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Leichen im Keller

Summary:

Kershaw und Cotta lernen sich als Streifenbeamte in L.A. kennen. Beide haben ihre Laster und beide drücken für den anderen beide Augen zu.

Notes:

Prompt: tree/high school

Vorgeschichte zur Peter/evil!Cotta Installation.

Work Text:

Sein neuer Partner wartete schon am schwarz-weißen Streifenwagen.

“Kershaw.” “Cotta.” Sie gaben sich die Hand, dann verfielen sie ins Schweigen.

Ihr Einsatzgebiet war eine bunte Mischung aus heruntergekommenem Industriegebiet mit ganzen Camps von Obdachlosen in alten, baufälligen Fabrikhallen und einigen Straßen, deren Bewohner alles taten, um sich zur bürgerlichen Mitte zählen zu können.

Eine Highschool lag ebenfalls in ihrem Gebiet, vielleicht die in ganz L.A. mit der heterogensten Mischung an Schülern.

Mehr als einmal mussten sie vor dem Schulgelände Streitereien schlichten oder ein Machtwort sprechen, weil sich ein Drogendealer doch etwas zu nah an den Nachwuchs der Gesellschaft gewagt hatte.

Nicht, dass sie Illusionen hatten, die Jugendlichen so von Drogen fernzuhalten, vermutlich gab es unter den Schüler ebenfalls Dealer, sondern, um ein Image zu bewahren, das Politik und Eltern gerne sahen.

Cotta beruhigte ein Mädchen, das von dem Dealer blöd angemacht worden war, während Kershaw sich um den besagten Mann kümmerte und mit ihm außer Sichtweite verschwunden war.

Das Mädchen, Abschlussklasse, hübsch, mit einem goldenen Kreuz an einer Kette um den Hals, danke Cotta immer wieder und nahm ihm das Versprechen ab, dass sie ihn ab jetzt persönlich anrufen konnte, wenn sich wieder eine solche düstere Gestalt herumdrückte.

Kershaw kam zurück, die Knöchel der rechte Hand rot. Der Drogendealer presste sich ein Taschentuch an die blutende Lippe.

“Nimmst du den Scheiß selbst?”, fragte Cotta, als er nicht mehr ignorieren wollte, dass Kershaw scharf auf kleine Drogenfälle war.

“Nein. Kleiner Nebenverdienst.”, sagte Kershaw, “Willst du einen Anteil für dein Schweigen?” Cotta schüttelte den Kopf. “Kein Geld.”, sagte er, “Ein zugedrücktes Auge hier und da.” Sie schlugen ein.

Kershaw wartete in einer kleinen Querstraße auf Cotta. Das Funkgerät plärrte ununterbrochen. Ihre Schicht hatte schon vor drei Stunden begonnen.

Cotta war nicht der pünktlichste Mensch, ließ sich von Kershaw gerne mal von zu Hause zum Dienst abholen. Heute hatte er ihn zu einem Motel bestellt.

Eine junge Frau lief durch Kershaws Sichtfeld. Kurz darauf folgte Cotta, strotzend vor Selbstgefälligkeit.

“War das nicht das Mädel von der Highschool?”, fragte Kershaw. “Richtig erkannt.”, sagte Cotta schmierig, “Sie hatte gestern Geburtstag.”

“Das war eine Voraussetzung?”, fragte Kershaw im gleichen Tonfall, den Cotta damals bei der Drogenfrage gehabt hatte.

“Ja. Sich strafbar zu machen ist es nicht wert. Ich finde auch so, was ich suche.”, sagte Cotta. Sie fuhren los, der erste Einsatz wartete.

Als sie auf ihrer Route an der Highschool vorbeikamen, war gerade Pause. Die junge Frau winkte Cotta zu, er ignorierte sie. Kershaw fragte nicht, Cotta antwortete dennoch: “Mich interessiert die Unschuld. Das erste Mal vergisst man nicht und wenn man es gut für sie macht, werden sie diesem Erlebnis ein Leben lang hinterherjagen.”

“Von dir bekommen sie es aber nur einmal?”, fragte Kershaw nun doch. Cotta lachte. “Natürlich.” Kershaw zuckte mit den Schultern.

+++

Die Meldung kam kurz vor Schichtende über Funk. Ganz am anderen Ende ihres Gebietes, sie schon fast zurück am Revier.

“Fuck!”, fluchte Kershaw und griff nach dem Funkgerät, obwohl er der Fahrer war. Cotta schlug nach seiner Hand. “Bist du bekloppt? Wir haben Feierabend!”

“Wir müssen da hin!”, sagte Kershaw und konnte die Verzweiflung nicht ganz aus seiner Stimme fernhalten. Natürlich witterte Cotta sofort, dass es hier etwas zu holen gab.

“Nichts mehr zu machen. Überdosis.”, konstatierte Kershaw mit nur einem Blick. Cotta prüfte zumindest noch den Puls des Mannes, kam aber zum gleichen Schluss. Der Zustand der Wohnung und des Mannes selbst schien auch Kershaws zweite Aussage zu untermauern.

Sie riefen dennoch die Sanitäter und auch die Detectives. Kershaw ließ ein kleines Plastiktütchen vom Tisch verschwinden, ehe er einige Fotos machte.

“Welcher Teil war nicht geplant?”, fragte Cotta, als sie endlich in Richtung Feierabend unterwegs waren.

“Das er es nicht erst weiterverteilt. Als ich ihn vorhin getroffen habe, sah er noch nicht so aus, als bräuchte er den nächsten Schuss.” Cotta verstand noch nicht ganz.

Kershaw machte ein ungehaltenes Geräusch. “Er sollte sich den goldenen Schuss setzten, immerhin habe ich ihm da reinen Stoff gegeben. Für ihn unwissend natürlich Er wurde lästig. Aber vorher sollte er einen Teil davon zu Geld machen. Und vor allem die Tüte entsorgen.”

Cotta lachte über den zerknirschten Gesichtsausdruck. “Hast vorhin wohl vergessen Handschuhe zu tragen, was?”, amüsierte er sich. Kershaw schwieg.

“Du schuldest mir was.”, sagte Cotta, “Gleicher Deal?” Sie schlugen ein.

“Ich nehme an, er war auch schon volljährig.”, bemerkte Kershaw, als er Cotta wiedereinmal bei einem Motel einsammelte.

“Natürlich.” “Waren die Mädchen nur zweite Wahl?” “Nein. Aber Jungs sind was ganz besonderes. Insbesondere, wenn sie schon mal mit ihrer Freundin rumgemacht haben und das eben nicht das Wahre war.”

Cotta lachte.

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