Actions

Work Header

Wars of Rock - Eine Bandgeschichte

Summary:

Es ist Akashis Traum, eine Band zu gründen. Nun, ja, vielleicht nicht sein Traum, eher eine Notwendigkeit. Midorima findet die ganze Idee absolut idiotisch und fragt sich, wie er Akashis Plänen entfliehen kann. Aomine schlägt die Drums wie kein anderer, langweilt sich aber. Kise spielt zwar nur die Violine, ist jedoch davon überzeugt, dass er perfekt in die Band passt. Murasakibara ist müde und Kuroko versucht zu leben.

Chapter 1: Erster Saitenschlag

Chapter Text

 

Akashi weiß, dass er etwas tun sollte, dass er etwas tun muss. Er hat schon viel zu lange nichts getan und seinen Vater machen und planen lassen, wie er wollte.
Heute hat er die Grenze überschritten, die Akashi zu dulden bereit war:

„Nach dem gestrigen Treffen mit deinen Lehrern bin ich sehr zufrieden mit dir, Seijuuro.“, begann das Gespräch. Einfach und unschuldig. Eine Vorbereitung auf das kommende Geschäftsgespräch. Akashi kennt seinen Vater gut genug. Er hätte wissen müssen, dass das nicht alles war. Aber es ist eine Nerv tötende und schlechte Angewohnheit seines Vaters, ihn immer wieder aufs Neue zu überraschen:

„Ich habe mir Gedanken über deine Zukunft gemacht und entschlossen, dass du nach dem Studium“, Studium? Welches Studium? Da stand doch noch gar nichts fest, „erst einmal ein Praktikum in einem kleineren Unternehmen absolvierst, das nicht zur Akashi Corporation gehört, bevor du dann ein Teil meines Unternehmen wirst. Das wird es dir später einfacher machen.“
Akashi ist sich nicht sicher, ob er die Logik seines Vaters versteht oder ob er nicht gerade halluziniert.
Wie soll er es bitte leichter haben, wenn er den verzweifelten Arbeitern einer kleinen, existenzbedrohten Firma ausgesetzt ist?

„Mach dir keine Sorgen um das Organisatorische, darum kümmere ich mich. Ich habe auch schon ein Unternehmen für dein Praktikum im Blick.“

Akashi ist sprachlos und verwirrt. Sein Vater wendet sich wieder dem Frühstück zu. Heute ist es ein europäisches mit Brötchen und Ei und anderem Aufschnitt. Neben ihm liegt die aufgeschlagene Zeitung, vermutlich kontrolliert er nebenbei den Wirtschaftsteil.
Und Akashi weiß noch immer nicht, was er antworten soll. Das Gespräch, das keines war, ist beendet.

 

Shintaro ist überrascht, als er Akashi mit verkniffenem Gesicht aus dem Wagen vor den Schultoren aussteigen sieht. Sein bester Freund zeigt selten, wenn etwas nicht so läuft, wie er es geplant hat. Es kommt auch nicht oft vor, dass sich ihm jemand widersetzt. Aus diesem Grund ist sich Midorima ziemlich sicher, dass es wieder einmal eine Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn gab, die Akashi verloren hat. Seine Neugierde lässt schlagartig nach. Man beteiligt sich nicht an den Kämpfen zweier ausgehungerter Wölfe, die sich um ein saftiges Steak streiten. Man sucht das Weite.

„Mein Vater hat den Verstand verloren.“, begrüßt ihn Akashi nach Schulschluss. Das „Guten Tag, Akashi“ bleibt ihm im Halse stecken. Flucht: Misslungen. Dabei hatte er sich den ganzen Tag so wacker geschlagen.
Shintaro seufzt.

„Was hat er getan, dass du so über ihn sprichst?“ Er schaut sich mit einem vielsagenden Blick um. Sie sind nicht alleine auf dem Schulhof.
Akashi verdreht die Augen in offensichtlicher Manier. Beinahe zuckt Midorima aufgrund der recht rüden Geste zusammen. Es ist Akashis Art von Warnung, ihn nicht noch einmal zu unterschätzen. Sein Freund hat nicht vergessen wo sie sind und wer alles mithören könnte.
Folgsam läuft er hinter Akashi her, der sich in Bewegung gesetzt hat und auf eine der Bänke zusteuert. Sie sind aus Holz und nicht besonders bequem, aber für ihr Gespräch werden sie wohl reichen. Zögernd setzt sich Shintaro neben Akashi und achtet darauf, mindestens fünfzig Zentimeter Abstand zwischen ihnen zu lassen.

„Heute morgen hat mir mein Vater unterbreitet, welche Pläne er für meine Zukunft hat“, beginnt Akashi und Midorima kann schon jetzt teilweise verstehen, warum das seinen Freund so frustriert, „Er hat mir erklärt, dass ich nach meinem Studium ein Praktikum in einem kleinen Unternehmen machen werde, das nicht Teil der Akashi Corporation ist. Danach würde ich dann in sein Unternehmen eintreten.“
Shintaro ist überrascht. Unbewusst zieht er seine Augenbrauen zusammen und runzelt die Stirn.

„Wir sind erst fünfzehn und er weiß schon jetzt, was du studieren willst beziehungsweise dass du an einer Universität angenommen wirst? Ist das nicht etwas utopisch. Selbst wenn er Akashi heißt, kann er dich nicht an die Uni bringen, wenn du nicht die nötigen Noten dafür vorweisen kannst.“

Akashi fixiert Midorima mit einem kalten Blick.

„Ein Akashi verliert nicht. Er ist absolut. Demnach werde ich die Noten erreichen, die ich für das Studium benötige, das mein Vater für mich vorgesehen hat.“ Akashi hält inne, als ob er sich vergewissern wolle, dass Midorima alles verstanden hat.

„Der springende Punkt ist nicht, dass mein Vater voreilig plant“, erklärt Akashi,  „Wichtig ist, dass ich nach der Schule nicht gleich studieren möchte, um dann in einer winzigen, bedeutungslosen Firma mein Dasein zu fristen, für wer weiß wie lange.“

„Okay“, Shintaro sammelt sich, „Fakt ist, dass du vor kurzem noch in das Unternehmen deines Vaters einsteigen wolltest, um es-“

„-um es erben zu können. Das will ich auch immer noch!“, unterbricht Akashi seinen Freund. Unruhig steht er von der Sitzbank auf und bleibt mit dem Rücken zu Midorima stehen. Sein Blick richtet sich zum Himmel.
Shintaro fährt sich verwirrt durch die Haare. Kann sich Akashi nicht endlich mal entscheiden?

„Natürlich möchte ich das Unternehmen erben und es leiten. Aber bis das passiert, dauert es noch Jahre und die möchte ich nicht alle in einem kleinen Unternehmen oder als einfacher Arbeiter in der Akashi Corporation verbringen. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, dass ich meinem Vater zeigen muss, dass ich nicht so leben möchte, wie er es gerne hätte, statt es ihm nur zu sagen. Ein einfaches Gespräch würde bei ihm nur untergehen. Taten sagen mehr als Worte.“, Akashi dreht sich mit einem gefährlichen Grinsen auf den Lippen ruckartig um und schaut Midorima in die Augen, „Findest du nicht auch, dass uns ein rebellisches Rockerleben unglaublich gut stünde, Shintaro?“

Midorima entgleisen die Gesichtszüge. Wann hat Akashi das bitte schön entscheiden können? Während der vierzigminütigen Autofahrt von seiner Villa zur Schule? Diesen Vorschlag kann er unmöglich ernst meinen.

„Wir spielen doch noch nicht einmal ein Instrument!“, entflieht es ihm verzweifelt.