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Characters:
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Language:
Deutsch
Collections:
Crabbie Wichteln 2022
Stats:
Published:
2022-12-01
Words:
1,462
Chapters:
1/1
Comments:
4
Kudos:
20
Bookmarks:
1
Hits:
103

Liebe und Mistelzweig

Summary:

Wiktor, Vincent und Adam haben ein Date auf dem Weihnachtsmarkt.

Notes:

Work Text:

Wie durch ein Wunder hatten Vincent und Wiktor an Heiligabend den Nachmittag freibekommen. Karol war erstaunlich guter Laune gewesen, als die beiden sich in sein Büro gedrängt hatten, Adam im Schlepptau. Vielleicht war die Weihnachtsstimmung bereits auf ihn übergegangen, oder Vincents Augenklimpern und Dackelblick hatten ihn gütig gestimmt. Nur Adam war nicht so glücklich gewesen. Zwar hatte er zunächst ebenfalls frei bekommen, jedoch war ihm zwei Tage vor Heiligabend ein dummes Missgeschick passiert, in dem zwar nichts Schlimmes passiert, aber mehrere Akten durcheinander gebracht und sein letzter Rapport gelöscht worden waren. Als Bestrafung musste er jetzt doch ein paar Stunden länger bleiben, um das ganze wieder in Ordnung zu bringen.
Seine Enttäuschung war groß gewesen und er hatte sich Vorwürfe gemacht.
„Wir hatten uns doch vorgenommen, uns drei einen ruhigen Tag zu machen. Und jetzt hab ich es ruiniert." Nur unter längeren Tröstungsversuchen hatten seine beiden Partner es geschafft, ihn zu beruhigen.
„Wisst ihr was?" hatte Wiktor schließlich vorgeschlagen, „wie wäre es, wenn wir zusammen auf den Weihnachtsmarkt gehen würden? Du könntest nach der Arbeit sofort hinkommen und dann treffen wir uns dort. Dann machen wir uns einen schönen Abend. Wir beide waren ja sowieso schon ewig nicht mehr auf einem Weihnachtsmarkt."
Vincent war sofort begeistert. In den letzten paar Wochen ihrer Beziehung hatte sich herausgestellt, dass Vincent ein großer Fan von Feiertagen war. An Halloween hatte er darauf bestanden, sie mit nach Berlin zu einer Party seiner früheren Studienfreunde zu nehmen. Er hatte Adam sogar dazu überreden können, ein Accessoire mit Katzenohren auf dem Kopf zu tragen, was Wiktor unendlich süß gefunden hatte, auch wenn er sie nur auf der Party selbst und nicht draußen getragen hatte. Nun hatte Vincent sich bereits seit 3 Wochen damit beschäftigt, Weihnachtsdekorationen aufzuhängen, Keckse zu backen und Weihnachtslieder zu hören. Und, nach und nach, hatte er Wiktor und Adam damit angesteckt. Schließlich stimmte auch Adam dem Plan zu.
...................

„Wo bleiben, die beiden nur?" Adam stand um Punkt 17 Uhr dreißig vor dem Eingang des Weihnachtsmarkt. Aber von Wiktor und Vincent fehlte noch jede Spur. Dabei hatte er ihnen eine SMS geschrieben, als er das Büro verlassen hatte.
„Wir sind gleich so weit. Kannst dich auf was freuen ;)" hatte Vincent geantwortet.
Worauf Adam sich definitiv nicht freute war, sich den Arsch abzufrieren bis seine Partner endlich auftauchen würden. Er kramte in seiner Jackentasche nach einer Zigarette. Vincent war eigentlich der einzige, der regelmäßig rauchte, und Adam rauchte ab und zu eine mit, wenn er einen stressigen Tag gehabt hatte. Heute jedoch brauchte er die Hitze. Er hatte sie sich gerade angezündet, da sah er in der Ferne zwei winkende Gestalten auf ihn zukommen.
„Ihr habt euch ja Zeit gelassen," brummte er.
„Sorry, mein Schatz, aber- " Vincent drückte ihm einen Kuss auf die Wange, „Perfektion braucht ihre Zeit."
Tatsächlich hatte er sich sehr schön herausgeputzt, wie Adam sich eingestehen musste. Er war ganz in Schwarz gekleidet, bis auf einen rot-weiß gestreiften Schaal. Sein eleganter Mantel reichte ihm bis zu seinen Knien und wurde in der Mitte, an der Taille, von einem breiten Gürtel eng zusammen-geschnürt.
Unter dem Mantel konnte Adam Stiefel mit einem leichten Absatz erkennen.
„Sehr schön," gab er zu.
Vincent lachte und die Grübchen in seinen Wangen traten hervor. „Ich danke dir, aber ich habe nicht von mir geredet." Verwirrt zog Adam eine Augenbraue hoch. „Ich hatte dir doch eine Überraschung versprochen.“ Wiktor trat einen Schritt näher an sie heran und legte einen Arm um Adams Schultern.
„Überraschung." Adam viel fast die Zigarette aus dem Mund, als er sah, dass Wiktor geschminkt war. Nicht viel - weniger auffällig als Vincent, dessen Augen noch etwas stärker als sonst umrandet waren - aber, doch, er konnte es nun deutlich erkennen. Da war eine sehr dezente grüne Linie über seinen Augen, und seine Wangen waren leicht gerötet. Von weitem würde es nicht auffallen, aber es sah...schön aus.
„Ich glaub, ihm hat's die Sprache verschlagen", lachte Vincent und klaute Adam die Zigarette aus dem Mund.
„Es ist...du...siehst sehr schön aus" bekam er schließlich hervor.
Wiktor strahlte. „Danke, es ist etwas ungewohnt, aber Vincent ist ein Profi und, jetzt für dieses eine Mal, bin ich auch ganz zufrieden." Adam schenkte ihm einen Kuss.
„Mission accomplished" sagte Vincent.
..............
Sie entschlossen sich dazu, erstmals etwas Kleines essen zu gehen. An einem der kleinen Holzstände holten sie sich schließlich jeweils eine Waffel, bevor sie weiter über den Weihnachtsmarkt schlenderten.
„Ich hab schon seit Ewigkeiten keine Waffel mehr gegessen", sagte Vincent, der die seine mit beeindruckender Geschwindigkeit verschlang.
„Du...ähm...hast da etwas Puderzucker auf der Nase", stammelte Adam.
„Immer noch? Wo?" Sanft nahm Adam sein Gesicht in seine Hände und wischte den weißen Fleck von seiner
Nasenspitze.
„Alles weg?" Vincent umgriff sein Handgelenk bevor er seine Hand wegziehen konnte und presste einen sanften Kuss auf seine Handfläche. „Danke." Er ließ ihn los und nahm stattdessen Wiktors Hand. Entschuldigend hob er seine andere Hand, in der sich noch der Rest der Waffel befand, hoch. „Gehen wir weiter? Ich hab gehört, dass man hier Schlittschuhlaufen kann."
Tatsächlich befand sich in der Mitte des Platzes eine Eislaufbahn. Vincents Augen blitzten auf als er sie sah. Wiktor und Adam warfen sich einen Blick zu, der nicht gerade von Begeisterung sprach. Vincents wurde ernst.
„Ihr braucht euch nicht zu entschuldigen. Ich möchte nicht, dass ihr etwas tut, bei dem ihr euch unwohl fühlt." Er lächelte und zwinkerte ihnen zu: „Und ich mag es sowieso, ein Publikum zu haben." Dann verschwand er auch schon die kleine Treppe hinauf um sich Schlittschuhe auszuleihen.
Wie sich herausstelle, mochte er Schlittschuhlaufen nicht nur sehr gerne, er war auch richtig gut darin. Schnell flitzte er um das Feld, zwischen den anderen Leuten hindurch. Als er schließlich wieder vor Adam und Wiktor angekommen war, drehte er zwei Pirouetten, warf ihnen eine Kusshand zu, und raste wieder davon.
Seine beiden Partner sahen einander lächelnd an.
„Danke, dass du mit gekommen bist, Adam. Ich weiß, du wolltest eigentlich einen ruhigen Abend haben. Es ist sehr schön, mit euch beiden hier zu sein." Adam schaute zu Vincent herüber, der immer noch Pirouetten drehte.
„Wir sind beide sehr glücklich. Ich bin auch froh, hier zu sein." Er gab Wiktor einen Kuss.
WAM! Vincent landete vor ihnen, bremste ab, in dem er, nun doch etwas ungelenk,
gegen die Wand fuhr. „Ich dachte schon, ich müsste einen Mistelzweig holen. Alles in Ordnung bei euch?“
Wiktor grinste. „Alles bestens.“

..........
Sie spazierten noch eine Weile gemeinsam über den Weihnachtsmarkt ohne mehr zu kaufen als etwas Glühwein. Als die drei spät am Abend nach Hause kamen, zögerte Adam einen Moment lang, bevor er die Tür schloss. „Ähem," räusperte Wiktor sich hinter ihm.
Als er sich zu seinen Partnern umdrehte, grinsten sie ihn an. Vincent hielt einen Mistelzweig in seiner Hand und wirbelte damit in der Luft herum. Seinen anderen Arm hatte er um Wiktor gelegt. Adam konnte sich sein Lächeln nicht verkneifen, als er auf sie zu ging.
„Es ist Tradition." Mit gespielter Entschuldigung ergriff Vincent seine Hand und zog ihn näher an sie ran.
Als er sich von dem Kuss löste, sagte Adam schließlich: „ich...hab da nochwas für euch beide. Geht schonmal ins Wohnzimmer."
Adam ging in ihr gemeinsames Schlafzimmer und kramte eine Kiste aus dem hinteren Teil des Kleiderschranks hervor. Er stelle sie auf dem Bett ab und hob den Deckel hoch um sich zu vergewissern, dass alles genauso aussah, wie er es sich vorgestellt hatte. Zufrieden und nervös hob er sein Geschenk hoch und ging zu seinen Partnern ins Wohnzimmer. Er versteckte sein Geschenk hinter seinem Rücken, als er das Zimmer betrat.
„Was ist es?" frage Wiktor neugierig.
„Ich bin gespannt," sagte Vincent.
Die beiden saßen nebeneinander auf dem Sofa. Adam stellte sich vor sie und holte tief Luft. Er spührte, wie ihm sie Röte ins Gesicht schoss.
„Also...es ist ja bald Weihnachten und da gibt es eine spezifische Tradition, die ich als Kind immer gern gemocht, aber an der ich nie teilhaben konnte. Es...normalerweise...Ich bin kein richiger Weihnachtens Mensch. Ihr wisst das. Aber, ich hab gesehen, welche Mühe du dir gemacht hast, Vincent, und wie du gestrahlt hast, als du die Lichterketten zum ersten Mal angemacht hast und es war der schönste Anblick, den ich je gesehen habe. Und du, Wiktor, hast letzte Woche diese unglaublichen Zimtkeckse gebacken und sie mir morgens zusammen mit einem Kafee ans Bett gebracht. Und ihr habt mich beide in den Arm genommen, als mich diese liebevolle Geste überwältigt hat. Ich...ich wollte euch etwas geben, um Danke zu sagen und um zu zeigen, wie sehr ich...wie sehr ich euch liebe. Also-" er holte nochmal tief Luft, „es ist kitschig, ich weiß, aber, ich habe das hier für euch- für uns- anfertigen lassen."
In seinen Händen hielt er ein „Merry Christmas" Lebkuchenherz mit ihren drei Namen drauf geschrieben.