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Sonnenuntergang

Summary:

Als Klon auf Kamino aufzuwachsen bedeutet dem Gefühl, das ein Teenager hat der sich verliebt, verwehrt zu sein. Zeit das nachzuholen!

Notes:

Das hier ist die erste meiner Geschichten, die ich nach und nach aus dem Englischen ins Deutsche übersetzen möchte. Ich hoffe ihr habt Spaß daran.

Comments and kudos are much appreciated ❤️

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Work Text:

Wie auch immer Jesse gedacht hatte, dass dieser Zwischenstopp ausfallen würde- so hatte er es sich nicht vorgestellt. Nein, das hier war tausendmal besser.

Rex war noch immer verletzt auf Cuts und Suus Farm. Kix, der darauf hingewiesen hatte, dass er seinem Captain immer noch im Rang übergeordnet war, zumindest solange bis dieser wieder fit war, hatte darauf bestanden, dass sie noch eine Nacht bleiben müssten, ehe Rex für den Transport bereit wäre. General Kenobi hatte angeordnet, dass Kix, zusammen mit Hardcase und ihm selbst, ebenfalls zurückbleiben soll, um die Sicherheit des Captains zu gewährleisten. Morgen früh würde ein Shuttle kommen, um sie abzuholen und zurück an Bord der Resolute zu bringen. Da er Kix kannte, war sich Jesse sicher, dass es wahrscheinlich keinen Grund gab, NICHT sofort zur Flotte zurückzukehren, aber der Arzt wollte ihnen zumindestens einen ruhigen Abend verschaffen, bevor der übliche Stress und die Hektik morgen wieder auf sie warten würden. Und vielleicht hatte er den Einfluss gesehen, den Cuts Leben auf Rex hatte. Einen Abend lang so zu tun, als wären sie eine Familie, als hätten sie eine eigene Familie, könnte nur Balsam für die Seele sein.

Dann bist du zum Abendessen aufgetaucht, warst von der nächstgelegenen Farm herübergekommen. Und Jesse und seine Brüder hatten erfahren, dass du und die Lawquanes Freunde waren und dass ihr euch gegenseitig immer dann aushalft, wenn die Zeiten schwierig waren. Du warst diejenige, die Cut und Suu einander vorgestellt hatte, nachdem dieser desertiert war.

Das Essen war köstlicher als alles, was Jesse je gegessen hatte, was an sich nicht ungewöhnlich wäre bei dem üblichen Fraß aus der Kantine und den Lebensmittel-Riegeln, und dennoch war es schwierig für ihn, sich überhaupt darauf zu konzentrieren. In der unbeschwerten Atmosphäre, in der seine Brüder lachten und die Kinder herum plapperten, hatte Jesse dich schweigend beobachtet, während du mit Suu sprachst, und ein Lächeln auf deinem Gesicht lag. Vom ersten Moment an war er von deinem Wesen und deiner Leichtigkeit angezogen. Du hattest wahrscheinlich nicht die geringste Ahnung von deiner Wirkung auf ihn, während er sich wünschte, er könnte... „Gefährliche Gedanken“, hatte er sich selbst ermahnt und versucht, nicht auf dich zu starren.

Bei Sonnenuntergang hattest du gesagt, dass du nach Hause gehen würdest, und Rex hatte Jesse mit einem Grinsen im Gesicht befohlen, dich nach Hause zu begleiten. Verdammt, zumindest einer von ihnen schien etwas bemerkt zu haben.

Und so kam es, dass Jesse neben dir durch die weitläufigen Sümpfe zu deiner Farm ging. Es dämmerte bereits, die schwüle Luft hatte sich etwas abgekühlt und im grünen Schimmer der bevorstehenden Nacht lag das Versprechen auf etwas Besonderes. Er passte seine langen Schritte an deine an, und während du über dies und das sprachst, streifte seine Hand versehentlich deine. Trotz des Handschuhs war er sofort wie elektrisiert und zog seine Hand augenblicklich zurück, in der Hoffnung, dass Sie seine Anspannung nicht bemerkten.

„Wir haben es fast geschafft. Da drüben auf der anderen Seite der Weide kannst du schon mein Haus sehen.“ Du wandest ihm deinen Kopf zu und zögertest, bevor du weiter sprachst: „Musst du gleich zurück oder hast du vielleicht noch ein wenig Zeit, Trooper?“

Vermutlich wäre es das Beste gewesen, direkt zu seinen Brüdern zurückzukehren, aber deine Gesellschaft war einfach zu angenehm, als dass er sie jetzt schon hätte aufgeben wollen.

„Wir werden morgen früh abgeholt, spätestens bis dahin sollte ich zurück sein“, sagte er mit einem verlegenen Lächeln.

„Was hältst du davon, dass wir uns hier noch ein bisschen länger bei den Steinen hinsetzen und den Dreifachmonden beim Aufgehen zusehen? Es gibt nichts Schöneres als das grüne Leuchten in der Luft, wenn sie über dem Horizont aufsteigen.“

Jesse hätte protestieren können, da du ein viel schönerer Anblick warst als alles, was er je zuvor gesehen hatte, aber stattdessen nickte er nur und folgte dir wortlos zu den großen Steinen im Gras. Gemeinsam saßt ihr beide eine Weile schweigend da und lauschtet dem Summen der Insekten und dem entfernten Grunzen der Eopies.

„Gut, dass wir auf die Weiden mit den Eopies gestoßen sind. Dass ich die Lawquanes gefunden habe, hat Rex wahrscheinlich das Leben gerettet“, brach er schließlich das Schweigen, und wusste nicht, was er sonst sagen sollte.

„Ja, ihr hattet wirklich Glück. Vor ein paar Jahren gab es diese Weide noch gar nicht“, sagtest du. „Früher waren hier überall Wiesen, auf denen ich mit meinen Geschwistern und Freunden meine Kindheit verbracht habe. So viele glückliche Jahre, bevor der Krieg schließlich seinen Weg nach Saleucami fand. Auch wenn es hier draußen eher friedlich ist, ist das wohlige Gefühl der Geborgenheit seit gestern für immer verschwunden."

Wie beängstigend muss die Situation für dich sein, dachte Jesse, letztendlich von den schrecklichen Ereignissen der Klonkriege hier im Outer Rim heimgesucht zu werden. Sein ganzes Leben lang hat er nichts anderes als den Krieg gekannt und wurde dafür sogar gezüchtet. Ohne ihn würde er nicht einmal existieren. Aber du... Plötzlich fragte er sich, wie dein Leben war, bevor es diesen Krieg gab. Vielleicht könnte er dich kurz ablenken und deine Gedanken etwas aufhellen.

"Wie war das damals?" fragte er.

„Damals? So lange ist das nun auch wieder nicht her“, kichertest du und Jesse spürte, wie seine Wangen rot wurden. Verdammt, das mit dem Alter ist auch schwer einzuschätzen, wenn man selbst erst zehn Jahre alt ist und den Körper eines Zwanzigjährigen hat.

Und dann hast du ihm von Horden ausgelassener Kinder erzählt, die durch die Sümpfe getobt waren und vorgaben, Entdecker der Galaxis zu sein. Die davon geträumt hatten, die besten Piloten von hier bis zum Inneren Kern zu werden, und sich gegenseitig unterstützt und getröstet hatten, als sie langsam erwachsen wurden. Du hast ihm von kichernden Mädchen und frechen Jungs erzählt, die nach und nach von Freunden zu lästigen Weggefährten wurden... nur um dann plötzlich auf eine ganz andere Weise interessant zu werden. Du hast von klopfenden Herzen und heimlichen Küssen im hohen Gras gesprochen.

Jesse hörte dir aufmerksam zu. 'Wie es sich wohl anfühlen würde, ein verliebter Teenager zu sein?' fragte er sich. Als Klon hatte er kein Recht auf solcherlei Dinge. Alles, was er hatte, waren Vorschriften – mit den strikten Anweisungen, was für seinesgleichen alles nicht in Frage kam. Daran hat sich natürlich nie einer gehalten! Belanglose Rendezvous waren praktisch ein Teil der meisten Landgänge, verboten oder nicht. Doch sich zu verlieben, sich dem Gefühl hinzugeben, etwas Neues und Aufregendes zu entdecken, blieb ihm wie den meisten seiner Brüder verwehrt.

Ohne dass er es zuerst bemerkte, hattest du aufgehört zu reden und ihn mit gespannten Augen und einem amüsierten Lächeln auf deinen Lippen angesehen. Lippen, so sanft geschwungen, dass er sie am liebsten geküsst hätte. Alles, was er tun müsste, wäre, sich nach vorne zu lehnen ...

„Was denkst du, Jesse?“

Der Klang seines Namens, der von deinen Lippen kam, ließ sein Herz schneller schlagen.

"Ich frage mich, wie es gewesen wäre...", er wurde plötzlich nervös, bei dem was er sagen wollte, "wenn ich das auch hätte erleben können."

“Was? Meinst du auf einer Wiese zu spielen – oder küssen?“ Der sanfte Ausdruck auf deinem Gesicht, die Art, wie du ihn so intensiv beobachtest, ließ seinen Verstand kreisen.

„Hey! Natürlich habe ich schon geküsst. Eigentlich sogar ziemlich oft! Ich meine, es ist ja auch…“, er brach schließlich verlegen ab und rieb sich mit der Hand über den Nacken. Nein, das war es nicht, was er sagen wollte. Er atmete scharf ein und versuchte es noch einmal: "Auf Kamino gibt es nur Wasser und die Einrichtungen dort sind kalt und steril. Dort gibt es keine Wiesen. Hat aber nicht weiter gestört, weil das Training uns Kadetten sowieso den ganzen Tag lang auf Trab gehalten hat und uns auf unser Leben als Trooper vorbereitet hat. Und das ist auf Coruscant jetzt nicht anders", er hielt kurz inne, bevor er fortfuhr. „Nein, was ich eigentlich sagen wollte, ist … wie es ist, sich zu verlieben."

Da war es! Das Eingeständnis seiner – Unerfahrenheit – in bestimmten Dingen. Und zum Teufel, trotz seines üblichen Selbstvertrauens, trotz allem, was er in den letzten Jahren durchgemacht hat, fühlte sich Jesse plötzlich unsicher. So wie es damals gewesen wäre.

"Das ist schade." Deine Stimme klang mit einem Mal so weich, leiser als zuvor. Plötzlich schlug ihm das Herz bis zum Hals, als du dich leicht nach vorne lehntest, und ihm tief in die Augen sahst. Dein Finger fuhr langsam über seine Armschiene und er verfluchte das Plastoid, das ihn davon abhielt, die sanfte Berührung auf seiner Haut zu spüren.

„Möchtest du es herausfinden?“

„Ja“, antwortete er heiser.

Und dann beugtest du dich vor und verringertest die Distanz zwischen euch beiden, bis eure Gesichter nur noch um Haaresbreite voneinander entfernt waren, und deine Augen währenddessen nie von seinen abließen. Die Zeit stand still, als deine Lippen seine berührten und ihr beide einfach regungslos den Moment genosst. Seine Augen waren noch immer offen, als du dich zurücklehntest und den Kopf auf die andere Seite neigtest. Deine Nase streifte seine und er spürte deinen warmen Atem auf seinen Lippen. Und als deine Hand sein Gesicht umfasste, als dein Daumen sanft seine Wange streichelte, fielen ihm schließlich die Augen zu und er küsste dich erneut. Und dabei fühlte er, wie er sich entspannte, seine Schultern sanken und die übliche Anspannung in ihm verschwand.

Jesse nahm dein Gesicht in seine Hände, aber er trug immer noch seine Handschuhe. Ohne den Kuss zu unterbrechen, streifte er sie ab und warf sie beiseite, begierig darauf, deine Haut unter seinen Fingerspitzen zu spüren. Als du deine Arme um seinen Hals schlangst, vergrub er seine Hand in deinem Haar und lies deine Strähnen durch seine Fingern gleiten. Schließlich zog er dich noch fester an sich heran und seine Hände wanderten hinab zu deinem Nacken und hielten dort inne. Ja stimmt, er hat schon früher geküsst, aber noch nie hat es sich so angefühlt. Die Schmetterlinge flatterten nur so in seinem Bauch, als er in dem Kuss dahin schmolz. Seine Zunge streifte über deine Unterlippe und du und ließt ihn herein, erlaubtest ihm sanft, jeden Zentimeter deines Mundes zu erkunden. Verdammt, er hatte keine Ahnung, was ihm entging, als ihm das Vergnügen verwehrt wurde, ein verliebter Teenager zu sein. Und obwohl er inzwischen ein ausgewachsener Mann war, war das Gefühl dennoch dasselbe. Der Duft des umliegenden Grases erfüllte seine Wahrnehmung, die Wärme deines Körpers sickerte in ihn. Deine Lippen waren weich und du schmecktest nach Sommer und Nachtluft und den süßesten Früchten. Und er würde nie genug davon bekommen …

Er verbrachte Stunden damit, dich zu küssen und sich küssen zu lassen. Eure Lippen trafen sich immer wieder, süß, weich, voller unersättlicher Sehnsucht. Mit der Zeit wurde Jesse ein wenig mutiger und fuhr mit seinen Händen an deinen Seiten auf und ab. Er betastete deine Kurven durch den Stoff deines Shirts. Und selbst wenn er sich davon abhielt, seine Hände unter dein Shirt zu schieben, um mehr von deiner nackten Haut zu spüren zu können, war das Gefühl dennoch unvergleichlich intensiv. Er fühlte dein Zittern und stöhnte leise in den Kuss hinein, als du bei seiner Berührung zur Antwort leise seufztest.

Irgendwann trennten sich eure Münder widerwillig und er beobachtete dich mit seinen sanften, bernsteinfarbenen Augen. Tief in seinem Inneren hoffte er, dass du die Bedeutung seiner Hingabe für dich spüren würdest. Für das Geschenk, das du ihm gemacht hast. Er strich mit seinen Fingern über deine Wange, während er nach Worten rang.

"Wie soll es jetzt weitergehen?" fragte er leise.

„Ich weiß nicht“, hast du geantwortet, „du bist morgen weg.“

"Möchtest du…?"

"Nein. Verlieben braucht Zeit. Und wir hätten es nicht richtig gemacht, wenn wir die Dinge überstürzen würden.“

Ihr wusstet beide, dass es für euch kein Morgen gibt, aber für einen Abend lang habt ihr so getan, als gäbe es eines. Als er dich ansah, sah er deine leuchtenden Augen im Mondlicht schimmern und ein strahlendes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus und etwas funkelte in seinem Blick.

„Cyar’ika, wenn du denkst, dass du mich so leicht los wirst, muss ich dir leider sagen, dass du dich irrst.“

Jesse gab dir seine persönliche Comlink Nummer, in der verzweifelten Hoffnung, dass du ihn kontaktieren würdest. Vielleicht eines Tages. Aber als er sich eine halbe Stunde später in Cuts Scheune zum Schlafen legte, die neugierigen Blicke und anzüglichen Kommentare seiner neugierigen Brüder ignorierte, hörte er bereits das leise Summen, nach dem er sich sehnte.

"Gute Nacht und süße Träume mein Schatz."

Jesse stieg am nächsten Morgen mit einem unbeschreiblichen süßen Schmerz in der Brust in das Shuttle ein. Und als er sah, wie die Oberfläche von Saleucami langsam unter ihm verschwamm, wusste er sicher, dass er so schnell wie möglich zu dir zurückkehren würde.

 

 

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