Actions

Work Header

Rating:
Archive Warning:
Category:
Fandoms:
Relationship:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2026-03-05
Words:
716
Chapters:
1/1
Comments:
3
Kudos:
29
Bookmarks:
1
Hits:
131

Liebesbeweis

Summary:

Boerne hat schon wieder die Mieten erhöht, nur die von Thiel irgendwie nicht.

Work Text:

"Eine Unverschämtheit, dass Boerne schon wieder die Miete erhöht hat, finden Sie nicht?" regte sich Obiak auf, als Thiel ihm im Hausflur begegnete.

"Ich hab gar keine Mieterhöhung bekommen", sagte Thiel und öffnete nochmal seinen Briefkasten um sicher zu gehen.

"Nicht? Der Professor erhöht doch immer sobald er kann und so viel wie legal ist", antwortete Obiak verärgert. "Da kriegen Sie sicher auch noch einen Brief. Eine Frechheit finde ich das, das sage ich Ihnen, Herr Thiel. Ich such mir bald was Neues, das ist ja nicht auszuhalten. Naja, schönen Abend noch." Damit stampfte Obiak die Treppe rauf und Thiel sah ihm verwirrt hinterher. Er hatte noch keine Mieterhöhung bekommen und jetzt wo er so darüber nachdachte hatten sich nur die Nebenkosten ab und an ein wenig erhöht, aber auch nie besonders viel. Er wohnte seit über 20 Jahren in der Wohnung und seine Miete war quasi stabil. Er hatte das irgendwie nie hinterfragt, obwohl gewisse Mieterhöhungen ja normal waren.

Thiel klingelte kurzentschlossen bei Boerne, statt in seine eigene Wohnung zu gehen. Die Tür ging erstaunlich schnell auf.

"Thiel! Ich koche gerade und wollte sie sowieso fragen, ob sie mit mir essen wollen", sagte Boerne überschwänglich. Er trug eine Schürze und hatte einen Pfannenwender in der Hand.

Gegen Boernes Kochkünste hatte Thiel nichts einzuwenden und nahm die Einladung an. Das Essen war schnell fertig und sie saßen zusammen im Wohnzimmer und wie immer war es vorzüglich.

"Sagen Sie mal, Boerne, Obiak hat mich gerade im Hausflur abgefangen."

Boerne sah ihn fragend an.

"Er sagte, Sie haben ihm die Miete erhöht und dass Sie das so oft machen, wie rechtlich möglich."

"Ja, das machen doch alle Vermieter", antwortete Boerne und schnitt sich konzentriert ein weiteres Stück Steak ab. Boerne schien explizit zu vermeiden, Thiel anzusehen.

"Sie haben meine Miete nicht erhöht. In den ganzen 20 Jahren", stellte Thiel fest.

"Natürlich habe ich das", wandte Boerne ein.

"Boerne, als wir den Mietvertrag abgeschlossen haben war die Miete bei 750€, jetzt zahle ich Ihnen 800. Das deckt doch nicht mal die höheren Nebenkosten", argumentierte Thiel.

"Wollen Sie, dass ich Ihre Miete erhöhe?" fragte Boerne patzig.

"Nein, ich will nur wissen warum Sie die Miete der anderen Hausbewohner erhöht haben aber meine nicht", erwiderte Thiel.

"Darum", sagte Boerne und spießte eine Kartoffel mit deutlich mehr Kraft als notwendig auf.

Wie ein kleines Kind, fand Thiel.

"Sie mögen mich", sagte Thiel ganz ruhig.

"Wenn ich Sie hassen würde, dann würden Sie auch nicht hier sitzen, mein Steak essen und mich ausquetschen, warum Ihre Miete nicht höher ist", gab Boerne zurück. Er war immer noch patzig.

Thiel sah ihn durchdringend an, bis Boerne aufsah.

"Was wollen Sie denn jetzt hören?" fragte Boerne. Thiel zuckte mit den Schultern.

"Ich mag Sie auch", sagte Thiel leise. Er berührte mit den Fingerspitzen vorsichtig Boernes Bein, aber nur für einen Moment.

"Kann es nicht einfach egal sein, warum ich das mache?" fragte Boerne etwas verzweifelt. "Freuen Sie sich doch einfach über Ihre, für diese Gegend unglaublich niedrige Miete."

"Tu ich ja auch, ich frage mich nur, ob da noch mehr dahinter steckt", sagte Thiel. Boerne legte jetzt sein Besteck auf den Tisch und wandte seinen Oberkörper zu.

"Ja, ich mag Sie und darum erhöhe ich die Miete möglichst nicht", sagte Boerne, er klang etwas genervt. Thiel musste lächeln. Sie starrten sich an. Thiels Herz schlug deutlich schneller als es normalerweise tat und er konnte nicht anders, als Boerne anzugrinsen.

"Was grinsen Sie denn so bescheuert?" fragte Boerne.

"Ich freu mich einfach", antwortete Thiel. Boerne griff plötzlich den Kragen von Thiels T-Shirt und zog Thiel näher. Sie atmeten beide schwer und dann krachten Boernes Lippen auf die von Thiel. Na ging doch, dachte Thiel und legte eine Hand in Boernes Nacken, um ihn näher zu ziehen.

Sie lösten sich schwer atmend wieder voneinander.

"Obiak hat übrigens gesagt, er zieht aus, ist eine Unverschämtheit, dass du die Miete schon wieder erhöht hast", erklärte Thiel noch.

"Soll er machen, dann kann ich seine Wohnung teurer neu vermieten", gab Boerne zurück. Thiel seufzte. Die Reichen reicher und die Armen ärmer oder so. Half alles nicht, er war in Boerne verliebt und schon viel zu lange und wie es aussah siegte bei Boerne die Liebe doch über das Geld. Thiel zog Boerne wieder in einen Kuss, diesmal viel sanfter und zärtlicher.