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*POV Pia*
Pia hatte solangsam die Hoffnung aufgegeben, jemals ihren Seelenverwandten zu finden. Sie würde einfach alleine bleiben. Dann würde ihr zumindest niemand die Zeit von der Arbeit wegnehmen. Ihre einzige konstante. Leo, Adam und Esther. Wie sie die drei doch liebte.
Adam und Leo hatten schon im Jugendalter ihre Makierungen gekriegt, doch Bunt wurden sie erst, als Leo Adam am ersten Tag in den Arm nahm. Die beiden passten auf ihre komische, leicht verkorkste Art perfekt zusammen. Sie konnten sich perfekt ergänzen. Eben so, wie es bei Seelenverwandten vorgesehen war. Pia fand die zwei wirklich niedlich. Adam verbrachte häufig noch die Abende mit ihr, hatte sich nun aber angewöhnt, sie um spätestens 20 Uhr nach Hause zu bringen. Sonst würden sie vermutlich auch ordentlich Ärger von Leo kriegen.
Ob Esther jemanden hatte, wusste Pia garnicht so genau. Dafür war die Französin zu verschlossen. Sie erzählte weder gerne von ihrer Jugend noch ihrem Privatleben im Allgemeinen. Manchmal machte es Pia traurig. Sie hatte Esther inzwischen so viel angetraut und ihr selbst von Mara erzählt. Von ihrer Angst, für immer allein zu sein. Jetzt, wo Mara weg war. Erst durch ihren neuen Fall hatten sie überhaupt rausgefunden, das Esther Fußball Fan war.
Pia war leicht angefressen davon. Das hatte Adam auch während sie Mittagessen holten viel zu hören bekommen. "Warum hat sie uns denn nie etwas erzählt?!", regte sie sich auf. "Warum denn, sie kann doch ihre Privatsfähre behalten, oder nicht?" "Ja, natürlich, aber, sie weiß doch auch so viel über uns! Den scheiß mit deinem Vater, dass Leo gerne mit Caro bowlen geht, und...", sie schnitt sich selbst ab. Bevor Adam weiter nachfragen konnte, gab sie schnell ihre Bestellung auf und wechselte doch das Thema.
Solangsam hatte Pia sich damit abgefunden. Sie wusste halt nichts über Esther. Dabei hatte sie sich ja sogar bei Pia entschuldigt. "Dein Herz gehört doch sowieso schon mir". Tat es das? Gehört Pias Herz Esther? Vielleicht machte sie sich ja grade deshalb so viele Sorgen, dass sie nichts über Esther wusste. Sie könnte ja auch eigentlich einfach mal bei Esther nachfragen. Aber nein, dass kam nicht in die Tüte. Wenn, dann sollte sie schon selbst auf sie zukommen.
Dann kam der Anruf, dass ihr verdächtiger angegriffen wurde. Pia fand dann ja doch irgendwie, dass angegriffen übertrieben war. Der Typ führte sich aber auch auf wie ein Arsch. Das konnte sie nicht ausstehen. Als er ihr dann entgegen kippte, gingen bei ihr alle Alarmglocken los. Sie wollte wirklich nicht gerne von ihm berührt werden. Normalerweise war sie vielleicht recht touchy drauf, aber sich von so einem Idioten anfassen lassen? Ne danke. Muss wirklich nicht sein.
Obwohl, Esthers Blick auf die ganze Situation war schon Gold wert. Sie guckte drein wie ein Auto als der Typ auf sie draufkippte. Das gab Pia die Idee. Sie lieferten Remy beim Krankenwagen ab und machten sich auf den Weg zurück zum Auto. Für einen kurzen Moment davor fragte sie sich, ob sie Esther jemals berüht hatte. Na ja, egal. "Mir wird irgendwie ganz schwindelig grade..." Und dann ließ sie sich fallen.
"Pia!", hört sie, und dann kam das Feuerwerk. Sie hatte noch nie so etwas gefühlt. So glücklich. So befreit. So ... vollendet. Was das wohl war? Spührte Esther das auch?
*POV Esther*
"Pia!", rief sie erschrocken, als die jüngere ihr auf einmal in die Arme fiehl. Dann kam der Moment, vor dem sie immer Angst hatte.
Esther hatte schon immer Angst, ihren Seelenverwandten zu finden. Sie wusste schon von kleinen an, dass sie keinen Mann wollte. Sie hatte bei ihren Eltern ja gesehen, wie schief Beziehungen gehen können. Selbst zwischen Seelenverwandten. Und grade dann, ging es richtig schief. Sie würde niemals vergessen, wie ihre Maman sie weggeschickt hatte und als sie wieder kam grün und blau war. Dann ein paar Wochen später schlug er sie das erste Mal.
Sie währe schuld an seinem Leid gewesen. Sie währe der Grund, warum er niemals jemanden lieben könnte. Vorallem Esther würde er niemals lieben können. Danach hatte sie alles versucht. Sie hatte nur perfekte Noten gebracht, war in allen hinsichten perfekt, wurde Polizistin, genau so, wie er immer wollte. Doch nichts war jemals gut genug. Immerhin hatte er nicht mehr die Kraft, ihr oder ihrer Maman weh zu tun.
Als ihr die Stelle in Saarbrücken angeboten wurde, hatte sie sofort angenommen. Anfangs waren es nur Leo, Pia und sie. Dann kam Adam dazu. Sie lies sich bewusst niemals von irgendwem anfassen. Als Leo ihr unter tränen gestanden hatt, dass Adam sein Seelenverwandter war, konnte sie Berührungen von den beiden ertragen. Leo hatte in diesem Moment solche Angst. Vor Verurteilung, Ablehnung oder Kündigung.
Zum Glück wurde nichts davon wahr. Das hatte Esther ein bisschen beruhigt. Sie mochte die beiden sehr gern. Egal wie oft sie sich auch mit Adam in die Haare kriegte, es waren einfach ihre besten Freunde. Irgendwann würde sie alles zugeben, dass hatte sie sich fest vorgenommen. Doch auch wenn dieses irgendwann in 10 Jahren war, währe es ihr früh genug.
Doch Pia viel ihr einfach so in die Arme. Irgendwie war de Moment vor dem sie am meisten Angst hatte auch der schönste überhaupt. Sie war froh, dass es Pia war. Doch Angst machte es ihr auch. Unfassbare Angst. Ihr war schon länger klar, dass sie Pia extrem lieb bewonnen hatte, was, wenn sie sie jetzt verlieren würde? Doch Pia blickte sie nur überrascht an.
"Was...Was war das?", fragte Pia überrascht. "Wie meinst du das? Das war doch offensichtlich." Esther zog ihren Ärmel hoch und zeigte Pia den knall bunten Nebel der nun auf ihrem Handgelenk war. "Wir sind Seelenverwandte?" Pia klang hoffnungsvoll. Komisch. Doch Esther erinnerte sich an ein Gespräch dass die beiden vor ein paar Monaten hatten.
Pia war mal wieder die Nacht im Büro geblieben und hatte sich immer weiter in den Fall von Mara reingesteigert. Esther wollte sie so gerne in den Arm nehmen, doch das konnte sie nicht. Stattdessen holte sie der blonden eine Tasse heiße Schokolade und ein Hörnchen. Pia liebete Höhrnechen. Noch dazu wurde Pia auf die Couch abgeschoben und in eine Decke gewickelt.
*POV Pia*
"Wir sind Seelenverwandte?" Hatte sie wirklich endlich ihre Person gefunden? Und dann war es auch noch Esther? Sie verstand auf einmal, warum einen dieser Moment zum glücklichsten Menschen der Welt machen konnte. Esther war eigentlich genau die Person, die sie sich erhofft hatte.
Doch Esther sah ängstlich aus. Warum das denn? "Was ist los, Esther?" "Ich...ich weiß nicht wie ich das erklären soll. Es ist so viel...", sie weinte plötlich richtig. Pia stand auf und nahm sie ganz ganz doll in den Arm. "Ist doch egal. Wir haben Zeit. Leo und Adam kommen bestimmt auch einen Nachmittag ohne uns klar. Ich melde uns eben ab, dann reden wir, in Ordnung?"
*POV Esther*
Reden taten sie lange. Esther schüttete ihr ganzes Herz aus. Es war das erste Mal, dass sie das jemandem erzählte. Dass sich jemandem anvertraute. Und Pia? Die hörte ihr zu. Nahm sie erneut in den Arm, streichelte ihr über die Haare. "Du hast das alles überhaupt nicht verdient, das weißt du, oder?" Piaa blickte sie mit so viel liebe an, dass Esther sich wunderte, wie sie die andere jemals anzweifeln könnte. "Ich denke schon. Ich glaube, die letzten Jahre habt ihr mir wirklcih beigebracht, dass Seelenverwandte funktionieren können. Adam und Leo sind ja wirklich das perfekte Beispiel und du hast mir doch irgendwie Hoffnung gegeben, dass ich nicht von meiner Seelenverwandten über den Tisch gezogen werde"
Pia schaute sie so niedlich an, da konnte sie garnichts dafür, dass sie Pia einfach küssen musste.
Doch, so könnte sie sich ihre Zukunft vorstellen. Würde es kompliziert werden? Ziemlich sicher, aber dass war Pia ihr wert.
