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A Royal Shock

Summary:

Nachdem die Drei Detektive den Fall der Jadekönig abgeschlossen haben, feiern sie in ihrer Zentrale - wobei plötzlich neue Erkenntnisse über einander ans Licht kommen.

Notes:

Ah ich habe die Folge gehört und hab mich einfach über die Representation gefreut, auch wenn es mehr geben könnte ;)

This is just for fun, maybe even a bit silly idk.

Ich glaube man sollte Der Jadekönig kennen, sonst macht die Story warscheinlich nicht viel Sinn! Also - Spoilers.

Work Text:

Die drei Detektive verabschiedeten sich von ihren Klienten und zogen sich für eine Weile zusammen in ihrer Zentrale zurück. Justus erzählte noch einmal im Detail wie es dazu kam das er Mrs. Sterling im Wald beobachtet hatte, während die anderen an seinen Lippen hingen. Sie hatten sich zur Feier des Tages Pizza bestellt und fläzten gemütlich in ihrer alten Couch.

„Ich kann es gar nicht glauben das die Briefmarke jetzt doch gerettet ist,“ schmatzte Peter zufrieden und schüttelte leicht den Kopf: „es wäre wirklich eine Schande gewesen, wenn sie nach all den Jahren doch noch in einem Feuer verbrannt wäre…“ Bob zuckte nur mit den Schultern: „Wäre doch irgendwie ein passenderes Ende, sowas wie Ironie des Schicksals. Als ob es vorherbestimmt war das sie vernichtet wird.“

„Es wäre nicht Ironie des Schicksals gewesen, Kollegen, sondern Ironie der Mrs. Sterling. Immerhin war sie es ja, die das Feuer gelegt hat,“ schaltete Justus sich jetzt ein. „Allerdings weiß ich nicht, ob es Ironie wäre oder eher so etwas wie verspätete Rache. Immerhin hat ihr Mann sie jahrelang hintergangen.“ Peter fiel ihm bei dieser Bemerkung ins Wort: „Nun ja, es klang für mich eher so als ob es ein offenes Geheimnis zwischen den Eheleuten war und keiner betrogen wurde. So wie sie darüber gesprochen hat und so wie dieser Brief von Mr Ascot klang, lag Paul Sterling seine Familie doch sehr am Herzen!“

Bob nickte zustimmend: „Da muss ich Peter recht geben. Zu dieser Zeit gab es doch oft solche Vereinbarungen: Weil es nicht akzeptiert war das gleiche Geschlecht zu lieben hat man sich verheiratet und einen Liebhaber genommen!“ Justus sah nicht gerade überzeugt aus: „Aber Kollegen, wir haben doch gar keine Indizien dafür das Sterling ehrlich zu seiner Frau war. Soweit wir wissen, hätte er sie die ganze Zeit betrügen können. Ich finde wir können die Theorie nicht ausschließen, dass sie die Marke aus Rache vernichten wollte.“

Die beiden anderen Detektive mussten ihm zustimmen, wobei sie den Einwand vorbrachten, dass Justus außer einem möglichen Motiv auch keine wirklichen Beweise für eine Eifersuchtstat vorbringen konnte. Nach einigen Minuten, in denen die drei Jungen nachdenklich auf ihren Pizzen kauten, meldete sich Bob wieder zu Wort: „Naja, in jedem Fall denke ich es müsste einer Ehefrau doch auf jeden Fall auffallen, wenn ihr Mann regelmäßig Zeit allein mit einem anderen Mann verbringt. Nicht alles kann man mit Fishing Trips und Bowling Abenden erklären – die beiden hatten ein abgelegenes Wochenendhaus verdammt“ lachte er und setzte dazu: „Nicht mal in Brokeback Mountain konnten die das ewig verstecken“.

„Ha, aber in dem Film wurden die Frauen auch betrogen und waren nicht glücklich darüber,“ gab Peter zu bedenken, während er zwei Pizzas übereinanderlegte und gleichzeitig herunterschlang.
„Alle unsere Spekulationen bringen uns wohl nicht weiter,“ seufzte Justus ergeben. „Wir werden wohl nie wissen was damals exakt passiert ist. Es ist aber wirklich eine Schande das diese ganze Versteckspielerei für Ascot und Sterling damals überhaupt nötig war. Heute hätten die beiden sogar heiraten können. Wusstet ihr das einer aus fünf jungen Erwachsenen nicht heterosexuell ist?“ Es war normal für Justus einfach irgendwelche Statistiken auszupacken, daran waren seine Kollegen gewöhnt. Normalerweise erwartete Justus darauf nicht wirklich eine Antwort.

„Das wusste ich Tatsächlich,“ nickte Bob nachdenklich, bevor er nebensächlich hinzusetzte: „Wie siehts eigentlich bei uns aus? Ich bin Pan.“

Peter hustete laut. Er hatte sich an seiner Pizza verschluckt. Während Bob ihm grinsend auf den Rücken klopfte, keuchte der zweite Detektiv: „Mensch Bob, sowas kannst du doch nicht so einfach raushauen!“ Justus hingegen, hatte seine Hände vor seiner Nase gefaltet und sah mehr denn je aus, wie ein junger Sherlock Holms der einen sehr interessanten Fall betrachtete. „Pansexualität, eine sexuelle Orientierung, bei der Personen in ihrem Begehren keine Vorauswahl nach Geschlecht oder Geschlechtsidentität treffen! Wie konnten wir das übersehen Peter. Bob war schon immer viel zu charismatisch, um sich nur einem Geschlecht zu widmen – geschweige denn nur zwei.“

Justus lächelte Bob verschmitzt an und Bob wurde sehr warm ums Herz als ihm klar wurde, dass Justus die Definition von Pan schon länger kennen musste. Er hatte ihm Zeit gelassen seine Neuigkeiten selbst zu verkünden. Doch da war noch etwas anderes in Justus Blick… sein Ausdruck erinnerte Bob an den Moment, wenn Justus die Lösung eines Rätsels zu verkünden hatte.
Peter, der sich von seinem Hustenanfall erholt hatte, sah von einem zum anderen, offensichtlich verwirrt davon wie sich die beiden angrinsten. „Sagt mal, habe ich was nicht mitbekommen? War dir das etwa klar Just? Für mich waren das riesige Neuigkeiten!“

„Hm, mir ist irgendwie so, als hätte unser Erster auch etwas zu verkünden,“ lachte Bob zögerlich, ohne den Blickkontakt mit Justus zu brechen. Er wollte ihm die Möglichkeit geben einen Rückzieher zu machen. Peters Kopf schnellte zu Justus und sah ihn erwartungsvoll und ungläubig an. „Auf deine Intuition ist wie immer verlass Bob,“ lachte Justus nervös. „Es ist nicht wirklich spruchreif – ich habe es noch nicht hieb und stichfest überprüft - aber ich glaube langsam kann ich mich mit relativer Gewissheit der Ace Community zugehörig fühlen. Wenn ich es dir erklären darf Peter…“ Peter hatte beide Augenbrauen hochgezogen und sein Blick sagte ohne Zweifel aus das er mit diesem Begriff nichts anfangen konnte. „Ich glaube das ich Demisexuell bin – das heißt, ich empfinde keine sexuelles Verlangen, bis ich eine emotionale Bindung mit jemandem aufgebaut habe.“ Justus war sehr ernst in seiner Erklärung, allerdings waren seine Wangen leicht rot angelaufen.

Bobs Gesicht tat schon fast weh vom vielen Grinsen und er sah Justus stolz an. Er hätte nie erwartet das Justus sich so tief mit sich selber und seinen Beziehungen auseinandergesetzt hatte. Dem ersten Detektiv waren solche Dinge noch nie leichtgefallen, wie Bob wusste. Peter, der mehrmals genickt hatte, nachdem Justus seine Erklärung beendet hatte, starrte nun tief verwirrt vor sich hin.

„Erde an Peter!“ lachte Bob als er ihn so sitzen sah. Er wedelte mit einem Stück Pizza vor Peters Gesicht herum, um ihn wieder in die Gegenwart zurückzuholen. „Ich… sorry, ihr habt mich richtig damit überfallen,“ stammelte Peter endlich. „Als ich heute aufgestanden bin hätte ich nicht gedacht, dass meine zwei besten Freunde heute beide ihr Coming-out haben. Ich meine, ist alles gut! Nur bisschen geschockt wisst ihr? Wenn ich das gewusst hätte...“ Murmelte er verwirrt vor sich hin. Justus und Bob lachten beide über Peters Reaktion und Bob tätschelte Peters Schulter beschwichtigend: „Es wird sich ja nichts ändern, ist doch einfach gut es mal gesagt zu haben.“ Peter schüttelte den Kopf, als würde Bob nicht verstehen was er wirklich sagen wollte. „Ne, so ist das nicht. Das ist nicht das was mich daran so schockiert. Es ist nur, seit ich und Kelly getrennt sind…“

Peter wurde von einem deutlichen Plop unterbrochen, das eindeutig von seinem Handy kam.

Bob kannte diesen Sound. Er kannte ihn sehr gut, auch wenn er ihn schon seit längerem nicht mehr gehört hatte. Bobs Augen wurden immer größer, als er das Geräusch endlich zuordnen konnte. Er warf den Kopf zurück und lachte schallend. Peter lief tiefrot an und stellte sein Handy auf lautlos, während nun Justus an der Reihe war, verwirrt dreinzuschauen. „Will mir einer von euch erklären, was daran so witzig ist, dass Peter eine Nachricht bekommt?“ verlangte der erste Detektiv fast beleidigt. Bob konnte sich fast nicht mehr einkriegen, doch er winkte Peter zu. Das musste der Zweite selber erklären, wenn er bereit war.

Peter blickte zu Boden und nuschelte zwischen zusammengebissenen Zähnen: „Das war nicht nur irgendeine Nachricht… das war Grindr.“ Als Justus Fragender Blick sich nicht veränderte, setzte Peter hinzu: „Ist eine Dating App… für Männer.“ Trotz der unvollständigen Erklärung erfasste Justus den Sachverhalt natürlich sofort. Ein Grinsen schlich sich nun auch auf sein Gesicht und wandelte sich schließlich in ein befreites Lachen, das in Bobs Lachen einstimmte. „Das nenne ich Ironie des Schicksals: Natürlich ist es bei uns drei aus drei jungen Erwachsenen,“ prustete Justus schließlich.

Peter rollte die Augen, doch bei dieser Bemerkung musste sogar er mitlachen.