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Insanity - Wahnsinn

Chapter 3: Rebell

Notes:

(See the end of the chapter for notes.)

Chapter Text

Das Adrenalin pochte noch in Joshuas gesamtem Körper, obwohl das Spiel schon lange abgepfiffen war. 6:0 zum Ende der Qualifikation, es war unglaublich gewesen. Joshua bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht, in diesem Moment fühlte sich alles zu unreal, zu gut an. Am liebsten hätte er David noch auf der Bank geküsst, nachdem sie beide ausgewechselt worden waren. Hatte er natürlich nicht, so viel Selbstbeherrschung war ihm immerhin noch geblieben.

Was er aber getan hatte, war, David zuzuraunen, dass er es tun wollte, sodass sie sich nach dem Sieg heimlich davongeschlichen hatten – wobei Joshua sich nicht sicher war, wie heimlich das im Endeffekt wirklich gewesen war – und jetzt auf dem Weg zu einem kleinen Tattoo-Studio im Süden von Leipzig waren, zum besten Tätowierer der Stadt, wie David ihm enthusiastisch zugesichert hatte.

Eigentlich war Joshua noch überwältigt, fast schon eingelullt, von den Nachwirkungen des Siegs, aber als sie über die Türschwelle ins Innere traten, schaffte er es dennoch genügend klare Gedanken zu sammeln, den Kopf zu schütteln und leise zu murmeln: „Ich muss verrückt sein. Das ist absoluter Wahnsinn.“

Irgendwie brachte er genug Mut auf, um nicht direkt wieder umzudrehen, was vielleicht auch an Davids Hand auf seinem Rücken lag, die ihn immer wieder sanft vorwärts schob, wenn David merkte, dass Joshua unwillkürlich langsamer wurde. Das Klicken, mit dem die Tür hinter ihnen ins Schloss fiel, ließ Joshua erschrocken zusammenfahren, was dazu führte, dass David ihm grinsend einen kurzen Kuss auf die Stirn drückte, bevor er ihn weiter ins Innere des Ladens schob, bis zu einem Tresen, den Joshua bis jetzt gar nicht bemerkt hatte, weil seine Aufmerksamkeit ganz der einnehmenden Wanddekoration gegolten hatte.

Überrascht blieb er an dem Tresen stehen, hinter dem ein Mann stand und auf einem Tablet zeichnete. Wie bei David waren seine Arme und sein Hals von Tattoos übersät, wahrscheinlich auch der Rest seines Körpers, der allerdings unter einem weiten T-Shirt und einer Jeans verborgen lag. Als er aufsah, bildete sich sogleich ein breites Lächeln auf seinem Gesicht, und er streckte die Hand aus, auf der eine Art Mandala tätowiert war, in die David direkt ähnlich breit grinsend einschlug.

„David!“, rief der Mann begeistert, er klang lockerer als Joshua erwartet hatte. „Was darf’s heute sein? Irgendwas zum Gruppensieg, nehme ich mal an. Geiles Spiel von euch heute.“

Dankend nahm David das Kompliment entgegen, schüttelte dann aber den Kopf und schob Joshua etwas nach vorne, dem angesichts der plötzlichen Aufmerksamkeit sofort das Blut ins Gesicht schoss, während David noch erklärte: „Nee, heute nichts für mich, Heinrich. Jo hier will sich was stechen lassen.“ Grinsend fügte er hinzu: „Sein erstes. Ist noch ganz frisch und unschuldig seine Haut.“, was wieder etwas Leben in Joshua brachte, der David unauffällig auf den Fuß trat, wovon der Tätowierer – Heinrich – jedoch nichts mitzubekommen schien.

Der musterte Joshua jetzt eingehend, der Blick aus seinen braunen Augen machte Joshua so nervös, dass sein ganzer Körper unangenehm zu prickeln begann und er am liebsten zurückgewichen wäre, nur Davids Arm in seinem Rücken hielt ihn davon ab, stabilisierte ihn und gab ihm den nötigen Halt, damit er nicht an Ort und Stelle umkippte, während Heinrich jetzt wieder grinste.

„Kimmich will also ein Tattoo. Dass ich das noch erlebe… Was soll’s denn werden?“

Interessiert beugte er sich etwas vor, doch Joshua hatte scheinbar verlernt zu sprechen, es war, als wäre sein Gehirn kurzfristig abgestürzt, und er stand einfach nur da und schaute unsicher zwischen Heinrich und David hin und her, von denen Letzterer nun die Erklärung dessen übernahm, was Joshua ihm vor einigen Tagen, vor dem Spiel gegen Luxemburg, im Bett erzählt hatte. Heinrich hörte aufmerksam zu und noch während David sprach, begann er, die ersten Entwürfe von Bonsais und Kompassen zu zeichnen, die er auf verschiedene Weisen miteinander kombinierte.

Die ersten Minuten realisierte Joshua nicht wirklich, was da gerade um ihn herum geschah, erst als sich David zu ihm herüber lehnte, sodass sich ihre Schultern berührten, sorgte das dafür, dass er langsam wieder auftaute und zurück in die Realität fand. Zunehmend interessiert, beobachtete er, wie Heinrich zeichnete, beantwortete die Fragen, die der Mann zur besseren Ausarbeitung stellte und machte schließlich sogar noch eigene Vorschläge zur Verbesserung, bis es genau so aussah, wie er es sich in den letzten Monaten immer deutlicher vorgestellt hatte. Ein Gedanke, der in Joshua zugleich Angst als auch Vorfreude auslöste.

Mit einem Nicken bedeutete Heinrich ihnen, ihm in einen anderen Raum weiter hinten im Laden zu folgen, der stark nach Desinfektionsmittel roch und eine deutlich weniger ausgefallene Dekoration zeigte, einzig die über und über mit Zeichnungen, Skizzen und Fotos tapezierten Wände führten sich aus dem Vorraum fort. Joshuas Blick fiel direkt auf die schwarze Liege, die im Raum stand, zu der David ihn hinschob, während er selbst auf einem Hocker daneben Platz nahm. Heinrich hatte das Motiv von seinem Tablet abgepaust und legte die Schablone vorerst neben Joshua auf der Liege ab, damit er dessen leicht zitternden Arm desinfizieren konnte.

„Zum Stechen musst du dann aber schon stillhalten.“, brummte Heinrich und forderte Joshua mit einem knappen Nicken dazu auf, sich hinzulegen und den Arm auszustrecken, damit er die Schablone auftragen konnte. Ein Schauer ging durch Joshuas Körper, als er spürte, wie sich das Papier auf seine Haut legte, wie Heinrich es fest und gleichzeitig vorsichtig aufdrückte, damit die Konturen deutlich sichtbar wurden. Nachdem Heinrich das Papier entfernt hatte, drehte Joshua den Kopf, um das Motiv im Spiegel zu betrachten, das erste Mal tatsächlich auf seinem Arm, auf seiner tatsächlichen Haut.

Er schaute zunächst überall anders hin, auf die Liege, auf die Bilder im Hintergrund, auf David, der hinter ihm saß und ihn aufmunternd anlächelte. Dann senkte er den Blick auf seinen Arm und hielt den Atem an. Da war es tatsächlich, noch nicht als Tinte unter seiner Haut, aber schon ein Vorgeschmack dessen, was gleich kommen würde. Knapp einen oder zwei Zentimeter über seinem Ellenbogen begann der Kompass, der etwa die Breite seines Oberarms hatte, vielleicht etwas weniger. Die Linien waren klar und eindeutig, ohne große Schnörkel oder Verzierungen, die Himmelsrichtungen durch schlichte Pfeile dargestellt, alles symmetrisch, alles exakt. Und dann war da im Zentrum der Bonsai, er schien aus dem Kompass zu wachsen, beginnend im Süden ragte er auf, spaltete sich exakt in der Mitte in seine zahlreichen Äste auf, die innerhalb des Kompasses aufblühten und langsam über seine Ränder hinauswucherten.

Der Anblick löste blanke Panik in Joshua aus. Erschrocken sprang er auf, verdrehte sich dabei fast den Arm und prallte gegen David, der aufgestanden war und seine Arme ausgebreitet hatte, in die Joshua jetzt ungewollt stolperte. Er hörte sich selbst viel zu schnell atmen, spürte, wie sein Herz in seiner Brust raste, wie es ihn dazu zwingen wollte, einfach davonzurennen, doch David behielt ihn fest im Griff, verhinderte die Flucht, für die Joshua sich vermutlich später geschämt hätte.

Wie ein nasser Sandsack ließ er sich gegen David fallen, vergrub das Gesicht an seiner Brust, an dem „Living the Dream“-Schriftzug, der ihm gerade wie eine bittere Ironie vorkam und die gleiche Sehnsucht auslöste wie noch wenige Tage zuvor. Wie gerne er jetzt auch seinen Traum leben würde, anstatt in diesem selbst gewählten Albtraum festzusitzen. Seine Finger krallten sich in Davids Jacke und er schüttelte mehrfach den Kopf.

„Ich kann das nicht, David. Das ist… wahnsinnig. Was, wenn ich es bereue?“ Die Worte purzelten ihm ungeplant aus dem Mund, ein seltener Ausbruch der Gefühle des sonst so kontrollierten Kapitäns – es sei denn, wenn sie verloren hatten, dann konnte es auch zu sehr regen emotionalen Ausbrüchen kommen. Er wollte gerne noch weitersprechen, in seinem Kopf gab es so viele Argumente gegen dieses sinnlose Vorhaben, aber ihm fehlte die Luft dazu.

Nach einigen Sekunden schob David ihn ein Stück von sich weg, griff entschlossen nach seinem Kinn und schob es nach oben, damit Joshua ihn ansah. Der Blick in seine blauen Augen wirkte wie ein Anker, der Joshua augenblicklich zur Ruhe brachte und alles so viel weniger katastrophal erscheinen ließ als noch vor wenigen Sekunden. Vorsichtig zog David ihn mit sich zurück zum Spiegel, griff nach Joshuas Arm und drehte ihn so, dass die klaren lila Linien der Schablone sichtbar waren. Das Bild schmiegte sich perfekt an Joshuas Haut, die Linien waren klar und sauber, der Kompass völlig schlicht und simpel, aber in Kombination mit dem Bonsai hatte es doch etwas Komplexes. Es war wunderschön, das musste Joshua zugeben.

„Jo?“ Davids Stimme riss ihn davon los, brachte ihn zurück ins Grübeln, bis er wieder auf seiner Unterlippe kaute, was David sofort unterband, indem er mit dem Daumen kurz darüber strich. Heinrich hielt sich unterdessen im Hintergrund, wofür Joshua ihm sehr dankbar war, weil er noch mehr Druck gerade wirklich nicht gebrauchen konnte. Über die Tatsache, dass sie wahrscheinlich mittlerweile ihre Beziehung vor Heinrich offengelegt hatten, würde er sich später noch ausreichend den Kopf zerbrechen, jetzt gerade waren seine Gedanken ganz woanders.

„Bist du dir sicher, dass du das wirklich nicht willst?“, fragte David sanft und zog so die Aufmerksamkeit wieder auf sich. „Wenn ja, dann wäre das voll in Ordnung, echt. Aber war es vielleicht doch nur eine Panikreaktion?“

Joshua zögerte, Worte lagen ihm auf der Zunge, zu viele, zu ungeordnet. Sie bildeten ein heilloses Durcheinander, durch das er nicht mehr den Durchblick fand, sodass er David nur hilflos ansah. Es tat gut, seine Stimme zu hören. Sie war ruhig und sanft, sie half, die Gedanken zu entwirren und zu ordnen.

„Du weißt, ich werde dich nicht zu irgendwas zwingen oder dich überreden, wenn du das nicht willst. Aber du selbst sagst doch immer im Training, dass man manchmal seine Komfortzone verlassen und seine Angst überwinden muss. Besonders wenn man innerlich weiß, dass man es will. Wenn dir das lieber ist, können wir es auch nochmal verschieben. Wichtig ist, dass du deine Entscheidung triffst. Für dich. Nicht für mich, nicht für irgendeine Mannschaft, nicht für die Fans da draußen. Was willst du, mein Kapitän?“

Joshua schluckte den Kloß hinunter, der sich bei Davids Worten in seinem Hals gebildet hatte, den Blick auf sein Spiegelbild geheftet, auf das blasse Abbild von Kompass und Bonsai auf seinem Arm. Er biss sich auf die Unterlippe, diesmal hielt David ihn nicht davon ab, sah ihn einfach nur abwartend an. Die Worte, die Joshua jetzt auf der Zunge lagen, waren klar, eindeutig. Er nickte.

„Ich will das.“

Seine Finger zitterten, als er nach Davids Hand griff und mit ihm zu der Liege zurückkehrte, auf der er sich bäuchlings platzierte. Er konnte seinen eigenen Herzschlag gegen seine Brust spüren, er beschleunigte sich, als Heinrich näher trat, und Joshua nickte noch einmal bestätigend in seine Richtung, bevor er den Kopf abwandte, um statt der Prozedur lieber David anzusehen.

Das Surren der Maschine setzte ein und Joshua versteifte sich automatisch, sein Körper entspannte sich nur dadurch, dass Davids Daumen beruhigende Kreise auf seinen Handrücken malte. Der erste Stich der Nadel kam unvorbereitet und sandte eine unvorhergesehene Welle der Schmerzen durch Joshuas Körper. Gerade als der erste Impuls der Schmerzen nachließ, folgte eine neue Welle und Joshua umklammerte instinktiv Davids Hand, was diesem ein amüsiertes Schmunzeln entlockte. Von Joshua erntete er dafür nur einen finsteren Blick, während Heinrich sich langsam, Stück für Stück vorarbeitete.

Die ganze Zeit über arbeitete Heinrich präzise und konzentriert, eigentlich hatte Joshua es ohne Pause durchziehen wollen, es war schließlich kein sonderlich großes oder aufwendiges Motiv, allerdings löste sich sein Vorhaben, sich an die Schmerzen zu gewöhnen, relativ schnell in Luft auf, sodass Heinrich doch eine Pause einlegte, in der Joshua mehrfach tief durchatmen und seine verkrampften Finger entspannen musste, die sich in Davids Hand gekrallt hatten.

„Scheiße, bist du ein Idiot…“, murmelte Joshua in Davids Richtung und musterte einmal die zahlreichen Tattoos, von denen er sich gar nicht vorstellen mochte, wie viele Stunden der Schmerzen – und vor allem wie viel intensivere Schmerzen an einigen Stellen – David durchgemacht haben musste. David lachte nur leise und schüttelte einmal seine Hand aus, bevor er sie Joshua wieder entgegenstreckte, der sogleich danach griff, weil Heinrich wieder angefangen hatte zu stechen.

Er wusste nicht genau, ob es angenehmer war als vor der Pause oder schlimmer. Irgendwie beides gleichzeitig. Ohne David, der ihm die ganze Zeit besänftigende Worte ins Ohr säuselte und ihm ab und an über den Rücken streichelte, hätte er zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich schon mindestens dreimal die Flucht angetreten, so aber blieb er liegen, presste die Kiefer aufeinander, bis es schmerzte. Seine Lippen hatte er schon vor einigen Minuten aufgebissen und langsam wurde sein Hals steif, sodass er den Kopf einmal drehte und jetzt mit seinem eigenen Spiegelbild konfrontiert war.

Unwillkürlich huschte sein Blick zu seinem Arm hinab, an dem Heinrich unbekümmert arbeitete, ein guter Teil glänzte schon vor schwarzer Tinte und einen Moment lang sah Joshua fassungslos dabei zu, wie Heinrich ihm mit jeder Sekunde mehrfach die mit Tinte getränkten Nadeln unter die Haut jagte und so das Bild verewigte. Für einen Rückzug war es mittlerweile sowieso zu spät, stellte Joshua mit einem Blick auf den halbfertigen Bonsai fest, jetzt musste er es durchziehen.

Doch wo diese Erkenntnis vor gut einer Stunde noch blanke Panik ausgelöst hätte, war da jetzt nichts als eine Art innere Ruhe. Er hatte die Entscheidung getroffen und sie fühlte sich gar nicht so katastrophal an – zumindest, wenn er einmal von den konstanten Schmerzen absah, die fühlten sich schon mehr als unangenehm an.

Mit zusammengebissenen Zähnen beobachtete Joshua, wie sich die Blätter des Bonsais formten, wie sie sich um seinen Arm legten und seinen Trizeps langsam nach und nach umarmten. Als Heinrich die Stelle am Schluss mit einem Tuch abwischte und noch einmal desinfizierte, verzog Joshua kurz das Gesicht und zischte leise, aber anschließend fiel alle Anspannung aus seinem Körper ab und er ließ sich in die Liege fallen wie ein nasser Sandsack. Er war vollkommen erschöpft, fast mehr noch als vorhin nach dem Spiel, fast konnte Joshua nicht glauben, dass das alles an einem Tag stattgefunden hatte.

Die Hand löste er nicht aus Davids, was diesen allerdings nicht sonderlich zu stören schien. Er beugte sich einfach über Joshua und küsste ihn auf die aufgebissenen Lippen, raunte leise an seinen Hals: „Ich bin so stolz auf dich.“

Mehr als ein Nicken brachte Joshua nicht zustande, seine Augen waren unverwandt auf die rote, leicht geschwollene Stelle an seinem Trizeps gerichtet. Es wirkte immer noch unreal auf ihn, dass es tatsächlich da war. Auch als Heinrich Folie um seinen Arm wickelte, unter der das Tattoo fast schon unheimlich zu glänzen schien, konnte Joshua es nicht ganz fassen. Aber spätestens in ein paar Tagen, wenn es dann immer noch da war, würde ihm wahrscheinlich bewusst werden, was er da gerade mit David angestellt hatte.

„Ich muss wahnsinnig sein…“, murmelte er, seine Finger schwebten über dem frisch gestochenen Tattoo, das er nur sehen konnte, wenn er sowohl Arm als auch Kopf leicht verdrehte. Er wagte es nicht, das Bild zu berühren, zu groß die Angst, irgendwie noch etwas kaputt zu machen oder weitere Schmerzen auszulösen.

„Das ist der absolute Wahnsinn.“, wiederholte er leise, während er sich aufsetzte und seine verspannten Glieder lockerte. David ließ sich ganz locker neben ihn fallen, lehnte sich vorsichtig gegen ihn und grinste müde. Seine Lippen fingen Joshuas in einem weiteren Kuss, der davon ablenkte, dass David nach Joshuas Arm griff und das neue, und Joshuas erstes, Tattoo in Augenschein zu nehmen, sorgsam darauf bedacht, nicht die empfindlichen Stellen zu berühren.

„Ich hab dir doch mal gesagt, ich liebe Wahnsinn.“, erwiderte er und grinste noch etwas breiter. „Mann, das wird Schlagzeilen geben in der Klatschpresse.“

„Hoffentlich nicht…“, brummte Joshua und verdrehte theatralisch die Augen, seine Gedanken waren allerdings schon lange woanders. Die Schlagzeilen kümmerten ihn nicht, jedenfalls nicht in diesem Moment, morgen würde er wahrscheinlich schon wieder anders darüber denken. In diesem Moment wanderten seine Gedanken zu David, nicht hier, nicht jetzt, sondern später, zurück zum Hotel. Wie Davids raue Finger über die zarte Haut an seinem Arm strichen, nicht mehr nur die Konturen seiner Muskeln nachzeichneten, sondern auch die des Tattoos. Wie seine Lippen sich auf die scharfen Linien legten und sie mit seinen Küssen bedeckten. Wie er vorsichtig daran saugte und sein eigenes Mal direkt neben der Tinte hinterließ. Alleine die Vorstellung davon bereitete Joshua eine Gänsehaut, sodass er aufpassen musste, nicht direkt schon hier im Studio über David herzufallen. Es würde verdammt schwierig werden, abzuwarten, bis das Tattoo abgeheilt war, damit sie es richtig erkunden konnten.

Als hätte Heinrich seine Gedanken gelesen, knurrte der Mann in gespieltem Ernst: „Kein Kontakt mit Speichel in den ersten Wochen, ihr Turteltauben. Die Wunde muss sich erst richtig schließen.“

Augenblicklich wurde Joshua rot, und er glaubte, dass auch auf Davids Gesicht zumindest eine unterschwellige Rötung getreten war, der allerdings immer noch damit beschäftigt war, Joshuas Oberarm anzustarren. Joshua konnte sich gut vorstellen, dass es in seinen Fingern genauso juckte, es zu berühren, zu streicheln, zu erforschen. Unsicher drehte Joshua den Arm ein wenig, um das Tattoo auch aus anderen Blickwinkeln zu betrachten, wobei sich das als eine gar nicht so einfache Aufgabe herausstellte, wenn er keinen Spiegel zur Hand hatte. Wenigstens erübrigte sich so zumindest teilweise das Problem, es immer ansehen zu müssen, falls er es doch eines Tages bereuen sollte. Ein absurder Einfall, wie Joshua jetzt fand, im Moment konnte er sich gar nicht sattsehen, auch wenn er es noch immer nicht ganz für real hielt und nur darauf wartete, dass er gleich in seinem Bett aufwachte und alles nur geträumt hatte.

„Das ist wirklich einfach unglaublich.“, murmelte erneut und schüttelte den Kopf. Noch vor ein paar Jahren hätte er sich nicht einmal ein Klebetattoo auf den Arm gedrückt, und jetzt das hier. Er wollte sich lieber gar nicht ausmalen, wie seine Eltern, insbesondere sein Vater, auf diese neuerliche Entwicklung reagieren würden, aber das war ein Problem für ein anderes Mal. Jetzt sah er lieber dabei zu, wie Davis Lächeln neben ihm zu einem Grinsen anwuchs, und wie er ihn sanft von der Seite anstupste.

„Bist wohl doch nicht die Unschuld selbst, mein Kapitän. Ich wusste, du kannst ein Rebell sein.“

Joshua verdrehte die Augen und ließ sich seitlich in Davids Arme fallen, der ihn sicher auffing und fest an sich zog – natürlich ohne das frische Tattoo zu berühren – sodass Joshua den Kopf müde auf seiner Brust ablegen konnte. Im Augenwinkel erspähte er die tätowierten Konturen von Davids Hals, die ihm in den letzten Monaten fast so etwas wie eine zweite Heimat geworden waren. Ein erschöpftes Grinsen zog sich über seine Lippen.

„Liegt bestimmt nur an deinem schlechten Einfluss.“, konterte er und hob den Kopf noch einmal an, um David einen kurzen Kuss auf die Lippen geben, ein Ausdruck dafür, wie dankbar er war, dass David ihn hierbei in jedem Schritt begleitet und ihn nicht einfach in seiner Angst und Sorge davonrennen lassen hatte. Und Heinrich wusste ja offensichtlich mittlerweile sowieso über sie Bescheid, da konnte ein weiterer Kuss auch keinen Schaden mehr anrichten.

Notes:

Heute mal ein etwas längeres Kapitel, weil ich das nicht nochmal aufspalten wollte (ursprünglich sollte das ja ein Oneshot werden - ja gut... hat nicht ganz so gut geklappt). In zwei Wochen kommt aber tatsächlich mal wieder ein richtiger Oneshot, es kann allerdings sein, dass ich erst schaffe, ihn am Samstag zu posten, weil ich am Freitag unterwegs bin

Nachdem ich nen Clip von Jo gesehen habe, in dem er gesagt hat, dass es "sehr ausgeschlossen" ist, dass er sich jemals ein Tattoo stechen lassen wird, wusste ich, dass ich genau das schreiben will, und wer würde sich dafür besser eignen als David, um ihn zu begleiten? xD
Sie hätten natürlich auch erstmal einfach eins der David-Raum-Klebetattoos aus der Bravo nehmen können, aber die haben ja zum Zeitpunkt der WM-Quali noch nicht existiert, da hatte Jo also quasi gar keine Wahl...

Kudos und Comments sind natürlich immer gerne gesehen, aber auch einfach nur stilles Lesen bedeutet mir etwas. Euch jetzt erstmal viel Kraft, um irgendwie durch die Fußball-freie Zeit zu kommen - einziger Lichtblick war wirklich die Bravertz-Reunion vor ein paar Tagen :D

Notes:

Und noch ein neues ship entered die Liste dessen, was ich schreibe xD
Die beiden waren bei der EM aber auch einfach zu cute, und jetzt auch wieder - ich brauche mehr Gärtner-Content, gerne auch mit Leon. Oder irgendwelchen anderen Couple-Content jetzt bei der WM, von Wusiala haben wir ja bis jetzt noch gar nix bekommen :(
Habt ihr sonst noch irgendwelche Headcanons, die bei mir noch nicht vorkamen? Gerne innerhalb der Nationalmannschaft, weil man daraus gerade ganz gut Inspiration ziehen kann, aber anderes nehme ich auch immer gerne

Ich verkrieche mich jetzt erstmal die nächsten Tage in meinem Zimmer und versuche, rausgehen wenn möglich zu vermeiden. Die Hitze ist echt unerträglich 🫠 Denkt dran, genug zu trinken, Sonnencreme zu nutzen und allgemein nicht zu lange in der Sonne zu sein und sowas. Ich freu mich jetzt schon wieder auf den Winter... Na ja, bis in 14 Tagen :)

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