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Drehen um zu stehen

Summary:

Eines Nachts bekommt der nun einsame Omega Robert unerwarteten Besuch

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Work Text:

Mit einem stummen Schrei wurde Robert aus seinem Schlaf gerissen. Seinen sonst so erholsamen Schlaf hatten diese Nacht Albträume geprägt.
Immer wieder hatte ihm sein Gehirn vorgegaukelt, die Grünen würden in den Umfragen unter 10% fallen. Dabei hatten sie sich doch so viel Mühe gegeben, so zu tun, als wären sie in den letzten Jahren nicht aktiv an der Regierung beteiligt gewesen.
Er schüttelte den Kopf, um die Gedanken loszuwerden.
Nicht die Albträume vom vorzeitigen Aus seiner Kanzler Era hatten ihn geweckt, sondern da war ein Geräusch gewesen, das wie ein Klacken klang. Kurz hielt er inne. Da war es wieder. Aber woher konnte das Geräusch kommen?
Verwirrt sah er sich in seinem Schlafzimmer um. Außer seinem Koro-Adventskalender hatte sich nichts an der Einrichtung verändert.
Robert blickte aus dem Fenster. In der Dunkelheit blitzte kurz etwas auf und prallte dann an sein Fenster, bevor es wieder hinabglitt.
Angst überkam ihn. Wer warf um diese Uhrzeit Dinge auf das Fenster seines Reihenendhauses? Er verstand sich doch mit all seinen Nachbarn gut, seitdem er und Familie Hobel die Streitigkeiten um das Schneiden ihrer Buchsbaumhecke beiseitegelegt hatten.
Mit einem Seufzen ließ er sich zurück in die Kissen seines Palettenbettes sinken und fuhr sich durch das Gesicht.
Wenn er Ruhe haben wollte, führte wohl kein Weg daran vorbei, den Steinschmeißer zu konfrontieren.
Innerlich zählte er bis drei, dann stand er mit einem Schwung auf, stapfte zu seinem Fenster und riss es auf. Prompt wurde er von einem harten Gegenstand an der Stirn getroffen.
Er fluchte vor Schmerz und bückte sich, um zu inspizieren, was ihn da getroffen hatte.
Ungläubig musste Robert lachen. Im Licht des Vollmonds war es schwer zu sehen, aber er schien tatsächlich ein Goldnugget abbekommen zu haben.
Auf einmal wurde ihm klar, wer ihm da einen heimlichen Besuch im Schutz der Dunkelheit gestattete.
„Christian, du kannst auch einfach klingeln.“, rief er leicht verärgert.
Doch dann trat die bis dahin in dem Schatten seiner Magnolie verborgene Person ins Licht.
„Volker?“, entfuhr es ihm ungläubig.
„Ja, Robert, ich bin es.“, erwiderte Volker.
„Warum bist du hier?“
„Ich habe dir etwas zu sagen, Robert, und ich bin mir sicher, dass ich, wenn ich es jetzt nicht tue, für den Rest meines Daseins als Alpha bereuen werde.“
Robert schluckte. Es klang, als sei es wirklich ernst. Dann nickte er, für Volker hatte er immer ein offenes Ohr. Dies hatte Christian oft nicht gepasst, da er sich durch den anderen Alpha noch mehr in seiner Rolle als Beta bedroht gefühlt hatte. Olaf und Robert hatten ihr Bestes getan, Christian zu versichern, dass Volker keine Bedrohung für ihn wäre, aber damit war jetzt wohl Schluss.
„In Ordnung, aber möchtest du nicht lieber hochkommen?“
„Das passt schon, ich fange dann mal an.“
Volker trat noch einen weiteren Schritt ins Licht, sodass es Robert fast vorkam, als könnte er direkt in seine eisblauen Augen schauen.
„Robert, dein gebärfreudiges Becken
Es tut mich necken
Deine stahlblauen Augen
Gerne würde ich an ihnen saugen
Dein verschmitztes Lächeln
Bringt mich zum Hecheln
Du hast es mir angetan
Und ich wünschte, wir
Würden es
Gemeinsam tun
Aber mach dir keine Sorgen
Ich denke auch an morgen
Ich schwimme entgegen dem Strudel
Deshalb komm‘ bitte in mein Rudel.“
Robert wusste nicht wie ihm geschah, seine Augen wurden feucht und seine Hände begannen zu zittern. Noch nie hatte jemand so etwas Schönes für ihn getan.
All der Tumult der letzten Tage hatten ihn emotional extrem mitgenommen. Die Hoffnung an Liebe, oder gar einen aufrichtigen Alpha, hatte er fast schon aufgegeben.
„Robert?“, fragte Volker zögerlich.
Da merkte Robert, dass er so in seinen Gedanken gehangen hatte, dass er Volker nicht geantwortet hatte.
Lächelnd rief er ihm zu, er solle hochkommen.
Kaum setzte Volker einen Fuß über die Schwelle zu Roberts Schlafzimmer, da fiel er ihm jauchzend um den Hals. Volker versteifte sich kurz, doch dann erwiderte er die Umarmung des Omegas freudig.
„Also darf ich mir weiterhin Hoffnung machen?“
Robert nickte stürmisch.
Volker löste sich aus ihrer innigen Umarmung und ging vor Robert auf die Knie.
„Robert, willst du das Deutschlandticket mit mir verlängern?“
Sein innerer Omega schlug Purzelbäume vor Freude.
„Natürlich, Volker, warum fragst du überhaupt noch?“
Ernst entgegnete Volker: „Im Gegensatz zu Kollege Buschmann wird bei mir Konsens großgeschrieben.“
Dann zog er den dahinschmelzenden Robert in einen leidenschaftlichen Kuss und sie fielen eng umschlungen auf Roberts mit Bio-Baumwolle bezogenes Bett.

Die Vögel zwitscherten bereits, als die ersten Sonnenstrahlen Robert sanft aus seinem Schlaf weckten. Er gähnte, streckte und räkelte sich. Dann fiel sein Blick auf den Alpha neben sich.
Volkers Gesicht war entspannt, während er leise vor sich hinschnarchte.
Langsam und vorsichtig befreite sich Robert aus dem Bett und tapste die Treppen hinunter. Er würde Volker mit frisch gemachten Dinkelwaffeln und veganer Sahne zum Frühstück überraschen. Wenn er genügen Zeit hätte, könnte er sogar schon den Lupinenkaffee aufsetzen.
Plötzlich riss ihn ein energisches Klopfen aus seinen Gedanken. Verwirrt suchte er nach der Quelle des Klopfens, wobei sein Blick auf die Terrassentür fiel.
Ihm wurde flau im Magen. Auf seiner Terrasse stand niemand anderes als Christian.
Warum musste der Beta auch immer dann auftauchen, wenn er es am wenigsten gebrauchen konnte? Hatte Christian nichts Besseres zu tun? Zum Beispiel seinen Antrag auf Bürgergeld auszufüllen? Oder auf Veranstaltungen Firmen zu verteidigen, die ihren Reichtum durch Ausbeutung von Zwangsarbeitern im NS-Regime gemacht hatten?
Genervt stapfte er zur Tür und öffnete sie einen Spalt.
„Was willst du hier?“
Christian schob seine Hand in den Türspalt, schob die Tür dabei weiter auf und drückte sich an Robert vorbei.
„Sorry, dass ich so reinplatze, aber ich muss dir was sagen und ich wollte nicht, dass die Presse mich sieht.“
Christian wirkte aufgeregt, ständig fuhr er sich fahrig durch die Haare. Bevor Robert etwas sagen konnte, ihn darauf hinweisen konnte, dass er sich mal wieder wie die Axt im Wald verhielt, sprudelte aus Christian heraus.
Er erzählte Robert davon, wie seine Partei hinter seinem Rücken geplant hätte, den Bruch der Ampel zu provozieren. Wie wütend er gewesen wäre, als er dies erfahren hätte. Wie verraten er sich gefühlt habe. Aber dass er gerne das Bauernopfer war, solange seine Partei weiter bestehen bleiben konnte. Dabei sei das alles von Volker ausgegangen, ihm habe das Verkehrsministerium nicht gereicht.
Ungläubig musste Robert lachen. Diese Intrigen würden die Wähler*innen noch mehr verwirren als vorher. Dabei wussten viele sowieso schon nicht, welche Partei, die für mehr Abschiebungen und gegen soziale Gerechtigkeit war, sie wählen sollten.
„Christian, es reicht. Ich lasse mich nicht länger von dir für dumm verkaufen. Ich weiß nicht, was du damit bezwecken wolltest, heute herzukommen. Was immer es war, es hat nicht funktioniert. Und jetzt hau‘ ab.“
Robert sah, wie Christian langsam rot wurde. Ob vor Wut oder vor Scham, dass er ihm seine Lügen nicht glaubte, wusste Robert nicht. Und eigentlich war es ihm auch egal.
Jemand räusperte sich.
„Was ist denn hier passiert?“
Roberts Kopf schnellte von Christian zu Volker, der in der Tür zur Wohnküche stand. Er schluckte. Auch wenn Christian und er Geschichte waren, fühlte er sich schlecht, so schnell mit Volker ein Rudel gegründet zu haben.
„Wow, Robert, ich versuche mich noch, zu entschuldigen, dabei hast du unser Rudel direkt ersetzt. Hätte mir ja denken können, dass ein Omega wie du sofort zum nächstbesten Alpha rennt. Und von dir, Volker, habe ich sowieso nichts anderes erwartet.“
Wut kochte in Robert hoch. Von Christian musste er sich sowas nicht anhören. Erst hatte der Beta das Land gezielt in Chaos gestürzt und nun gab er auch noch omegafeindliche Äußerungen von sich? So ein Verhalten hatte er von Friedrich Merz erwartet, aber doch nicht von Christian Lindner.
Starke Hände griffen Robert und zogen sie an einen warmen Körper.
Volker war ihm trotz Christians zorniger Blicke nähergekommen und schützte ihn nun vor der Rage des Betas.
„Christian, ich denke, es ist besser, wenn du jetzt gehst.“
Christian schnaufte vor Wut, doch auch er wusste, dass er verloren hatte.
„Ihr Schwachköpfe, das werdet ihr bereuen.“
Robert konnte diese Worte nicht einfach im Raum stehen lassen und entgegnete verärgert: „Pass auf, was du da sagst.“
Aber Christian lachte nur hämisch und entgegnete: „Was sonst, zeigst du mich dann auch an? Hänge mir doch gleich noch einen als Mord getarnten Suizid an, wenn du schon dabei bist.“
Bevor Robert eine Antwort parat hatte, kehrte Christian ihnen den Rücken zu und verließ endlich das Haus. Sie hörten nur noch die Haustür zuschlagen und das Heulen eines Porschemotors.
Dann kehrte endlich Ruhe ein.

Notes:

Ich wurde besessen und die Stimmen haben mir gesagt, was ich schreiben soll.
For legal reasons this is satire.

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