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Fandom:
Relationship:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2015-12-26
Updated:
2016-03-27
Words:
10,553
Chapters:
6/?
Comments:
1
Kudos:
3
Hits:
149

Unsterblich

Notes:

Der Titel ist inpiriert von einem Lied von Luxuslärm, das... meiner Meinung nach ziemlich gut auf Ryôsuke und Wataru passt.

Liebe Rei, ich wünsche dir nochmal frohe Weihnachten und ich hoffe, es gefällt dir! <3

Chapter Text

Denn du kannst mich sehn

Wie ich bin

Ganz zerbrechlich

Du siehst mich

Ungeschminkt

Nur bei dir

Fühl ich mich

Unsterblich

 

Keiner wusste genau, wo Wataru den Glühwein herhatte. Selbst Ryôsuke wollte er es nicht sagen, laberte immer wieder Unsinn von wegen er müsse ja seine Quellen schützen. Vermutlich hatte er es einfach aus dem Lager seiner Mutter mitgehen lassen und handelte sich damit gewaltigen Ärger ein. Ärger, der ihm jedenfalls an diesem Abend kein Kopfzerbrechen bereitete. Oder er war einfqach der Meinung, dass die Sache sich auch ruhig lohnen könnte. Jedenfalls trank er ziemlich fleißig.
Yûta lag schon schnarchend auf einer Bank und Wataru saß daneben auf dem Boden, mehr oder weniger erfolgreich darauf aufpassend, dass Yûta nicht runterfiel. Es war wirklich nicht die beste Wahl für einen Schlafplatz. Hino hatte sich schon vor einer Stunde verabschiedet, als Nippori angefangen hatte, zu singen. Ryôsuke hätte es ihm beinahe gleichgetan, nachdem Satoshi und Kaneko eingestimmt hatten. Inzwischen hockten die drei in einer Ecke, spielten an dem alten tragbaren CD-Player herum, den sie in einem der unbenutzten Spinde gefunden hatten und summten nur noch. Das erschreckende daran war, dass Satoshi keinen Tropfen Alkohol bekommen hatte. Nicht bei seinem schwachen Herzen. Wataru hatte da eine klare Grenze gezogen.
Jetzt stand Kiyama auf. “Ich bringe Satoshi nach Hause. Es ist spät. Wataru, kümmerst du dich um Yûta?”
Im ersten Moment schien Wataru nicht mal zu verstehen, was Kiyama wollte.
“Alter, du solltest echt nix trinken.” Ryôsuke war sich nicht ganz sicher, ob seine Stimme so klang, wie sie es sollte. Sprechen war schon mal einfacher gewesen. Er musste lachen. Warum auch immer. Aber irgendwie… es war lustig.
“Mir gehts super, klar?” Dabei machte Wataru eine etwas zu ausholende Armbewegung und erwischte beinahe Yûta. “Ups!” Das breite Grinsen wich aus seinem Gesicht und kurz wirkte er beinahe wieder nüchtern. Ein Eindruck, der sofort verflog, als Wataru aufstand. Wenigstens versuchte er es und kam genau einen Schritt wei, bevor er entweder über seine eigenen Füße stolperte oder einfach nur das Gleichgewicht verlor. Dass er dabei aber halb auf Ryôsuke landete, der nach dem zweiten Glühwein sicherheitshalber auch dem Trend gefolgt war, auf dem Boden zu sitzen, wäre wohl klischeebeladener, hätte Wataru nicht auch fast Mizusawa erwischt, der aber gerade noch rechtzeitig auswich. Ryôsukes Reflexe waren nicht mehr so gut und er war sich ziemlich sicher, dass er sich auch dann nicht vom Fleck gerührt hätte, wäre er nüchtern gewesen.
Wataru war schwer, wenn er wie ein nasser Sack auf einem lag und lachte. Schwer und warm. Ganz nah. So nah, dass Ryôsuke problemlos die helleren Flecken in Watarus braunen zählen könnte, wäre sein Kopf nicht noch verschwommener als sonst. Es musste der Alkohol sein.
Oder?
Ryôsuke blinzelte. “Wataru…? Alles klar?” Jedenfalls war es nicht normal, wie der ihn anstarrte. Beinahe so, wie er Mari-chan ansah, wenn die ihn ansprach. Was natürlich nicht sein konnte. Eindeutig war er betrunkener als er gedacht hatte. Noch betrunkener.
Erstmal nickte Wataru nur und rappelte sich auf. Ein Stück weit. Jetzt saß er zwar, aber auf Ryôsukes Schoß. Keine gute Platzwahl. Vor allem, wenn die Sitzgelegenheit so insgeheim über beide Ohren verknallt war, dass er es die meiste Zeit sogar schaffte, es vor sich selbst zu verstecken. Ryôsuke bewegte sich nicht. Er wusste nicht, was er tun würde, wenn er auch nur einen Muskel rührte. Und Wataru… der schien vollkommen in seiner eigenen Welt zu schweben. Was das genau für eine war, Ryôsuke würde es zu gerne wissen. Vielleicht auch nicht.
“Uhm… Wataru?” Irrte er sich, oder sah Wataru jetzt ziemlich fasziniert auf seine Lippen?
Ryôsuke wurde heiß.
Alkohol.
Verdammter Alkohol. Er würde sich nie wieder abfüllen lassen!
Dann aber kam Leben in Wataru und er kam wackelig auf die Beine. Also ganz auf die Beine.
Und Ryôsuke war sich nicht ganz sicher, ob es wirklich der Alkohol war, der Wataru so rot im Gesicht werden ließ.
“Ich… ich sollte… Yûta. Genau. Ich muss Yûta nach Hause bringen.”
Yûta? Was besseres fiel Wataru gerade nicht ein? Ryôsuke fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen. Wataru floh ja beinahe vor ihm… schnell genug zerrte er den vollkommen benebelten Yûta von der Bank und stopfte ihn regelrecht in seine Jacke. Und dann waren beide durch die Tür verschwunden.
“Was war das denn?”, fragte Mizusawa verblüfft. Das wüsste Ryôsuke auch gerne.