 'großartig'."
Chongyun könnte sich alle möglichen Wörter ausdenken, um zu beschreiben, wie er sich durch Xingqiu fühlt, aber es ist immer lustig, eine Leseratte wie ihn für sein breites Vokabular zu ärgern, wenn die Möglichkeit sich ergibt. Es ist nicht das erste Mal, dass Chongyun sich darüber lustig macht, wie Xingqiu mit den normalen Bürgern und seinen Vorgesetzten redet wie ein allwissender Philosoph und nur wie ein normaler Teenagerjunge klingt, wenn er mit Chongyun alleine ist.
Trotz des Spruches gegen ihn kann Xingqiu nicht anders, als amüsiert loszuprusten. Summend überlegt er sich seine Antwort.
Chongyun nutzt den Moment, um wertzuschätzen, wie unglaublich schön sein bester Freund ist und wie liebenswert er mit diesem leicht verschwommenen Blick aussieht. Wie sein aquamarines Haar seine ausdrucksvollen Augenbrauen einrahmt, wie seine blasse Haut sich zu der schönsten Abstufung von Rosa entwickelt. Alles nur wegen ihm.
In diesem kurzen Augenblick überlegt Chongyun, ein Gedicht über ihn zu schreiben, bevor er realisiert, was genau Poesie schreiben beinhaltet. Chongyun schreibt keine Gedichte, das ist Xingqius Sache..
Hat Xingqiu jemals Gedichte über ihn geschrieben? Ein frisch ausgelegtes Pergament, ein feiner Pinsel, der mit pechschwarzer Tinte über das Blatt malt mit Beschreibungen von ihm? Der Gedanke alleine lässt sein Herz einen Sprung machen.
Meine Güte, wann ist er so ein Romantiker geworden?
"Grandios? Fulminant? Exquisit?", bietet Xingqiu mit einem zur Seite gedrehten Kopf an. Langsam nickend richtet Chongyun seine Augen nun immer weiter nach unten, während er sein Gesicht in seine Hände nimmt. Xingqiu wusste schon immer, dass Chongyun stärker gebaut ist, kräftiger ist, aber mit seinem Gesicht in seinen Händen hat er sich noch nie so klein und verletzlich gefühlt. Sein Herz flattert, als Chongyuns Daumen vorsichtig über seine Lippen streicht und er kann zur zugucken, wie das bereits bekannte spielvolle Funkeln in Augen des Anderen zurückkehrt.
Chongyun lehnt sich nach vorne, um ihre Lippen wieder zu verbinden, auch wenn dieser Kuss langsamer und weniger hektisch ist und mehrere Male von lächerlich breitem Grinsen und sanftem Kichern unterbrochen wird.
Und als sie auseinander gehen, jagt Chongyun noch einmal und dann zweimal seinen Lippen hinterher, bis er endlich seine Stirn gegen seine ruhen lässt.
"Grandios, fulminant, exquisit.", wiederholt er. Seine Augen schweifen erneut über die Lippen seines besten Freundes, bevor sie seinen Blick liebend erwidern.
"Alles Wörter, die ich nicht nur zum Beschreiben von Wassereis, sondern auch für dich verwenden würde."
Xingqiu verwendet seine treue Verteidigungsmethode gegen Chongyuns idiotisches Ärgern. Er haut dem Jungen mit dem Kissen auf den Kopf.
