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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2025-02-03
Words:
2,177
Chapters:
1/1
Comments:
2
Kudos:
8
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2
Hits:
148

Vielleicht

Summary:

Kurzgeschichte: Träume können wahr werden. Doch auf einmal fühlt es sich beängstigend an, stellt Draco fest. Was dann? Kann ihn Harry bestärken?

‚Jetzt ist auch alles egal‘, dachte Draco. Er atmete ein und nahm all seinen Mut zusammen. Er hatte das Gefühl, er hörte nur noch seinen eigenen Herzschlag laut pochend in seinen Ohren. »Bu-bum, Bu-bum.«

Oder: eine Geschichte zum Mut machen

Notes:

There is also an english version of this story.
You find it here:

 

 

Maybe - Fluesterfeder - Harry Potter - J. K. Rowling [Archive of Our Own]

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Draco kritzelte auf ein Papier. Es regte ihn einfach nur alles an diesem Mistkerl auf: Wenn er sprach, wie er sich durchs Haar strich, sein Gang so selbstsicher auf den Fluren, seine Überheblichkeit beim Quidditch, seine Beliebtheit. War das nicht verständlich?

Seine Freunde sagten oft, er sei besessen von Potter. Pah, Idioten! Er würde ihnen das Gegenteil beweisen. Er würde sich erneut über ihn lustig machen. Der Unfall beim letzten Spiel gab die perfekte Vorlage.
Er betrachtete sein Werk und war zufrieden damit. Er hielt seinen Zauberstab an das Blatt und die Zeichnung begann sich wie ein Film abzuspielen. Draco grinste.

Dann drehte er sich zu Pansy um und blickte verschwörerischen zu ihr. Er bekam ein Lächeln zurück. Er nahm ein zweites Pergament und schrieb etwas darauf. Auch auf diese Botschaft zielte er mit seinem Zauberstab. Der Zettel faltete sich von alleine zu einem Papierkranich. Das Gleiche wiederholte er bei dem anderen Blatt. Draco blickte sich um, damit er einen unbemerkten Moment abpassen konnte, um seine Flugobjekte starten zu lassen. Der Augenblick schien günstig. Professor Binns bekam sowieso nie etwas mit. Er tippte erst das eine und dann das andere an. Er sah zu Harry herüber, welcher kurz hochschaute. Draco schenkte ihm eine überheblichen Geste. Der Andere rollte mit den Augen und wendete sich genervt ab.

Die zwei Vögel erhoben sich, nahmen ihre Richtung auf und schwebten sanft, ohne großes Aufsehen zu erregen, zwischen der Klasse hindurch. Potter konnte er gut beobachten. Dieser schaute nicht schlecht, als der Papierkranich auf seinem Tisch landete. Pansy war nicht in seiner Sichtachse. Er würde einfach ihre Antwort abwarten.
Er schielte zu Potter, wie er das Blatt entfaltete. Doch der Blick auf dessen Gesicht irritierte Draco. Er sah zu erstaunt aus, als er die geöffnete Seite betrachtete. Der Schwarzhaarige blickte zu Draco, als würde er die Frage stellen: „Ist das Ernst gemeint?“
Draco hätte mit einer verärgerten oder bösen Miene gerechnet. Doch das war seltsam.

Das Nächste, was den Blonden stutzig machte, war ein Lacher von Pansy. Hatte er die Zeichen von Pansys so falsch gedeutet? Machte sie sich über seine Anfrage lustig?
Er betrachtete sie prüfend. Sie hielt den Zettel hoch und hatte ein amüsiertes Grinsen auf dem Gesicht. Draco erschrak. War das eine Zeichnung auf ihrem Papier? Draco blieb die Luft weg. Er wandte sich geschwind zu Potter. Seine Wangen hatten sich rosa gefärbt. Ein weiterer fragender Blick traf ihn. Draco hatte das Gefühl, sein Kopf war puderrot, doch er hoffte, dass es ihm nicht anzusehen war. Draco hatte sich, ohne es zu merken, an seinem Tisch festgekrallt. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. »Bu-bum, Bu-bum.«
Das konnte doch nicht wahr sein? „Fuck!“, fluchte Draco leise vor sich her. Er schaute zu Boden. Er wollte einfach nur noch hier raus. Ihm war so heiß, so verdammt warm. Wann war diese Stunde zu Ende?
Er schaute auf die Uhr an der Wand. »Tick tack, tick tack.« Oh Merlin, würde er einfach aus diesem Klassenraum rennen?

Er sah erneut zu Potter, der mit seiner Feder ein Kreuz setzte und etwas dazu schrieb. Draco wurde schlagartig kalt. Der Griffindor nahm seinen Zauberstab und tippte das Papier an. Es faltete sich exakt zur selben Form zusammen und startete seinen Weg zurück zu Draco. Ihm war schlecht und er fragte sich, wann er aus diesem Alptraum aufwachen würde. Der Kranich positionierte sich vor ihm auf dem Tisch. Er starrte das Ding an. Wollte er die Antwort wissen? Er könnte es auch für immer verschlossen lassen. Dracos Hände zitterten, als er sie nach dem Flugobjekt ausstreckte. Zu Potter zu schauen wagte er nicht. Er nahm den Vogel in die Hand und sein Zauberstab entfaltete ihn. Er schloss die Augen. War er bereit für die Antwort? Eigentlich nicht. Scheiß drauf. Er riss die Augen auf und sah ein Kreuz bei »Vielleicht«. Folgender Satz war darunter geschrieben: »Meinung können sich ändern.«
Dracos Blick wanderte fragend zu Potter. Der zuckte nur mit den Schultern und tat im nächsten Moment so, als würde er dem Unterricht mit Spannung folgen.

Der Slytherin war vollkommen verwirrt. War das Potters Ernst? Oder sollte das ein Scherz sein?
Doch der Griffindor tat ihm nicht nochmal den Gefallen, zu ihm zu blicken.
„Vielleicht“, flüsterte er vor sich hin.
Dem Unterricht würde Draco nicht mehr folgen. Seine Gedanken überschlugen sich. Hin von: Er verarscht mich definitiv, bis zu: Jetzt ist er völlig übergeschnappt, zu: Was wäre, wenn die Antwort ehrlich gemeint war?

Draco packte eilig und verließ den Unterricht als Erster. Er hatte das Gefühl, Potters Augen ruhten auf seinem Nacken. Der Blonde versteckte sich und wartete, bis der Griffindor an ihm vorbeikam. Er packte diesen am Arm und zog ihn in den leeren Klassenraum, in dem er gewartet hatte. Er schien nicht sonderlich überrascht.
„POTTER! Was soll diese Antwort bedeuten?“ Draco schlug mit der Faust gegen die Wand neben Harrys Gesicht.
Dieser zuckte nicht einmal, sondern antwortete ruhig: „Ich denke, sie ist aussagekräftig.“ Harry schaute ihn herausfordernd an.
Aussagekräftig? Fuck! Dracos hoffte inständig, dass dies keine Falle war. Sonst wäre er das Gespött bis zum Ende ihrer Schulzeit. Dann konnte er sich schon mal an die Kälte in Durmstrang gewöhnen.

Draco schluckte. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, wie sie dort standen, nur Zentimeter entfernt. Auge in Auge, keiner rührte sich. Abwartend, zögernd, Gedankenkreisend.
Harry fucking Potter hatte ein »Vielleicht« auf seine Frage: »Willst du mit mir gehen?«, angekreuzt. Der Griffindor war hier. Er hatte Draco nicht weggestoßen, kein Zauberstab in Sicht. Er rührte sich nicht vom Fleck. Er wollte hier sein. Er provozierte es förmlich. ‚Jetzt ist auch alles egal‘, dachte Draco. Er atmete ein und nahm all seinen Mut zusammen. Er hatte das Gefühl, er hörte nur noch seinen eigenen Herzschlag laut pochend in seinen Ohren. »Bu-bum, Bu-bum.«

Er überbrückte die letzten fehlenden Zentimeter zwischen ihnen. Draco hätte es niemals zugegeben, dass er in Harry Potter verliebt war. Niemals! Er hatte versucht, ihn zu vergessen. Versucht, ihn zu hassen. Er konnte so tun, als ob er ihn hasste, aber seine Gefühle blieben. Pansy wollte er alibimäßig fragen, aber nun war alles anders gekommen als gedacht. Und damit hätte Draco im Leben nicht gerechnet. Vor allem nicht mit der Antwort von Potter, nicht mal in einem Paralleluniversum. Und jetzt, dass er, Draco Malfoy, in einem leeren Klassenraum den berühmtesten Jungen der Schule, nein, der magischen Gemeinschaft, Harry Potter küssen würde. Sicherlich würde er in der nächsten Sekunde aufwachen und feststellen, dass alles nur ein Traum war.

In welcher Welt sollte das hier wirklich passieren? In der Realität, in der er endlich sein konnte, wie er wollte? In der er sich nicht mehr verstecken musste? In der Wirklichkeit, in der er nicht in die Familie geboren wurde, der er zugehörig war? Wo nichts kompliziert, sondern alles einfach war? Diese Welt existierte nicht.

Er spürte Harrys warme und weiche Lippen auf seinen. Es fühlte sich so gut an, sein ganzer Körper kribelte, sein Herz hämmerte unaufhörlich in seiner Brust. Der Schwarzhaarige blieb an Ort und Stelle und ließ den Kuss zu. Wie lange sie so gestanden hatten, wusste Draco nicht. Es war ein Augenblick, der für ihn am liebsten niemals geendet hätte. Doch irgendwann löste er den Kuss und sah auf Harrys Mund. Dann setzte er einen kleinen kurzen Kuss nach, als ob er überprüfen wollte, dass dies wirklich geschehen war. Er konnte ein verlegenes Lächeln auf Harrys Lippen wahrnehmen, woraufhin er selbst lächelte.

Es war eine seltsame, surreale Situation zwischen ihnen. Draco spürte, wie sich eine Mischung aus Erleichterung und Panik in ihm ausbreitete. Seine Gedanken waren ein Wirbelsturm aus: was, wenn das ein Fehler war? Wie soll es zwischen ihnen weitergehen, wenn Harry ihn nicht verspottete?
Harry stand weiterhin lässig gegen die Wand gelehnt, seine Augen suchten Dracos und er wirkte irgendwie… zuversichtlich?

„Also…“ begann Harry schließlich, als wäre das eben die natürlichste Sache der Welt gewesen. „… Malfoy.“ Draco starrte ihn an, nicht aushalten können, was der Schwarzhaarige wohl sagen würde. „Was genau heißt das jetzt für uns?“, fragte er.

Auch wenn Draco geschickt seine Gefühle vor den Anderen und sich selbst versucht hatte zu verbergen, war er sich bewusst: Es war das, was er immer gewollt hatte – und jetzt, wo es tatsächlich geschah, wusste er nicht, ob er das wirklich durchziehen konnte. Es war gegen jede Regel. Schlimm genug, dass er sich zu Jungs hingezogen fühlte. Und dann auch noch Harry Potter, den sein Vater aus tiefstem Herzen hasste. Er würde Schande über seine Familie bringen, wenn er mit ihm zusammenkam. Und er würde zweimal von seiner Familie verstoßen werden. Dracos Nervosität stieg an. Auf einmal ging alles so schnell. Wie oft hatte er sich diesen Moment ausgemalt, von dem er glaubte, er würde niemals geschehen? Und nie hatte er in seiner Fantasie weitergedacht, was es für sein Leben bedeuten würde.

So viele Emotionen prasselten auf ihn ein. Hin und her gerissen zwischen Gefühlen und Verpflichtungen. Man konnte seinen inneren Kampf deutlich in seinen Augen erkennen. Sehnsucht nach dem so lange Ersehnten. Verantwortung gegenüber seiner Familie.
„Wir können es auch vergessen, wenn du nicht willst?“, sagte Harry mit einer gewissen Kränkung in der Stimme.

"Potter..., Harry... ich..." Draco war sich seiner Gefühle durchaus bewusst, doch sie gegenüber Harry zum Ausdruck zu bringen, war eine ganz andere Sache.
„Ich… es tut mir Leid, es geht mir nur so viel durch den Kopf“, fuhr Draco fort. Seine Stimme brach fast, als er die Worte hervorbrachte. Es fühlte sich an, als würde er gegen eine unsichtbare Wand ankämpfen, die ihn immer weiter fortdrengte. „Das hier… es verändert alles für mich, verstehst du? Ich habe nie wirklich darüber nachgedacht. Wieso auch, ich dachte, das hier würde nie geschehen. Und jetzt - jetzt passiert es wirklich. Es erschien für mich immer unerreichbar. Ich erlaubte mir hin und wieder davon zu träumen, doch schob diesen Gedanken jedes Mal schnell beiseite. Ich erlaubte es mir selbst nicht, meine Gefühle einzugestehen.“ Er atmete tief ein, um sich ein wenig zu beruhigen.

Harry sah ihn mit seinen tiefen grünen Augen an und es war, als würde der Blonde Verständnis in seinen Augen erkennen können. „Und was bedeutet das für uns, Draco?“, fragte Harry nochmal, diesmal sanfter. Die Frage schien sich im Raum zu verflüchtigen, so ungreifbar und doch so dringend. Der Slytherin schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht. Es fühlt sich… richtig an, aber gleichzeitig so falsch. Ich kann nicht... nicht in meiner Welt...“

Harry trat einen Schritt näher. „Was, wenn du es versuchst? Ohne die ganze Angst davor, was passieren könnte?“
Draco sah Harry einen Moment lang an. Seine Augen suchten nach einem Anzeichen dafür, dass es Harry ernst war, dass er die Konsequenzen mit ihm tragen würde. „Und was, wenn ich alles verliere? Was, wenn ich meine Familie verliere? Was ist mit deinen Freunden? Würde es überhaupt jemand akzeptieren? Was, wenn du irgendwann merkst, dass du das hier bereust?“
„Draco“, Harry drückte seine Hand. „Wir wissen nie, wie das Leben sich entwickelt. Aber ich würde lieber etwas wagen, mit dem Wissen, dass ich es versucht habe, als mich mein ganzes Leben lang zu fragen, was hätte sein können.“

Draco öffnete den Mund, als wolle er noch etwas sagen. Doch es schien, als würden Harrys Worte langsam zu ihm durchdringen. Stattdessen trat er einen Schritt auf den Schwarzhaarigen zu und als dieser ihn ebenfalls anblickte, spürte er die gleiche Wärme wie die anderen hunderte Male zuvor. Harry nahm ihm ein Stück weit seine Angst. Zusammen könnten sie es schaffen, oder nicht? Draco dachte an Harry. Auch für ihn stand viel auf dem Spiel: sein Ruf, Dumbeldores Vertrauen, seine Freunde, dennoch wäre er bereit, den Schritt zu wagen. Es war ein großes Zugeständnis seitens Harry.

Dem Griffindor war Dracos anhaltende Nachdenklichkeit nicht entgangen. „Vielleicht solltest du damit beginnen, weniger zu grübeln und mehr auf deine Gefühle zu hören? Das Andere kommt, wie es kommen soll. Meinst du nicht, es ist Zeit, an dich selbst zu denken? Was dir wirklich wichtig ist? Was DU möchtest?"
„Bei dir hört sich das so einfach an!“
„Das ist es sicher nicht. Wir werden auf Hürden oder Herausforderungen stoßen. Ich weiß nicht, was alles passieren wird. Aber ich denke, wir sollten es versuchen.“

„Du bist wirklich verrückt, Potter“, murmelte Draco, doch in seiner Stimme lag ein Hauch von Bewunderung. Harry lachte leise.
„Vielleicht“, antwortete Harry mit einem Lächeln, das sich nicht mehr nur auf seinen Lippen, sondern auch in seinen Augen widerspiegelte. „Lass uns zusammen herausfinden, wohin uns das führt. Einverstanden?“

Für einen Augenblick herrschte Stille.
„Scheiß drauf“, flüsterte Draco. Er zog Harry näher zu sich, bis ihre Lippen sich wieder trafen. Diesmal gab es keine Zweifel mehr, keine Ängste, die ihn lähmten. Es war ein Kuss, der versuchte, all das Unausgesprochene zwischen ihnen in etwas zu verwandeln, das nicht mehr zurückgenommen werden konnte. Als sie sich wieder voneinander lösten, sah Harry ihn mit einem Ausdruck an, der fast ein bisschen triumphierend wirkte.

„Ist es real?“ Der Gedanke, dass Harry Potter wirklich Interesse an ihm hatte und dass sie das hier wirklich versuchten, fühlte sich so unwirklich an.
„Es ist real, Draco!“, sagte Harry ohne Zögern.

 

Mehr von mir findest du auf: Fanfiktion.de

Notes:

Danke fürs Lesen. ♡
Wenn dir die Geschichte gefallen hat, würde ich mich über ein Kudo oder Kommentar freuen.

 

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Die Charaktere sind nur von J.K. Rowling ausgeliehen.
Bis auf meine eigenen Figuren, die gehören mir sowie diese Geschichte an sich.
Ich verdiene damit kein Geld.

Es versteht sich von selbst, dass meine Geschichte nicht kopiert und wieder veröffentlicht oder übersetzt werden darf ohne meine Zustimmung.