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10Dance - Bastiplatte

Summary:

(Netflix Film 10Dance inspired Bastiplatte Story)
Was, wenn Kevins größter Rivale sein Übungspartner wird, um bei 10Dance anzutreten?
Was, wenn Kevins Rivale doch nicht sein Rivale ist?
Was, wenn Masha die beiden verkuppeln will?

Notes:

Bin ich obsessed mit Bastiplatte as online shipping? Ja.
Würde ich die im real life shippen? Ngl, nicht wirklich. Ich finde ihre Beziehungen irl einfach so gut und es wäre auch weird.
Aber deswegen ist es ja eine neue Fanfiction.

Wie findet ihr die Idee bis jetzt?
Ich habe den Film gesehen, habe einer Freundin davon erzählt und die hat mir die Idee dazu gegeben, dass ich daraus doch ne Geschichte machen sollte, weil es ja irgendwie zu Kevin's Tanzvorgeschichte passt. :D

Es kommen noch 3 mehr Kapitel!

Chapter 1: Kapitel 1

Chapter Text

“Ich könnte dem Typen so eins in die Fresse hauen“, murmelte ich, woraufhin mir Masha, meine langjährige Tanzpartnerin, auf die Schulter schlug.

„Das sagst du jedes Mal.“

Ihr anklagender Ton war nichts neues für mich, aber ich wusste auch nicht, warum ich so stark negativ auf diesen Typen reagierte.
Ich wollte mir einreden, dass es seine Frisur war, die wohl jeden Tag mit tonnenweisem Gel halten musste, weil keine einzelne Strähne aus dem Raster fiel. Es war schon fast unmenschlich, wie er aussah. Sein Gesicht immer ernst, die Frisur sowie die Kleidung perfekt. Keine einzige Strähne oder Falte zu sehen, kein Krümel auf dem teuren Jackett oder ähnliches.

Dass der Mann auch noch eisblaue Augen hatte, die jeden in den Ruin ziehen könnten, weil er einfach aussah wie eine Sirene, die Seemänner ins Meer zog und tötete, war auch nicht besser. Ich mochte blaue Augen an meinen Partnern.
Allerdings würde er nie mein Partner werden. Nicht tänzerisch und auch nicht im privaten Leben. Eher verbrachte ich mein ganzes Leben lang in einer Lavender-Marriage, bevor ich ihn nur in Betracht ziehen würde.

Ich war ein Freigeist, ich war auch nicht sonderlich ordentlich oder hatte Routinen. Ich mochte es mein Geschirr auf meinem Schreibtisch zu haben und irgendwann, wenn ich Bock hatte aufzuräumen. Ich mochte die Freiheit, die lateinamerikanische Tänze mit sich brachten, die Intimität, das Austoben bei den Choreographien.
Mein Leben bestand darin, jeden Tag zu leben ohne große Pläne zu haben, außer das Üben oder Wettbewerbe. Ich mochte es meine Schuhe einfach auszuziehen an der Tür und dann so liegen zu lassen, wie sie gefallen waren. Ich liebte es laut zu sein, Games zu zocken und übertrieben mit meinen Freunden zu reden.

„Wie kann man denn zur deutschlandweiten Spitze im klassischen Tanz gehören, Nummer 2 sein, fast Nummer 1 und niemand weiß, wie der richtig heißt?“, regte ich mich weiter auf, als er gerade wieder aufgerufen wurde zur Siegerehrung und er dieses Mal mit seiner Partnerin den ersten Platz belegte. Aber das war hier auch nur Berlin/Brandenburg weit, da waren wir nun mal die besten.

„Man weiß, dass sein Nachname Kafka ist“, sagte Masha mit einem Augenklimpern, genau wissend, dass mich das triggerte und ich jeden Moment hochgehen würde, wie eine Atombombe.

„Ist doch nicht sein Ernst, dass er mit Nachnamen auch noch so heißt wie ein berühmter alter Autor! Bastard, echt. Kann nicht mal seinen echten Vornamen sagen, niemand sagt auch nur etwas an, aber der Vorname muss bestimmt in den Akten sein! Ich sag dir das, die haben das alle, aber weil dieser Bastard seine Privatsphäre haben möchte, sagen die alle nur seinen Nachnamen!“

Masha neben mir seufzte genervt, weil sich die Siegerehrung noch ein wenig hinzog, bis wir an der Reihe waren mit den Lateinamerikanischen Tänzen und sie jetzt schon keine Lust mehr auf mich und meine Laune hatte. Verständlicherweise. Immerhin wusste ich, dass sie wegen mir seufzte.

„Wenn er doch seine Privatsphäre haben will, warum zeigt er dann sein Gesicht?“

Diese Konversation hatten wir jedes Mal und mit jedem Mal hatte ich immer weniger Ahnung.

Ein Grinsen zeichnete sich auf ihrem Gesicht aus, bevor sie mir in die linke Wange kniff und sagte: „Siehst du? Und man weiß ja immerhin den Anfangsbuchstaben vom Vornamen. B. Und das sagen sie auch immer dazu, also hast du gar keinen Grund dich aufzuregen, wie immer. Immerhin klingt sein Name cooler als Kevin Teller, das ist schon ein richtiger Drecksname.“

Gleich kommt-

„Hallo, ich bin Kevin Teller, wie das Geschirr!“, lachte sie dann noch, weil ich das ganz gern sagte, um die Situation humorvoller zu machen, wenn Menschen meinen Nachnamen das erste Mal hörten. Dabei gab es ganz viele andere Namen, die noch beschissener waren, als wie ein Geschirrstück zu heißen.

„Masha“, warnte ich sie mit ihrem Namen und einem tieferen Ton. Dass sie allerdings nur lachen würde, hatte ich schon geahnt. Sie nahm mich nie ernst, machte oft Scherze, aber trotzdem mochten wir uns. So rein tänzerisch und freundschaftlich.

„Das wirkt bei mir nicht. In irgendwelchen Boys Love Mangas oder Manwha’s wärst du der Bottom, der Omega, der Sub. Ne, warte. Nicht du wärst, sondern du bist. Wenn B. Kafka dich aufs Bett drücken würde, würdest du schon wimmern wie ein Knecht. Und ich meine das nicht, weil ich böse bin, sondern weil gefühlt jeder, der dich kennt, schon realisiert hat, dass du den Typen zu hot findest und ihn jetzt hassen möchtest. Mimimi, der redet nie, ich hab noch nie seine Stimme gehört. Mimimi, warum nicht seinen vollen Vornamen. Mimimi warum heißt er Kafka, das ist so ein hotter Nachname, den will ich gern annehm-“

„Masha!“, zischte ich irgendwie ertappt.

„Leugne es ruhig weiter. Beim Tanzen hast du einen Crush auf den Typen und beim Zocken einen auf jemanden, der nur seine Hände beim Streamen zeigt und mit dir schon jahrelang befreundet ist, aber sich noch nie gezeigt hat.“

„Nummer eins der südamerikanischen Tänze in Berlin und Brandenburg sind, wie soll es auch sonst sein, Masha und ihr Tanzpartner Kevin Teller! Glückwunsch!“

Die anderen Tänzer klatschten aus Anstand für uns, auch wenn sie gegen uns verloren hatten, und das Publikum rastete schon förmlich aus. Nicht so sehr, wie bei Bastard Kafka. Ich hoffte so sehr, dass das wirklich sein Vorname war und er deswegen nicht angesagt werden durfte, aber das war wohl nicht der Grund.

Selbst als Masha und ich den Pokal in die Hand gedrückt bekommen haben und je einen Blumenstrauß, war ich nicht zufrieden. Mashas Traum war „10Dance“ Champion zu werden, aber mir fehlte der Feinschliff für die klassischen Tänze und Masha verzweifelte am Quickstep, weil ich dafür wohl zu grob wäre, um es ihr richtig beizubringen. Mein Wissen war bei klassischen Tänzen begrenzt. Einzig und allein Tango konnte ich gut tanzen.

Ich spürte Mashas Arm an meinem, der Pokal in ihrer rechten Hand, ihr Blumenstrauß mittlerweile in meiner rechten, was ich gar nicht mitbekommen hatte. Irgendwann hatte sie mich mal damit aufgezogen, als sie herausgefunden hatte, dass ich alles annehme, ohne nachzudenken, wenn ich in Gedanken war. Solange der Gegenstand meine Handfläche berührte, nahm ich es wohl an und hielt es fest. Diese Erkenntnis war vor 12 Jahren. Seit 14 Jahren tanzen wir zusammen, da waren wir noch Teenager.

Die Blitzlichter nahmen zu, als ich vom Podest stieg, die Sträuße beide in meine linke Hand nahm und Masha meine rechte hinhielt. Das taten wir schon immer so. Welcher Mann das mit seiner Tanzpartnerin, oder allgemein Partnerin nicht machte, war ein Hurensohn.

Meine Mutter filmte uns mit ihrem Handy, besonders, wie wir zu ihr gingen und ich ihr meinen Blumenstrauß überreichte. Es war alles wie immer, wenn wir an diesem regionalen Wettbewerb mitmachten, und trotzdem rastete meine Mutter wieder aus, weil sie sich so freute.
Ich hatte wohl schon früh Interesse am Tanzen gezeigt, so war ich wohl das beliebteste Kind bei Geburtstagsfeiern, weil ich die Tanzschritte vom gefühlten deutschen Volkstanz der Schlagermusik, dem Discofox, so schnell lernte.
Mittlerweile bekam ich eine ganz schlimme Gänsehaut vor Ekel, wenn ich das Wort Schlagermusik hörte.

„Ich bin so stolz auf euch! Wieder ein Pokal, den ihr euch in die Wohnung stellen könnt!“, schwärmte meine Mutter, bevor sie erst Masha und dann mich umarmte. „Wer bekommt denn den Pokal, hm?“

„Ich“, meinte Masha gleich mit einem mysteriösen Lächeln. „Du hast immerhin zwei mehr in deiner Wohnung stehen als ich.“

„Ich hab ja auch mehr Platz als du“, lachte ich, weil ich ja noch dazu Streamer war und so meine Einnahmen hatte, die das Preisgeld der ganzen Wettbewerbe um mindestens 80% je überstiegen.

„Ich weiß immer noch nicht, wie du das geschafft hast, so eine Reichweite aufzubauen. Aber man schaut sich bestimmt gern dumme Menschen an, die ein Spiel spielen“, lachte meine Tanzpartnerin dann wieder, bevor ich sie leicht und freundschaftlich auf den Arm boxte.

„Kevin hatte schon immer Entertainer-Fähigkeiten“, sprach meine Mutter dann, bevor sie ihre Hand auf meine linke Schulter legte und mich liebevoll anlächelte.
„Schon in der Schule war er wie ein Klassenclown, hatte aber immer gute Noten! Die Lehrer mochten ihn, auch wenn seine Witze manchmal wirklich grenzwertig sind. Aber das ist ja jetzt erst einmal egal. Kommt, ich habe Essen vorbereitet nach eurem langen Tag. Und den guten Wein habe ich auch wieder geholt!“

„Masha!“, hörte ich eine weibliche Stimme, die Masha lächeln lässt, sodass sie sich blitzschnell umdrehte und die Frau anschaute, die auf uns zukam. An ihrer Hand war ein Mann, der - … B. Kafka. Natürlich war es Kafka und seine Tanzpartnerin Alena Tschenkova.

„Alena“, freute sich Masha, bevor sich beide schon fast innig umarmten.
„Wir haben uns lange nicht mehr gesehen, wir müssen mal wieder zusammen tanzen!“, schlug meine blonde Tanzpartnerin dann vor.

„Oh ja, bezüglich des Tanzens“, fing Alena an, Kafka nickte meiner Mutter nur mit einem Lächeln zu und beugte den Kopf leicht herunter. Will der das aus Respekt machen?

„Oh, Glückwunsch zum Sieg ihr beiden“, freute sich meine Mutter dann gleich mit und schüttelte beiden schon fast überschwänglich die Hände.
Boar ne, wurde der Kafka Typ schon fast rot bei meiner Mutter?!

„Ebenso ihr beiden!“, freute sich Alena für uns, ihr Partner nickte uns nur zu.
„Wegen der Idee… wollen wir uns alle mal in unserem Studio treffen? Mein Tanzpartner hat ein Tanzstudio seiner Familie, da üben wir immer mal. Dann können wir ja erklären, was unsere Idee war, nicht? Ich schreib Masha einfach ne Nachricht mit der Adresse.“

„Oh ja, gern! Ich wollte schon immer mal das Studio sehen. Ist ja auch ein richtiges Studio zum Lernen für Anfänger. Wie klingt Freitagabend?“, fragte Masha gleich ganz aufgeregt, bevor ich sie mit einem „Oh no, da habe ich was vor“ bremsen musste und auch der riesige Typ namens B. „wie zum Fick ist denn dein Vorname, hm?!“ Kafka auch die Augen aufriss und ein Nein-Zeichen mit seinen Händen machte. Vielleicht sollte ich ihn lieber B. „Warum redest du nicht?“ Kafka in meinem Kopf nennen.

„Okay, Samstagnachmittag? So gegen 14 Uhr? Da sind zwar noch zwei Klassen da, aber die stören uns ja nicht.“

Der große Mann, der für mich mein elendiger Feind war, auch wenn ich nichts zu befürchten hatte, weil wir nicht dieselben Tänze tanzten, nickte und lächelte uns leicht zu, woraufhin ich auch nickte.

Masha und Alena waren gleich aus dem Häuschen, umarmten sich noch einmal innig und küssten je die rechte Wange des anderen kurz zum Abschied.

„Ich hätte schwören können, da ist was zwischen euch“, meinte meine Mutter schelmisch zu Masha, als wir in ihrem Auto saßen. „Also zwischen dir und Alena.“

„Wir haben uns angenähert“, meinte sie dann bloß, während es ihr die Röte ins Gesicht schoss. „Vielleicht wird es ja was.“

„Dann müssen wir Kevin nur noch mit dem gutaussehenden, großen Typen namens B. Kafka verkuppeln“, lachte meine Mutter, doch ich wusste, dass sie das ernstmeinte.
„Er kann nicht immer dein Erzfeind sein, obwohl er gar nichts gemacht hatte. Keine Sorge, Kevin, du siehst auch toll aus. Da musst du gar nicht eifersüchtig sein.“

„Ich bin nicht eifersüchtig auf jemanden, der nicht mal seinen Vornamen an die Öffentlichkeit herausgibt und damit auch noch durchkommt.“

„Eifersucht stand dir noch nie, Großer“, meinte meine Mutter dann, bevor sie von dem Thema abließ und mit Masha über irgendwelche Reality Shows redete.

 

~~

 

„B- B- B- Bastiiiii!“, rief ich aufgeregt ins Mikrofon, als ich sah, wie er Freitagabend in den Discord call kam.

„Na, mein Großer“, kam es sogleich teasend von ihm, bevor er mir noch zum Sieg beim Berlin-Brandenburgischen Tanzwettbewerb gratulierte.
Seit er das machte, rastete der Chat wieder mit Glückwünschen aus, auch wenn sie dies schon einen Tag nach der Meisterschaft gemacht hatten, als ich wieder gestreamt hatte.

„Chat, ich bin nicht gay für B. „Omg ich rede nicht und man kennt meinen Vornamen nicht“ Kafka! Ich freu mich ja auch für den und seine Tanzpartnerin, dass sie ihre Kategorie gewonnen haben, obwohl das bei uns beiden Paaren wohl klar war. Niemand sonst in den Bundesländern war besser als wir“, regte ich mich schon wieder auf, als alle irgendwas mit Kafka in ihren Nachrichten hatten. Manche waren sehr schroff in ihren Aussagen.

„Chat, wenn ihr nicht aufhört, dann banne ich das Wort Kafka im Chat und mir ist es egal, ob ihr den Autor meint! Und das B noch dazu, also viel Spaß!“

„Du hegst ja einen ganz großen Groll auf diesen anderen Tänzer“, meinte Basti dann. „Warum?“ – seine Stimme klang neutral, aber auch ein wenig interessiert.

„Weil der reiche Sohn einer erfolgreichen Tänzerfamilie mit Tanzschule nicht mal seinen Vornamen preisgibt und ich nicht weiß, wie er das bei all den Jurys in der Tanzwelt durchbekommen hat.“

„Ist das so eine Sünde beim Tanzen?“, lachte mein bester Internetkumpel dann, bevor er mir noch schnell sagte, dass er nun im Game sei und ich ihn einladen solle.

„Ist ja auch egal. Lass uns diese neue Co-op Spiel zocken, bevor ich morgen den Typen treffen muss“, seufzte ich, während ich ihn einlud.

„Also, Leute“, begann Basti mal wieder das Spiel zu erklären. Natürlich nicht in Kurzform, wie ich es machen würde, sondern in der ausführlichen Sechs-Stunden-Version.
„Wir sind hier auf einer Insel, bei der alle Dorfbewohner auf mystische Weise einfach verschwunden sind, während wir hier Urlaub mit unseren Homies machen. Also nur Kevin und ich gerade, aber wenn Kroko und so mal wieder Zeit haben, dann kann man das auch gern mit denen Spielen. Und wir müssen nun schauen, wie wir entweder von der Insel herunterkommen, oder wir versuchen erst mal das Rätsel zu lösen und dann kommen wir wohl automatisch herunter. Und wenn wir das nicht innerhalb einer Ingame Woche schaffen, dann werden wir wohl verflucht, so wie das aussieht, aber da müsste ich mich noch einmal belesen.“

„Digga, wir sind hier nicht bei Uno oder Monopoly, wo es regelmäßig Streit um die Regeln gibt und so ein Nerd wie du dann einfach mal die Bedienungsanleitung auspackt, die schon seit Jahrzehnten versifft ist“, meinte ich dann gespielt wütend, während ich seinen Charakter versuche ins Meer zu schlagen, was automatisches Game over bedeuten würde.

„Regeln sind gut, Kevin! Vielleicht sollte ich mich mal in die Regeln von Tanzwettbewerben einlesen, um dich noch mehr auf die Palme zu bringen.“

„Oh mein Gott, Basti, du nervst so hart mit deinem Alman-Getue, wenn du was sagst. Sag doch gleich ‚auf den Sack gehen‘, weil das kannst du echt gut, Streber.“

Die Leute liebten es, wenn wir uns stritten. Betitelten uns als altes Ehepaar und machten daraus manchmal Edits.

„Apropo auf den Sack gehen“, fing er dann wieder nachdenklich an, nachdem kurz Ruhe war. „Echt, Leute. Wenn ihr mich jetzt echt nerven wollt mit der Frage, ob ich wohl Sebastian oder Bastian heiße, dann lass ich diejenigen bannen, die das fragen. Ich habe schon einmal gesagt, dass ich den Spitznamen Basti habe und der nicht unbedingt was mit meinem echten Namen zu tun haben muss. Lasst gut sein, echt. … OH, Kevin, hier kann man am Lagerfeuer tanzen!“

Erst war er genervt von den Fragen im Chat und dann war er richtig excited, wie so ein kleines Kind an Weihnachten, als er die Tanzen-Option gesehen hatte. Bei ihm konnte man wirklich von Duality reden.

Auch Nachrichten in meinem Chat fanden mein Blick und waren nervig.
„Nein, ich werde Basti nicht lernen, wie man tanzt. Und wenn dann mache ich das, falls er das möchte, privat. Ohne Kameras und nichts. Basti will sich euch nicht zeigen, mir nicht und das ist auch okay so. Nervt nicht, sonst muss ich auch alle bannen, die damit anfangen. Das läuft echt aus dem Ruder und es nervt so hart omg.“

„Oha, das wird ein neues Thema für Fanarts – schreiben Leute bei mir zumindest in den Chat, sagte Basti, als er mich gleichzeitig im Spiel schon mindestens das dritte Mal von der kleinen Plattform schubste, die ich mühsam erklommen hatte.
„Wofür ist das?“

„Keine Ahnung, aber hier ist wohl Platz für ein Radio oder so. Vielleicht kann man ja hier wirklich tanzen“, schmunzelte Basti, der wohl nebenbei noch etwas aß, da sich seine Stimme gedämpft anhörte.

„Lass es dir schmecken, mein Bester! Aber wir müssen erst mal das Rätsel lösen, bevor wir tanzen können, oder nicht?“

„Geh doch schon mal vor, Kevin, ich komm dann nach, wenn du was gefunden hast.“

Je mehr ich mit Basti rede, je mehr wir ins Gameplay und somit auch in eines unserer tollen Rollenspiele kamen, desto tiefer wurde seine Stimme und ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

 

Nach ungefähr zwei Stunden, in denen wir versuchten das Rätsel zu lösen, aber immer wieder gestorben sind und neu anfangen mussten, in einer Welt, in der das Rätsel mit jedem Mal wieder neu generiert wurde, jointe eine neue Stimme in den Discord, in dem wir redeten.

„Jo jo!“, hörte ich Kroko. Nieks Lachen war im Hintergrund auch unverkennbar. Ich glaube Kroko war mal wieder bei Niek zu Besuch und sie streamten gerade.

„Jo, was geht?“ – Bastis Stimme war tief, so ein Möchtegern Macker, der gut dastehen will vor Fremden.

„Niek und ich streamen gerade zusammen und wir haben den Clip gesehen, wo die Leute von euch wollen, dass ihr zusammen das Tanzen lernt, und dann haben wir Walzer getanzt, aber Niek ist mir die ganze Zeit auf die Füße getreten“, beschwerte sich Kroko dann am Ende seines Monologes, während Niek ihm wohl auf die Schulter oder so gehauen haben musste, da man das klatschende Geräusch hörte.

„Chat, habt ihr nen Link. Ich muss sehen, ob das wirklich so ein Anfang von Walzer war oder eine Vollkatastrophe!“, meinte ich lachend, während der Spam voll mit dem Link gespammt wurde.

Basti sprach dann die einfachen Worte aus, bevor ich überhaupt den Link offen hatte.
„Ich glaube bei Kroko sieht es zumindest so aus wie ein Walzer, aber ich hab keine Ahnung. Zumindest sieht es nicht so schlimm aus wie bei Niek.“

„Ey ey. Wirklich, ich habe mein Bestes gegeben! Kann ich ja nichts dafür, dass Kroko gefühlt jedes Jahr zu einem Wiener Ball geht!“

„Ey, dort war ich noch nie! Aber ich würd dich mitnehmen, wenn wir von Kevin Walzer lernen würden.“
Da ich im Stream von Niek war, wo die beiden zu sehen waren, sah ich, wenn auch verzögert, wie beide Lachten und sich zu lächelten. Niek x Kroko stand nicht auf meiner Shipping Liste für dieses Jahr, aber vielleicht?

„Fragt doch gleich den Typen, über den sich Kevin immer aufregt“, lacht Basti, während er wieder eine seiner hardcore Lachen „auspackte“. Der Junge bekam schon fast keine Luft mehr.

„WARTE!“, schrie Kroko, was auch Niek heftig erschrak, dass er fast aus dem Stuhl fiel. Auch ich zuckte stark zusammen.

„Ich weiß den Namen, warte!“ – seine Konzentration war bemerkenswert, aber auch lustig, wie er die Augen schloss, um sich besser erinnern zu können.
„B Punkt Kafka!“, betonte er sogar den Punkt.

„Dieser Bastard“, murmelte ich, während ich mir schon wieder gestresst durch die Haare fuhr. Basti schien das echt lustig zu finden.
„Ich kann euch auch den Walzer beibringen, ihr müsst ja nicht die perfekteste Haltung haben.“

„Kevin, du hast doch nur Angst, dass wir besser werden als du“, lachte Niek manisch, wie ein Psychopath. Digga, was habe ich für eine Freundesgruppe.

„Jetzt mal ernst, wir kommen morgen nach Berlin und dann zeigst du uns was, zusammen mit Masha!“

Morgen war Samstag… der Tag, auf den ich mich gar nicht freute, aber Masha mich so oder so dorthin ziehen wird. Ob ich es nun wollte, oder nicht.

„Morgen trainieren Masha und ich“, sagte ich, woraufhin gleich die Antwort „Perfekt!“ von Niek kam.
„Ne, lasst mal, Jungs“, lachte ich. Kein ausgelassenes Lachen, sondern ein verzweifeltes, was auch der Chat mitbekam. Basti war besorgniserregend still geworden.
„Masha und Alena Tschenkova, die Tanzpartnerin von dem Kafka Bastard, mögen sich und haben einfach entschieden, dass wir zusammen die Tänze der anderen lernen, um uns für den 10Dance Wettbewerb vorzubereiten. Das wird der nächste Schritt sein, den Masha und ich gehen wollen.“

Ich hatte es mir schon fast gedacht, aber mein ganzer Chat fing an OmegaLUL zu spammen, zusammen mit Wörtern wie „Opfer“, „Rip!“ und „unlucky“. Währenddessen sah ich wie Niek und Kroko zusammen atemlos lachten (bei Niek klang es wirklich, wie Raucher seit 80 Jahren der aus dem letzten Loch pfiff) und sich gegenseitig festhalten mussten, um nicht vom Stuhl zu fliegen. Auch Basti konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen.

„Ich finde das gut“, meinte mein bester Freund dann, bevor er sich im Game wieder bewegte und mich ins Wasser stieß, sodass das Game gleich beendet wurde. Der Screen mit „Gave over. Start again? Yes/No“ starrte mich wieder mal an.

“Jetzt aber mal realtalk”, Niek sprach wieder und ich rollte spielerisch schon wieder mit den Augen, weil das die Fans so liebten, ich aber auch wusste, dass nur Mist bei ihm herauskommen könnte, wenn er das sagte.
„Erstens: Kann man gleichgeschlechtlich tanzen und bei Wettbewerben mitmachen? Denn Kroko und ich wären wahrscheinlich das größte Paar, was es auf der Tanzfläche geben würde.“

„In echten Wettbewerben geht das nicht, aber in so Equality Wettbewerben kann man mit einem gleichgeschlechtlichen Partner antreten“, meinte ich, bevor ich meine Apfelschorle aufmachte und daraus trank. Noch war es ja vernünftig, aber vor dem zweiten Punkt hatte ich schon Angst. Basti ich glaube auch, immerhin war es nie Family Friendly, so bald Kroko und Niek zusammen auftauchten.

„Ok, also zweitens: Muss ja nicht morgen sein, aber wenn wir morgen nach Berlin fahren, dann kannst du uns ja vielleicht Sonntag das Tanzen beibringen, oder nicht?“

Noch bevor ich was erwidern konnte, kam Krokos Stimme noch, der sich in der Kamera im Stream vorgelehnt hatte und seinen rechten Zeigefinger nach oben zeigte: „Jetzt mal Real Talk, Basti, ich glaube du kannst bestimmt auch tanzen. Und ich glaube du wärst so richtig kinky dabei!“

„Das ist doch jetzt nicht wahr“, beschwerte der Angesprochene sich dann, bevor er kurz den Discord Voice Chat verließ und der Chat ausrastete.

„Was denn?“, meinte Kroko neutral. „Wenn der wirklich so groß ist, wie z.B. Niek, wie er es manchmal sagte, dass er groß ist, dann wären er und Kevin bestimmt ein gutaussehendes Tanzpaar. Ne, warte! Kevin, oh mein Gott! Du musst mit B. Kafka bei dem Equality Wettbewerben in Deutschland antreten!“

„Lieber schieß ich mir ins Bein und tanze so bei 10 Dance, bevor ich mit ihm zusammen tanze“, sagte ich genervt, bevor ich mich räusperte und dann auf die vorher angesprochene Frage antwortete. „Und wenn ihr das wirklich wollt, dann holt euch ein Hotel und kommt vorbei. Bei mir pennt ihr nicht, ich meine es ernst!“

„GEIL! Kroko, wir werden tanzen lernen, das wird so geil!“

Basti jointe dem Discord Call wieder und fragte, ob Kroko und Niek mitspielen wollten bei unserem Game, in der Hoffnung, dass wir dieses Mal das Rätsel lösen und von der Insel gehen konnten.