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Es waren zehn Tage vergangen seit dem ihr Leben auf den Kopf gestellt wurde. Seit Simon Thorn in Nolans Leben geplatzt war. Seit er von Orion entführt worden war. Seit Nolan endlich zum Bestienkönig animagieren konnnte. Seit Mom entführt worden war und Simons Onkel von Orion ermordet wurde. Zehn Tage hatte sein Bruder sich beinahe ausschließlich in seinem Zimmer versteckt gehabt.
Doch nun stand Simon wirklich im Speisesaal. Klar, er sah nicht besser aus als vor einer Stunde, wo Nolan ihn das letzte Mal gesehen hatte. Sein Gesicht war immer noch traurig, die Schultern hängend. Die Schatten unter Simons Augen waren ebenfalls noch da. Aber Simon hatte sein Zimmer verlassen.
Und nun stand ihm ausgerechnet Garrett gegenüber.
Garrett war cool. Einer von Nolans längsten Freunden, immer für einen Scherz zu haben -Nolan hatte die letzten Tage drüber machgedacht, ob ihre Späße wirklich so lustig waren- Aber Simon konnte Garrett gerade bestimmt gar nicht gebrauchen.
Also trat Nolan schnell zu den beiden.
"Was ist hier los?"
Garrett grinste ihn an. Ein Grinsen, dass sie schon oft vor Ärger bewahrt hatte.
"Nichts"
Nolans Blick wanderte zu seinem Bruder. Der zuckte nur mit den Schultern und antwortete mit der gleichgültigesten Stimme: " Dein Schlägertyp hält mich für einen Spinner, weil ich Orions Erbe bin."
So als wäre das nichts. Als würde Simon nicht gerade total beleidigt werden.
Also weiste Nolan Garrett für ihn in seine Schranken. Es überraschte ihn selbst. Schließlich hätte er an den ersten Tagen, nachdem Simon aufgetaucht ist, kein gutes Haar an ihm gelassen. Aber das war nicht mehr so.
Simon war sein Bruder. Er hatte ihn nicht nur aus dem Eisbärenbecken gerettet, wollte für ihn lügen und war ihm zum Skytower gefolgt. Er hatte neben ihrer Mum auch noch miterlebt wie dieser Darryl wirklich gestorben war.
Für den Moment aber wichtiger, Nolan hatte die Jungs im Park gesehen. Wie sie Simon als Freak und Spinner bezeichneten. Wie sie nicht erwarteten, dass er sich wehrte. Nolan wusste was das hieß. Simon war in seinem anderen Leben von denen fertig gemacht worden und hat sich nie verteidigen können.
Sein Bruder hatte viel verloren bis er hier im L.A.G.E.R angekommen war
Nolan war sich nicht sicher, wie er ihm helfen sollte. Was er tun sollte, wenn er nachts durch die Badezimmertür lauschen konnte, wie Simon sich in den Schlaf weinte, nach einem Albtraum schreiend aufwachte oder zwischen Schluchzer nach Darryl oder Mom flehte.
Aber jetzt gerade konnte Nolan dafür sorgen, dass niemand seinen Bruder fertigmachen würde. Er konnte Simon vor einer Grausamkeit seines alten Lebens beschützen und das fühlte sich gut an. Als wäre er stark. Es ließ sich seine Macht als Bestienkönig realer anfühlen. Seinen Bruder zu beschützen.
Vorallem, da Simon Garretts Beleidigung gar nicht mehr Ernst zu nehmen schien.
Ein Stich Enttäuschumg durchfuhr ihn als Simon ihm nicht zu seinem Platz folgte, sondern sich mit seinem Buch in eine Ecke setze.
Aber sein Bruder hatte Recht. Sie konnten sich morgen immer noch zum Frühstück zusammen setzen.
Wenig später sah er Benjamin und Ariana sich zu Simon setzen. Und als Nolan wenig später leises Gelächter aus ihrer Richtung hörte, sah er Simon zum erstem Lachen. Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, zeitgleich mit einer Wärme die sein Inneres flutete. Er war der Bestienkönig. Er hatte einen Zwillingbruder. Diesem Zwillingsbruder würde es an seiner Seite im Lager gut gehen.
