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Verachtung

Summary:

Die Krone sitzt ohne den geraubten Silmaril schief auf Melkors Haupt und Sauron hat nur Verachtung dafür übrig.

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Work Text:

 

Er neigt den Kopf. Ehrfurcht im Blick und Verachtung im Herzen. Ein neuer Gipfel der Schmach und ᴇʀ versucht nicht einmal, es zu verbergen. Die Asymmetrie ist unerträglich. Hinkend steigt ᴇʀ zum schwarzen Thron hinauf. Das Juwel auf der rechten Seite ist fort. Die Krone sitzt schief auf sᴇɪɴᴇᴍ Haupt. Schon vorher ist es Verschwendung gewesen: Strahlendes Licht, das das Auge zu versengen droht und es unmöglich macht, sich abzuwenden, ein Werk wie niemand jeher schaffen konnte – ohne Kunstfertigkeit eingesetzt in ein stumpfes, glanzloses, ruhmloses Eisenband.

Zwei sind nun geblieben. Er würde eine neue Krone schmieden, wenn ᴇʀ es nur gestatten würde. Und vor ihrer Pracht würden alle erbleichen. Die verbliebenen Juwelen in der Mitte über sᴇɪɴᴇʀ Stirn, eingerahmt von Gold und Obsidian. Er könnte es besser machen, so viel besser! Doch keinen Sinn hat ᴇʀ für Schönheit oder Ordnung und eifersüchtig hütet ᴇʀ das, was ᴇʀ doch von tiefstem Herzen hasst. Nur Missklang und Lärm klingen in ɪʜᴍ und in sᴇɪɴᴇʀ Kakophonie ist ᴇʀ nicht einmal fähig, dem Gesang einer Zauberin ein eigenes Lied entgegenzuwerfen. Und so regiert ᴇʀ sᴇɪɴᴇɴ Hofstaat, beraubt. Ein Bild der Schande und dennoch; Warge und Drachen und Dämonen, sie liegen zu sᴇɪɴᴇɴ Füßen.

 

Er hebt den Kopf. Er kann den Blick nicht abwenden von der Herrlichkeit und dem Schrecken ihres Lichtes. Blendend, ein Tropfen geschmolzenen Goldes im Auge. Eʀ hat sie zum Hohn sᴇɪɴᴇʀ Feinde als Schmuck angelegt, ein Beweis sᴇɪɴᴇʀ Macht. Und jetzt nur noch Hohn sᴇɪɴᴇʀ selbst. Viel mehr könnten sie sein als zweifelhafte Zierde. Wie sind sie gemacht? Die Zwei Bäume sind vergangen, doch da ist mehr in den Silmarilli als ihre bloße Essenz. Sein geringster Diener könnte Licht in Juwelen bannen! – Er verflucht den Fürsten der Balrogs, Fëanor nicht lebendig gefangen zu haben. Unentschlüsselt bleibt sein größtes Werk. Später hat er seinen elenden Sohn gefragt und sie hatten beide ersehnt, er wüsste es, aber nein! Und das ist eine weitere Sache, die ᴇʀ auf jämmerliche Weise verloren hat.

Eines Tages würde er selbst etwas schaffen, etwas besseres. Alle würden sich danach zerreißen, sein Werk zu berühren und es würde vollkommen sein, gleichmäßig, ohne Makel, ohne Schiefe. Doch noch nicht. Noch fehlt Wissen. Er wird die bitteren Worte bereuen und er würde bereuen, zu schweigen. Seine ganze Verachtung, wirft er ɪʜᴍ entgegen: Armselig! Unfähig! Der Diebstahl muss vergolten werden, nicht allen Augen dargeboten; gerichtet, was verbogen ist, die Schande geradegerückt!

 

 

Mᴇʟᴋᴏʀs Mund verzieht sich zum Abglanz eines Lächelns und sᴇɪɴᴇ Stimme dröhnt von Niedertracht:

„Stolze Worte für einen, der von einem Hund bezwungen wurde.“

 

Notes:

Crosspost von fanfiktion.de
https://www.fanfiktion.de/s/d/69ebc8b50000bb3d1c2d1c05/Verachtung