Work Text:
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Langeweile
Wenn es nach Sherlock geht eine der schlimmsten empfindungen. Er hat absulut nichts zu tun. Kein Fall zum ausarbeiten grade. Kein Drama aufzuklären und mit John reden geht auch nicht weil dieser unbedingt lesen muss.
Sherlock seufzt dramatisch, versuch damit die aufmerksamkeit von seinem Mitbewohner zu bekommen. John der in seinem Sessel sitzt und liest zeigt keine reaktion.
Sherlock dreht sich auf der Couch so das er auf der Seite liegt und John direkt ansehen kann.
"John"
Er schaut von seinem Buch auf und schaut Sherlock amusiert an.
"Was ist?"
"Mir ist langweilig."
"Ja soviel ist mir aufgefallen."
Sherlock seufzt wieder. Wenn sein Verstand keine Aufgabe hat ist es gleichzeitig schrecklich leer und laut darin.
"Johnnn, ich brauch ein Fall. Irgendwas."
John seufzt jetzt wie Sherlock vorher wenn auch aus einem anderen Grund.
"Vielleicht kannst du dich ja mit einem alten Fall vergnügen. Ruf Lestrade an, er hat sicher noch Dateien von ungelösten Fällen."
"Langweilig"
"Du wolltest einen Fall!"
"Nichts diese Art. Ich brauche einen Tatort, etwas was ich mit eigenen Augen sehen kann, es ist nicht das gleiche wenn alles schon Jahre zurückliegt."
"Dann musst du dich wohl damit abfinden."
Mit diesen Worten richtet John seine aufmerksamkeit wieder auf sein Buch. Sherlock macht nur einen sehr unzufriedenen Laut und dreht sich dann ohne ein weiteres Wort um. John schüttelt nur den Kopf als sich Sherlock wie ein schmollendes Kind auf der Couch zusammen rollt. Er ist dieses verhalten mitlerweile schon gewohnt. Und sobald Sherlock einen Fall hat wird er schon wieder.
Es vergeht über eine Stunde in der sich Sherlock nicht eine Stück bewegt. John vermutet er ist in seinem Gedanken Palast. Also erwartet er auch keine Antwort als er aufsteht und ankündigt das er Einkaufen geht. Wie erwartet rührt sich Sherlock kein Milimeter und macht auch keine anzeichen das er ihn gehört hat, also packt John alles zusammen was er braucht und verschwindet durch die Tür.
Sherlock hatte ihn sehr wohl gehört aber so zu tun als ob man nichts mitbekommt hat sich schon oft als nützlich herausgestellt. Die Couch begann unbequem zu werden. Er rutscht von einer Seite auf die andere aber es wird nicht besser. Sherlock gibt auf und setzt sich auf. Er fährt sich mit den Händen durch die Haare. Langweilig. Wie können andere Leute bloß jeden Tag so leben. Dinge tun ohne etwas zu tun.
Als er es nicht mehr aushält steh er auf und geht in sein Schlafzimmer. Vielleicht findet er ja etwas spannendes auch wenn er es bezweifelt. Sherlock findet sich selbst wieder vor seiner Kommode im Schlafzimmer hockend. Er findet eine Akte mit alten Fällen die er vor ein paar Jahren bearbeitet hat (langweilig) eine kleine Box mit Fotos von ihm als Kind und mit seiner Familie. Sein Blick bleibt einen Moment daran hängen bevor er es bestimmt zurückpackt. Da ist viel weiterer Kleinkram der zwischen seinen Kleidern zerstreut ist. Er bemerkt eine weitere kleine Schachtel und holt sie heraus. Noch mehr Bilder? (bitte nicht) Sherlock öffnet die Schachtel und blinzelt verwundert. Darin ist ein Skalpell. Er hat einige da er sie für Experiemente manchmal braucht. Doch wozu sollte er ein einzelndes in eine Schachtel in seine Kommode tun? Nun wieso sollte er überhaupt Sachen zwischen seinen Klammoten verstauen aber darum geht es nicht. Er nimmt das Skalpell vorsichtig heraus und begutachtet es. Vielleicht hängt es mit einem Fall zusammen? Ein Beweißstück? Nein dann wäre es wohl an einem sterilleren Ort aufbewahrt als in einer Holzschachtel.
Was auch immer es da zu suchen hat, es hat etwas zu bedeuten. Ein Rätsel! Sherlock liebt Rätsel, was könnte besser gegen seine Langeweile helfen. Das ist genau das was er gesucht hat. Er lässt die anderen Sachen auf dem Boden verstreut liegen, packt das Skalpell wieder in die Schachtel und nimmt es mit ins Wohnzimmer. Dort stellt er es auf den Tisch vor ihm, öffnet es, setzt sich auf einen Stuhl und starrt es an. Er hat das gefühl er müsste genau wissen warum das Skalpell in seiner Kommode versteckt war. Versteckt? Ja das ergibt sinn. Unter Klammotten in einer Ecke. Das impliziert schon versteckt.
Sherlock verliert sich für einige Zeit in seinem Gedanken Palast und versucht rauszufinden wozu es da ist. Er merkt erst das John zurück kommt wenn er die Tür ins Schloss fallen hört. Er schreckt auf und knallt die Schachtel zu ohne darüber nachzudenken. Irgendwie will er nicht das John davon erfährt. Dieser schaut verwirrt von seinen Einkaufstüten auf bei dem Geräusch.
"Du hast also etwas gefunden um dich zu beschäftigen. Was ist das?"
Er zeigt auf die Schachtel. Sherlock nimmt sie hastig in die Hand und verschwindet ohne eine Antwort in sein Schlafzimmer. John blickt ihm nur verwundert hinterher, sicher Sherlock verhällt sich meistens recht seltsam aber das schien selbst für ihn seltsam. Er überlegt ihm nachzugehen entscheidet sich aber schnell dagegen. Er würde ihm vermutlich nichtmal die Tür aufmachen bei seine Stimmung. Egal er wird ihm schon Früh genug bescheid sagen wenn er an einem Fall ist und er Johns Hilfe will. John schleppt die Tüten in die Küche und fängt an den Einkauf auszurämen. Bei der Zeit wo er fertig ist hat er die Schachtel und Sherlocks seltsames verhalten fast schon wieder vergessen.
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Als John am nächsten Tag von seiner Arbeit von der Klinik zurückkommt findet er Sherlock abermals auf der Couch liegend. Er sieht allerdings nicht mehr so gequält aus wie die letzten Tage.
"Neuen fall?"
Sherlock schaut auf nach einigen Sekunden als müssten die Worte erst zu ihm durchdringen.
"Nein. Würde ich sonst hier rumliegen?"
Anrwortet er und stützt seine Hände zusammen gefaltet unter sein Kinn und schließt wieder seine Augen.
John macht sich Sorgen. Dieses verhalten passt nicht zu seinem Mitbewohner. Er wirkt viel zu zufrieden dafür das er Gestern noch gejammert hat wie Langweilig ihm ist. Er mustert Sherlock.
"Sherlock was ist los?"
"Wie bitte?"
Sherlock öffnet seine Augen und erwiedert Johns musternden blick.
"Ich frage dich ob du etwas getan hast von dem ich wissen sollte."
"Warum fragst du das?"
John verschränkt seine Arme vor der Brust "Du verhältst dich merkwürdig, selbst für deine verhältnise."
Sherlock dreht sich weg und schließt abermals die Augen.
"Sherlock?"
Dieser macht sich nicht die mühe zu antworten.
John seufzt geschlagen. Er hofft inständig das es dem Detektiv gut geht und das nur wieder eine seiner Phasen ist. Er verhält sich trotzdem seltsam und es gefällt ihm nicht das er nicht weiß was Sherlock verbirgt.
"Schau, ich möchte nur helfen. Wenn etwas ist dann sag es mir bitte."
"Es ist nichts. Ich brauche keine hilfe."
John schaut ihn noch für einen Moment an. Sherlock befürchtet er ist noch nicht Fertig aber dann dreht er sich um und geht ohne ein weiteres Wort in die Küche.
Sherlock schließt wieder seine Augen und versucht seine Gedanken zu ordnen. Er hatte sich Gestern nachdem er sich in seinem Schlafzimmer eingeschlossen hat intensiv versucht zu erinnern aber nichts gefunden, nicht mal ein Hinweis zu den verlorenen Erinnerungen. Sherlock steht schließlich auf und verschwindet wie am Abend zuvor in seinem Schlafzimmer.
Er setzt sich auf sein Bett im Schneidersitz und geht in seinen Gedanken Palast. Er geht durch lange Gänge an verschiedenene Türen vorbei und versucht rauszufinden welche im zusammenhang mit der Geheimnisvollen Schachtel steht. Sein Blick fällt auf eine Tür die mehrere Einkerbungen hat und ein großes Schloss. Er versucht sie aufzubekommen aber sie ist Fest verschlossen. Die Erinnerungen wurden also nicht gelöscht von seinem Verstand sondern nur verdrängt. Das ist sehr gut, denn es heißt es gibt eine Lösung zum Rätsel. Aufregung macht sich in ihm breit beim versuch abermals die Tür zu öffnen aber ohne Erfolg. Er zieht frustriert an der Türklinke. Die Antwort ist so nah aber sein Verstand verweigert ihm den Zugang. Das ist Falsch, er sollte seinen Verstand unter Kontrolle haben. Wenn er durch diese Tür in den Teil seinen Verstandes will hat es zu gehorchen.
Sherlock gibt auf an der Tür zu rütteln und findet sich wieder auf seinem Bett sitzend. Er macht einen frustrierten Ton und öffnet die Schachtel vor ihm erneut. Er nimmt das Skalpell raus und mustert es. Warum versucht sein Verstand so sehr die Erinnerung mit diesem Gegenstand zu verdrängen.
Er dreht es Gedanken verloren in seinen Händen und fährt die Klinge mit seinem Daumen entlang. Vielleicht hängt es mit einem Fall zusammen denn er nicht lösen konnte? Nein kein Grund die Erinnerungen zu verdrängen. Wurde es beschädigt, ist nicht mehr Scharf und dadurch Unbrauchbar? Im Gegenteil, die Klinge ist perfekt geschärft als ob sie fast nie genutzt wurde.
Er wird aus seinen Gedanken geschmissen als er merkt das sich seine Hand um die Klinge geschlossen hat und Feucht ist. Er schaut auf seine Hand die sich wohl zu fest um das Skalpell geklammert hat und auf der jetzt ein kleiner Schnitt ist aus dem Blut sickert. Der Schnitt scheint nicht sehr Tief zu sein. Sherlock hat die Schmerzen auch erst bemerkt als er das Blut gesehen hat. Er legt das Skalpell neben sich aufs Bett und richtet seinen Blick wieder auf seine Hand. Es blutet immer noch ein wenig, die Klinge hat wohl eine empfindliche Stelle erwischt.
Sherlock seufzt genervt und steht auf um aus dem Bad ein Tuch zu holen. Ein Pflaster ist kaum nötig, ein Tuch drauf halten bis das Bluten aufhört ist mehr als genug.
Sherlock schleicht sich mehr oder weniger ins Badezimmer da er nicht will das John ihn sieht. Ihm ist wirklich nicht nach dummen Fragen.
Er nimmt ein Klopapier und drückt es auf die Wunde in der Innensseite seiner Hand. Das müsste reichen um die Blutung zu stoppen. Sherlock hat ein merkwürdiges deja vu gefühl aber er schüttelt es ab. Er hat sich schließlich schon öfters verletzt meistens im zusammenhang mit einem Fall.
Sherlock schreckt auf als es an der Badezimmertür klopft.
"Sherlock, alles in ordnung da drin?"
"Geh weg"
Anstatt dem nachzugehen öffnet John die Tür vorsichtig. Sherlock dreht sich weg und rollt mit den Augen.
"Was hast du mit deiner hand gemacht?"
John geht auf ihn zu und versucht seine Hand zu begutachten aber Sherlock zieht sie weg. Er weiß selber nicht warum er so passiv ist, John hat schon weitaus schlimmere Wunden an ihm gesehen als ein kleiner Schnitt an der Hand.
John versucht nicht mehr seine Hand zu greifen aber macht auch keine Anstalten zu gehen.
"Okay, du sagst mir jetzt was los ist."
Sherlock zuckt kaum merkbar zusammen bei dem autoritären Ton.
"Was soll sein?"
"Du verhällst dich seltsam seit Gestern"
"Ach ja?"
"Hör auf auszuweichen. Sag einfach was los ist."
"Es ist nichts John. Mir geht es bestens."
Mit diesen worten versucht er aus dem Bad zu verschwinden aber John hält ihn sanft am Arm zurück.
"Zeig mir wenigstens deine Hand bitte."
Sherlock zögert aber nimmt das Tuch dann weg und hält sie seinem Freund hin. Die Blutung hat mittlerweile gestoppt und es sieht nicht mehr all zu schlimm aus.
John nimmt seine Hand vorsichtig in seine und dreht sie etwas um den Schnitt besser zu sehen.
"Es war ein unfall ich hab nicht aufgepasst"
John schaut auf.
"Wie hast du das denn geschafft?" Er klingt amüsiert.
Er ist erleichtert das die Wunde nicht besonders tief ist. Bei dem vorsichtigem verhalten von Sherlock hat er was weitaus schlimmeres erwartet.
"Ich habe nachgedacht und ein Skalpell in der Hand gehabt. Habe wohl zu fest gedrückt."
"Wieso hattest du beim Nachdenken ein Skalpell in der Hand?"
John schüttelt den Kopf als Sherlock antworten will.
"Schon gut, ich will es lieber gar nicht wissen"
John schaut nochmal auf die Wunde und dann wieder auf zu Sherlock.
"Der Schnitt ist nicht besonders Tief, er sollte nichts weiter benötigen."
Er schaut Sherlock an als wollte er noch mehr sagen aber überlegt es sich dann wohl anders. Er lässt Sherlocks Hand los und geht aus dem Bad wieder zurück richtung Wohnzimmer. Sherlock muss zugeben das er die Wärme der Hand seines Freundes vermisst. Er starrt auf seine Hand. Er hat immernoch dieses Gefühl das er etwas wichtiges übersieht bei der ganzen Sache. Er schüttelt frustriert den Kopf und geht ebenfalls aus dem Bad raus. Er stoppt kurz im Türramen und schaut zum Wohnzimmer wo John auf der Couch sitzt entscheidet sich aber doch zurück in sein Schlafzimmer zu gehen.
John hört wie Sherlocks Schlafzimmertür zugeht und hofft das er ihm eventuell irgendwann sagen wird worum es bei dem ganzen geht.
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Als John am nächsten Tag nach dem aufstehen in die Küche geht hat er noch keine Spur von Sherlock gesehen. Er hat sich wohl in seinem Zimmer verschanzt. Er seuftzt und macht sich zum Früstück Toast mit Butter. Er setzt auch Tee auf. Nach kurzem zögern macht er für Sherlock auch etwas mit. Er kann es zumindest versuchen. John stellt sein Teller mit dem Toast und seinen Tee auf den Esstisch im Wohnzimmer und geht mit einem zweiten Teller und Tee zu Sherlocks Zimmertür. Er stellt die Sachen vorsichtig am Boden ab damit er seine Hände frei hat und klopft dann an die Tür.
"Sherlock, bist du wach?"
John bekommt keine Antwort aber er bezweifelt das Sherlock wirklich schläft.
"Ich habe Frühstück gemacht." Immernoch Stille.
"Du solltest etwas essen. Ich lass es einfach hier stehen."
Er bleibt noch kurz vor der Tür stehen und wartet ob er doch noch eine Antwort bekommt. Allerdings erwartet er das nicht wirklich und so bleibt es auch. Also geht er wieder ins Wohnzimmer. Er macht sich Sorgen um seinen Freund. Er kennt diese Phasen von ihm schon aber das macht es nicht besser.
John setzt sich an den Tisch um endlich zu Frühstücken und versucht sich dabei zu erinnern seit wann das Verhalten seines Freundes so ist.
Er war gelangweilt auf der Couch gelegen vor ein paar Tagen. Das ist noch normal, wie oft hat Sherlock schon Löcher in die Wand geschossen oder sonstige dumme Sachen getan aus Langeweile. John ist Einkaufen gegangen. Als er zurückkam ist Sherlock in sein Zimmer verschwunden ohne erklärung.
Das hilft ihm auch nicht viel. Er schiebt frustriert sein Toast auf dem teller rum. Irgendetwas muss doch der auslöser gewesen sein. Obwohl man nie weiß was im Kopf von Sherlock Holmes los ist. Es könnte auch etwas gewesen sein woran er gedacht hat, eine Erinnerung an irgendetwas. Wenn es das ist dann kann er nicht viel tun außer zu hoffen das Sherlock es ihm erzählt. Obgleich er genau weiß wie unwarscheinlich das ist.
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Zu Johns erstaunen kommt Sherlock gegen Mittag aus seinem Zimmer. John der grade am schreiben für seinen Blog ist schaut von seinem Laptop auf. Ihre Blicke kreuzen sich kurz aber Sherlock geht wortlos in die Küche und zieht die Tür zu. John will ihm was hinterherrufen aber entscheidet sich dann dafür ihm nachzugehen.
Er schaut in den Gang in richtung des Schlafzimmers seines Mitbewohnerns. Der Teller mit dem essen und dem Tee stehen unberührt vor der Tür. John seufzt innerlich und dreht sich zur Küchentür um diese aufzumachen.
Sherlock ist mit seinem Mikroskop beschäftigt. Er hat etwas das aussieht wie getrocknetes Blut auf der Glasscheibe die er jetzt unter das Mikroskop schiebt um etwas Wasser mit einer Pipette drauf zu tun.
John schließt die Küchentür wieder hinter sich und lehnt sich dagegen. Er beobachtet Sherlock eine weile wie er durch die Vergrößerung des Mikroskops schaut um dann wieder etwas auf Papieren nachzusehen.
"Darf man erfahren was du da tust?"
Sherlock schaut überrascht auf als hätte er die anwesenheit von John erst jetzt bemerkt.
"Ich untersuche etwas."
John verschränkt die Arme vor der Brust. "Ja das sehe ich. Aber was untersuchst du?"
"Blut."
"Woher hast du es?"
Sherlock zögert kurz.
"Es war auf einer Schachtel die ich vor ein paar Tagen in meinem Kleiderschrank gefunden habe."
"Du hast also eine Schachtel voller Blut in deinem Kleiderschrank gefunden?"
Sherlock schaut ihn an als hätte er etwas dummes gesagt.
"Nicht voller Blut. Nur dieser kleine Fleck, schon sehr Alt. Mehrere Jahre bestimmt."
Sherlock nimmt während er spricht die Glasscheibe mit dem Blut-Wasser gemisch in die Hand und inspiziert sie.
"Damit hast du dich also die letzten Tage beschäftigt? Mit dieser Schachel?"
"Korrekt."
John stoßt sich von der Wand ab und stellt sich neben Sherlock. Er schaut sich die Papiere an die Sherlock am Tisch liegen hat. Es sind verschiedene Medizinische Unterlagen. Sherlocks um genau zu sein.
"Du denkst es ist dein blut?" John starrt ihn verwirrt an. Je mehr er erfährt desto verwirrter wird er.
"Sehr gut möglich."
Sherlock stellt die Blutprobe auf den Tisch neben das Mikroskop und verlässt die Küche. John der seine aufmerksamkeit noch auf die Unterlagen vor sich gerichtet hat schaut auf.
"Hey wo willst du hin?"
"Nachdenken."
Mit den Worten geht er aus der Küche und John beobachtet wie er sich auf die Couch im Wohnzimmer legt.
Er ist nur froh das er nicht wieder auf sein Zimmer verschwindet. John nimmt sich einen Stuhl der an der Wand steht und zieht ihn zum Tisch. Er setzt sich und schaut sich die Unterlagen genauer an. Wer weiß wann er schon wieder die möglichkeit bekommt diese einzusehen. Er lehnt seinen Kopf zurück um ins Wohnzimmer zu sehen zu Sherlock. Der liegt mit geschlossenen Augen auf der Couch. John fühlt sich als würde er in Privaten Dokumenten rumschnüffeln. Was er auch genaugenommen tut aber es ist vielleicht nicht schlecht etwas mehr über Sherlock zu erfahren.
Möglicherweise kann er was erfahren um seinem Freund in so einem verhalten wie er grade ist zu Helfen.
Er öffnet also den Ordner. Auf dem ersten Blatt sind Sherlocks daten wie Geburtsdatum, voller Name usw. Er nimmt das zweite Blatt auf dem Medizinischen Daten wie Blutgruppe und ergebnisse von untersuchungen vermerkt sind. Bis jetzt nichts ungewöhnliches. Er sucht weiter bis er zu dem Teil kommt in dem aufenthalte in Krankenhäusern und einlieferungen verzeichnet sind.
John griff um die Mappe wird unbewusst etwas fester als er die berichte liest. 3 mal wurde Sherlock im Krankenhaus behandelt wegen einer Drogen überdosis. Nicht die Art die Lebensgefählich ist aber trotzdem unschön darüber nachzudenken. Und das sind nur die mit denen er im Krankenhaus gelandet ist. Er traut Sherlock zu das er es die meiste Zeit mit sich selbst ausgetragen hat. Es folgen einige kleinere Verletzungen, Schnittwunden die genäht werden mussten. Vermutlich bei Fällen zugezogen. Dann sind da noch immer wieder bemerkungen das Sherlock nie zu routine check ups erschienen ist. John schmunzelt, alles andere hätte ihn auch gewundert.
Als er auf der vorletzen Seite ankommt erstarrt er durch die ersten Zeilen die er liest. Sherlock wurde im Alter von 16 ins krankenhaus eingefahren.
Sein Vater hat ihn bewusstlos auf dem Badezimmerboden gefunden mit einer aufgeschnittenen Pulsader.
Er hat sehr viel Blut verloren und lag einige Tage im Koma. Als er wieder aufwachte hat er laut dem bericht seines Arztes mehrere Tage nicht gesprochen und danach alles abgestritten. Allerdings ist es ziemlich klar was passiert ist. In dem Badezimmer wurde unter dem Spüllbecken ein Skalpell gefunden mit dem er sich die Ader aufschnitt. Es war ganz klar ein Selbstmord versuch.
John weiß von Sherlocks vergangenheit mit den Drogen und kann eine menge erzählen über sein zu zeiten Selbstzerstörendes Verhalten. Trotzdem, das er versucht hat sich umzubringen in der Vergangenheit trifft ihn irgendwie nochmal anders.
Warte er hat ein Skalpell benutzt? John knallt den Ordner etwas härter auf den Tisch als beabsichtigt und schaut zu dem Mikroskop bei dem noch die Untersuchungscheibe mit dem Blut drauf ist.
Sherlock hatte sich doch mit einem Skalpell an der Hand verletzt. Was wenn er das in dieser Schachtel gefunden hat die er vor ein paar Tagen gefunden hat. Könnte das Skalpell das Sherlock gefunden hat das selbe sein was er benutzt hat bei seinem Selbstmord Versuch? Aber warum zur Hölle weiß er dann davon nichts mehr.
John reibt sich mit seinen Handrücken die Augen und steht dann auf um ins Wohnzimmer zu Sherlock zu gehen. Er nimmt auch den Ordner mit. Sherlock wird ihm jetzt alles erzählen und John wird nicht locker lassen bis er weiß was los ist.
Sherlock liegt ausgestreckt auf der Couch und starrt an die Decke. John räuspert sich um zu sehen ob Sherlock reagiert. Dieser starrt nur weiterhin zur Decke und regt sich nicht.
"Sherlock"
John legt den Ordner auf den Couch Tisch vor Sherlock ab.
"Ich hab deine Medizinischen Akten durchgesehen."
Das bringt eine reaktion aus dem Detektiv hervor. Er schaut auf den Tisch wo der Ordner liegt.
"Etwas spannendes gefunden?" Fragt Sherlock spötisch.
"Ja" John schluckt herunter was er noch sagen will. Er muss das behutsam angehen.
"Nun?"
"Sherlock, das Skalpell was du gefunden hast. Was hat es damit auf sich." Erst mal Testen ob er wirklich nicht mehr dazu weiß.
Sherlock dreht sich wieder auf den Rücken und faltet die Hände auf seiner Brust zusammen um seinen Kopf zu stützen. "Ich habe es in einer Schachtel in einem Schrank in meinem Zimmer gefunden."
"Mehr weißt du nicht?"
Sherlock zögert. Über dieses verdammte Skalpell nachzudenken lässt ihn unwohl fühlen. Aber vielleicht kann ihm sein Freund helfen.
"Meine erinnerungen die mit dem Skalpell zusammenhängen wurden verdrängt. Ich komme nicht dran ich habe es schon versucht."
John seufzt und nimmt sich die den Ordner vom Tisch, er blättert zu einer bestimmten Seite. Sherlock beobachtet ihn neugierig.
"Sherlock ich glaube ich weiß was es damit auf sich hat und warum du die Erinnerungen daran verdrängt hast."
Sherlock setzt sich abrupt auf und schaut von John zu dem Ordner hin und her. "Es steht also in meinen Medizinischen Aufzeichnungen." Er versucht nach den Ordner zu greifen aber John zieht ihn weg, näher zu sich hin.
"Es ist vielleicht besser wenn du es nicht erfährst. Der verstand hat normalerweise gute Gründe bestimmte Erinnerungen zu verdrängen."
Sherlock schnaubt genervt "Ich kann es verkraften John."
John zögert, er ist sich nicht sicher ob er seinem Freund damit schadet ihm diese Informationen zu geben. Verdrängte Erinnerungen hochzubringen kann für normale Menschen schon traumatisch sein. Was wenn Sherlocks Verstand es nicht verabeiten kann.
Sherlock lehnt sich auf der Couch zurück und verschränkt die Arme. "Ich werde sowieso nicht aufgeben bis ich herausfinde was es mit dem Skalpell auf sich hat."
John seufzt, er weiß das Sherlock recht hat. Jetzt da er erst einmal auf dieses Rätsel gestoßen ist wird er nicht aufhören bis er die Lösung herausfindet.
"Willst du selber lesen?" John reicht ihm den Ordner. Sherlock greift bestimmt danach und dreht es so das er es lesen kann.
John beobachtet seinen Freund. Er zeigt absolut keine reaktion beim lesen.
Er ist erst erleichtert aber es vergehen bestimmt mehrere Minuten in denen sich Sherlock kein Stück bewegt.
"Sherlock?"
Er macht keine Anzeichen das er ihn gehört hat.
Seine Augen sind auf die Seiten gerichtet aber es scheint nicht so als ob er liest.
John legt seine Hand auf Sherlocks Schulter.
"Hey, bist du okay?"
Bei der berührung zuckt der Detektiv zusammen und sein Blick fliegt auf eine seltsam desorientierte Art durch den Raum bis er zu John aufschaut der neben ihm steht.
"Sherlock?" Er regestriert zwar Johns stimme wie sie versucht zu ihm durchzudringen aber sein Verstand hängt immer noch halb in der Erinnerung die durch die Tür in seinem Gedächnis Palast gedrungen ist.
Er fühlt wie ihm der Ordner sanft weggenommen wird und ein Gewicht neben ihm das die Couch eindrückt. Doch was er sieht ist sich selbst auf einem Fließenboden voller Blut. Er fühlt die Kalten Fließen unter sich und die nässe des Blutes auf seiner Haut. Neben ihm liegt das Skalpell was er in der Schachtel in seiner Kommode gefunden hat. Ist es das selbe? Doch es muss so sein. Nur das es jetzt ebenfalls Spuren von Blut hat. Frische. Keine getrockneten wie die die er gefunden und untersucht hat.
"Sherlock!"
John? Wie kann er hier sein? Er soll ihn nicht so finden. Wie ist das überhaupt passiert?
Sherlock vergräbt sein Gesicht in seinen Händen aber das hilft nicht. Sie fühlen sich ebenfalls Nass an vom Blut. Es soll aufhören.
"Sherlock verdammt rede mit mir!"
Sherlock fühlt etwas an seinen Handgelenken und reißt seine Augen auf. Er bemerkt erst als er blinzelt wie fest er sie zugekniffen hatte.
Er bemerkt erleichtert das er nicht mehr auf dem kalten Boden sitzt.
"Mein gott bist du okay?"
Sherlock schaut verwirrt auf und findet Johns besorgten Blick.
"Vergiss das, natürlich bist du nicht okay grade aber bist du bei mir? Du warst in deinem Gedanken Palast oder so. Du hast gezittert und warst nicht ansprechbar."
Sherlock kann seinem Freund schwer folgen, alles fühlte sich immer noch etwas unwirklich an. Er schaut auf seine Hände und bemerkt das John seine eine Hand auf Sherlocks gelegt hat und ihm beruhigend über den Handrücken streicht. Das war also was ihn zurückgeholt hat aus seiner.. Erinnerung? Ja Erinnerung, richtig. Er hat den Ordner durchgelesen und sein Verstand hat ihn mit der Erinnerung überwältigt.
"Sherlock, kannst du mich hören?"
Er schaut wieder auf und nickt. Er vertraut seiner Stimme grade nicht.
"Gut" Johns stimme klingt erleichtert. "Kann ich irgendwie helfen?"
Sherlock antwortet nicht aber seine Sinne kommen langsam zu ihm zurück. Er lässt seinen Blick im Raum umherwandern. John scheint zu verstehen das er etwas Zeit braucht um wieder zu sich zu kommen und bleibt still neben Sherlock sitzen. Seine Hand auf Sherlocks fühlt sich an wie ein Anker zur Realität.
Sie sitzen ein paar Minuten einfach nur zusammen wärend Sherlock langsam wieder richtig zu sich kommt. Seine Gedanken sind jetzt wieder klarer und er kann seine Erinnerung vom Hier und Jetzt trennen. Sherlock räuspert sich und zieht seine Hand unter Johns weg. Plötzlich zu sehr eine Erinnerung daran wie verletzlich er sich gezeigt hat. John kommentiert es nicht und wartet geduldig.
"Ich denke ich sollte danke sagen." Sherlocks Stimme ist etwas leiser als Normal aber ansonsten merkt man ihm die Erlebnisse von vor wenigen Minuten kaum mehr an.
"Wofür?" John sitzt immernoch neben Sherlock auf der Couch. Seine Anwesenheit beruhigt Sherlock auf eine Weise.
"Die Erinnerung ist hochgekommen und ich konnte es nicht kontrollieren. Ich dachte es ist Real."
"Oh das erklärt es. Aber jetzt geht es dir wieder besser?"
Sherlock nickt.
"Willst du darüber reden?"
"Ich weiß nicht was es da zu bereden gibt."
John schaut ihn an und Sherlock befürchtet das er nicht locker lassen wird aber schliesslich steh er auf. "Wie wäre es mit einem Tee?"
Sherlocks dessen Blick auf dem Ordner war der jetzt unschuldig auf dem Tisch liegt schaut auf.
Er ist verwirrt aber versteht dann als er Johns Blick sieht das das ein Versuch ist etwas Normalität in die Situation zu bringen. Das bringt seine Mundwinkel zu einem leichtem Lächeln.
"Ja, Tee klingt gut."
