Work Text:
„Ich mag uns so wie wir sind”, sagt Esther.
Oh.
Für einen Moment bleibt Pias Herz stehen.
„Als Freundinnen?”, krächzt sie.
Sie hat sich so viel Mühe gegeben. Das komplizierte Rezept, das sie vor Nervösität gleich zweimal probegekocht hat. Der teure Wein, der für ihre ungeübten Geschmacksknospen nach feuchter Erde schmeckt, den Esther aber sicher als so „elegant und komplex” erkennen muss wie angepriesen. Das enge Kleid, in das sie sich gezwängt hat, auch wenn sie sich ein bisschen fremd darin fühlt.
Sie hat schließlich nicht alle Tage ein erstes Date mit Esther Baumann. Hat fast zwei Jahre hilflosen Anschmachtens gebraucht, um endlich einen Versuch zu wagen. Und jetzt… –
Ein lachendes Kopfschütteln. „Nein, du Dummkopf.”
Sie schluckt gegen den Kloß in ihrem Hals an. „… Kolleginnen?”
Hat sie das alles falsch interpretiert? Sie dachte wirklich–
„Pia.”
Esthers Blick ist plötzlich so sanft, dass Pias Knie weich werden. Im Sitzen. Am Tisch.
„Ich mein nur… es ist alles in Ordnung, so wie es ist. Von mir aus können wir auch eine Doku auf der Couch schauen. Es muss sich nichts ändern.”
Esther atmet ein.
„Außer vielleicht, dass ich dich wahnsinnig gern küssen würde. Wenn du auch willst.”
Oh.
Das will Pia.
Unbedingt.
