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„Hallo Frau Andrews! Ist Bob da?“ fragte Peter. Er stand vor dem Haus seines besten Freundes. Es war ein herrlich warmer Sommerabend und er wollte Bob zum Strand von Rocky Beach einladen. Sie hatten lange keine Zeit mehr alleine verbracht.
„Ja, er müsste in seinem Zimmer sein wie immer.“ Bobs Mutter lächelte in freundlich an und ging einen Schritt zur Seite damit Peter eintreten konnte. Peter bedankte sich und ging die Treppe hoch zu Bobs Zimmer. Er atmete einmal tief durch, bevor er an die schwere Holztür klopfte. Ein paar Sekunden verstrichen und Peter begann sich zu fragen ob Bob wirklich da war, aber dann ertönte ein „Ja, herein!“ Peter öffnete die Tür und betrat das Zimmer. Die Wände waren geschmückt mit verschieden großen Postern von Bands wie Nirvana, Radiohead oder blink-182 und einigen Schallplatten. Eine Pflanze streckte ihre Ranken durchs ganze Zimmer und an der Wand neben dem Bett hang eine schwarze, mit Stickern beklebte E-Gitarre. Bobs ganzer Stolz. Peter blinkte nun auf Bett. Dort saß er. Der schönste Junge den Peter den Peter kannte. Die Sonne fiel auf Bobs Haare und färbte sie nahezu golden. Auf seiner schmalen Nase saß eine runde Brille und hinter ihr befanden sich seine ozeanblauen Augen. Die Augen in denen Peter sich jedes Mal verlor.
„Hi, Peter. Was machst du denn hier?“ fragte er noch etwas überrascht von Peters unangekündigten Besuchs.
„Hey, Bob.“ Peters Stimme war etwas belegt, zu überwältigt von der Schönheit seines besten Freundes, die er schon so oft bewundern konnte. Er räusperte sich. „Ich wollte fragen ob du mit zum Strand kommen willst. Justus hat leider keine Zeit, aber vielleicht hast du ja Lust? Wir könnten ja vielleicht schwimmen oder uns einfach den Sonnenuntergang anschauen. Oder du könntest lesen wenn du magst-“
„Ja klar. Können wir gerne machen.“ unterbrach Bob ihn mit einem Lächeln auf den Lippen und einem Glitzern in den Augen. „Ich muss mich nur eben anziehen.“
„Okay verstehe. Ich geh solange nach unten, ja?“
Bob nickte.
Etwa eine Viertelstunde später kam Bob die Treppe runter. Er trug eine verwaschene, weite Jorts mit aufgenähten Sternen und ein schwarzes Nirvana T-Shirt über einem weißen, langärmeligen Shirt.
„Was sagst du zu dem Outfit?“ fragte Bob stolz und drehte sich einmal um seine eigene Achse.
„Wundervoll wie immer.“ sagte Peter mit weicher Stimme. Am liebsten wäre er Bob jetzt um den Hals gefallen und hätte ihn so lange geküsste bis sie beide nicht mehr atmen könnten. Aber das wäre übergriffig und würde ihre Freundschaft zerstören.
Er versuchte die Schmetterlinge in seinem Magen zu beruhigen, was ihm allerdings misslang. Als Bob rot wurde und schnell wegschaute, gab Peter auf, das Chaos der Schmetterlinge zu beseitigen. Sollten doch die Schmetterlinge ihr Fest feiern.
Die Fahrt zum Strand verlief eher ruhig. Jedoch sah Peter immer wieder aus dem Augenwinkel, wie der dritte Detektiv in betrachtete.
„Sag mal, du Peter?“ brach Bob die Stille.
„Ja?“
„Warum hast du eigentlich mit Kelly Schluss gemacht?“
Peters Körper spannte sich an. Sollte er jetzt die Wahrheit erzählen? Dass er sich in jemand anderen verliebt hatte? Dass diese Person neben ihm auf dem Beifahrersitzt saß? Nein. Das konnte er nicht sagen. Also entschied er sich eine etwas abgewandelte Wahrheit zu erzählen.
„Ich hatte keine Gefühle mehr für sie.“ sagte er trocken. Das klang so kalt. Dabei tat Kelly ihm eigentlich leid.
Bob gab nur ein „Mhm…“ als Antwort von sich und schaute wieder nachdenklich aus dem Fenster. So verharrte er bis sie am Strand angekommen waren.
Peter parkten den roten MG auf dem Parkplatz des Strandcafés. Er stieg zeitgleich mit Bob aus und holte seine Tasche aus dem Kofferraum. Gemeinsam liefen sie am Strand entlang, auf der Suche nach einem geeigneten Liegeplatz.
Nach einer halben Ewigkeit hatten sie endlich einen ruhigen Platz gefunden mit Ausblick auf das Meer und den Sonnenuntergang. Sie breiteten die Picknick Decke aus und setzten sich hin. Während Bob sein Buch aus Peters Tasche zog, ließ Peter sich zurückfallen, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und schloss die Augen. Mit einem tiefen Atemzug zog er die Meeresluft ein. Seine Atmung war ruhig und entspannt. Er lauschte dem Rauschen der Wellen und dem Kreischen der Möwen. Nach vielleicht zwei Minuten die er da lag setzte er sich auf.
„Kommst du mit ins Wasser?“ Peter legte den Kopf schief.
„Hm?“ Bob hob den Kopf und zog die Augenbrauen hoch.
„Willst du mit ins Wasser?“
„Aber ich hab keine Badehose dabei.“ Bobs Griff ums Buch wurde fester.
„Ist doch egal. Du kannst ja mit deiner Kleidung ins Wasser. Dann legen wir einfach später ein Handtuch auf den Sitz meines Autos. Oder du gehst nur mit deinen Füßen ins Wasser. Du warst so lange nicht mehr mit uns oder mir schwimmen.“
„Ich denke das lässt sich machen.“ Bobs Finger entspannten sich wieder und er lächelte warm.
Peter stand auf und zog sich das Shirt über den Kopf. Seine Badehose hatte er bereits die ganze Zeit getragen. Dann streckte Peter seinem Freund die Hand entgegen, welche dieser ergriff und sich hochhievte.
Es war kein weiter Weg zum Wasser, vielleicht 20 Meter.
Peter hatte keine Probleme und sprang direkt in Wasser. Bob aber zögerte.
„Was ist los, Bobbele?“ Peter lachte. Dann watete er durch das Wasser zurück zu seinem Freund und nahm seine Hände, um ihn langsam ins Wasser zu führen.
„Vertrau mir. Es ist nicht so kalt.“ Das war gelogen.
Eine Welle brach am Strand und Wasser umspülte die Füße der beiden. Bob zuckte zusammen und drückte die Hände seines besten Freundes etwas fester.
„Das Wasser ist doch kalt!“, beschwerte sich Bob und blickte Peter mit einem vorwurfsvollen Blick an. Ein paar Sekunden verstrichen in denen die beiden sich einfach anschauten bevor sie in lautes Gelächter ausbrachen.
Etwa fünf Minuten später hatte Bob sich endlich an das Wasser gewöhnt. Sie standen in hüfthohem Wasser und betrachteten den Sonnenuntergang. Unauffällig (wir wissen alle das es auffällig war, aber so etwas merkt man ja nicht, wenn man verliebt ist ;P) blickte Peter auf Bob nieder. Nun ließ das rote Licht der Abendsonne seine Haare kupfern wirken. Wie unfassbar schön er doch war. Bob bemerkte Peters Blick und musterte ihn ein wenig. Dann schloss er die Augen und atmete einmal tief durch.
„Ich weiß warum du wirklich mit Kelly Schluss gemacht hast.“ Es traf Peter wie einen Schlag. Sein Lächeln starb und sein ganzer Körper zog sich zusammen.
„Sie hat mir alles erzählt.“ Peter meinte in Bobs Stimme Enttäuschung erkennen zu können. Scheiße. Was hatte er Kelly nochmal alles erzählt?
„Sie meinte, du hast gemerkt, dass du nie Gefühle für sie gehabt hast.“ Bob pausierte kurz um durch zu atmen. „Und du sagtest du hast dich in jemand anderen verliebt.“ Peters Kinnlade war nach unten geklappt. Er wusste nicht was er sagen sollte. Wie konnte er ihm erklären, wie es eigentlich war? Wahrscheinlich musste er einfach mit der Wahrheit herausrücken. Ein letzter Atemzug. Er senkte den Blick.
„So war das nicht. Zumindest nicht ganz. Naja, ich habe gemerkt, dass ich mich verliebt habe. In jemand ganz besonderen. Und als ich das gemerkt habe, wusste ich wie sich wahre Liebe anfühlt. Und dann hab ich gemerkt, dass ich dieses Gefühl nie wirklich bei Kelly gespürt habe. Außerdem war unsere Beziehung eh nicht die gesündeste.“ Verlegen rieb sich Peter mit der Hand über den Arm. Stille. Nur das rauschen des Meeres und ein paar Stimmen in weiter Ferne waren zu hören. Peter hob den Blick. Bob biss sich nachdenklich auf die Unterlippe. Er schien nach einer passenden Antwort zu suchen.
„Und wer war diese Person, in die du dich verliebt hattest?“ Peter schwieg. Er blickte in die Ferne auf den Horizont.
„Peter?“ Keine Antwort. „Du weißt, dass du mit mir über alles reden kannst, ja? Ich würde dich für nichts verurteilen." sagte Bob mit leiser Stimme und lächelte aufmunternd. Dann trat er einen Schritt näher an Peter heran. „Ich meine ich könnte vielleicht helfen herauszufinden, ob dich die Person auch mag.“
„Nein das geht nicht. Das würde alles zerstören.“ Peters Stimme war rau und so voller Verzweiflung und Trauer.
„Sicher? Vielleicht würde das ja vieles besser machen.“ Bobs Stimme hatte fast schon einen verführerischen Ton angenommen. Noch ein Schritt näher. Bob nasser Körper war lediglich eine Handlänge von ihm entfernt. Das Chaos in Peters Magen kehrte zurück.
„Okay, wenn du es mir nicht sagen willst, darf ich raten?“ Peter zuckte mit den Schultern.
„Kenne ich die Person?“ Auf Bobs Lippen lag ein verschmitztes Lächeln. Peter nickte. Von Sekunde zu Sekunde schlug sein Herz schneller.
„Ist es Jana?“ Bobs Augen verraten Peter, dass er die Antwort schon genau kannte. Seine Finger strichen vorsichtig über Peters muskulösen Arme.
„Nein.“
„Wie lange kennst du die Person schon?“ Bob hatte zwar mit seiner Hand von ihm abgelassen, aber seine Augen strichen immer noch über jeden Zentimeter des Körpers seines Freundes. Bob schluckte.
„Sehr lange.“
„Wie habt ihr euch kennengelernt?“ Bobs Augen wanderten zu Peters.
„Hör auf diese Spielchen mit mir zu spielen…“, sagte Peter heiser. Bob hielt den Augenkontakt, sein Blick quoll voller Verlangen. Seine Finger strichen langsam Peters Seiten entlang und fanden schließlich Platz an seiner Hüfte. Peter biss sich auf die Lippe.
„Bin ich die Person?“ Bob schaute nunmehr nicht in die Augen seines Gegenüber, sondern starrte auf dessen Lippen. Fuck it. Als Antwort schlang Peter seinen linken Arm um Bobs Taille und zog den zierlichen Körper an sich. Mit der rechten Hand griff Peter sanft das Kinn des blonden Jungen. Peter bückte sich etwas und zog Bobs Gesicht etwas näher zu sich. Ihre Lippen waren nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt.
„Vielleicht?“ raunte Peter.
Mit einem mal schloss Bob den letzten Abstand zwischen ihren Lippen. Peter schloss die Augen. Sie Herz pochte so heftig das er sich sicher war, dass Bob es auch spüren konnte. Peters Hände schmiegten sich vorsichtig an Bobs Wangen, während Bobs Hände sich versuchten in Peters Rücken fest zu krallen. Ihr Kuss wurde immer intensiver und ihre Zungen begannen miteinander zu tanzen. Keiner von beiden konnte genug vom anderen bekommen. Aber langsam ging ihnen die Luft aus. Schwer atmend lößten sie sich wieder voneinander und betrachteten sich lächelnd.
