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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2025-05-20
Words:
1,026
Chapters:
1/1
Comments:
15
Kudos:
8
Hits:
78

Immer schon ein bisschen

Summary:

Hari erwischt Pauli bei etwasem, bei dem man sich nicht erwischen lassen darf.

Notes:

die erste pauli müller fic auf ao3 🥹 stosst mit mir an, meine lieben 🥂

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Es war einer der älteren Jungs, und ich hatte es nicht kommen sehen. Weder von mir noch von ihm. Nie hätte ich von mir selbst gedacht, dass ich dumm genug wäre mich im Mannschaftsschlag einer Kriegsmarineunterkunft küssen zu lassen. Sowas blödes, sowas lebensmüdes macht doch niemand. Würde man meinen.

Aber als er vor mir steht, dort bei den Schränken an der Wand wo man nicht gleich hinsieht, wenn man zur Tür reinkommt, sich nochmal umguckt und dann mich anguckt, da bin ich irgendwie wie versteinert. Ich geh‘ nicht weg, auch wenn er näher bei mir steht als es noch als normal durchgehen könnte, und ich schau‘ auch nicht weg, und das ist wohl alles, was er braucht.

Später werde ich mich fragen wie zur Hölle er wusste, dass er bei mir damit durchkommt, und es wird mir heiß und kalt den Rücken hinablaufen beim Gedanken, dass ich vielleicht ganz einfach zu lesen bin und meine Tage auf freiem Fuß bald gezählt sind, falls das wirklich so ist. Aber in dem Moment denk‘ ich gar nicht daran. Er fasst mich mit der Hand am Hals an, für einen kurzen Moment erwartet der Straßenjunge in mir, dass er jetzt gleich gewürgt oder verprügelt wird, doch er lässt die Hand weitergleiten, fasst mich damit im Nacken und küsst mich. Er küsst hungrig, aber für mich kann es nicht sein, wir kennen uns gar nicht, haben uns vielleicht ein, zwei Mal gesehen seit wir vor ein paar Tagen am Stützpunkt angekommen sind.

Das ist mir aber auch egal, seine Lippen auf meinen sind mehr als mir in dieser Hinsicht je im Leben passiert ist, und es erschreckt mich bis ins Mark wie sehr sich mein Körper ihm entgegenwölben will. Die Straße ist gefährlich, da ist man Opfer schon lange bevor man so dumm ist sich irgendetwas von seiner Falschheit anmerken zu lassen. Schwuchteln werden weggesperrt oder noch auf der Straße totgeschlagen, so ist das nun mal.

Im Rausch entgeht mir fast das Geräusch der sich öffnenden Tür, doch der andere ist schneller, gewiefter und ganz offensichtlich erfahrener. Er hat mich von sich gestoßen bevor ich die Gefahr überhaupt erst so richtig erfasst habe, und wäre es irgendjemand anderes als Hari gewesen, der gerade reingekommen ist, dann hätte das zweifelsohne geklappt. Niemand anderes hätte sich einen Reim auf etwas machen können, was man nur so halb aus dem Augenwinkel, eigentlich fast gar nicht, gesehen hat. Aber Hari war schon immer zu schlau, zu feinfühlig, und leider kennt er mich einfach verdammt noch Mal viel zu gut. Der andere macht noch kurz was bei seinem Bett, dann schiebt er sich mit einem Murmeln an Hari vorbei und ist weg. Wie gesagt. Wär‘ sicher alles glatt gelaufen, wenn es nicht Hari gewesen und ich kein Idiot wäre. Aber so steh‘ ich dumm an der Wand, hab‘ mich noch nicht im Geringsten davon erholt zum ersten Mal in meinem Leben geküsst geworden zu sein von jemandem, bei dem sich das gut angefühlt hat, und kann Hari nicht in die Augen schauen.

Er steht erstmal nur da, ich auch, mein Herz klopft schmerzhaft in meiner Brust und erst viel zu spät erinnere ich mich daran, wie man sich normalerweise verhält.

„War’s gut beim…“ Mein Kopf ist leer, ich habe komplett vergessen woher Hari jetzt gerade gekommen sein muss.

„Der Funkerübung, ja“, sagt Hari. Er schaut mich komisch an, so komisch, dass mir davon übel wird.

„Ja. Gut.“ Ich gebe mir einen Ruck, krame in meinem Schrank ‘rum nur damit ich etwas zu tun habe.

„Pauli… Pauli, was war das gerade eben?“

„Was meinst du?“

„Hat er… hat er etwas mit dir gemacht, was du nicht wolltest, Pauli?“ Ich bleibe stumm. Hari legt mir die Hand auf die Schulter und dreht mich zu sich um. Verschissen schlechte Idee, ihn mein Gesicht sehen zu lassen. Der liest darin wie in einem Buch, was ich nicht ausstehen kann und doch gleichzeitig… doch gleichzeitig irgendwie mag. „Pauli?“

„Nein“, sage ich schließlich knapp. 

„Aber Pauli, ich hab‘ gesehen, wie er—“

Nein, hab‘ ich gesagt“, schnappe ich. Ich merke wie meine Kiefermuskeln mahlen, wie die Spannung in meinem ganzen Körper so groß ist, dass sie jeden Moment reißen könnte. Ich weiß genau, welchen Blick Hari gerade drauf hat. Der, wo er frustriert und enttäuscht ist von mir, wiedermal, aber auch der, wo ich genau sehe, wie wichtig ich ihm bin. Ich hasse diesen Blick. „Nichts, was ich nicht wollte“, schiebe ich hinterher. Die Worte kommen so monoton und hölzern heraus, wie ich mich im Innern fühle. Wenn Hari mich verpetzt, dann scheiß‘ ich drauf, was nachher noch mit mir passiert. Dann war‘s das halt, Pech gehabt, dumm gelaufen. Bin ja mit fünfzehn eh schon älter geworden, als ein schmutziger Waise auf der Straße es werden sollte.

Hari setzt sich aufs Bett. Es ist nicht seines, aber das scheint ihn gerade nicht zu kümmern. Ich kann ihn nicht ansehen, schaue irgendwo hinter ihm auf die Wand, die so ein bisschen verschwimmt vor meinen Augen.

„Pauli, das ist gefährlich“, sagt Hari irgendwann eindringlich. Ein ungläubiges Lachen entfährt mir.

„Ach ja? Hatte ich gar nicht mitbekommen.“

„Du bist ein verdammter Idiot, dich dabei erwischen zu lassen. Beschissen dumm war das.“ Seine Stimme fängt an sich zu überschlagen. „Wenn jemand anderes als ich –“

„Ist ja gut! Scheiße verdammt.“ Ich weiß es doch selbst. Mein Blick klebt noch immer auf der Wand, verirrt sich kein bisschen in Haris Richtung. „Sonst noch was?“ sage ich tonlos.

„Pauli. Pauli, sieh‘ mich an.“ Ich will es nicht, aber ich muss tun, was er sagt. „Seit wann weißt du’s?“

Ich zucke mit den Schultern. Ich hasse seinen Blick, wie er mich voll Sorge anschaut, ich hasse, dass das vor ihm noch nie jemand gemacht hat, und ich hasse, wie ich mich dabei gut fühle und das Gefühl habe, dass mir das irgendwas bringen wird, mich irgendwie schützen kann. Kann es natürlich nicht. Wird es natürlich nicht.

Er bohrt nicht mehr nach danach. Die stumme Ermahnung, dass ich besser aufpassen muss, muss er nicht laut aussprechen.

‚Immer schon ein bisschen‘, wollte ich sagen. ‚Ich wusste es immer schon ein bisschen, aber ganz sicher erst, seit du auf der Straße aufgetaucht bist.‘

Notes:

wie immer bin ich so ein bisschen ähhhhh keine ahnung wenns um die frage geht wie realistisch das jetzt ist. 😐 ich wollte halt diese szene schreiben und habs gemacht. tja.

ich hoffe es gefählt irgendwem <3

(achja und. lol. die namen der jungs sind einfach so dumm und schwierig, bei hari steht z.t. "harry" was ich ultra komisch finde weil englischer name in deutschland zu dieser zeit idk??? und dann steht z.t. auch 'harri' was ja auch strub ist weil man das nicht so aussprechen würde wie sies in der serie aussprechen mit langem a, naja und jedenfalls hab ichs jetzt einfach so geschrieben wies für mich am richtigsten aussieht aslkdfjlakds. gibt ja eh noch keine fics über ihn also was solls)

und noch ein gif das ist für den tumblr post gemacht habe 🥺💕