Chapter Text
,,Bis morgen" war das einzige was Marc noch zu seine Kollegin sagte bevor er sich in den Feierabend verabschiedete.
Lucia hatte schon länger die Vermutung, dass er sich nicht mehr komplett wohlfühlte. Doch sagen wollte sie auch nichts schließlich war es seit ihrem On-Night-Stand etwas kompliziert zwischen den beiden. Marc wirkte danach sehr abwesend und hatte nachts während sie noch grübeln wachlag von einer Julia geredet. Am nächsten Morgen beschlossen sie beide, dass es ein Fehler war und sie bessere Kollegen und Freunde waren, als ein Liebespaar. Trotzdem war danach alles anders. Ihre Leichtigkeit war verschwunden, die netten Abende zusammen in der Bar um die Ecke mit ihren einheimischen Kollegen. Alles war anders oder wohl eher Marc. Sie merkte, dass er sich distanzierte doch wollte sie ihm Raum geben, denn sie merkte wie es ihn ihm rumorte.
Marc brauchte länger um sein Verhalten zu verstehen, aber er realisiert einfach an dem Abend was ihm fehlte und damit waren nicht nur sein bester Freund Kilian oder AC und Aylin gemeint. Nein, eine ganz besondere Person, die ihn von Tag eins in seinen Bann gezogen hatte.
Throwback zu der Nacht:
Schweigend liefen sie zusammen durch die Gassen der Stadt, nachdem sie noch einen netten Abend in der Bar mit Kollegen genossen hatten.
Marc schaute zu ihr rüber und bemerkt wie sich langsam Gänsehaut auf ihren Armen bildete. Ohne etwas zu sagen zog er seine Jacke aus und legte sie ihr über die Schultern. Ein einfaches ,,Danke" kam aus Lucia heraus. Doch sobald sie dabei in seine Augen blickte fiel ihr wieder dieses Funkeln auf, dieser warme Blick und die Gänsehaut ließ nicht nach. Still drehte sie sich wieder weg und fragte sich auch schon im nächsten Moment, ob er überhaupt jemanden hat. Nie hat er davon erzählt.
Auch Marc hatte ihren Blick gesehen und schon lange sehnte er sich wieder mach Nähe, Wärme und Geborgenheit. Die letzte Person, die ihm das gegeben hatte, hatte ihn hier her geschickt. Sie hatte ihn weggeschickt, weil er sie liebte und Sie? Ja das wusste er nie genau. Sie hatte es nie erwidert, doch lag in jedem ihre Blicke so viel davon, dass er sich es garnicht anders vorstellen könnte. Doch wie sollte er dieses Gefühl je wieder gewinnen? Natürlich fand er Lucia attraktiv, aber sie war nicht Julia. Er wollte sie eigentlich auch garnicht mit ihr vergleichen, denn das konnte jede nur verlieren und wahrscheinlich war das auch der Grund, wieso nach Julia nichts mehr war.
Er bemerkte ihn seinen Gedanken garnicht, dass Lucia stehen blieb, denn sie waren an ihrem Haus angekommen.
,,Hey, willst du noch weiter laufen? Wir sind doch schon da!"
Er erwachte aus seinen Abendträumen und lächelte sie an. Wieder dieses wärmende Lächeln, dass ihren Bauch fast ein bisschen krippeln ließen.
,,Willst du nich mit reinkommen? Ich glaube es fängt gerade an zuregnen."
Und sobald ihre Worte ausgesprochen waren merkte er die ersten Regentropfen auf seiner Haut.
,,Klar, gerne"
Schnell huschten sie rein und saßen wie gewohnt mit einem Rotwein auf ihrem Sofa. Daneben lief leise Jazz Musik und sie genossen, die entspannte Stimmung. Das trug auch nicht gerade zur Ausnüchterung der beiden bei und eswurde immer beschwingter. Bis er sie leise zum tanzen aufforderte. Zaghaft legte er seine Hände an ihre Taille und sie ihre Hände auf seine. Im Takt schwebten sie ihn und her. Alles um sie herum schien langsam zu verblassen. Beide merkten garnichtvwie sich ihre Lippen immer weiter annäherten und dann geschah es erst langsam und dann als es beide realisierten immer fordernder. Beide wollten das auch wenn es hier mehr um Verlangen als um Gefühle ging. Sie landeten in ihrem Schlafzimmer und zogen die Nähe in sich auf.
Als sie sich danach noch kuschelnd in den Armen lagen. Schlief Marc schnell mit ihrem Kopf auf seiner Brust ein. Zusehr gab sie ihr das, was er die letzten Jahre vermisst hatte. Lucia lag genauso wie sie da und versprühte Wärme. Lange noch hörte sie seinem Herzschlag zu uns als sie kurz vor dem einschlafen war hörte sie ihn erst ruhig, aber dann etwas keuchender ,,Julia" sagen immer und immer wieder. Sie sollte erst später erfahren, wem dieser Name gehört. Doch sie wusste nun, dass es jemanden in seinem Leben gab, gegen die sie wohl nur Verdrängung genutzt werden konnte. Auch wenn er es noch nicht realisiert hatte.
Zurück zum Abend:
Entspannt schloss Marc seine Wohnungtür auf und machte das Licht an. Alleine ja, so hatte er sich in letzter Zeit oft gefühlt. Oder eigentlich schon seitdem er weggegangen ist. Am Anfang schob er es auf all das Neue, dass er noch niemanden kannte und dann wurde es wirklich besser seine Gedanken gingen nicht mehr jede Minute zu ihr. Doch seit der Nacht war alles wieder auf Reset. Seine Gefühle waren da und nicht wegzudenken. Er holte sich ein Glaswein und öffnete die letzte Weinflasche. In letzter Zeit tat er das häufig, denn es erinnerte ihn an sie und ließ ihn ihr näher fühlen. Dann ging er hinaus auf den Balkon und schaute in den Sternenhimmel. Abends nachdem ihre Phobie immer weiter verschwand saßen sie häufig eng aneinander geschlungen da und beobachteten die Sterne zusammen. Sie brachten sie gegenseitig Sternenbilder da und bald wurde Cassiopeia zu ihrem. Oder wohl eher zu seinem, denn es war zwar ein W, aber auf dem Kopf konnte es ja auch ein M darstellen. Da entdeckte er es auch schon unwissend, dass sie es gerade auch suchte und fand nur mehrere 1.000km entfernt.
Ein paar Stunden vorher in Deutschland:
Julia saß noch in ihrem Büro und kontrollierte die letzten Klausuren der Studies, als es plötzlich klopfte. Eigentlich erwartete sie niemanden, komisch.
,,Herein"
Thorsten öffnete die Tür.
,,Ich hab von draußen gesehen, dass dein Licht noch brennt und dachte, dass du vielleicht Lust auf ein bisschen Gesellschaft hättest?"
,,Ach, das ist total lieb von dir, aber ich glaub ich sollte wirklich noch die Klausuren fertig kontrollieren. Sie haben heute schon wieder danach gefragt."
,,Julia du weißt genau, dass für sie alles außer sofortiger Kontrolle zu langsam ist und du hast naja seit Samis Tod. Nichts mehr außer deiner Arbeit gemacht oder? Du musst mal raus. Sophia kocht heute und sie freut sich bestimmt auch, wenn du uns mal wieder besuchen kommst."
,,Ich weiß nicht"
,,Kein Aber, ich geb dir noch zwei Minuten um dein Zeug einzupacken und dann fahren wir zu mir."
,,Ok"
Ach was hab ich mir da bloß eingebrockt, dachte sich Julia, aber irgendwie hatte er auch Recht ihre Sozialen Kontakte waren auf die Arbeit beschränkt und zuhause machte sie auch nichts außer ein Buch lesen oder einen guten Wein trinken, selbst kochen macht für einen alleine keinen Spaß mehr.
Sie gingen raus und liefen zusammen zu ihren Autos.
,,Weißt du noch wo du hinmusst?"
,,Na hoffentlich"
,,Ich fahr trotzdem mal lieber vorne weg"
,,Vertraust du mir etwa nicht?" Sagt sie mit einem leichten schmunzeln
,,Doch Doch, Sicherheits ist, aber Kontrolle ist besser, also" konterte er geübt.
Schnell war die Autofahrt um und schon als sie das Haus sah, freute sie sich dann doch auf den Abend. Es war voller Leben die beiden mittleren spielten und die kleine krabbelt durch die Küche und das Esszimmer. Sofort fühlte sie sich Wohl. Sophia wiederzusehen bereitete ihr auch Freude. Das Essen verlief größtenteils harmonisch nur die Große, wollte nicht so ganz wie ihre Eltern oder auch ihre kleinen Geschwister.
,,Pubertät" war der Kommentar von Thorsten
Er war es auch der die kleinen dann noch ins Bett brachte währenddessen setzten sich Julia und Sophia schonmal mit einem Wein auf die Terrasse. Eine lauer Sommerwind wehte und sie genossen, die inzwischen abgekühlte Temperatur.
Ziemlich ins Blaue rein fragte Sophia dann: ,,Wie geht es dir? Und sag jetzt nicht gut. Ich will wissen wie du dich innendrin fühlst und nicht nur wie du es von außen aussehen lässt."
Julia musste sofort lächeln. Vor ihr kommst sie ihre sonst so aufrecht gehaltene Fassade anscheinend nicht gut verstecken.
,,Ich weiß wie eng du und Sami waren. Hätte man euch nicht gekannt, hätte man auch glatt denken können, dass ihr ein lang verheiratetes Ehepaar seid."
,,Ja wahrscheinlich, aber wir waren immer Freunde und ich denke auch bessere Freunde, als wir hätten Partner sein können. Es gab bis nach der Trennung von Britta ja auch nie die Chance dazu und danach...naja"
,,Was meinst du mit danach...naja?"
,,Ach das ist kompliziert"
,,Ich hab Zeit dafür sind Freunde doch da"
,,Ich war zu der Zeit mit Marc zusammen. Obwohl kann man das richtig zusammen nennen. Ich weiß es nicht, aber in dem Moment wollte ich auch garnicht darüber nachdenken. Weißt du, wir haben einfach in den Moment gelebt"
,,Und dann?"
,,Marc ist nach seinem Abschluss nach Lybien gegangen. Es war das Beste für ihn. Er sollte die Welt sehen, die ihm zu Füßen lag."
,,Oh ok und wie ging es dir damit?"
,,Ich musste ihn gehen lassen. Man sollte ihn nicht festbinden."
,,Und wie ging es dir damit? Es gibt ja schließlich immer 2"
,,Ich hatte garnicht so viel Zeit darüber nachzudenken, weil durch den neuen Jahrgang dann gleich immer so viel los ist. Natürlich hab ich ihn manchmal vermisst seine Art, sein Blick, seine..."
,,Du hast ihn wirklich geliebt"
,,Ja und er mich"
,,Und er ist trotzdem gegangen"
,,Ich hab es ihm nie gesagt und"
,,Was und?"
,,Ich hab ihm gesagt, dass wenn er mich wirklich liebt er gehen soll."
Sophia musste das erstmal kurz verarbeiten. Da lieben sich zwei Menschen und trotzdem. Die Realität ist einfach nicht fair.
,,Oh Julia, du hast dein Glück einfach so gehem lassen. Naja nicht mal einfach so, du hast es sogar noch frotgeschickt. Nähe zuzulassen war für dich schon immer schwer, besonders danach."
