Chapter Text
Ein stechender Schmerz durchzieht meinen Kopf, als ich meine Augen öffne, was mich meine Hände an meine Schläfen pressen lässt. Scheiße, wie viel habe ich gestern getrunken? Und wieso habe ich das für eine gute Idee gehalten, wenn ich in wenigen Tagen umziehe und noch so gut wie nichts gepackt habe?
Ich drehe mich leicht und greife nach meinem Handy auf meinem Nachttisch. Dabei stoße ich auf etwas, oder besser gesagt jemanden, neben mir im Bett. Ruckartig richte ich mich auf und schaue entsetzt auf den Körper neben mir. So schnell wie ich mich aufgerichtet habe, bereue ich diese Entscheidung auch schon wieder. Mit pochendem Schädel lasse ich mich zurück auf mein Kissen sinken und hebe erneut die Hände an meine Schläfen.
Ich spüre neben mir Bewegung und hoffe inständig, dass er gleich gehen wird. Doch mein Wunsch wird nicht erhört.
"Guten Morgen", lacht er mit kratziger Stimme neben mir. "Na, hast du zu viel getrunken?"
Sprich. Bitte. Leiser.
"Mhmm", gebe ich kraftlos von mir, woraufhin er noch mehr lacht und seinen Arm um mich legt. Dann spüre ich, wie er näher an mich rutscht und meine Haut an seinem nackten Körper liegt. Erst in diesem Moment wird mir bewusst, dass wir beide nichts an haben. Doch ich habe keine Kraft um ihn von mir zu schieben, also lasse ich es über mich ergehen.
"Letzte Nacht war toll", schwärmt er. Tja, ich wünschte ich könnte das auch behaupten, aber ich kann mich an rein gar nichts erinnern. Noch dazu kann mein Kopf nur an eine Person denken und die ist leider nicht hier, also kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich letzte Nacht nicht ganz so gut fand.
Statt ihm trotzdem ein gutes Gefühl zu geben, bringe ich das denkbar schlechteste hervor: "Du musst gehen." Langsam lasse ich meine Arme sinken und öffne meine schweren Lider, als ich merke, dass er seinen Kopf hebt.
"Ist das dein Ernst?", fragt er und sieht dabei wirklich enttäuscht aus, "Du würdigst mich keines Blickes und wirfst mich dann noch raus?" Ich habe keine Lust mit ihm zu diskutieren, also zucke ich nur mit den Achseln.
Wann bin ich eigentlich so ein Arschloch geworden? Aber eigentlich wundert es mich nicht. Mein Herz ist circa 450 Kilometer von mir entfernt, Empathie aufbringen ist gerade nur schwer möglich.
Nachdem mir mein namenloser Bettnachbar noch einen weiteren bösen Blick zugeworfen hat, greift er endlich nach seinen Klamotten, die überall auf dem Weg von der Tür zum Bett auf dem Boden verteilt liegen und zieht sich an. Dann schnappt er sich sein Handy vom Nachttisch und verschwindet mit einem lauten Knall aus meinem Schlafzimmer.
Aua.
Kurz darauf höre ich auch die Wohnungstür zufliegen. Erleichtert atme ich auf. Endlich Ruhe. Aber ob es das besser macht? Denn wieder wandern meine Gedanken zu einen gewissen blonden Mann, den ich niemals hätte gehen lassen dürfen.
Müde quäle ich mich aus meinem Bett. Ohne mir die Mühe zu machen mir etwas anzuziehen, verlasse ich mein Schlafzimmer und taumele Richtung Bad. Vielleicht hilft eine kalte Dusche meinen Kopf wieder klar zu bekommen.
Ich stelle mich unter die Brause und schließe für einen Moment die Augen, während das Wasser über meinen Kopf, meinen Nacken und schließlich meinen restlichen Körper nach unten läuft.
Nach fünf Minuten kann ich mich dazu bewegen mich einzuseifen. Ich spüle den Schaum ab, dann greife ich nach meinem Handtuch, trockne mich ab und verlasse die Dusche.
Anschließend gehe ich zurück in mein Schlafzimmer zu meinem Kleiderschrank. Zusätzlich zur Unterwäsche suche ich mir einen locker sitzenden Hoodie und eine Jogginghose raus, ziehe alles an und mache mich dann auf den Weg in die Küche. Ich brauche Kaffee, ganz dringend.
