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Kim betrachtete sich im Spiegel, um ihrer Frisur den letzten Schliff zu verpassen, als Michi ins Zimmer trat.
«Du siehst sehr schön aus Kim», sie spürte sein Lächeln im Rücken und ihr Herz wurde schwer. Der Satz würde ihr mehr bedeuten, hätte ihn Michi vor einer Woche gesagt, als sie noch zusammen gewesen waren.
«Danke», Kim wandte sich um und da stand er, in einem dunkelblauen Anzug und einem Blick, den sie nicht recht deuten konnte. Ihr Herz wurde noch schwerer und sie spürte den Kloss in ihrem Hals wachsen.
«Hey Kim», Michi wollte sie in den Arm nehmen, doch Kim wandte sich von ihm ab.
«Bitte nicht», murmelte sie, während sie an die Decke starrte und hoffte, ihre Mascara würde nicht verschmieren, «mach es nicht schwerer als es eh schon ist, okay?»
Michi fuhr sich durch die Haare und setzte sich dann aufs Bett: «Hör mal, ich wollte nicht, dass es so endet. Wenn es dir lieber ist, komme ich nicht mit zur Hochzeit?»
Kim schüttelte entschieden den Kopf, während sie sich Tränen aus den Augenwinkeln tupfte: «Ich habe dir doch gesagt, dass ich Franzi und Marie noch nichts von unserer Trennung erzählt habe. Ich will ihnen und vor allem Tessa und Helmut nicht die Feier verderben, also lass es uns einfach durchziehen und gut ist»
Michi seufzte tief: «Du willst also einen Tag so tun, als wäre nichts gewesen?»
«Ja», Kim setzte sich neben ihn aufs Bett und legte ihren Kopf auf seine Schulter «und was danach kommt, wissen wir ja beide»
«Wohl wahr», Michi streichelte sanft ihren Rücken. Schweigend sassen sie so da, bis Kims Vater nach ihnen rief. Sie sollten sich zum Aufbrechen bereit machen.
Michi gab Kim einen Kuss auf die Stirn, ehe sie sich bei ihm einhakte.
Auf ging es, eine Hochzeit zu feiern. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
