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Ein Stück des Weges (Part of the Way)

Summary:

Alternatives Ende für die Krawattenszene und Jacks späteren Besuch und Happy End 😀

Chapter 1: Die Krawatte des Anstoßes

Chapter Text

 

"Sie haben Sie völlig zerknittert" Jack betrachtete die Seidenkrawatte in seiner Hand. Noch ehe er reagieren konnte, hatte Sie ihm die Krawatte aus der Hand genommen und kam auf Ihn zu. Wie jedes Mal, wenn Sie sich ihm näherte, konnte er ihr französisches Parfüm riechen und auch dieses Mal begann sein Herz schneller zu schlagen.  Er wusste schon lange, dass er tiefe Gefühle für Sie hegte, jedoch beherrschte er sich so gut er konnte, da er ebenfalls wusste, dass er nicht einer von vielen sein konnte.

Aber auf der anderen Seite versuchte er zu ergründen, was sich für eine Sache zwischen ihnen abspielte. Er war sich sicher, dass er Ihrer Anziehungskraft mit jedem Tag weniger widerstehen konnte. Es schmerzte Ihn in dieser Situation besonders,  dass er sich sein Dilemma wieder vor Augen geführt hatte. 

 

"Ach kommen Sie schon" , Phryne stand jetzt unmittelbar vor Ihm und riss ihn somit aus seinen Gedanken, die ihn mal wieder nirgendwo hin geführt hatten. 

 

Bevor er wusste, wie Ihm geschah, begann Sie Ihm die Krawatte umzubinden. Ohne Nachzudenken, fast aus Reflex neigte er den Kopf. Er konnte durch den dünnen Stoff seines Hemdkragens fast Ihre Finger auf seiner Haut spüren. An den Stellen in seinem Nacken fühlte er das wohlbekannte Kribbeln, dass jedes Mal auftrat, wenn Sie Ihn berührte.

 

"Ich bin absolut in der Lage, meine Krawatte selbst zu binden, Miss Fisher", sagte er mit Nachdruck und ergriff Ihre Hand, um Sie davon abzuhalten weiterzumachen.  Er sah Sie nun direkt an und merkte dabei, dass er Ihr sehr nah war. Es trennten Sie nur ein paar Centimeter. 

 

"Schade. Mein doppelter Windsor sucht seines gleichen!"

Phryne warf ihm einen herausfordernden Blick zu und gleichzeitig bemerkte er wie es in Ihren Augen schalkhaft aufblitzte. Oh wie oft hatte er schon in diese Augen geblickt und wäre fast darin verloren gegangen.  Er stellte fest, dass er immer noch Ihre Hand hielt und Sie keinerlei Anstalten machte, sich von Ihm zu entfernen. 

 

Er spürte Ihre Nähe und das Knistern, das Sie und ihn stehts umgab, wenn Sie sich nahe waren.  Immer wieder fand er sich in Situationen wieder, in denen er ihr nahe war. Jedoch hielt er sie meistens auf Abstand. Was Ihrerseits meistens mit noch heftigerer Flirterei quittiert wurde. Er merkte, dass es Ihm heute besonders schwerfiel ihr zu widerstehen.  Er wusste, er hatte einen besonderen Platz in Ihrem Leben inne. Jedoch wie besonders dieser Platz war, das konnte er nicht sagen. 

 

"Phryne, ich…." begann er, doch kam er gar nicht weiter, da Sie ihm mit der anderen, noch freien Hand den Zeigefinger auf die Lippen gelegt hatte. Dort wo ihr Finger nun lag, fühlte er wie sein Mund anfing zu kribbeln. Ein Blick in Ihr Gesicht zeigte ihm, dass Sie lächelte. Mit seiner noch freien Hand zog er Sie näher an sich heran. Nun nahm sie Ihren Zeigefinger von seinen Lippen und legte stattdessen die ganze Hand auf seine Wange und bewegte sie ganz sanft, sodass er die Bewegung fast nicht spüren konnte, sie ihm aber gleichzeitig einen Schauer über den Rücken jagte.

 

Er merkte in diesem Moment, wie seine Zurückhaltung unter Ihrer Berührung dahinschmolz.

Er wollte nun herausfinden, ob es nur oberflächliche Flirterei war oder ihre Gefühle für ihn vielleicht genauso tief waren, wie seine für Sie.

 

Ohne noch lange nachzudenken, ließ er Ihre andere Hand los und legte seine nun freie Hand seinerseits an Ihre Wange und einen Teil ihres Haares. Seine andere Hand lag nur etwas oberhalb ihrer Hüfte. Er schaute ihr direkt in die Augen, um zu ergründen, ob er sie vielleicht bedrängte. Sie nickte ganz leicht und das war für ihn das Zeichen fortzusetzen, was er beabsichtigte zu tun.

Er zog sie nun vollends zu sich heran und küsste sie.

 

Zuerst spürte er Ihre Verwirrung und Überraschung, da Sie damit bestimmt nicht gerechnet hatte.

Dann im nächsten Moment begann Sie seinen Kuss zu erwidern und er merkte, dass auch Sie viel zu lange auf diesen Moment hatte warten müssen. 

Er wollte ihr zeigen, dass es ihm ernst war und drückte sie nur noch fester an sich. Er bemerkte, dass sich ihre andere Hand nun in seinen Haaren befand und diese zerzauste. Er intensivierte das Aufeinandertreffen Ihrer Lippen und küsste Sie forscher und fordernder. 

Doch leider hörte aus dem Vorzimmer die Stimme von Hugh, der rief

 

"Sir, Inspector Robinson ist in seinem Büro "

 

Da Jack ganz genau wusste, wer gleich zur Tür herein stürmen und wenig begeistert sein würde, sie hier vorzufinden, löste er sich von Phryne voller Bedauern.



"Inspektor Sie stecken wahrlich voller Überraschungen", während Phryne dies sagte schenkte Sie ihm ein volles und schönes Lächeln und knuffte Ihm zärtlich in die Wange.

 

"So gerne ich das fortsetzen würde, muss ich dich leider bitten zu gehen. George Sanderson ist auf dem Weg in mein Büro und wird bestimmt wenig erfreut sein, dich hier zu finden. Ich komme heute Abend nach Wardlow und sehe nach dir."

 

Phryne nickte und machte sich zum Gehen auf als Sie ihn noch einmal ansah und feststellte, dass verdächtige Spuren in Form ihres Lippenstifts auf seinen Lippen zurückgeblieben waren. Sie reichte ihm schnell ein Bettlaken und verschwand durch die Tür in Richtung des Verhörzimmers. Sie bemerkte, wie ihr beim Gehen die Knie weich wurden. Ein alles überstrahlendes Hochgefühl stellte sich ein. Wer hätte gedacht, dass eine profane Krawatte endlich dazu geführt hat, dass er seine Zurückhaltung aufgibt und endlich das tut, was sie sich schon seit so langer Zeit gewünscht hat?  

 

Kaum hatte sich die Tür hinter ihr geschlossen, hörte Sie wie Jacks Bürotür aufgestoßen wurde und George Sanderson dasselbige betrat. 

 

Phryne überlegte kurz einfach durch die Hintertür zu verschwinden, aber Sie wäre nicht Phryne Fisher, wenn Sie nicht ein paar neue Informationen in Erfahrung bringen würde. Ihre Neugier hatte gesiegt und Sie beschloss im Gang stehend zu lauschen. 

 

"Hallo Jack, ich dachte, ich hätte Stimmen gehört?"

 

"Tut mir leid, du wirst mit mir vorlieb nehmen müssen."

 

"Gut für dich, dass ich dich nicht mit diesem Frauenzimmer erwischt habe. Schön zu sehen, dass du dich an meine Anweisungen hälst. Es ist besser für dich und deine Karriere, wenn du keine Zivilisten mehr zu deinen Ermittlungen hinzuziehst und vor allen Dingen nicht diese Frau."

 

"Gibt es einen Grund für deinen Besuch?" 

 

 "Ja den gibt es sehr wohl. ich wollte dir mitteilen,  dass die neuen Beweise, die du vorgelegt hast,  ausreichen, um eine Razzia auf der Pandarus durchzuführen. Ich wiederhole mich nur ungern, weswegen ich es dir nur noch einmal und in aller Deutlichkeit sage: Halte dich vom Hafen und vom Schiff fern oder du bist deinen Job los." 

 

Phryne konnte hören, wie Jack scharf die Luft einzog um eine Antwort auf das eben gesagte zu geben. 

 

"In was bist du hinein geraten George? Ich kann dir helfen, wenn du mich lässt." Jack sah seinem ehemaligem Schwiegervater an, dass etwas schwer auf ihm lastete.

 

Ohne ein weiteres Wort verließ der Polizeipräsident das Büro und ließ Jack ratlos zurück. 

 

Phryne hatte genug gehört und verschwand durch die Hintertür.  Konnte Sie wirklich vom Ihm verlangen, für Sie seine Karriere zu riskieren oder mehr noch seinen tadellosen Ruf? 

Ihr Hochgefühl verwandelte sich nun in Beklemmung. Was war wenn George Sanderson ihn büßen ließ, für etwas das Sie getan hatte oder noch tun würde?  Könnte Sie damit leben?