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So würde es also enden. Hätte er nie gedacht.
Das Leben von Victor Hugenay, dem Meisterdieb, würde auf dem Linoleumboden einer Bank enden.
Ihm war kalt und schummrig. Außer an der einen Stelle, an der das warme Blut aus ihm herausfloss, Wärme und Leben und Licht mitnahm und ihn mit seiner roten Farbe zu verspotten schien.
Ein Bankraub. Nicht mal mit ihm als Räuber, auf dieses Niveau hatte er sich nie begeben. Nein, ein stinknormaler Bankraub, in den er, als Kunde der Bank, geraten war.
Ein Räuber, der etwas zu nervös oder zu sehr im Entzug war, um ruhig zu bleiben.
Neben ihm klingelte und vibriert es. Sein Handy klingelte. Schon zum zweiten Mal. Das erste Mal hatte es ihm eine Schusswunde eingebracht, hatte den Räuber erschreckt.
Victor konnte den Kopf drehen, doch er blickte ohnehin in die richtige Richtung. Sein Handy kroch auf ihn zu. Der Vibrationsalarm ließ es über den Boden tanzen.
Tanzen taten auch die hellen Flecken in seinem Sichtfeld, wohingegen die Farben aus seiner Realität verschwunden waren.
Mit größter und letzter Mühe versuchte er den Namen auf dem Display zu entziffern. Wer war im weiteren Sinne für seinen würdelosen und nicht standesgemäßen Tod verantwortlich?
Justus Jonas
