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Ich liebe dich doch..

Summary:

Die Trauer eines Bruders oder Schwester zu verlieren, ist nie einfach. Es ist praktisch so ein verwirrendes Gefühl dazu, da wuchs man auf mit einer Person, mit dem man ständig spielen konnte und den Spaß seines Lebens hatte, und dann plötzlich eines Tages, war diese vertraute Stimme fort. Für immer.

Und Klaus, tja, er war der älteste und nun hat er selbst versagt in dem Leben seines kleinen Bruders zu beschützen.

Notes:

𝗡𝗼𝘄 𝗽𝗹𝗮𝘆𝗶𝗻𝗴:
"(I bet on losing dogs - Mitski)"
0:03 ━●────────── 2:46
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Irgendwie out of canon, irgendwie aber auch nicht. Wollte halt einfach mal nur ne kurze death fic, so gesagt in der art, schreiben.

Schon irgendwie traurig, dass Fips den Gedanken mit zum Tod nehmen muss, dass wirklich niemand ihn auf der Welt je geliebt hatte, stetig ausgelacht und verspottet, nie konnte er seine eigenen Augen öffnen um zu sehen dass die Liebe doch direkt vor ihm stand, die ganze zeit über, und zwar Klaus.

Aber egal auch, ich bin eh nur der author.

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Warum nur, oh Herr.
Warum musstest du ihn so quälen?

Hatte er nicht schon genug gelitten, unter diesem erbärmlichen Volk, das ihm bislang nur den Rücken zu ihm gedreht hatte?

Warum denkst du, dass es in Ordnung wäre, es so zu enden – hier, auf den Knien, auf solch kalten Boden, die gleiche Kälte, die durch seine Kleidung drang, doch im Inneren blieb nur Leere auf seine endlosen Fragen.

War es eine Strafe? Eine Prüfung? Ein schlechter Scherz?

Es quälte ihn mit ihrer Unerbittlichkeit. Er fühlte sich betrogen, nicht nur von der Welt, wie er sie kannte, sondern von sich selbst. War das dein Plan, Herr? Seinem Bruder so viel Schmerz zuzumuten und ihn dann hier auf diesen kalten, trostlosen Boden zu verbannen.

„Warum hast du das getan?“ flüsterte er, obwohl seine Worte im tobenden Wind sofort verschluckt wurden. Doch zu wem war er überhaupt wütend, wen sollte er fragen, der ihm Antworten schenken konnte, um ihn zu beruhigen.

Er konnte ihm doch alles sagen, dazu stand er immer offen. Also sag es ihm doch einfach, bitte sag ihm es doch. Warum antwortete er nicht zurück? Erst als er auf dem Boden kniete,  der kalte Wind weiterhin an ihm riss, musste er seine eigene Schuld in Kauf nehmen. Doch er spürte nichts. Alles, was er noch fühlte, war das Gewicht in seinen Armen – Fips. Sein kleiner Bruder. Sein Fips.

Er hatte versagt. Wie der Versager er war. Es riss ein Loch in ihm, als ob ein Teil seines eigenen Herzen herausgerissen und unbekümmert in den Dreck geworfen wurde, überlassen zum Verrotten. So wie ihre Liebe.

Fips’ Gesicht war blass, fast friedlich, aber Klaus konnte nur das sehen, was hätte anders sein sollte. 

Ein Schluchzen entkam seine Kehle, so tief, dass es sich anfühlte, als würde es ihm die Brust zerreißen. Tränen rannen über seine Wangen, brannten in seinen Augen, aber er ignorierte sie. Er konnte ihn nicht loslassen. Er wollte nicht glauben, dass es vorbei war.

Seine Finger krallten sich fester um Fips' Schultern, als wollte er ihn zurück ins Leben zwingen. Er fühlte sich gefangen, verloren in einer Spirale, als ob das Universum ihn gnadenlos dazu zwang, den Preis für all die verpassten Momente zu zahlen, die er hätte nutzen sollen. Ein Preis, der zu hoch war. Viel zu hoch.

Es fühlte sich dennoch surreal an. Zu bedenken, dass er mit ihm aufwuchs, mit ihm spielte, und seine Stimme, die er zuvor zum letzten Mal gehört hatte, nun verloren war. 

Die Schuld stach tief, wie ein Messer, das mit jeder Sekunde weiter in ihn hinein gedreht wurde. Klaus zitterte, aber nicht wegen der Kälte. Es war der Schmerz, der in ihm brodelte, der sich in seiner Brust festgesetzt hatte und ihn von innen heraus zerfraß.

Natürlich war es seine Schuld, wie immer. Er war derjenige, der die Verantwortung trug, und wahrlich, wer sollte er überhaupt sein, wenn er noch nicht mal dazu fähig war, seinen eigenen Bruder zu beschützen?!

War es das, worauf er bestraft werden musste? Oder war Fips’ Leben einfach nicht mehr wert für all das, was er täglich ertragen musste.

Er hätte es ihm wenigstens sagen müssen, dass es ihm schlecht ging. Sagen müssen, dass er ihn brauchte.

Aber jetzt... Jetzt, wo er Fips' kalten Körper hielt, musste er der bitteren Wahrheit gegenüberstehen. Er hätte kämpfen sollen, härter, entschlossener. Er hätte Fips nicht einfach so loslassen dürfen, als wären sie Fremde geworden, die nur noch über ihre miesligen Nachrichten kommunizierten. Jetzt, wie ein Schlag in die Magengrube, war all dies nur eine weitere Erinnerung daran, wie viel er versäumt hatte.

Klaus zog Fips enger an sich, als könnte er ihn so noch halten, als könnte er die Zeit zurückdrehen, als könnte er all die versäumten Chancen, die unausgesprochenen Worte, wieder gutmachen. Doch die Kälte von Fips‘ Körper sagte ihm die grausame Wahrheit. Es war zu spät. Viel zu spät.

Was er nicht gegeben hätte, um Fips sich selbst sehen zu können. Nicht so, wie die Welt ihn gesehen hatte, sondern so, wie er in Wahrheit gewesen war. Was hätte er nicht dafür gegeben, dass Fips sein wahres Gesicht erkennt? Das Gesicht, das Klaus all die Jahre gesehen hatte, worauf er immer stolz war, aber nie wirklich ausgesprochen hatte.

Er presste seine Stirn gegen die seines Bruders, als ob seine Nähe ihn noch retten könnte. Seine Tränen tropften auf Fips' Gesicht, vermischten sich mit dem Dreck und Blut, das noch an ihm klebte. Er wollte ihn halten, für immer, als könnte er den Tod selbst mit bloßen Händen aufhalten.

Aber tief in seinem Herzen spürte er, wie das Leben, das so warm und strahlend in Fips' Augen gewesen war, für immer erloschen war. Kein Flehen, keine Tränen, keine Worte würden ihn zurückbringen.

Er wusste genau, dass er nun woanders war, dennoch hörte er eine seltsame Musik, sanft und wahr, die in ihm sang, mit den besten Teilen von Fips. 

Jetzt, wo er hier war, hoffte er bloß, dass er sie irgendwie noch mithören konnte. 

Wenn er jetzt hier im Dunkel saß, mit seinen Armen um ihn, konnte er nichts fühlen. Selbst nicht sein eigenes Herz. Er selbst hatte die Antworten nicht darauf, was nun von diesem Punkt an noch kommen sollte, aber er hoffte, dass Fips wenigstens eine Sache mit ihm in den Tod bringen könnte. Dass er immer sein Bruder war und bleiben würde. Sein kleiner Hase.

„Ich.. Ich liebe dich, Fipsi"

Notes:

This is the shortest fic I’ve ever wrote – what the h–