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Die Goldene Stunde schimmerte bereits durch die Bogenfenster und er saß weiterhin hier. Die
schweren Augen betrachteten seine Zeichnungen auf dem Papier der Wirtschaft. Karikierte
Lokalbesucher, einige gekrizelte Melodien und Gesprächsfetzen, die er verwandte. Er wollte
gerade ein weiteres Glas bestellen, als sich eine breite Schnauze auf seinen rechten Unterarm
legte. Ein Winseln. „Hat Nanette dich nicht gefüttert? – Ach, nein, du hast die Reste entdeckt.
Hier nimm Kunzens.“
Der dunkle Hund verschlang die Überbleibsel einer Putenbrust, nur um sich danach mit
seinem gesamten Körper an die hagere Gestalt zu lehnen. „Nein, nein, Pollux, sonst schilt
mich Nanette.“ Der Hund schnaufte verächtlich. „Was sagst du? Kein ordentliches Fressen?“
Er stand auf. „Dir, dem Treuesten deiner Artgenossen, geben sie kein vernünftiges Mahl?“
Pollux bellte zur Bestätigung und blickte in Richtung der Tür. „Ruft dich die Weite, mein
Freund? - So lass uns gehen. Der Tag verspricht gut zu werden.“ Trunken nahm Hoffmann
seinen Gehrock, warf ihn sich ungelenk über, sagte noch flüchtig „anschreiben“ zu Nanette
und riss die Tür auf. Hier konnte er durchatmen. Hier wurde Pollux zu Berganza.
„Nun denn, wohin strebt es dich, mein Bester?“ Doch Berganza antwortete nicht und schlug
die ihm bekannte Route ein: raus aus der Stadt und immer weiter an der Regnitz entlang,
wohin ihm sein angeschlagener Kumpan folgte. „Singen müsstest du jetzt noch können,
Berganza. Singen für unsere Wanderung! Den Bariton beherrschst du gut, dein Bellen und
Knurren verraten es mir. Wenn ich einem Hund nun auch noch Unterricht geben würde, das
wäre ein Spektakel! Den Don Giovanni? Oder lieber den Papageno?“ Der Hund nieste. „Was?
Du widersprichst?“ Hoffmann wurde langsamer und sah nur noch, wie Berganza vor ihm
hertrottete. „Weißt du, dass wir Menschen einen negativen Ausdruck haben, der gleichzeitig
deine Art beschreibt? Bis vor Kurzem war ich mir ungewiss, woher dieser rührt, jedoch kehrt
allmählich Licht ins Dunkle.“ Berganza blieb stehen und blickte ihn an. „Verzeih mir. Es ist
eine üble Angewohnheit.“
Der Hund ignorierte das Gesagte und ging über die Wiese, hinunter
zum Fluss. Ruhig zog er am Tier vorbei, grüßte ihn mit Insekten und schickte schnatternde
Enten als Gefährten. Mit einem schmerzverzogenen Gesicht setzte sich auch Hoffmann in das
klamme Gras. „Dich stört sowas nicht, hm?“ Doch Berganza fixierte die Enten, während
Hoffmann aus seinem Leben erzählte, nur damit er beim nächsten Hinblicken mitbekam, dass
Berganza fort war.
