Work Text:
1780, Ein Winterball und den Schuyler Schwestern denen ist jeder verfallen.
Außer Peggy.
Peggy war immer nur ,,und Peggy"
Immer die 2. Wahl
Immer das 3. Rad am Wagen
Immer im Schatten ihrer Schwestern.
Ihre Schwestern... Peggy liebte ihre Schwestern und ihre Schwestern liebten sie, doch sie waren immer erfolgreicher. Vor allem in der Liebe.
An diesem Abend war Peggy besonders gelangweilt. Es war der jährliche Winterball und dieses Jahr war genau wie jedes andere. Ihre Schwestern standen im Rampenlicht und sie stand daneben und winkte ihnen zu. Angelica wurde von mehreren Männern angebaggert und einige schafften es auch einen Tanz mit ihr abzukriegen, doch nichts wirkte ernst. Eliza hingegen war voll und ganz einem jungen Soldaten verfallen. Er wirkte auch nicht sonderlich abgeneigt von ihr und seit einigen Stunden tanzten sie nun miteinander. Doch für Peggy war es wie jedes Jahr. Kein Glück beim tanzen, kein Glück in der Liebe. Wobei sie dieses Jahr tatsächlich mal angesprochen wurde. Sein Name war John Laurens. Sie tanzten ein wenig und suchten sich anschließend einen ruhigeren Ort. Als Peggy jedoch bemerkte, wie diese Situation höchstwahrscheinlich enden würde, lehnte sie dankend ab. Für ihn schien das kein weiteres Problem zu sein und er bedankte sich noch für den Tanz.
Peggy brauchte frische Luft als sie weiter über diese Begegnung nachdachte. Sie fühlte sich ja schon fast angeekelt. Es hatte nicht mal was mit der Situation zu tun sondern vielmehr was mit John. Er schien nett zu sein, doch sie spürte eine tiefe Abneigung gegen die Idee, was aus dieser Situation hätte werden können. Sie wusste nicht warum.
Draußen traf sie eine junge Frau an. Sie trug ein blutrotes Kleid mit blutrotem Lippenstift. Sie beobachtete die Frau. Sie schien angespannt zu sein. Vielleicht ging es ihr ja so wie ihr..
Peggy kam plötzlich ein schrecklicher, ekliger und abneigender Gedanke. Sie dachte über die Frau nach. Was sie wohl in der Situation mit John eben getan hätte, wenn er sie gewesen wäre. Der Gedanke mit einer Frau.. nein.. mit dieser Frau..
Peggy fühlte sich von sich selber angeekelt. So etwas durfte man nicht denken. So etwas durfte man definitiv auch nicht tun. Bedenkt man zusätzlich noch den Status ihrer Eltern.. So etwas durfte man nicht.
Doch der Gedanke ließ Peggy nicht los. Er suchte sie schon förmlich heim. Sie konnte nicht aufhören an diesen Gedanken zu denken. Es hörte nicht auf-
,,Entschuldigung, ist alles okay mit ihnen? Sie sehen bedrückt aus."
Peggy wurde aus ihren schmutzigen, unreinen Gedanken gerissen und schaute die Unbekannte an.
,,Oh ich bitte vielmals um Entschuldigung, Das war sehr aufdringlich von mir. Ich hoffe, sie haben noch einen schönen Abend."
Die Frau wollte gerade gehen, doch Peggy wollte nicht, dass sie geht.
,,Mir ist nur etwas kalt. Dürfte ich wissen, wie sie heißen?"
,,Maria Lewis"
,,Es freut mich Miss Lewis. Peggy Schuyler"
,,Die Freude ist ganz meinerseits Miss Schuyler."
,,Oh, bitte nennen sie mich Peggy."
,,Okay, aber dann nennen sie mich bitte auch Maria."
,,Einverstanden"
Die Fremde- Maria lächelte sie an und Peggy war sich sicher, dass das das schönste Lächeln war, was sie je gesehen hat.
,,Und was führt sie hier raus Peggy?"
,,Oh ich brauchte nur ein wenig frische Luft. Das ist alles"
,,Das kann ich verstehen. Eine so attraktive Frau wie sie wird da drinnen wahrscheinlich gar nicht von den Männern in Ruhe gelassen."
Peggys Gesichtsfarbe ähnelte nun der einer Tomate. Sie wusste, dass es falsch war, doch sie ließ sich auf diese gewagte Konversation ein.
,,Das sollte ich wohl eher sie fragen"
Nun errötete Maria. Sie fing an mit ihren langen, dunkelbraunen Haaren zu spielen. Peggy dachte darüber nach, wie diese Haare wohl verteilt auf einem Kopfkissen aussehen würden. Nachdem Peggy neben ihr aufwacht und- Nein. Sie durfte so nicht denken. Es war falsch.
,,Ich bedanke mich bei ihnen für das großzügige Kompliment Peggy. Doch ich muss sagen, dass ich im Vergleich zu ihnen nichts bin. Wäre ich ein Mann hätte ich schon längst um einen Tanz mit ihnen gebeten."
Anscheinend schien Maria auch nicht abgeneigt von ihr.
Das hier war der Hinterhof. Weit und Breit war kein Mensch, weil dieser Bereich für Besucher gar nicht zugänglich war. Maria muss sich wohl hinausgeschlichen haben. Von hier aus hörte man trotz allem immer noch die laute, fröhliche Musik des Orchesters.
,,Wir sind hier draußen. Alleine. Warum bitten sie nicht jetzt um einen Tanz?" fragte Peggy. Es war gewagt, doch es fühlte sich richtig an (auch wenn es sich falsch anfühlen müsste).
,,Okay.. Dürfte ich um einen Tanz bitten Peggy?"
,,Sie dürfen" lächelte sie
Sie begannen zu tanzen. Ein Tanz hat sich noch nie so richtig angefühlt. Peggy fühlte sich noch nie so sicher. Marias Arme schenkten ihr das Gefühl von Liebe, Zuneigung und Geborgenheit. Gefühle, die Peggy noch nie auf diese Weise kennenlernte.
,,Genießen sie den Tanz?" fragte Maria nach ein paar Minuten.
,,Ja, das tue ich sehr. Und sie?" fragte Peggy
,,Ja, ich auch"
Sie tanzten noch einige Zeit weiter. Beide genossen es sehr. Beide fühlten sich in den Armen der jeweils anderen sicher.
Das Lied änderte sich.
Es war ein langsames, ..romantisches Lied.
In Peggy wuchs die Traurigkeit, weil sie nun wusste, dass dieser Tanz vorbei ist. Maria veränderte die Tanzrichtung. Sie verlangsamte ihre Bewegungen. Die einzelnen Bewegungen wurden zärtlicher und... inniger.
,,Ich hoffe es macht ihnen nichts aus, doch ich würde wirklich sehr gerne noch mit ihnen weitertanzen." sagte Maria vorsichtig.
,,Mir macht es auch nichts aus. Im Gegenteil ich würde mich sogar freuen, zu diesem Lied noch ein wenig zu tanzen." entgegnete Peggy.
Sie tanzten noch einige Zeit weiter. Peggy legte irgendwann ihren Kopf auf Marias Schulter. Sie erwartete eine entsetzte Reaktion und das sie innerhalb von 10 Sekunden alleine auf diesem Hinterhof stehen würde, doch es kam anders. Maria lehnte ihren Kopf leicht an Peggys Kopf. So tanzten sie noch etwas weiter.
,,Sie sind wunderschön" sagte Maria verträumt.
Peggy richtete sich auf und schaute in Marias Augen.
,,Hab ich das gerade laut gesagt?" fragte Maria beschämt.
,,Ja... hast du doch ich kann das selbe nur zurückgeben. Ich denke wir sind über das ,,sie" hinüber oder?"
,,Ja,, und danke" antwortete Maria.
Peggy ging einen weiteren Schritt auf Maria zu. Sie hatte ein sehr schlechtes Gewissen, doch es fühlte sich einfach richtig an.
,,Dürfte ich etwas ausprobieren?" fragte Maria.
,,Immer doch" antwortete Peggy.
Maria schaute ihr in die Augen, zog sie an ihrem Nacken zu sich und küsste sie sanft.
Peggy war überrascht. Die bösen, schlimmen Gedanken, was passieren könnte, wenn das hier jemals rauskäme oder sie jemand beobachtete wollten wieder in ihren Kopf, doch Peggy ließ sie nicht zu.
Alles was in diesem Moment zählte, waren Maria weiche Lippen auf ihren.
