Work Text:
"Danke, dass du mitgekommen bist.” Bob grinste Peter mit seinem schönsten Lächeln an. Seine Hand ruhte auf dessen Schulter, als sie sich langsam durch die lockere Menschenmenge am Rande der Bühne schlängelten.
“Ich mag Sax ja wirklich gerne, aber verbringe meine Freizeit nach der Arbeit schon lieber mit dir.” Die beiden hatten einen Platz gefunden und ließen sich auf dem staubigen Acker nieder.
“Danke, dass du mich gefragt hast. Ich freue mich ehrlich.” Peter knuffte Bob in die Seite. “Und ich wage zu behaupten, dass du auch lieber mit mir im Käfer schläfst als Sax’ Schnarchen im Camper zu ertragen.”
“Gewagte These.” Bob lachte und Peter spürte die weichen Locken an seinem Hals, als Bob seinen Kopf auf seine Schulter legte. Sein Freund hatte den ganzen Tag mit Sax die Technik aus dem Laster geladen, sich um die Bands gekümmert und war von einem Ende des Geländes zum anderen gerannt. Doch seine Haare rochen genauso vertraut nach seinem Shampoo wie immer.
Vorsichtig ließ Peter seinen Kopf zur Seite sinken, um den warmen, gemütlichen Geruch noch ein wenig mehr einzusaugen.
Er selbst war schon immer ein sehr körperlicher Mensch gewesen. Er drückte seine Zuneigung ganz natürlich durch Umarmungen oder eine ermutigende Hand auf der Schulter aus.
Doch in letzter Zeit merkte er, dass auch Bob immer wieder seine Nähe suchte. Es waren keine großen Gesten: Mal streifte er ihm kurz über den Arm, er stand häufig näher an ihm als früher; einmal hatte er kurz seine Hand gegriffen, als sie zu dritt - auf Peters Vorschlag hin - in der Zentrale einen Horrorfilm geschaut hatten.
Die Sonne tauchte das Gelände mit ihren letzten Strahlen in ein Meer aus rotem Licht, Bob summte leise die Melodie des Songs mit und Peter verlor sich für einen kurzen Moment in dem Gedanken, dass das hier mehr sein könnte. Mehr als nur zwei beste Freunde, die gemeinsam einer der Bands von Sax Sandler lauschten und ein Wochenende nördlich von Santa Clarita verbrachten.
Am Anfang hatte er es als Einbildung abgetan. Natürlich träumte er davon, dass sein Freund seine Gefühle erwidern würde. Und eigentlich war er sich sicher, dass er für Bob immer nur das bleiben würde: Ein Freund.
Aber was, wenn auch Bob irgendwie mehr fühlte? Die Nähe, die Bob ihm in den letzten Wochen zeigte, konnte das vielleicht doch Absicht sein? Selbst wenn dem so wäre; der Kloß in seinem Hals und die Sorge, alles zu ruinieren, waren zu groß.
Peters Hände fühlten sich fehl am Platz an, egal wo er sie platzierte. Irgendwann legte er sie auf seine Knie und war froh, dass die Musik sein pochendes Herz übertönte. Es musste so laut schlagen, dass Bob es sonst hören könnte, er war sich sicher.
Die Handflächen waren klebrig auf seiner Jeans, nervös rieb er sie über den rauen Stoff, in dem Versuch, sie von dem Schweiß zu befreien. Auch wenn er versuchte, sich auf die Performance der Band zu konzentrieren, Peter spürte nur die Wärme von Bobs Arm an seinem und fürchtete, sein Herz würde ihm gleich aus der Brust springen.
“Hey Peter,” Bobs Stimme klang dumpf an Peter Ohr, das noch immer auf den blonden Locken lag, "Alles ok bei dir?”. Merkte Bob, wie nervös er ihn machte? Peter nickte, wobei er eigentlich nur die Frisur seines Freundes zerwühlte und sagte zögerlich: “Ja, ist alles gut.”
Eine warme Hand legte sich auf seine. Das Blut schoss in Peters Wangen und er wagte kaum zu atmen. Bobs silberne Ringe glänzten leicht im Licht der untergehenden Sonne, sanft fuhr Peter sie mit einem Finger entlang. So gerne wollte er mit diesem Moment für immer verschmelzen, Bobs Hand nie wieder loslassen, ewig das glatte Metall unter seinen Fingerspitzen fühlen.
“Ich freue mich auf das Wochenende mit dir.” Peter wippte angespannt mit seinen Füßen.
“Ich mich auch.” Etwas umständlich zog Bob seinen Kopf unter Peters hervor und blickte zu ihm hoch, seine blauen Augen durch das Lächeln leicht zusammengekniffen. “Wir müssen nur hoffen, dass Sax mich nicht zu sehr knechtet. Ich will ja auch noch Zeit mit dir verbringen.”
Bob drückte noch einmal leicht Peters Hand, bevor er sich wieder an ihn lehnte.
