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01 – Trost
Durfte eine Person, die so viel Leid verursacht hatte überhaupt Trost ob ihrem eigenen Schmerz annehmen?
02 – Kuss
Vorgelehnt, mit fragenden Augen, dem Suchen nach einer Genehmigung, keinerlei Ablehnung findend, überbrückte Kain das letzte Stück um ihre Lippen in einem so sanften Hauch, für einen so flüchtigen Moment auf den Mund ihrer Gegenüber zu drücken, dass man es fast nicht als Kuss bezeichnen konnte.
03 – Weich
Karlachs Haut war samt, ein Überzug flüssiger Seide unter Schattenherz Händen, bedeckte, Muskeln aus Stahl und noch viel tiefer, ein gleißendes Herz aus reiner Sonne.
04 – Schmerz
Sie würde den Schmerz umarmen, ihrer Herrin dienen und dem Leid, ihrem eigenen, als auch allem Fremden, ein Zuhause geben, denn ihre Göttin wollte es so, und sie war ein Gefäß ihrer Göttin.
05 – Kartoffeln
„Papa K hat gesprochen, ‚mit Essen schmeißt man nicht‘ und Mama K stimmt dem zu.“
06 – Regen
Die Seele verloren in der Dunkelheit, das Herz ausgetrocknet von all dem Hass, war das Vertrauen das ihr geschenkt wurde Licht und Regen für die Ödnis ihres Wesen, Nahrung für den zarten Keim ihres neuen Ich.
07 – Schokolade
„Blutopfer, Wein, oder Schokolade, womit bekomme ich Dich rum?“, flirtete Karlach.
08 – Freude
Endlich wieder berühren zu können, war ein Konzept dass noch nicht völlig in Karlachs Verstand angekommen war, doch eine Myriade freudige Emotionen tobte durch ihr innerstes, als sie ihre Finger in dem seidigen Fell Kratzers Vergrub und der Hund, so lange ihr Begleiter, endlich ihre körperliche Zuneigung spürend, fast auseinanderbrach so wild wedelte sein glücklicher Schwanz hin und her.
09 – Telefon
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10 – Ohren
„Und jetzt ist die Klerikerin mit Spezialisation auf Heilung auch noch eine Spezialistin in Sachen gebrochener Paladineide?“, neckte Kain die Beschützerin der Taverne ehe sie ihr bedeutete weiterzusprechen.
11 – Name
Kain war ein Name, der direkt, kurz und unverblühmt war, aber wie erfunden schien für ihre eher klein geratene Statur mit der stahlharten Ausstrahlung.
12 – Sinnlichkeit
Ein Ruf, reizender und träumerischer als jedes Versprechen von Sirenen umspielte ihren Verstand und forderte sie dazu auf das Licht des Lebens aus ihrem Gegenüber verschwinden zu lassen.
13 – Tod
… war das einzig lohnenswerte Ziel, was es umso paradoxer machte, dass sie danach strebte, ihr eigene Leben zu wahren.
14 – Sex
„Was heißt hier notgeiler Pubertärer, natürlich denke ich daran, ich habe das verfluchte letzte Jahrzehnt an nichts anderes gedacht!“
15 – Berührung
Sie sehnte sich nach einer Berührung ihrer Göttin, helfender Hand, Schutz in der Dunkelheit, doch alles was sie spürte war das Nichts.
16 – Schwäche
Den Eid gebrochen zu haben und bar ihrer Kräfte zu sein, war eine Schwäche die die Paladin sich noch lange nicht eingestehen wollte.
17 – Tränen
Egal wie lange sie auf Knien verharrte, die tote Alfira vor sich, keine Tränen der Empathie wollten sich die Bahn brechen, zu tief Vergraben im Inneren unter einer Welle miteinander konkurrierender Gefühle in einer Waagschale aus Zweifel, Angst, Euphorie und Befriedigung.
18 – Geschwindigkeit
Eine donnernde Lawine der Gefühle, in irrwitziger Geschwindigkeit und erdrückender Macht, wie der tatsächliche eisige Counterpart, überschwappte die Paladin das Verlangen zu Morden erneut.
19 – Wind
Wie ein Vorbote des Frühlings spielte der Wind um die Nase der Gefährten und sang von Freiheit und einem neuen Beginn, nachdem sie die Schattenlande verlassen hatten.
20 – Freiheit
Das Biest in ihrem Inneren tobte, kratzte an Wänden die es einpferchte, biss sich an den Stäben fest und gab ein Donnergrollen nach dem anderen von sich von welchem keines Kain dazu bewegte das Monster von den Ketten zu nehmen und in die Freiheit zu entlassen.
21 – Leben
Der Sinn des Lebens, die größte Frage aller Zeiten und nur eine klare Antwort für sie, nur eine Entscheidung die sie in diesem Moment treffen konnte und es würde ihr eigenes Auslöschen.
22 – Eifersucht
„Nimm deine schmierigen Selûnite Pratzen von meinen Liebhabern, oder ich schwöre bei Shar, ich mache deinem mickrigen hustengequälten Körper ein blutiges Ende.“
23 – Hände
Pranken musste man die schwielenübersäten Hände nennen, die in jeder Sehne, jedem Muskel, die unbandige Kraft der Tiefling kanalisierten und in die tödlich darniederrauschende Großaxt übertrugen.
24 – Geschmack
„Meine blutdürstige Freundin, ich freue mich dass du auf den Geschmack gekommen bist und wir dieses Festmahl miteinander teilen können“, frohlockte Astarion.
25 – Ergebenheit
Von all den Eiden die sie zu ihrem höchsten hätte ernennen können, war es Vergeltung statt Ergebenheit geworden.
26 – Ewigkeit
Kains gierige Augen hefteten sich auf den blutmarmorierten Hals der Ohnmächtigen am Strand, während ihr Inneres Monster fantasierte, frohlockte ob dem Gedanken, ihre makellose Schönheit für immer in der Ewigkeit des Todes einzufrieren.
27 – Blut
… war kein organisches Material, sondern der Ruf einer brillianten Schönheit, in die Welt entlassen zu werden.
28 – Krankheit
Das Verlangen mit eigenen Augen zu sehen und mit eigenen Händen zu spüren, wie das Lebenslicht ihre Körper verließ, war das größte Glück das Kain sich vorstellen konnte, zugleich wie das größte Elend.
29 – Melodie
Das Schwert sang, sang ein trauriges Ende, sang von Ewigkeit und Verlust, Tränen höherer Reiche und dem Mut, jede Schlacht bestehen zu können, wenn es nur ihre Liebsten schützte.
30 – Stern
„Ist Sterne in deinen Augen zu sehen, ein abgedroschenes Kompliment?“
31 – Zuhause
Wo war Heimat gewesen, bevor all dieser Wahnsinn begonnen hatte?
32 – Verwirrung
Hin und her gerissen zwischen dem was wie tun musste, dem was sie tun wollte, dem was ihre Liebsten erwarteten und ihre Göttin forderte, rangen wie ein Rudel wildgewordener Wölfe die Emotionen in der Sharran und hinterließen nichts als ratlose Verwirrung in ihren Gedanken, die mit jedem Schlag des Sekundenzeigers von einem Extrem ins Andere kippten.
33 – Angst
… war ein abstraktes Konzept wenn die Berserkerin sich in ihren Blutrausch begab, die Scheuklappen ihre Welt einengten und das kleine bisschen Realität vor ihr sich auf die Schlachtbank begab.
34 – Gewitter
Wie ein Donnergrollen senkte sich Myrkuls Hammer auf die Gefährten und Panik ergriff die Heilerin, als sie sah welches Gewitter der Gott auf ihre Begleiter entfesselte.
35 – Bande
… zu Anderen waren, was sie schwach machte, von ihrem Weg leitete, mit lockenden Worten, falschen Versprechen und nichts, was Schattenherz nah an ihr Herz heranlassen durfte, wusste sie doch, dass nichts zwischen ihr und der einzig wahren Liebe – ihrem Glauben – stehen durfte und sie nur schwächen würde.
36 – Markt
„Und was sollen wir auf dem Markt, wenn wir keine unserer hart gewonnen Goldmünzen ausgeben dürfen?“, beschwerte sich Karlach.
37 – Technologie
‚Unrecht!‘, schrie ihr inneres und wie höhnischer Spott grub sich das Wissen in ihren Verstand, dass das Herz ihrer Gefährtin zwar ein Prototyp dessen war, was später die Stahlwacht gangbar machen sollte, aber dennoch nicht von diesen verfluchten Halblingen repariert werden konnte.
38 – Geschenk
Ein Geschenk, dass ihr Tür und Tor öffnen würde, in Herz und Verstand, eine Manipulation es als solches anzuwenden und dennoch kam sie nicht umhin, die Nachtorchidee aus ihrer Tasche zu ziehen und sie ihrer Freundin zu überreichen, auf dass diese vielleicht mehr Glück mit dieser Liebe – oder zumindest einer liebestollen Nacht – haben würde.
39 – Lächeln
Sie würde nicht töten, das wäre zu einfach für sie, nein sie würde Leben lassen für ein weiteres Zucken dieser betörenden Mundwinkel, als Reaktion auf etwas dass sie getan hatte.
40 – Unschuld
„Kopf hoch, Soldat, das ist nichts wofür du dich zu schämen brauchst, denn Unschuld ist ein Luxus den die wenigsten von uns genießen.“
41 – Vervollständigung
Die letzte Sphäre war dargebracht und der Weg ins innerste Heiligtum ihrer Göttin war freigegeben.
42 – Wolken
Eine sternklare Nacht, frei von jeglichen Wolken nur von dem sanften Licht Selûnes erhellt, war der Körper Schattenherzes das schönste, wahrhaftigste und begehrenswerteste, was sie je gesehen hatte.
43 – Himmel
Das Firmament über ihnen war verhangen von ewiger Schwärze, Dunkelheit die alles umhüllte, jedes Leben einhüllte, im Keim erstickte und der Klerikerin von der Übermacht ihrer Göttin zeugte.
44 – Himmelsreich
Gab es einen Ort wohin die wahrhaft neutralen gehen durften, nachdem sie ihr Leben in dieser Welt ausgehaucht hatten?
45 – Hölle
„NIE WIEDER!“, schrie Karlach, ihr ganzes Gesicht schmerzverzerrt, wie unter der Geißel tausend neunschwänziger Katzen.
46 – Sonne
Ewige Dunkelheit hatte die Lande ergriffen und der krankhafte Fluch Shars legte sich wie ein erdrückender Mantel aus schwerem Nichts auf die Schultern der Gefährten.
47 – Mond
Ein Blutmond hing über dem Lagerplatz, lächelte, verlockte und ließ in Kain die dunkelsten Wünsche hochsteigen, der Mondgöttin ihre Tochter als rotes Bankett darzubieten.
48 – Wellen
„Keine Sorge, alles was hier im Fluss lebt, ist zu klein um dich zu fressen“, versicherte sie.
49 – Haare
„Wie schaffst Du es eigentlich, als derjenige von uns, der sich nicht selbst im Spiegel sieht, immer perfekt frisiert zu sein?“, fragte Schattenherz nicht ohne den Hauch von Interesse ob der Vampir nicht ein paar Geheimtricks zur Haarpflege für sie parat hätte.
50 – Supernova
Karlachs Herz würde zerreißen, flammte lodernd heiß, wie das Feuer zehntausender Sonnen und begann sie zu verzehren.
