Chapter Text
Missing Link
Übs.: "fehlendes Bindeglied"
Special Ogiwara Shigehiro: Colourless (Übs.: farblos)
Es gab einen Zeitpunkt, wo alles farblos war. Kuroko konnte sich nicht einmal erinnern, jemals wirklich Farben gesehen zu haben. Kein kräftiges Gelb, wie die Sonnenblumen, das das Gemüt hebt. Kein frisches Blau, wie ein wolkenloser Sommerhimmel, das einen kühle Brisen auf der erhitzten Haut fühlen lässt. Kein saftiges Grün, dass einem der Geruch von frisch gemähtem Gras in die Nase steigt.
Die erste Farbe, die Kuroko richtig wahrnimmt, ist das strahlende Orange des Basketballs, nachdem ihn zum ersten Mal jemand ohne sein zu tun bemerkt.
Ogiwara zeigt ihm, das die Welt bunter, fröhlicher, aufregender ist, als er bis dato mitbekommen hat.
Erst als ihn sein erster und einziger Freund verlässt, bemerkt Kuroko, dass er beginnt sich zu wünschen, nie Farben gesehen zu haben: Was man nicht kennt, kann man nicht missen.
Aomine Daiki: Feckless (Übs.: schwach; nutzlos)
Der Schatten ist so stark wie das ihn umgebende Licht. Je schwächer das Licht, desto schwächer der Schatten.
Kuroko ist froh, dass Aomine stark ist. Mit ihm zusammen fühlt er sich selbstsicher. Er weiß, dass er nicht gesehen werden kann, solange sein Partner bei ihm ist.
... Ich brauche dich nicht.
... Ich bin auch ohne dich stark.
Aomines Fähigkeiten liegen bei Weitem außerhalb seiner Reichweite. Er ist nutzlos. Er ist schwach.
Er ist nutzlos, weil er schwach ist. Eine Last.
Die Generation der Wunder hat ihn schon lange zurück gelassen. Das einzige was er noch tun muss, ist es, zu akzeptieren.
Das Verhältnis zwischen Licht und Schatten ist eine Einbahnstraße. Das Licht verliert nichts von seiner eigenen Stärke, wenn der Schatten verschwindet.
Kise Ryouta: Equal (Übs.: ebenbürtig, gleichgestellt)
Unter ihnen hieß es immer, dass Kise Ryouta der Schwächste der Generation der Wunder sei. Als Kuroko das zum ersten Mal hört, denkt er sich, wie lächerlich das ist. Kise ist bei Weitem talentierter und besser als er.
Erst als er erfährt, dass er Der sechste Mann ist, das Phantom, wird ihm bewusst, dass er selbst von seinen Freunden nicht wirklich dazu gezählt wird.
Es bereitet ihm Übelkeit zu hören, dass er die Person sei, die die Generation der Wunder als ebenbürtig ansehen. Denn es ist nichts weiter als die zur Schau Stellung, dass er trotz allem nicht auf einer Stufe mit ihnen steht. Er ist und bleibt das Anhängsel, egal wie wehleidig das klingen mag.
Midorima Shintaro: Balefulness (Übs.: u.a. Unglück)
Kuroko hat kein großes Talent in Basketball und auch kein besonders großes Glück. Als er Midorima zum ersten Mal trifft, denkt er, dass der Junge vielleicht genauso talentlos ist wie er, aber dafür das Glück auf seiner Seite steht.
Aber talentlos ist - bis auf er selbst - niemand im Team. Midorima hat kein Glück. Er ist so talentiert, dass es schon wieder lächerlich und nur nach Glück aussieht.
Kuroko vergisst seinen Neid nie. Aber er ahnt, dass Midorima einen Grund haben muss, weswegen er mehr auf Glück und Vorhersagen als auf sein außergewöhnliches Talent vertraut. Immerhin sind es Leute wie er selbst, die er am besten versteht.
Es gibt Leute, die ihren Mitmenschen kein Talent gönnen. Es gibt Leute, die lieber sagen, es sei Glück als Talent. Und dann gibt es Leute wie Midorima, die dem ihr Leben lang ausgesetzt sind.
Midorima ist in etwa das genaue Gegenteil von ihm.
Nach jedem Training erwartet er, dass ihn die Realität einholt, dass seine Kameraden aufwachen, ihn aus dem Team schmeißen. Nach jedem erfolgreich absolvierten Training glaubt er ein bisschen mehr, dass trainieren, angeborenes Talent nicht aufwiegen kann. Aber er weiß, dass trainieren das einzige ist, das ihm bleibt und wenn seinem Team das reicht, ist das erstmal gut genug. Denn ihm steht weder Talent noch Glück zur Verfügung.
Murasakibara Atsushi: A Matter of Principle (Übs.: eine Frage des Prinzips)
Aus dem gesamten Team könnten Kuroko und Murasakibara unterschiedlicher nicht sein. Sowohl äußerlich als auch in ihrer gesamten Art.
Kindlich. Ernst.
Murasakibara verstand nie, warum Kuroko sich in jedem Spiel so verausgabt. Es ist doch nur das, ein Spiel.
Unbeschwert. Gezeichnet.
Kuroko hatte immer nur gehört, dass er zu klein, zu schwach, zu untalentiert ist.
Talentiert. Kämpferisch.
Kuroko kämpft. In jedem Training, in jedem Spiel. Er kämpfte mit sich, seinen Zweifeln, seinen Ängsten, seinem Neid. Er besäße gerne Murasakibaras Talent, oder seine Größe.
Langeweile. Training.
Murasakibara langweilte sich zuerst nur während des Trainings. Er kann verteidigen, er ist gut, also warum muss er es üben? Später langweilt er sich auch während der Spiele. Alles ist langweilig!
Nur Kuroko vermag es, ihn hin und wieder zu überraschen, ihn aus seiner Lethargie zu befreien. Zumindest für einen kurzen Augenblick.
Akashi Seijuro: Doubtless (Übs.: ohne Zweifel)
Als Akashi Kuroko gehen lässt, fragt er sich innerlich - tief versteckt - ob er die richtige Entscheidung getroffen hat. Kuroko mag stark sein, aber er war schon immer jemand, der an sich selbst zweifelt. Als Teamcaptain weiß er um die Stärken und Schwächen seiner Spieler.
Hätte er das versteckte Talent damals nicht in ihrem sechsten Mann gesehen oder es nicht als etwas gesehen, das seinem Team nützen würde, dann würde Kuroko heute kein Basketball im Team spielen. Gleichzeitig hätte Kuroko den Sport nicht aufgegeben. Er hätte trotz allem weiter gespielt, wenn auch allein.
Akashi befürchtet, dass Kuroko nicht zurückkehren wird, so wie er es prognostiziert hat. Er befürchtet, dass sein Team Schuld daran ist, dass Kuroko mit dem Spielen aufhört. Er befürchtet, dass er Schuld daran ist, dass sein Team niemals wieder ein Team sein wird.
Als er erfährt, dass Kuroko auch an der Seirin Basketball spielt, erinnert er sich nicht an seine Zweifel, die ihm Schuldgefühle beschehrten und ihm nachts den Schlaf raubten. Sein einziger Gedanke ist, dass seine Planung perfekt war.
Ich bin derjenige, der dein Talent zuerst entdeckt hat. Du wirst verstehen, was das bedeutet.
Zum Zeitpunkt, als er Kuroko diese Worte sagte, hatte sein Plan noch keine konkreten Formen angenommen. Doch nachdem ihm das Ausmaß der Talente seiner Spieler bewusst wird, ist ihm klar, dass Kuroko der einzige ist, der ihr Team retten kann. Wenn er auch nicht weiß, wie.
Kuroko wird es schaffen.
Generation of Miracles: Taking On the World (Übs.: sich der Welt entgegen stellen)
Die Generation der Wunder verbindet Basketball. Basketball und ihre Freundschaft.
Vor langer Zeit glaubten sie, zusammen könnten sie es mit der gesamten Welt aufnehmen.
Sie nahmen es mit der Welt auf.
Sie siegten.
Das einzige was übrig blieb war ihre Freundschaft. Eine Freundschaft, die auf Basketball beruhte. Eine Freundschaft, die zerbrach, weil sie sich geschworen hatten, es mit der Welt aufzunehmen. Die einzigen, die noch zu besiegen übrig blieben, waren sie selbst.
Vergessen war, warum sie es mit der Welt aufnehmen wollten.
Vergessen war Freundschaft.
Vergessen war Basketball.
Als Kuroko Kagami zum ersten Mal trifft, erinnert er sich an eine Zeit, die schon lange vorüber ist. An eine Zeit, in der Basketball geliebt wurde, in der Freunde vor dem Team kamen, in der Spaß vor Sieg stand.
Er erinnert sich an all das und will es vergessen.
Er erinnert sich an all das und will es vergessen, weil er weiß, dass diese Zeit nie mehr sein wird.
Mit Kagami zusammen, will Kuroko es noch einmal mit der Welt aufnehmen. Nur um diese Zeit noch ein einziges mal erinnern zu können.
