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Heimat / Home

Summary:

Jon verabschiedet sich von einem alten Freund.

Jon says goodbye to an old friend.

With English translation.

Notes:

Chapter 2 = English translation

Chapter Text

Tormund blieb stehen und wandte sich Jon zu.

„Und du willst sicher nicht mitkommen?“

Jon lächelte. Es war ein Lächeln voller Sehnsucht. Aber er wusste wohin er gehörte.

„Ich bin sicher, sie würde das verstehen.“

Sansa. In Tormunds Augen lag immer noch dieses Funkeln, wenn er von Sansa sprach. Er hatte es nie ausgesprochen, doch Jon glaubte, dass Tormund Sansa als Schwester betrachtet hatte.

„Ja, das würde sie. Ganz sicher würde sie das.“

Er brauchte nicht zu sagen, dass er Tormund nicht begleiten würde. Sein Freund verstand ihn auch so.

„Weiß es Endra?“

Tormund lächelte zärtlich. Plötzlich sah er alt aus, so alt wie er war.

„Du weißt, ich kann nicht schreiben. Aber ja. Sie weiß es.“

Vermutlich hatte er Recht. Endra verstand ihren Vater. Er hatte sie einmal mitgenommen in den Wahren Norden und sie hatte es verstanden. Dass sie sich trotzdem entschieden hatte mit Sam nach Tarth zu gehen, hatte Tormund das Herz gebrochen, aber das änderte nichts daran, dass sie ihn verstand. Tormund gehörte in den Wahren Norden und nur dort wollte er sterben, jetzt da auch Brienne ihre Wache beendet hatte.

„Du könntest mit mir kommen.“

„Du könntest bleiben.“

Jon lächelte weiter und Tormund schüttelte den Kopf. Doch er verstand. Er wusste, warum Jon blieb, warum er bleiben musste. Lyanna und Ned, seine Enkelkinder, auch Alysanne und sogar Lyonel. Er konnte sie nicht verlassen. Und er wollte sie auch nicht verlassen.

„Ich werde bei deinem Bruder vorbeisehen. Soll ich ihm was ausrichten?“

Jon legte eine Hand auf Tormunds Schulter.

„Ich bin mir sicher, er weiß Bescheid.“

Sie sahen einander noch einen Moment in die Augen, dann umarmten sie sich, so fest, dass es wehtat. Aber das war in Ordnung. Tormund löste die Umarmung und stapfte los. Einen Moment fragte Jon sich, ob Tormund die Reise noch würde bewältigen können. Doch dann wurde ihm klar, dass das gar nicht so wichtig war. Bevor Tormund zum letzten Mal seine Augen schließen würde, würde sein Blick nach Norden gerichtet sein. Jon sah seinem Freund nach, während der sich auf den Weg machte, heim.

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Jon blickte noch immer Richtung Norden, lange nachdem Tormund verschwunden war. Es hatte begonnen leicht zu schneien. Lyanna trat an seine Seite.

„Du hättest mit ihm gehen können. Das kannst du immer noch.“

Jon schüttelte den Kopf, doch er lächelte.

„Mama würde das verstehen.“

„Das hat er auch gesagt.“

„Er hat Recht.“

Sie sahen eine Weile gemeinsam nach Norden. Dann wandte sich Jon seiner Tochter zu.

„Was ist?“ fragte sie.

„Was soll sein?“

„Du hast diesen Blick.“

„Ich habe einen Blick?“

„Du denkst an Mama.“

„Ja.“

„Sehe ich ihr ähnlich, als sie in meinem Alter war?“

Jon legte eine Hand an Lyannas Wange.

„Du bist wunderschön. Aber nein, du siehst nicht aus wie deine Mutter. Du siehst aus wie du.“

Er hob auch die andere Hand und nahm Lyannas Gesicht in die Hände. Dann küsste er sie sanft auf die Stirn.

„Komm. Lass uns reingehen.“

„Und du willst wirklich nicht mit Tormund gehen?“

„Nein. Ich bin daheim.“