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Quietscheentchen

Summary:

Als Chuuya aufwacht, ist da ein Quietscheentchen genau vor seiner Nase und er hat keine Ahnung, wie das da hingekommen ist.

Notes:

Diese Geschichte ist für die 12. Kalenderwoche der Wochenchallenge aus dem Jahr 2023 entstanden.

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Noch nicht ganz wach dreht sich Chuuya auf die Seite und öffnet seine Augen. Er blinzelt – einmal, zweimal – doch das Bild verändert sich nicht. Chuuya richtet sich etwas auf und betrachtet auf seinen Ellbogen gestützt das kleine gelbe Quietscheentchen, das da auf seinem Kopfkissen sitzt. Er beugt sich näher heran und stupst es schließlich mit seinem Finger an. Das Quietscheentchen wackelt etwas, bleibt aber stehen. Chuuya drückt stärker dagegen, bis es schließlich umfällt und vom Futon kullert. Wieder blinzelt Chuuya, doch das Quietscheentchen ist immer noch da. Er richtet sich nun richtig auf und bemerkt dadurch auch, dass das nicht das einzige Quietscheentchen in seinem Zimmer ist – zehn insgesamt zählt er und jedes von ihnen sieht anders aus.
„Was zum?“, murmelt Chuuya.
Er überlegt, ob er gestern mehr Sake als sonst getrunken hat und das hier einfach nur die Nachwirkungen sind, aber nein, er fühlt sich nicht anders als sonst. Also vielleicht ein Streich von einem der anderen Autoren? Vielleicht von Dazai? Als Rache dafür, dass er ihn so oft ärgert? Chuuya verwirft diesen Gedanken wieder. Dazai ist nicht der Typ für Streiche und selbst wenn man die Sache mit Shiga als Streich sehen will, war Chuuya selbst derjenige, der ihn dazu gebracht hat, ansonsten hätte Dazai das niemals gemacht. Aber auch bei den anderen Autoren hat er nicht das Gefühl, dass sie so etwas machen würde. Oder hat er vielleicht im betrunkenen Status etwas von sich gegeben, dass hierzu geführt hat? Nein, das schließt Chuuya aus. Er ist zwar nur sehr selten ohne Sakeflasche in der Hand anzutreffen, aber er hat seinen Alkoholkonsum meistens im Griff und betrinkt sich nur an wenigen Tagen soweit, dass er sich später nicht mehr daran erinnern kann, was währenddessen geschehen ist.
Chuuya seufzt, dann entscheidet er sich aufzustehen. Es wird auch nicht besser werden, wenn er hier weiterhin rumsitzt. Also zieht er sich um, schnappt sich das gelbe Quietscheentchen, mit dessen Anblick er aufgewacht ist, und verlässt sein Zimmer. Doch kaum, dass er einen Fuß auf den Flur gesetzt hat, fällt ihm das Quietscheentchen auch schon aus der Hand. Im Flur sind noch mehr Quietscheentchen. Sein Mund steht ihm offen. Er blinzelt – einmal, zweimal, dreimal, viermal.
„Was soll der Mist?!“

Chuuya steht in der Küche und wird auch hier mit der Sicht auf einen ganzen Haufen Quietscheentchen beglückt. (Ango hat sie zur Seite geräumt, um sich Platz zum Kochen zu schaffen – was genau er da mal wieder kocht, will Chuuya gar nicht wissen.) Oda lehnt währenddessen am Küchentisch und betrachtet eines der Quietscheentchen eingehend.
„Hat eigentlich schon jemand dem Vizedirektor hierüber informiert?“, fragt er.
„Dazai und Akutagawa-san müssten gerade bei ihm sein“, meint Ango, während er weiterhin in dem Topf auf dem Herd herumrührt. Nein, Chuuya wird nicht nachfragen. Bei dem Geruch will er einfach nicht wissen, was das für eine undefinierbare Masse ist, die da vor sich hin brodelt.
„Ich frage mich wirklich, wo diese Dinger herkommen. Gestern waren sie noch nicht da und keiner von uns war so betrunken, dass er nichts mehr mitbekommen hätte“, sagt Oda nachdenklich und stellt das Quietscheentchen neben sich auf den Tisch.
„Der Alchemist kontrolliert die Bibliothek, richtig?“
Ango dreht sich vom Herd weg und sieht Chuuya an. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass der Alchemist hierfür verantwortlich ist, oder?“
Chuuya zieht eine Augenbraue hoch. „Nicht direkt, nein, aber die Regeln wurden umgeschrieben, vielleicht ist das einfach eine Nebenwirkung oder so.“
„Der Kristall ist derzeit noch um einiges kleiner als früher und hat vielleicht noch nicht dieselbe Macht, ist instabiler. Deine Theorie könnte also stimmen“, meint Oda.

 

Am Ende hatte Chuuya tatsächlich recht mit seiner Theorie. Nachdem der Alchemist seine gesamte Energie aufbrauchen musste und der Kristall zerstört wurde, um für ihren Erfolg zu sorgen, wurden die Regeln, die bisher in der Bibliothek gegolten hatten, auf null gesetzt. Zwar ist ein neuer Stein entstanden, aber dieser ist noch nicht ausreichend gefestigt und in der Tat instabil, sodass die Regeln nur nach und nach neu geschrieben werden können – darum können sie derzeit auch noch nicht wieder in Bücher tauchen oder neue Autoren rekrutieren – und dabei ist wohl ein kleiner Fehler unterlaufen. Der Alchemist hat diesen Fehler zwar mittlerweile korrigiert, aber verschwunden sind die Quietscheentchen trotzdem nicht. Da die Autoren aber auch nicht wussten, was sie mit ihnen machen sollen, haben sie sie auf die Brüstungen im Büchersaal gestellt, als Erinnerung an diesen fragwürdigen Tag.

Notes:

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