Actions

Work Header

Skinny und die hirnzermalmende Divisionskatastrophe

Summary:

Skinny steht kurz vor dem Durchfallen in der Schule, und das nur wegen seiner Feindschaft mit der Mathematik. Und zu seinem Pech wird er zur Zwangsnachhilfe mit Bob Andrews verwiesen, der ihm aus der Notsituation helfen soll.

Oder: Wie die gezwungene Zusammenarbeit zwei Todfeinde zur Freundschaft führt

Notes:

Diese Fic basiert zum Teil auf eigene Erfahrung in Mathe und Nachhilfe und außergewöhnliche Erlebnisse in meiner Schulzeit.. Natürlich gibt es auch einige Referenzen zum Canon und verschiedenen ???-Folgen.

Chapter 1: Das Zwangsgefängnis in der Schule

Chapter Text

„Du weißt, warum du hier bist, Skinner?“ fragte Mrs de Bruijn, die Berufsberaterin der Schule. Skinny lehnte sich demonstrativ zurück und verschränkte genervt die Arme.

 

Er war nicht freiwillig hier, und doch wusste er genau, was die alte Dame vor ihm von ihm verlangte. Seine Leistung in den weiterführenden Fächern ist mehr als mangelhaft. Und es lag nicht unbedingt daran, dass Skinny dumm war. Zum einen hatte er wegen seiner Nebengeschäfte keine Zeit, zum anderen fehlte ihm die Motivation, sich anständig für die Schule hinzusetzen und zu lernen.

Genervt rollte er mit den Augen.

 

„Jaaa.. Meine Noten sind nicht die Bombe und meine Zukunft ist in Gefahr.“ entgegnete er mit einem aufgezwungenen Lächeln. Gott, wie er diesen verdammten Satz hasste. „Spar dir die gespielte Freundlichkeit, Skinner.”, sagte Mrs de Bruijn während sie die Schülerakte von Skinny aufschlug. „Deine Noten sind in einem extrem kritischen Zustand. In Englisch, Psychologie und Sport bist du ja noch gut, aber deine Matheleistung ist die reinste Katastrophe! Mit Null Punkten in einem Hauptfach wirst du das Jahr nicht bestehen können.“

 

Sie sah Skinny mit ernster Mimik an. Dieser sagte nichts, denn er wusste, dass sie Recht hatte.

 

„Hör mir zu, Kind. Ich weiss genau, wie du zur Schule stehst. Du willst nichts, als so schnell wie möglich weg von hier, oder?“

 

Skinny nickte. Dieses Drecksloch machte ihm nur unnötigen Stress und ruinierte seinen Schlafrhythmus.

 

„Gut. Dann ist die Möglichkeit, das Jahr gezwungen zu wiederholen, außer Option.“ Skinny erschrak. „Sie wollen doch nicht-”

„Und ob!“, unterbrach Mrs de Bruijn ihn. „Mit so einer schlechten Leistung wirst du nicht durchkommen, vor allem nicht in Mathe. Entweder zu wiederholst, findest einen anständigen Ausbildungsplatz oder du setzt alles daran, deine Note aufzubessern. Wenn du jetzt anfängst, ist Letzteres eine Leichtigkeit für dich.“

 

Skinny legte genervt den Kopf in den Nacken. Na super. Eine Ausbildung zu finden mit den Vorstrafen, die er schon auf dem Konto hatte, war schon sehr schwierig. Vor allem mit dem gewissen Ruf, den er in Rocky Beach trug. Und das Jahr zu wiederholen ist auch nicht besser. Die Schüler im Jahrgang unter ihm waren richtige Schwitzer und mit solchen Leuten konnte er noch weniger zu tun haben als er ohnehin es schon tat.

 

Resigniert hob er den Kopf. „Und was schlagen Sie vor?“ fragte er ergeben. Mrs de Bruijn lächelte siegessicher. „Ich habe schon mit einem Schüler aus deinem Jahrgang gesprochen. Er hat sich bereit erklärt, dir in Mathe so zu helfen, dass deine Leistung auf einen befriedigenden Grad kommt. Er ist ziemlich gut darin, das hat sich mit vorherigen Schülern schon bewiesen.“

 

Skinny hob weniger überzeugt die Augenbrauen. Ein Nachhilfelehrer? Ernsthaft? „Und wer soll es sein, wenn ich fragen darf?“ fragte er, ohne es eigentlich recht wissen zu wollen.

 

Im selben Moment klopfte es an der Tür. „Ah! Das dürfte er sein.“, sagte Mrs de Bruijn erfreut und stand auf. Skinny fühlte sich auf einmal unwohl.

 

Die Beraterin öffnete die Tür und lud den Schüler rein. „Skinner, das ist dein zukünftiger Mathe Nachhilfelehrer.” verkündete sie und trat zur Seite.

 

Skinnys Augen wurden weit und sein Kinnladen fiel vor Schreck. In der Türschwelle stand Mr. Langweiler, Bob fucking Andrews, der ebenfalls überrascht zu sein schien, dass er nun gerade Skinny in Mathe helfen durfte. „Skinny?!“ brachte der Jüngere überrascht hervor. Den wollen Sie mir anhängen?!“, fauchte Skinny zeitgleich. „Mrs de Bruijn, das können Sie mir nicht antun!“

 

Auch Andrews schien nicht zufrieden mit der Situation zu sein.

 

„Ihr macht mindestens einmal in der Woche Mathe zusammen. Mindestens zwei Stunden. Ich erwarte ein Protokoll und Zwischenergebnisse. Verstanden?“ forderte Mrs de Bruijn und Skinny wusste in dem Moment, dass er verloren hatte.

 

Entgeistert sah er zwischen Andrews und der Berufsberaterin hin und her, bevor er geknickt nachgab. „Na gut.“, knurrte er, packte seinen auseinander fallenden Rucksack und stand auf, drückte sich an die beiden Anwesenden vorbei. „Aber nur, weil ich muss.“

 

Mrs de Bruijn nickte zufrieden und schloss die Tür, überließ die beiden Jugendlichen ihren Schicksalen. Für eine Weile standen sie beide stumm da. In Skinny machte sich binnen Sekunden Wut breit. Er hasste die de Bruijn dafür, ihn in diese Situation gebracht zu haben. Und er hasste sich selbst dafür, weil er sich nicht genügend angestrengt hatte, um diese Konsequenz zu vermeiden. Aber vorallem hasste er es, dass er nun gezwungen war mit einen der Schnüfflern Mathe zu lernen. Wutentbrannt drehte Skinny sich zu Andrews und sah bedrohlich auf ihn herab.

 

„Hör mir zu, Mr. Langweiler. Nur, weil du jetzt mein Zwangslehrer bist, heißt es nicht, dass du über mich bestimmen darfst, ist das klar?“ knurrte er. Bob sah ihn unbeeindruckt an. Skinny wusste nicht recht, ob diese fehlende Reaktion von Angst ihn verunsicherte oder noch wütender machte.

 

„Ich bin ehrlich, Skinny, ich hab auch wenig Lust. Aber wenn du so wenig Stress wie möglich machst, ist das Ganze so angenehm wie möglich.“ erwiderte er während er Skinnys Blick stand hielt. Skinny knurrte gereizt. Er hasste es zuzugeben, dass der Streber richtig lag. Ohne weitere Worte drehte er sich um und ging weg.

 

Andrews packte ihn am Arm und hätte Skinny sich im letzten Moment nicht zusammengerissen, hätte er dem Blondschopf eine reingehauen.

 

„Wie sieht es Mittwoch abends bei dir aus?“ fragte dieser, ohne sich einen Hauch von Nervosität anmerken zu lassen. Skinny schien einen Moment zu überlegen. Dann nickte er langsam. Andrews lächelte. „Gut. Dann machen wir 18 bis 20 Uhr. Du weisst ja von deiner letzten Einbruchaktion, wo ich wohne.“ Damit versbschiedete sich der Schnüffler von Skinny und ging an ihm vorbei Richtung Aula.

 

In Skinny brodelte es. Gott, wie er diese Situation hasste.










 

 

 

 

 

 

Skinny saß auf einer kleinen Mauer, die das Schulgelände umrahmte, und rauchte seine zweite Zigarette. Es war Mittagspause vor dem Chemieunterricht und er war immernoch nicht über die plötzliche Wendung seines gefängnisähnlichen Schuldaseins hinweg.

 

Links von ihm näherten sich Schritte und Skinny brauchte nur einen kurzen Blick zur Seite zu werfen, um seinen Kollegen Dylan aufzufinden. Lässig lehnte dieser sich neben Skinny an die Mauer, nahm dankend eine Kippe an und zündete sie sich an. „Was machst du so ein langes Gesicht? Lief das Gespräch mit der de Bruijn nicht gut?“ fragte er und blies den Rauch aus der Nase.

 

Skinny schnaubte genervt. „Die Tante hat den Verstand verloren.. Die hat mir jetzt einen der Schnüffler als Nachhilfe-Trottel nachgehetzt.“ murmelte er, zog dann mit zittrigen Händen an seiner Kippe. „Doch nicht etwa Jonas?!“ erwiderte Dylan überrascht, Skinny schüttelte nur grinsend den Kopf. „Ne, zum Glück nicht. Die hat mir die Brillenschlange überlassen..“

 

Dylan lachte lauthals auf. „Nun lach nicht so, du Arsch!!“ beschwerte sich Skinny und verpasste ihn einen leichten Schlag in den Arm und Dylan zwang sich, sich so gut es ging zurückzuhalten. Kichernd schüttelte er den Kopf.

 

„Daran bist du selber Schuld, Skinny. Ich hab dir ja gesagt, dass dein Verhalten gefährlich für dich enden wird.“

 

„Ach, halt‘s Maul.“

 

„Wenigstens hast du 'nen kompetenten Lehrer. So weit ich weiß, ist er ziemlich gut darin. Und bezahlen musst du auch nichts.“

 

„…“

 

„Nun stell‘ dich nicht so an. Vielleicht kannst du ihn dann mit der Zeit um den Finger wickeln und dann lassen er und die anderen Schnüffler dich endlich in Ruhe.“

 

Skinny sah in Gedanken versunken auf den Pflastersteinboden. Dylans Idee klang in seinen Ohren eigentlich garnicht so schlecht. Er könnte seine Noten so nötig wie möglich nach oben ziehen und dazu noch, mit genügend Manipulationstaktik, drei Nervensägen weniger auf seiner Liste haben. Ein Grinsen machte sich auf seinen Lippen breit.

 

„Weisst du was, Dylan? Manchmal bist du ein Arsch, aber deine Ideen sind immer grandios.“ sagte er mit einer plötzlich besseren Laune und klopfte seinem Freund auf die Schulter, ehe er den Kippenstummel auf dem metallenen Mülleimer ausdrückte und wegwarf und sich auf dem Weg machte.

 

„Wo gehst du hin? Die Pause dauert noch 'ne halbe Stunde!“ rief Dylan ihm verwundert nach. „Hab‘ noch was zu erledigen. Halt mir einen Platz in Chemie frei.“ antwortete Skinny knapp und schwang sich mühelos über den Gitterzaun zum Sportplatz.

 

Hinter der Halle wartete sein nächster Kunde auf ihn