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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2025-12-14
Words:
820
Chapters:
1/1
Comments:
6
Kudos:
6
Hits:
32

Lichter

Summary:

Anna macht Fotos von Weihnachtsbeleuchtung und Paul freut sich über ihre Freude daran.

14. Türchen des Tatort- und Polizeiruf-Adventskalenders 2025

Notes:

zum Adventskalender

Es ist Dezember 2024, also ist es das erste Weihnachten, dass sie zusammen verbringen yay

Work Text:

Anna sitzt mit Paul auf ihrer Couch. Es ist ihr freier Tag und endlich auch mal einer, ohne irgendwelche anderen Termine.

Dass draußen ein feiner Sprühregen alles stetig durchnässt, ist egal so lange sie hier im warmen sitzen.

Annas Kopf ruht auf Pauls Schulter, ihre Arme in einander verschränkt, während der Film, den er ausgesucht hat, zu Ende geht.

Sie muss sich doch mal erheben, ihre Beine austrecken, vielleicht mal in die Küche gehen. Mittlerweile wird das Rumsitzen doch etwas anstrengend, kann sie sich auch nicht mehr darauf konzentrieren, was sie gerade schaut.


Sie drückt Paul einen Kuss auf den Mundwinkel bevor sie sich von der Couch erhebt. Vor dem Fenster bleibt sie stehen. Es hat aufgehört zu Regnen. Die nassen Straßen reflektieren das Licht der Straßenlaternen. Die Weihnachtsbeleuchtungen in den Fenstern lassen ihre Finger kribbeln.

Es wäre ein perfektes Motiv für Fotos. Sie muss nur ihre Kamera nehmen und die Wohnung verlassen. Durch die Straßen Frankfurts spazieren und sich von den Lichtern treiben lassen.


Anna dreht sich wieder zurück zur Couch. Paul hat sich in ihre Richtung gedreht, seinen Kopf auf der Couchlehne abgelegt, und schaut sie mit einem sanften Lächeln an.

Vielleicht bleibt sie doch lieber hier. Auf der Couch. Neben Paul. Seinen Arm um ihre Schulter gelegt. Vielleicht ein Wein in der Hand. Sie müssen ja nicht noch einen Film schauen.

Vor ihrem Fenster fährt ein Auto vorbei, zieht ihren Blick zurück auf die Straße.

„Ich … geh mal raus“, sagt sie, greift nach ihrer Kamera.

Paul runzelt die Stirn. Dass er fragen will, wieso sie bei diesem Wetter rausgehen will, kann sie ihm deutlich ansehen. Bis sein Blick auf die Kamera fällt, die sie gerade in ihre Tasche packt, und er schmunzelnd den Kopf schüttelt.


Er steht hinter ihr, als sie in ihre Schuhe schlüpft, greift an ihr vorbei und nimmt seine Jacke von der Garderobe.

Sie dreht sich zu ihm um. „Du musst nicht–“

„Ich weiß“, unterbricht er sie, drückt ihr einen Kuss auf die Lippen. „Frische Luft schadet mir auch nicht.“


Sie sind am Main angekommen. Der Weg dorthin länger als sonst, weil Anna ständig irgendein Motiv gefunden hat.

Paul hat zugeschaut, geduldig gewartet, bis sie grinsend wieder neben ihm stand und sie weiter gehen konnten. Hat versucht mehr zu sehen, als nasse Straßen und kitsche Weihnachtsbeleuchtungen in den Fenstern.


Jetzt steht er hier, lässt seinen Blick über den Fluss ans andere Ufer gleiten. Aus der Ferne sehen die Lichter nicht ansatzweise so kitschig aus. Strahlen eine einladende Wärme aus. Vielleicht versteht er doch was Anna darin erkennt.

Er dreht sich wieder um, schiebt seine Hände noch etwas tiefer in seine Jackentasche, verflucht sich selbst dafür, keine Handschuhe mitgenommen zu haben. Es regnet zwar nicht, aber es ist immer noch feucht, lässt sie Kälte noch schneller in seine Glieder fahren. Jetzt, wo sie nicht mehr laufen.

Anna steht einige Meter von ihm entfernt, scheinbar ungerührt von den Temperaturen. Er kann ihren Atem in Wölkchen vor ihrem Gesicht sehen, als sie ihr Gesicht hinter ihrem Schal hervorschiebt, irgendetwas auf dem Display ihrer Kamera betrachtet, bevor sie ihre Position leicht verändert, wieder durch den Sucher schaut und ein weiteres Fotos von irgendwelchen Lichtreflexionen auf dem Boden schießt.

Dieses Foto scheint ihr besser zu gefallen, so zufrieden wie sie aussieht.

Sie lässt ihren Blick schweifen, atmet durch und schließt für einen Augenblick ihre Augen, ein seliges Lächeln im Gesicht.

Paul kramt sein Handy aus seiner Hosentasche, schafft es ein Foto von Anna zu machen, bevor sie ihre Augen wieder öffnet.

Es sieht mit Sicherheit nicht ansatzweise kompositorisch gut aus, aber Anna ist drauf. Strahlt fast genauso, wie das warme Licht, der festlichen Beleuchtung, die den Weg säumt.

Für einen Moment überlegt er sein Hintergrundbild zu ändern, entscheidet sich dann doch dafür nur Annas Kontaktfoto anzupassen. Das sieht er eh häufiger als sein Hintergrundbild.


Als Paul sein Handy wieder wegsteckt, steht Anna neben ihm. Ihre Kamera ist nicht mehr zu sehen. Liegt wahrscheinlich wohlbehalten in der Tasche.

Sie legt ihre Arme um seinen Oberkörper, drückt ihr Gesicht gegen seinen Hals und seufzt.

Paul muss grinsen, erwidert die Umarmung nur all zu gern, drückt ihr einen Kuss auf den Scheitel.

„'Tschuldige“, sagt sie, als sie sich nach ein paar Augenblicken zurücklehnt und zu ihm aufschaut.

„Nicht dafür“, winkt er ab. Er war derjenige, der mitkommen wollte. Da muss sie sich nicht dafür entschuldigen, Spaß an ihrem Hobby zu haben.

Anna lächelt, zieht ihre Hände von seinem Rücken zurück und legt sie stattdessen um sein Gesicht. Sie sind fast kälter, als der Wind, der sein Gesicht langsam taub werden lässt. Aber ihre Lippen sind warm auf seinen. Und dann ist das auch Nebensache.



Paul nimmt Annas Hand, und steckt sie mit seiner eigenen in seine Jackentasche, zieht sie damit noch ein wenig näher zu ihm, als sie sich auf den Heimweg machen.

Vielleicht schauen sie noch bei Fanny vorbei. Auf eine heiße Schokolade. Oder Glühwein. Den hat sie bestimmt auch da.