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Characters:
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Language:
Deutsch
Series:
Part 13 of 🌟 Projekte/Wettbewerbe 🌟 , Part 4 of 🔪🩸
Stats:
Published:
2024-06-13
Words:
1,344
Chapters:
1/1
Kudos:
3
Bookmarks:
1
Hits:
96

Schmetterlinge im Bauch

Summary:

Debra ist sich ihrer Gefühle zu Special-Agent Lundy nicht sicher; Er gibt ihr die Geborgenheit, nach der sie sich – vor allen nach der Sache mit dem Kühllaster-Killer - so sehr verzehrt. Ist es wahre Liebe oder hilft Lundy ihr „nur“ über ihr Trauma hinweg zu kommen? [Ersatzbeitrag für den Sommersonnenwende-Kalender auf fanfiktion.de von FlameHashira]

Notes:

Disclaimer: Weder Charaktere noch die Geschichte gehören mir, sie sind Eigentum von Jeff Lindsay. Ich leihe sie mir unkommerziell aus.

Work Text:

Ersatzbeitrag für den Sommersonnenwende-Kalender von FlameHashira auf Fanfiktion.de

Als Überraschung wurden zwei Orte vorgegeben, zwischen denen ich wählen durfte:
Schmetterlingshaus  oder Botanischer Garten

„Wie wird man ein Schmetterling?, fragte die Raupe.
Du musst so sehr fliegen wollen, dass du bereit bist deine
Existenz als Raupe aufzugeben!“, sagte der Schmetterling.
(Tina Paulus)


┌──── SCHMETTERLINGE IM BAUCH────┐

Bin ich eigentlich völlig bescheuert?“, dachte sie sich und fuhr nun schon zum dritten Mal an seiner Wohnung vorbei.

Gedemütigt von ihren eigenen Gefühlen, stieß sie ihren Kopf mehrmals gegen ihr Lenkrad.

Mit zittrigen Knien stieg sie schließlich aus ihrem schwarzen Cabrio aus und ging zu seiner Haustür.

Was mache ich hier bloß?, dachte sie verzweifelt, während ihr Daumen vor der Klingel schwebte.

Sie schüttelte den Kopf. Ich kann doch nicht einfach bei ihm vorbei schneien… Was wird er von mir denken? Dass ich einen Knacks vom Kühllaster-Killer habe und mich bei ihm ausheulen will? Sie biss sich auf die Lippe und wandte ihren Blick von der Tür ab. Sie sah sich um und entdeckte hinter der Wohnung mehrere kleine Gärten und… Lundy? Er betrat grade in diesem Moment einen dieser Gärten. Hat er sich für seinen Aufenthalt hier in Miami zusätzlich zu seiner Wohnung einen extra Garten dazu gemietet? Debra stutzte bei diesen Gedanken und war zu neugierig um ihm nicht hinter her zu gehen.

Lundys Garten war klein, aber fein. Am Zaun entlang hatte er sich Kirschlorbeerhecken pflanzen lassen und im Garten standen drei kleine Obstbäume. Apfelbäume, wenn sich Debra nicht täuschte. Ansonsten war eine wild wuchernde Wiese angesagt. Er hatte wohl keine Zeit, den Rasen zu mähen… Wo ist er? Debra sah sich um und sah ein kleines blaues Häuschen. Sie steuerte darauf zu und bekam fast einen Schrecken, als sie eine Stimme hörte.

„Wer ist da?“

Die Tür des Häuschens schwang auf und im Türrahmen stand Lundy, wie üblich in formellen hellen kariertem Hemd und schwarzer Stoffhose.

„Morgan? Was verschafft mir die Ehre? Und… wie haben Sie mich hier gefunden? Verfolgen Sie mich etwa?“

„Sie züchten Schmetterlinge?“, fragte Deb und sah sich mit offenem Mund im Häuschen um. Dieser Mann überraschte sie immer wieder.

„Bei den ganzen Wolkenkratzern brauche ich etwas Natur.“, sagte er mit Bedacht und sah sie ruhigen Blickes an.

„Natur ist gut, aber man sollte sich um sie kümmern, oder?“ Debra nickte hinter sich zur wilden Wiese.

Lundy lächelte. „Das ist eine Wildblumenwiese. Ich habe sie extra wachsen lassen. Für die Käfer und Insekten.“

Debra schien mehr als nur peinlich berührt. „Achso…“, sagte sie leise und Lundy nickte.

„Ist das Für Elise?“, sagte Debra schließlich nach einigen Sekunden.

„Sie haben ein gutes Gehör, das ist in der Tat Für Elise von Beethoven. „Bezaubernd, nicht wahr?“

Sie wusste genau, dass er das Lied meinte und trotzdem stahl sich auf ihre Wangen ein dezentes rosa.

„Was sind das eigentlich für Schmetterlinge?“

"Protographium marcellus"

„Gesundheit!“

Lundy legte seinen Kopf schief und Debra lachte.

Lundy musste automatisch mitlachen. Diese Frau hatte es doch tatsächlich geschafft, ihn zu verzaubern. Er wischte sich eine Lachträne weg und antwortete mit sanfter Stimme: „Auch Zebra-Schwalbenschwanz genannt. Es ist der offizielle Staatsschmetterling von Tennessee!"

„Tennessee?“, fragte Debra wissbegierig. Sie liebte es ihm zu zuhören.

„Dort verbrachte ich einen Großteil meiner Kindheit. Einer solcher Zebra-Schwalbenschwanz setzte sich mir als Kind auf die Nase.“ Er lachte wieder. „Erst hatte ich Panik, das weiß ich noch, denn… ich wollte ehrlich gesagt schreien, doch dann hatte ich mich beruhigt und erkannte schließlich die Friedlichkeit, die diese Tiere ausstrahlen. Bis heute geben mir Schmetterlinge ein Gefühl der Ruhe, der-“

„Geborgenheit?“

Lundy nickte. „Geht es Ihnen so, wenn Sie bei mir sind? Geborgen? Bin ich Ihr Schmetterling?“

Jeder normale Mensch hätte sich über so eine Aussage lustig gemacht, doch Debra nicht. Sie verstummte und ihre Wangen färbten sich immer röter. Sie wurden fast so rot wie der elegante Tupfer auf dem unteren Rücken des Zebra-Schwalbenschwanzes.

„Ich habe das Gefühl mit Ihnen eine gute Partie gefunden zu haben und deshalb bin ich ganz ehrlich… diese Gefühle, die da zwischen uns sind, Debra…“

Ihr klappte der Mund auf. Er redete über Gefühle. Sie konnte es kaum fassen.

„Sie fühlen sich geborgen, weil ich Ihnen helfe, Ihr Trauma aufzuarbeiten, Debra!“

Debra traute ihren Ohren kaum. „Hör auf mich zu analysieren, Frank!“

Lundy hob erstaunt eine Braue. „Frank?“ Diese Frau hatte es wirklich in sich und überraschte ihn immer wieder. Er konnte kaum die Finger von ihr lassen. Und dies war nicht nur auf ihren Körper bezogen. Ihre freche und leidenschaftliche Art beflügelte ihn. Und da war auch die liebevolle, verträumte, sensible Debra, die sich ihm gezeigt hatte. Sie hatte für ihn ihre dicke Schale abgelegt.

Er spürte etwas, wovon er dachte, nie wieder zu spüren, seit seine Frau gestorben war.

Er war Butter in ihren Händen und wollte sich das nicht eingestehen. Konnte nicht…

Debra nickte schief lächelnd. „Sie wissen genau, dass da mehr zwischen uns ist! Es ist nicht nur die Aufarbeitung meines… Traumas…“

„Sie wissen ja, eine richtig schöne Beziehung hat man nur einmal im Leben.“, sagte er kurz angebunden und Debra meinte eine Spur von Traurigkeit in seiner Stimme zu hören.

„Das haben Sie mir schonmal im Dezernat gesagt… Glauben Sie wirklich an diesen Scheiß?“

„Sie hören mir ja wirklich richtig zu, Morgan!“ er lächelte auf einmal und sah sie an.

„Ich höre dir immer zu! Und lenk nicht vom Thema ab!“

Plötzlich hörten sie ein Rascheln. Um sie herum fingen die Raupen in den Bäumen an, sich zu bewegen.

„Sie schlüpfen. Pünktlich zur Sommersonnenwende.“ Lundy lächelte und sah sich mit seinen grau-blauen Augen um.

„SommersonnenwasfürnDing?“

„Sommersonnenwende, Morgan! Noch nie davon gehört?“ Er hob wieder eine seiner grauen Brauen.

„Um ehrlich zu sein, noch nie…“, sagte sie leise. Mit ihren kastanienbraunen Augen sah sie zu, wie sich bereits einige der Schmetterlinge in die Lüfte erhoben.

„Die Sommersonnenwende beschreibt den längsten Tag des Jahres. Die Sonne erreicht ihren höchsten Stand. Es scheint als würde die Zeit still stehen.“

„Die Zeit könnte gerne für uns stehen bleiben.“, brach es aus Debra heraus und mit einem Mal setzte sich ein Schmetterling auf ihre Schulter.

„Der Schmetterling will wohl auch stehen bleiben oder besser gesagt, sitzen bleiben und zwar auf deiner Schulter…“, lachte Lundy, um seine Augen herum bildeten sich viele Lachfältchen.

„Ist denn schon 13 Uhr?“, sagte Debra zwinkernd und war erstaunt darüber, dass Lundy näherkam. Er streckte eine Hand nach ihr aus.

Noch bevor er sie berühren konnte, zog er seine Hand wieder weg. „Ich wollte dir den kleinen Kerl abnehmen, aber er ist schon wieder weitergeflogen. Es war wohl nur ein kurzes Stillstehen der Zeit…“

Debra verstand erst nicht, was er meinte, doch dann sah sie auf ihre Schulter, der Schmetterling war weitergeflogen. Debras Augen wanderten von ihrer Schulter direkt zu Lundys Gesicht. Sie sahen sich plötzlich tief in die Augen.

Ihr Herz pochte und nun war sie es, die ihre Hand ausstreckte. Und Lundy berührte. An seiner Wange.

„Debra…“, kam es nur leise von Lundy, doch sie fing an ihn sachte über die Wange zu streichen. Sein Blick wandelte sich, er wirkte auf einmal verletzlich.

„Frank…“, hauchte sie durch ihre Lippen und beide konnten nicht anders, als sich immer näher zu kommen. Sie umarmten sich.

Eng umschlungen standen sie da, inmitten von all den wunderschönen schwarz-weiß gestreiften Schmetterlingen.

Er zog sie feste an sich, sie schloss die Augen und seufzte leise vor Verlangen. Er küsste sie und sie erwiderte den Kuss mehr als nur innig. Schmatzend und stöhnend küssten sie sich immer leidenschaftlicher.

Fühlte sie sich wirklich auf romantische Art und Weise zu ihm hingezogen oder spürte sie nur eine längst vergessene innere Geborgenheit, da er ihr hilft, ihr Trauma, den der Kühllaster-Killer ihr verpasst hatte, zu überwinden beziehungsweise zu verarbeiten?

In diesem Moment war ihr das alles aber egal. Sie genoss den Moment in vollen Zügen. Der Kuss fühlte sich so unglaublich gut an und noch besser fühlte sich Lundys Zunge an, welche sich langsam den Weg in ihren Mund ertastete. Sie ließ es zu und ihre Zungen kämpften einen erotisch romantischen Kampf darum, wer die Oberhand gewann. Es war Debra, was Lundy zum Stöhnen brachte.