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Fandom:
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Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Series:
Part 2 of Spatort Oneshots
Stats:
Published:
2025-08-07
Words:
1,145
Chapters:
1/1
Kudos:
27
Bookmarks:
1
Hits:
325

Walzer

Summary:

Leo bringt Adam als Begleitung zur Hochzeit seiner Schwester mit und Adam überredet ihn, ihm Walzer beibringen zu dürfen.

Work Text:

Mit etwas feuchten Augen schaue ich Caro dabei zu, wie sie zusammen mit ihrem frisch angetrauten Mann in einem an Perfektion grenzenden Wiener Walzer über die Tanzfläche fliegt.

Die ganze Zeit hat sie uns verheimlicht, welche Tanz sich die beiden ausgesucht haben. Wahrscheinlich wollten sie uns damit überraschen, extra so eine schwierige, dafür aber umso elegantere Art gelernt zu haben. Früher schien Caro nie Interesse am Tanzen gehabt zu haben, zumindest hat sie sich bei meinem Abschlussball von niemandem dazu überreden lassen. Erst, als sie mit ihm zusammen kam, hat sie sich, wahrscheinlich für ihn, dazu bemüht, auch mal ein paar Schritte zu lernen. Schließlich tanzt er bereits Standart, seit er mit 15 seinen ersten Kurs gemacht hat, eigentlich nur mit dem Ziel, auf seinem Abschlussball ein paar Schritte Walzer zu können.

Hätte ich mich in meiner Schulzeit mal dazu breitschlagen lassen, dann könnte ich das jetzt auch. Aber, so wie ich nunmal war mit 15, wollte ich nicht. Daher werde ich die nächsten Stunden wohl am Rand der Tanzfläche verbringen.

Adam scheint es wohl ähnlich zu gehen. Nicht, dass er nicht tanzen könnte, aber ihm ist die Partnerin verloren gegangen. Nachdem Caro die Gäste dazu aufgefordert hat, die Tanzfläche zu füllen, ist Pia nämlich direkt mit Esther losgezogen, die beiden wirbeln, ähnlich wie Caro, nur zugegeben etwas weniger elegant, schon seit einer Weile zusammen über die Tanzfläche.

Als Caro mich und Adam zu ihrer Hochzeit eingeladen hat, mit dem Angebot, jemanden mitzubringen, haben wir uns kurzerhand dazu entschieden, einfach Pia und Esther mitzunehmen. Schließlich haben die beiden Caro auch schon kennengelernt und sie haben sich gut verstanden, außerdem wussten beide nicht, wen wir sonst dazu hätten einladen können.

„Du würdest auch gerne tanzen, kann das sein?“ Bei meinem Kommentar wendet Adam die Augen von der Tanzfläche ab und sieht mir in die Augen. Wenn ich nicht falsch liege, zeichnete sich tatsächlich so etwas wie Neid in seinen Augen ab, während er, stumm an die Tischkante gelehnt, den Gästen beim Tanzen zusah.

„Ehrlich gesagt ja, schließlich habe ich selten Anlässe für sowas. Du doch sicher auch, oder nicht? Uns sind ja leider die Tanzpartner verloren gegangen.“ Etwas ertappt füllen sich meine Wangen mit Wärme.

„Um ehrlich zu sein, ich kann das gar nicht. Ich bin ganz froh, dass mich keiner der beiden gefragt hat.“ Bei meinem Worten zeichnet sich etwas belustigte Überraschung in seinem Blick ab.

„Wie, du kannst das nicht? Hat man dich nie mit in einen Tanzkurs gezerrt?“ Auf mein Kopfschütteln hin greift Adam kurzerhand nach meiner Hand und zieht mich ein paar Schritte hinter sich her.

„Weißt du was, dann bringe ich dir das jetzt bei. Walzer ist nicht so schwierig, das lernst du sicher.“ Jegliche Proteste meinerseits konsequent ignorierend zieht er mich gnadenlos hinter sich her bis auf die Tanzfläche.

„Gut, dass hier keine anderen Kollegen sind, das wird peinlich…“

„Ach was, das wird schon. Jetzt komm schon.“ Mit einem breiten Grinsen im Gesicht stellt er sich mir gegenüber, den linken Arm weit ausgestreckt. Als ich mich auch dann nicht von der Stelle rühre, zieht er mich kurzerhand mit seinem freien Arm an sich. Warm spüre ich seine Hand an meinem Schulterblatt und mir schießt noch etwas mehr Blut in die Wangen.

So nah sind wir uns selten, ihn scheint das jedoch gar nicht nervös zu machen. Mich dafür umso mehr…

„Also, du machst jetzt mit deinem linken Bein einen Schritt zurück.“ Die Proteste aufgebend, folge ich, etwas formlos, seinen Anweisungen und konzentriere mich voll und ganz auf ihn. Den wahrscheinlich etwas belustigten anderen Hochzeitsgästen widme ich keinen Blick mehr.

Nach und nach erklärt er mir die Schrittfolge und nach einigen langsamen Durchgängen beginnt er, die Geschwindigkeit an das gerade spielende Lied an. Und nachdem ich ihm einige Male auf die Füße getreten bin, fängt es an, etwas flüssiger zu werden.

Eine ganze Weile verbringen wir damit, uns erstmal im Takt im Viereck zu bewegen, bis Adam langsam in eine Drehung übergeht und mich mit leichtem Druck in die richtige Richtung schiebt. Führen kann er gut, das kann man wirklich nicht anders sagen. Und so gehen wir dazu über, uns nach und nach in immer ausladenderen Schritten über die Tanzfläche zu drehen.

Eine ganze Weile lang verliere ich mich darin. Den Blick endlich gelöst von unseren Schuhen lasse ich mich geradezu fallen, lasse mich einfach von ihm umherwirbeln. Ich hätte das wirklich schon früher lernen sollen, so langsam begreife ich den Reiz am Tanzen. Als ich ihm nach einer ganzen Weile endlich in die Augen blicke, verschlägt mir sein Blick fast die Sprache. Seine Lippen umspielt ein leichtes Lächeln und man sieht in seinen Augen, dass er sich konzentriert. Schließlich muss er nicht nur darauf achten, die Schritte ordentlich auszuführen, sondern muss auch darauf Acht geben, dass wir mit niemandem zusammenstoßen. Als er meinen Blick bemerkt, schaut er mir für einige Zeit ebenfalls in die Augen und sein Lächeln wird noch etwas deutlicher. Nur mit größter Mühe schaffe ich es, mein immer schneller schlagendes Herz zu ignorieren.

Doch wie hätte es auch anders sein sollen, klingt genau in dieser Sekunde das Lied aus und das rege Treiben um uns herum ebbt ab. Als ich mich aus dem Augenwinkel etwas umsehe, bemerke ich, dass wir uns fast genau in der Mitte auf der Tanzfläche befinden, um uns herum zahlreiche weitere Paare, darunter auch Esther und Pia sowie Caro und ihr Mann.

Doch obwohl das Lied vorbei ist, löst Adam seinen Blick nicht von mir. Noch immer trifft sein Blick meinen und er scheint keine Anstalten zu machen, sich vom Fleck zu bewegen, auch wenn kurze Zeit später ein schnelleres Lied zu spielen beginnt, welches viel zu schnell für Walzer ist.

Wieder einmal kommt der Impuls in mir auf. Dieser gewisse Impuls, der immer mal wieder in mir aufkommt, wenn ich ihm in die Augen sehe. Oder wenn ich ihn ansehe. Manchmal reicht es sogar, wenn er im selben Raum mit mir ist. Aber dieses eine Mal entscheide ich mich dazu, den Impuls nicht zu ignorieren.

Welcher Moment könnte perfekter sein, als dieser?

Ohne weiter darüber nachzudenken, bewege ich meine Hand von seiner Schulter an seinen Hinterkopf und ziehe ihn zu mir, schließe die Distanz zwischen uns.

Für den ersten Moment kommt in mir, trotz der Schmetterlinge in meinem Bauch, die Sorge auf, dass er anders empfindet.

Als er den Kuss jedoch kaum einen Bruchteil einer Sekunde später erwidert, kommen mir vor Freude fast die Tränen und ich verliere mich wieder einmal in seinen Armen.

Aus dem Augenwinkel sehe ich um uns herum nichts als bunte Farben, welche von den Kleidern der anderen Gäste stammen, die um uns herum tanzen. Doch jetzt gerade ist es mir herzlich egal, was die anderen darüber denken. Was Pia und Esther darüber denken, falls sie uns überhaupt bemerkt haben.

Das einzige, was jetzt gerade zählt, sind seine Hände an meinen Wangen und seine warmen Lippen auf meinen.

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