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Auf eisigen Gleisen

Summary:

Oneshot über das Ende von Bastis Streak und Kevin ist auch mit dabei <3

Notes:

Jooo

Es gibt heute einen kleinen Oneshot, cause guess what? Ich sitze im Zug und komme wegen des Wintereinbruchs nicht zur Uni und morgen muss ich meine erste Klausur schreiben, also ist es die beste Zeit um zu prokrastinieren <3.

Ich hoffe, es haben sich nicht zu viele Fehler eingeschlichen, schreiben und Korrekturlesen ist nicht das angenehmste am Handy :3

Denkt dran, don't like it, don't read it und let's go.

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

-v- 

 

Schon seit den frühen Morgenstunden versuchte Basti, mit dem Zug aus Berlin rauszukommen. 

Durch den plötzlichen Wintereinbuch, der in der Nacht die komplette Nordöstliche Region Deutschlands erwischt hatte, lagen die meisten Zugverbindungen wortwörtlich auf Eis. 

Das ist der üblen Kombination aus dem Wechsel von Minus- und Plusgraden und einem leichten Schneeregen zu zuschreiben. 

Bereits seit sieben Uhr stand der Minecrafter am Hauptbahnhof und guckte mit immer mehr Resignation dabei zu, wie ein Zug nach dem nächsten von der Anzeigetafel verschwand, ohne jemals auch nur in der Nähe des Bahnhofs gewesen zu sein. 

Inzwischen gab es auch schon gar keine Durchsagen mehr. Zu viele wären es auch gewesen um alle zu schaffen, bevor die nächsten Meldungen reinkämen. 

Inzwischen, mehr traurig als frustriert über die, selbst für die Deutsche Bahn, wirklich unterirdisch schlechte Leistung des Tages, saß Basti in irgendeinem der zahlreichen Kaffees des Bahnhofs und schlürfte einen viel zu überteuerten Kaffee. 

Wobei er natürlich nie schlürfen würde, das wäre eher etwas was Kevin tun würde. Bei dem Gedanken an seinen kleinen blondierten Freund musste er sich wirklich bemühen nicht laut zu Seufzen. Dieser war nämlich der Grund, weshalb Basti überhaupt schon so früh am Bahnhof unterwegs ist. 

Die beiden wollte sich schon eine halbe Ewigkeit mal wieder sehen, war es doch schon über ein Jahr her, dass sie sich zuletzt gesehen hatte. 

Es war also ihr Glück, oder besser gesagt Kevins Glück, dass er gerade nicht aus Berlin weg kam. 

Mit diesem telefonierte Basti nämlich über Facetime, wärend der kleinere in seiner Küche stand und den Abwasch machte. 

Wie Basti nämlich herausgefunden hat, hatte Kevin noch nichts in der Wohnung aufgeräumt. Angeblich hatte er es sich noch fest vorgenommen gehabt, wusste er doch, wie sehr Basti Unordnung und Dreck störten. 

Das wäre aktuell jedoch genau so glaubhaft wie schnell ausgedachte Vorsätze von Neujahr. 

Dafür war Kevin viel zu sehr in seinem WOW Grind gefangen. 

Nun hatte er aber doch genügend Zeit, sich um den Haushalt zu kümmern, da Basti scheinbar noch länger bräuchte, um überhaupt aus Berlin rauszukommen. 

"Was glaubst du, wann wieder etwas fährt?" 

Diese und sehr ähnliche Fragen hätte Kevin in den letzten paar Stunden, seitdem Basti ihn angerufen hatte, bereits zu oft gestellt, als dass Basti noch mit dem Zählen hinterhergekommen wäre. 

" Ich weiß es nicht." 

Auch diese Antwort, war schon seit einer Weile die Gleiche. 

" Kevin, ich will ehrlich sein, ich glaube das wird heute nichts mehr." 

Ein Teller kracht im Spülbecken. Scheinbar hat Kevin ihn fallen gelassen, als er sich mit aller Ernsthaftigkeit an die Brust fässt und mit gespielt tief traurigen, dramatischen Ton beklagt: 

"Basti, nein! Das würdest du mir antun? Erst scheuchst du mich aus dem Bett und zwingst mich den Abwasch zu machen und dann kommst du nicht mal? Wow, Bastian, da hätte ich mehr Einsatz von dir Erwartet." 

Und dann in weitaus weniger ernsten Ton, fast schon kichernd, als er Bastis vor unterdrückten Lachern verzogenes Gesicht sieht: 

"Ist dir unsere Freundschaft wirklich so wenig wert?" 

Dabei guckt er direkt in die Kamera, was Basti endgültig aus der Fassung bringt und er sich vor lachen auf seinem Stuhl krümmt. 

Ein paar wenige Leute drehen sich um und gucken etwas verwirrt, doch die meisten scheinen ihn einfach zu ignorieren. 

"Man Kevin das ist nicht lustig." 

Die Beschwerde von Basti zeigt kaum ihre Wirkung, da er immer noch stark damit zu kämpfen hatte nicht wieder los zu kichern. 

"Also auf ernst, wenn das hier so weiter geht, dann fahre ich wieder nach Hause." 

Das geschockte Gesicht, dass Kevin daraufhin macht, ist unbezahlbar, was Basti erneut in einen Lachanfall schickt. 

Zum Glück jedoch, wird er schnell davon erlöst, als eine Durchsage ertönt. 

"Bis aufs weitere werden alle Zugverbindungen außerhalb Berlins unterbrochen. Für weitere Reiseinformationen bitten wir Sie, sich an unseren Infoschaltern zu informieren." 

Die darauffolgende Stille wird von einem heftigen *Klonk* unterbrochen, als Basti seinen Kopf ohne Zurückhaltung auf den Tisch fallen lässt. 

"I guess ich sollte mich dann mal auf den Weg machen, bevor ich da auch noch lange warten muss." 

Mit den Worten macht Basti sich auf zu den Infoschaltern, bezahlt hatte er schon. 

"Ich ruf dich wieder an, sobald ich Neuigkeiten habe" 

"Oki, ich wünsch dir ganz viel Glück." 

Damit war das Gespräch beendet. Zwar hätte Basti gerne noch weiter mit Kevin gequatscht, jedoch war ihm das zu riskant in der Menschenmenge. Die Gefahr, erkannt zu werden, entweder durch seine eigene oder durch Kevins Stimme, war ihm einfach zu groß. 

In einer Ecke im Kaffe zu telefonieren war die eine Sache, mitten in einer Menschenmenge eine ganz andere. 

Mit wenig Motivation und viel Hass auf die Deutsche Bahn macht er sich also auf den Weg. Den Infocenter zu finden ist auch nicht schwer, ist er doch, durch die sich vor ihm bildende Schlange, gut zu erkennen. 

So hatte Basti sich seinen ersten Offday nicht vorgestellt. Geplant war, schon früh sich mit dem Zug nach Köln aufzumachen um dann ab dem Nachmittag mit Kevin chillen zu können. 

Seit dem 14. Januar, seinem 10 Jahresjubiläum, hatte der Streamer zwar nicht mit dem Dailystreamen aufgehört, aber das lag hauptsächlich daran, dass er für den Tag dann nicht alleine sein wollte. 

Also hatte er geplant, dass er nach Köln zu dem anderen Streamer fahren würde und sie dann zusammen seine Streak brechen würden. 

Theoretisch hätte auch Kevin nach Berlin kommen können, doch Basti wollte endlich mal Kevins Wohnung sehen, konnten sie sich die letzen Jahre ja nur bei ihm treffen, aufgrund seines Stream Plans. 

Also hatte er bereits gestern Abend seine Tasche gepackt, die Nervosität vor dem kommenden Tag hatte ihn schon fest im Griff, und war schlafen gegangen, in der Hoffnung auf einen entspannt nächsten Tag. 

Dass das nicht geklappt hatte, musste er wahrscheinlich niemanden erklären. Stattdessen, dass er jetzt entspannt im ICE nach Köln saß, stand er in einer Reihe an Menschen die die übelsten Launen hatten, ihn mit eingeschlossen. 

Während er also noch in Gedanken war, wurde die Schlange vor ihm immer kürzer und wuchs hinter ihm ins unendliche. 

Lange war es jedoch nicht mehr, bevor er endlich dran kam. 

"Hallo, was kann ich für Sie tun?" 

Fragte die Frau hinter dem Schalter genervt, wobei ihr die üble Laune nicht zu verübeln war. Bei der Lage an Verkehrsmeldungen war es nur zu verständlich, schlecht gelaunt zu sein. 

"Ich hatte ein Ticket nach Köln mit dem ICE, gibt es eine Möglichkeit noch heute dort hin zu kommen?" 

Die Frau nickte, bevor sie in ihrem Papierstapel vor sich herumkramte. So viel zu Digitalisierung und einer modernen Bahn. 

"Sie haben Glück, es wird einen Ersatzbus geben, der die Verbindung nach Köln abfährt. Der fährt in einer halben Stunde vor dem Bahnhof ab." 

Die Erleichterung, die dadurch Basti erreicht scheint auf seinem Gesicht zu sehen sein, denn die Mitarbeiterin schafft es kurz zu lächeln, froh wenigstens einem Kunden gute Neuigkeiten überbracht zu haben, bevor ihr Blick auf die Menschenmenge hinter ihm fällt und es wieder durch einen Blick ersetzt wird der von Migräne und einer Krankschreibung für die kommenden Tage spricht. 

"Vielen Dank" 

Damit lässt der Minecrafter das überfüllte Büro zurück und macht sich auf den Weg aus dem Bahnhofsgebäude hinaus auf den Vorplatz. Die frische, kalte Luft tut ihm gut und er bleibt einige Sekunden einfach stehen und atmet tief durch. 

Nach dieser kurzen Pause kramt er sein Handy aus der Hosentasche und ruft seinen besten Freund an. 

"Ouh hey Basti, mit dir habe ich so schnell ja nicht mehr gerechnet" 

Im Hintergrund ist ein Staubsauger zu hören, was heißt, dass Kevin immer noch nicht fertig mit putzen ist. Über die Schlussfolgerung, wie dreckig Kevins Bude gewesen sein muss, dass er immernoch damit beschäftigt ist sie sauber zu machen, möchte Basti gar nicht erst nachdenken müssen. 

"Ja, ich hatte echt Glück und war noch recht früh dran, nach mir ist jedoch die Hölle ausgebrochen. Willst du erst die guten oder erst die schlechten Neuigkeiten hören?" 

Kurz überlegt Kevin, bevor er sich dafür entscheidet, erst die schlechten hören zu wollen. 

"Bring es hinter uns." 

"Also, die schlechten Nachrichten sind, dass kein einziger Zug mehr fährt." 

Kevin hat aufgehört zu saugen. Basti kann ihn dabei beobachten, wie sich langsam die Bedeutung davon in seinem Gehirn vorarbeitet, was ihm ein leises kichern entlockt. 

"Was gibt's denn da zu kichern, das ist richtig scheiße Basti!" 

Kevin ist komplett entrüstet. Die Aussicht darauf, doch nicht den Abend mit Basti chillen zu können scheint ihn wirklich zu stören. 

Bevor die Enttäuschung jedoch zu groß wird, erlöst er ihn lieber schnell. 

"Die gute Nachricht ist aber, dass es einen Ersatz Bus geben wird und ich in etwa sieben Stunden in Köln sein werde." 

Die Erleichterung steht Kevin ins Gesicht geschrieben. 

"Wow musst du mich erst so erschrecken? Ich hätte nicht gedacht, dass du so gemein sein kannst Basti." 

Eine Entschuldigung bekommt er nicht, dafür fragt Basti ihn aber mit unschuldigen Blick: 

"Kannst du mich dann am Hauptbahnhof abholen? Ich will ungerne noch weiter mit den Öffis fahren." 

Da muss Kevin dann auch wieder lachen. 

"Ach so läuft das? Erst versetzt du mir einen halben Herzinfarkt und dann willst du, dass ich dir einen Gefallen tue?" 

Offensichtlich ist Kevin nur am Spaßen, weshalb Basti direkt kontert. 

"Na immerhin war es nur ein halber, die andere hälfte deines Herzens hast du ja noch und die gehört nur mir. Also natürlich würdest du mich abholen." 

Leicht flirty zwinkert er Kevin auch noch zu, wobei dieser nicht mehr ernst bleiben kann. 

Da sieht Basti seine Chance noch einen drauf zu setzten. 

"Oder willst du, dass ich noch weiter in dieser Kälte friere?" 

Jetzt sind sie beide wieder am lachen und kriegen sich für eine Weile auch nicht mehr ein. Jedes Mal, wenn sie sich erneut angucken, fangen sie wieder von vorne an. 

"Okay okay, ich hole dich ab. Schreib mir einfach kurz bevor ihr ankommt." 

"Super dankeschön Kevin, sehr lieb von dir. Ich muss jetzt auch wieder auflegen, der Bus ist gerade vorgefahren. Wir sehen uns dann später, ja?" 

"Jo, bis später." 

Damit war Basti wieder alleine, jetzt aber mit einem deutlich besseren Gefühl als zuvor und mit einer wiedergewonnenen Vorfreude für den heutigen Abend. 

Die Busfahrt verläuft ohne weitere nennenswerte Vorkommnisse. Zwar tuckern sie größtenteils über Landstraße von Dorf zu Dorf, doch beschweren will er sich nicht, zu froh ist er einfach mit dem Wissen zu da sitzen, dass er das Ziel seiner Reise doch noch erreichen wird. 

Die weiße Winterlandschaft zieht an ihnen vorbei und so ist es auch keine Überraschung, dass er in einen Mittagsschlaf fällt. 

Davon wacht er tatsächlich erst kurz vor Köln wieder auf, was bedeutet, dass er einfach vier Stunden von der Fahrt verpennt hat. 

Nachdem er schnell Kevin getextet hat, dass sie in einer halben Stunde da sein würden, packt er den Rest seiner Sachen ein, die über seinen Platz verstreut waren und lehnt sich zurück um die kleine Stadtrundfahrt zu genießen. 

Am Hauptbahnhof angekommen, steigt Basti aus und schaut sich erstmals neugierig um, schließlich ist es sein erstes mal, dass er in Köln ist. 

So in den Gedanken versunken, merkt er auch nicht, dass sich ein kleiner blondhaariger Typ durch die Menge zu ihm durchschlägt. 

Erst als dieser vor ihm zum Stehen kommt und ihn anspricht, kommt Basti wieder aus seinen Gedanken raus. 

Etwas sagen braucht er gar nicht. Mit einem riesigen Grinsen auf dem Gesicht schließt er einfach den kleineren in seine Arme und drückt ihn fest an sich. 

Erst als sich andere beschweren, dass sie ihnen im Weg stehen, lösen sich die beiden voneinander und treten zur Seite. 

"Hi." 

"Selber hi." 

Es ist nicht unangenehm, das ist es nie, wenn sie sich Wiedersehen. 

"Komm lass uns losgehen, ich habe mein Auto dort drüben geparkt." 

Und mehr braucht es nicht. Zusammen stapfen sie zu Kevins Auto, verstauen Bastis Gepäck um Kofferraum und fahren los. 

Irgendwo auf dem Weg holen sie sich dann auch noch einen Döner, weil sich Bastis Magen mit einem lauten Grummeln darüber beschwert, bis auf Frühstück und einen Kaffe, heute noch nichts bekommen zu haben. 

Und in der Freude sich endlich wiederzusehen und der ganzen Aufregung des Tages, vergessen sie beide, dass Basti heute seine Streak bricht und damit haben sie alles erreicht, was sie wollten. 

 

-^- 

Notes:

Da sind wir wieder am Ende, ich habe es in der Zeit in der ich das geschrieben habe tatsächlich fast zu meinem Ziel geschafft, nur noch eine halbe Stunde Fahrt.

Ich hoffe, es hat euch gefallen und ich würde mich wie immer natürlich über euer Feedback freuen :)