Work Text:
“Wir warten noch auf die Röntgenaufnahme, aber der Arm ist definitiv gebrochen.”
Die Krankenschwester sagte das mit einer kühlen Professionalität, die auch Kershaw zu eigen war, sich aber keineswegs für den Umgang mit Kindern eignete.
Die Augen der Kleinen wurden größer und größer, stumm kullerten ihr die Tränen über die Wangen.
“Ganz ruhig.”, sagte Kershaw so beruhigend wie möglich, “Der Schmerz lässt gleich nach und deine Mutter kommt so schnell sie kann.”
“Ich brauche noch ein paar Daten.”, quatschte die Krankenschwester dazwischen und drückte Kershaw ein Klemmbrett in die Hand. “Sie sind der Vater?”
“Mehr so was wie ein Onkel.”
Über den Rand ihrer Brille sah die Schwester ihn streng an. “Mehr so was wie ein Onkel? Was soll das denn heißen?”
Mit größter Mühe verkniff sich Kershaw, die Augen zu verdrehen, dachte stattdessen daran, das Beste für Donatellis Nichte zu tun, die sich ängstlich an ihn klammerte.
“Ich bin ein Freund der Familie. Außerdem bin ich Polizist.”
Zum Beweis seiner Aussage holte er seinen Dienstausweis hervor.
“Na, auf meine Tochter würde ich sie aber nicht aufpassen lassen. Man muss schon wirklich was falsch machen, dass man sich beim Fallen von der Schaukel den Arm bricht.”
Sie schnaubte und ging.
