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Des Nachts sind alle Wölfe gleich

Summary:

Zwischen Träumen und Realität, Vertrauen und Ehrlichkeit, Verankerung und Offenheit erleben Derek und Stiles die Tage vor der Vollmondnacht. Die erste, die sie gemeinsam verbringen werden.

Notes:

Eine kleine Story darüber, wie Stiles zum Anchor wird, Dereks Wolf glücklich ist und wie die beiden (endlich) zusammen finden...

Based on http://amberfromthegarrison.tumblr.com/post/81906295877/jensensackles-stiles-bringing-derek-back-based (My Tumblr ;D Feel free to follow...)

Chapter 1: Des Nachts sind alle Wölfe gleich

Chapter Text

Ein leises Stöhnen und das bewegen der Matratze weckte mich. Ich öffnete die Augen und musste mich erst einmal orientieren.

Ich lag in meinem Bett, in meinem Zimmer. Durch den nicht geschlossenen Vorhang schien das Licht des fast vollen Mondes hell in mein Zimmer und ließ alles in einem diffusen Licht erscheinen.

Meine noch schlaftrunkenen Gedanken wurden durch Stöhnen unterbrochen.

Ein Blick nach links verriet mit den Ursprung des Geräusches.

Er träumte schon wieder. Zumindest verriet das sein Kopf, den er hin und her warf, der Schweiß, der ihm auf der Stirn stand und das Stöhnen, welches immer wieder aus seine leicht geöffneten Lippe wich.

Ich wusste nicht, ob es am zunehmenden Mond lag oder einfach daran, dass diese Träume ihn nicht losließen, aber sie häuften sich.

Erst vor drei Nächten war er aus einem intensiven Traum hochgefahren. Dieses schreckhafte Aufwachen hatte seine Spuren hinterlassen. Zum einem Matratze, die er mit seinen Krallen halb aufgerissen hat. Der andere leidtragende war leider ich gewesen. Oder vielmehr meine Rippen. Als er hochgeschreckt war, hat er mit den Armen um sich geschlagen, als ich seine Schulter berührte. Sein Arm traf dabei leider meine Rippen.

Habt ihr schon mal versucht einen Werwolf gleichzeitig aus den Erinnerungen eines Traumes zurückzuholen und ihn davon abzuhalten, sich vor Schuldgefühlen selbst zu zerfleischen, weil er einen kurz an den Rippen gestreift hat?!

Nein?!

Glück für euch. Das dauern nämlich die halbe Nacht lang.

Die Matratze ließ sich ersetzen und der blaue Fleck an meinen Rippen war bereits in ein scheußliches grün gewechselt und bald ganz verschwunden sein. Aber versucht das mal einem Werwolf klar zumachen.

Na ja, als einziger richtiger Mensch in einem Rudel voll mit Werwölfen und anderen, nicht natürlichem Zeug lebt es sich eben gefährlich. Obwohl … Scott würde mir jetzt widersprechen. Nach dieser ganzen Nogi-Sache sei ich nicht mehr ganz menschlich, behauptet unser Alpha zumindest. Aber das war eine andere Geschichte.

Neben mir bewegte es sich wieder und als ich ihn gerade wecken wollte, öffnete er schlagartig die Augen.

„Oh mein Gott! Erschreck mich doch nicht so!“, schrie ich halb und wäre sicher aus dem Bett gefallen, wenn ich nicht an der Wandseite geschlafen hätte.

Seine nun hellblauen Augen huschte wild im Zimmer umher, fixierten keinen Punkt länger als eine Sekunde. Seine Brust hob und senkte sich sich hektisch, was ihn zum keuchen brachte. Seine Hände krallten sich in das dünne Laken, das über uns lag.

Ich legte meine Hand vorsichtig auf seine Schulter und erhielt sofort seine Aufmerksamkeit.

„Ich weiß nicht, wie ich meinem Dad erklären soll, wie ich das Lacken zerstört habe. Geschweige denn die Matratze. Also ...“, sagte ich und deutete auf seine Hände, an denen die Krallen ausgefahren waren.

Und wie immer funktionierte es. Nur so konnte ich ihn aus dem Traum zurück in die Realität holen. Indem ich etwas vollkommen sinnloses sagte. Und wenn ich eines konnte, dann dass.

Er löste seine Hände aus dem Lacken, fuhr die Krallen ein und drehte sich auf die Seite, so dass er mich ansehen konnte.

„Erinnerst du dich an den Traum?“, flüsterte ich, erhielt aber ein Kopfschütteln.

„Vielleicht könnte Scott …“, setzte ich an, doch er unterbrach mich, in dem er einen Finger auf meinen Mund legte und meine Lippen somit verschloss.

„Nein, ich will nicht, dass die anderen davon wissen. Noch nicht.“
„Aber vielleicht …“
„Nein, Stiles!“
„Aber Derek …“, versuchte ich es erneut, wurde dieses Mal allerdings durch ein lautes knurren seinerseits gestoppt.

Vielleicht war auch jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Zuerst musste ich Derek überzeugen, dann könnte man Scott fragen, ob er Dereks Träume sehen kann.

„Wie spät ist es?“, fragte Derek plötzlich.
„Ich weiß es nicht. Zwei Uhr oder so was. Wieso?“
„Weil dein Dad gerade wiederkommt“, flüsterte er nur.

Fuck! Mein Dad! Was machte der denn schon wieder hier? Er hatte doch Nachtschicht. Das war doch der Grund, warum wir hier und nicht, wie sonst, bei Derek übernachteten.

Mein Dad wusste zwar mittlerweile von den Werwölfen und von all dem anderen Kram, doch das zwischen Derek und mir … Davon wusste er nichts. Davon wusste keiner etwas.

„Du musst hier weg, Derek!“, flüsterte ich so laut wie irgendwie möglich.

„Und wie?“, zischte er, als ich über ihn aus dem Bett kletterte und ihm Hose und Shirt zu warf.

„Wie wohl? Durch's Fenster!“
„Ich steig doch nicht durch's Fenster! Für wen hältst du mich? Für Scott?“
„Nein, aber du kannst auch schlecht durch die Tür spazieren. Weiß du wie mein Vater ausrasten würde, wenn er mitbekommt, dass nicht nur mein bester Freund ein Werwolf ist, sondern auch mein …“ Abrupt unterbrach ich mich. Was war Derek eigentlich für mich?

„Dann rede mit deinen Dad, Stiles“, sagte Derek, als er vollständig angezogen vor mit stand und mich mit seinen nun wieder grünen Augen ansah.

„Aber …“, setzte ich an, wurde aber wieder unterbrochen. Diese Mal legte Derek aber keinen Finger auf meine Lippen, sondern seine eigenen Lippen verschlossen die meinen.

Zuerst vorsichtig, dann drängender küssten wir uns. Ich schlang meine Hände um seinen Nacken, er hielt mich an der Hüfte fest.

Der Kuss setzte alles in meinen Kopf aus. Ich dachte an gar nichts mehr. Ja, Derek Hale brachte mich, Stiles, dazu, vollkommen gedankenverloren nur auf seinen Körper zu reagieren.

Viel zu schnell unterbrach Derek den Kuss wieder und wand sich dem Fenster zu. Sein Blick ging in den Himmel, zum fast vollen Mond, doch er sah mich noch einmal an.

„Rede du mit deinem Vater, dann rede ich mit Scott.“

Er wartete noch nicht einmal meine Antwort ab und stieg viel zu elegant aus dem Fenster.

Ich versuchte noch, ihm hinterher zusehen, er war aber bereits in die Nacht verschwunden.

Ich legte mich wieder ins Bett, ließ das Fenster aber einen Spalt auf.

Kurz bevor ich einschlief, hörte ich ein entferntes Wolfsgeheul, was durch die Dunkelheit hallte.

Mit einem Lächeln auf dem Gesicht sank ich schließlich in einen tiefen Schlaf und träumte ebenfalls. Doch ließen mich meine Träume nicht schweißgebadet aufwachen.