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Arschbombe

Summary:

Leo und Adam gehen nach der Arbeit eine Runde im Sportbecken schwimmen. Adam will sich abreagieren und entspannen, Leo will Spaß haben. Seichter Lesespaß ohne Tiefgang :)

Notes:

Da geht man mal schwimmen, schon packt einen die Muse am Kragen und rüttelt einen. Der doofe Titel muss sein, hat Wieder-Erkennungswert oder so 😂

Work Text:

Adam zog gekonnt seine Bahnen durch das kühle Wasser. Linker Arm, rechter Arm, einatmen, ausatmen. Es hatte etwas Beruhigendes, so die Zeit vergehen zu lassen. Das Präsidium hatte ein eigenes Sportbecken, welches dem gesamten Kollegium rund um die Uhr zur Verfügung stand, sofern nicht gerade hier für Sondereinsätze trainiert wurde. Adam und Leo machten oft Gebrauch von diesem Angebot - es war der perfekte Ausgleich für einen langen Tag, forderte und entspannte zugleich. Für Adam war es immer erlösend, erlaubte ihm das Schwimmen doch, für eine Weile komplett seine Gedanken zu vergessen und abzuschalten. Das chlorhaltige Wasser war angenehm kühl und zwang einen, sich zu bewegen, damit man nicht fror. 

Adam konnte ziemlich gut schwimmen - er hatte, wie all seine Kollegen, einmal ein Abzeichen für den Dienst bestehen müssen. Und obwohl er manchmal rauchte, tat das seinem Lungenvolumen anscheinend keinen Abbruch. Er hatte ja schon immer Sport getrieben, aber erst in seinen Zwanzigern entdeckte er die Liebe zum Wasser und Schwimmen. Was sein Alter wohl dazu gesagt hätte… Immerhin hatte Adam ewig Kampfsport machen müssen seinetwegen. Das war wahrscheinlich auch der Grund gewesen, warum er sich ausgerechnet für etwas anderes entschieden hatte. 

Unaufhörlich zog er seine Bahnen, kraulte, tauchte den Kopf unter und wieder auf. Die Zeit verging wie im Flug. Seine Muskeln brannten schon ein bisschen vor Erschöpfung, doch er wollte noch nicht aufhören.

Das Schwimmbad war zu dieser späten Stunde vollkommen leer. Sie hatten heute lange gearbeitet, und es war weit nach Dienstende. Von den fünf Bahnen des kleinen Schwimmbads waren alle frei, bis auf die Bahn direkt neben seiner. Leo schwamm dort entspannt auf und ab, wechselte zwischen Brustschwimmen und Rückenschwimmen. 

Manchmal sah Adam kurz zu ihm rüber und bewunderte, wie vollkommen ruhig Leo dabei aussah. Im Gegensatz zu ihm betrieb er das Ganze nicht so verbissen, nicht so ehrgeizig. Er hatte Adam schon öfter geneckt, dass er lernen musste, zu entspannen. Leichter gesagt, als getan. Die ständige Alarmbereitschaft, dass schlimme Dinge jederzeit passieren konnten, war Adam schon lange in Fleisch und Blut übergegangen. Seit seiner Kindheit musste er stets vom Schlechtesten ausgehen. Entspannung war für ihn ein nicht einfach herzustellender Zustand. Deswegen tat es ihm ja auch so gut, sich beim Schwimmen derart auszupowern, bis er zu müde war, um sich ständig Sorgen zu machen… 

Aus dem Augenwinkel heraus sah er, wie Leo das Becken verließ. Er vermutete, dass Leo bereits Richtung Duschen abhauen würde und für heute genug hatte. Adam grübelte kurz, ob er ganz allein hier zurückbleiben wollte - er hatte ja genug Horrorfilme gesehen, um zu wissen, dass das eine blöde Idee war. Auf einmal sah er, wie Leo mit einem breiten Grinsen auf das Wasser zulief. Adam hörte auf zu schwimmen und sah ihm zu. Leo rannte genau in seine Richtung. Dann nahm er einmal Schwung, umklammerte seine Knie und sprang vom Rand ins Becken. Das Wasser schwappte in einer riesigen Fontäne in die Luft, ergoss sich kalt über einen verdutzt blickenden Adam. Arschbombe. Er wischte sich das Wasser aus den Augen und wollte Leo gerade böse anschauen. Doch der schwamm nur im Wasser neben ihm mit einem breiten Grinsen, und Adam vergaß jeden Gedanken an Schelte. 

"Du bist so doof", sagte er stattdessen gespielt genervt, doch es klang verdammt liebevoll, wie eine versteckte Liebesbekundung. Leo schwamm den letzten Meter auf ihn zu, das Grinsen verwandelte sich in ein sanftes Lächeln. Das Wasser hatte seine braunen Haare total durcheinander gebracht. Wassertropfen glitzerten an seinen Wimpern; das sich auf dem Wasser brechende Licht spiegelte sich geheimnisvoll in Leos schönen grün-blauen Augen wider. Adam blieb für einen Moment der Atem weg. Leo sah einfach bezaubernd aus. Sein Partner hob seine Hand und streichelte ihm fürsorglich ein paar nasse Strähnen aus der Stirn. 

"Du solltest versuchen, mal ein bisschen zu lächeln. Etwas Spaß haben…", sagte er sanft. Adam fühlte, wie ein minimales Lächeln seine Lippen umspielte. Auch wenn es ungewohnt und schwer für ihn war, wie sollte er Leos Rat abschlagen? 

"Weiß ich doch."

Sein Lächeln wurde intensiver, als er Leos Gesicht näher kommen sah, Leos Lider sich halb schlossen. Er zuckte erfreut zusammen, als sich ihre Lippen in einem langsamen Kuss trafen. Leos Lippen waren blütenweich, schmeckten genauso nach Chlorwasser wie seine. Unter  Wasser legte Adam einen Arm um seine Hüfte, zog ihn bestimmt näher an sich, während sie sich gerade so mit Händen und Füßen über Wasser hielten. Adam neigte seinen Kopf zur Seite, um Leo tiefer küssen zu können, mehr von ihm zu bekommen. Er fühlte Leos warme Atemzüge auf seiner nassen Haut, wie seine Finger gemächlich durch sein hell blondiertes Haar fuhren. Ein heißes Kribbeln rannte Adams Rücken hinab, er grub seine Finger fester in Leos Hüfte. Mit zittrigen Atem löste er sich von seinem Freund, sah ihm in die Augen. Eine leichte Röte hatte sich auf Leos Wangen gelegt und ließ ihn noch schöner aussehen. In seinen Augen brannte ein dunkles Licht der Begierde, seine Lippen waren rot vom Küssen. 

"Meinst du sowas mit Spaß?", scherzte Adam. Im Nu drückte er Leo an sich, wickelte seine Beine um seine Hüften und führte sie durch das Wasser zum Beckenrand. Lachend legte Leo die Arme um Adams Nacken, verbarg dann sein erhitztes Gesicht in der Halsbeuge seines Partners. Federleichte Küsse fanden ihren Weg auf Adams Haut dort, ließen ihn leise seufzen. Am liebsten wäre er jetzt schon zuhause mit Leo im Bett. Und auch wenn keiner hier war, mussten sie sich noch ein bisschen zusammenreißen. 

Adam brachte sie zur Metalltreppe, wo das Wasser seichter war, setzte Leo vor sich langsam darauf ab. Leo hatte noch immer seine Oberschenkel um seine Hüften liegen, war verführerisch nah. Adam konnte nicht widerstehen und legte seine Hände auf Leos Hüften, sah tief in seine Augen. Er stahl einen weiteren Kuss von seinen Lippen, öffnete Leos Mund fordernd mit seinem. Sein Kopf drehte sich bereits, ihm war schon ganz schwindelig, als sich ihre Zungen trafen… es fühlte sich so verdammt gut an, Leo nahe zu sein. Das war nach wie vor die beste Medizin gegen eine kranke Welt, ließ die Zeit auf wundersame Weise stillstehen. Leos Hand legte sich sachte auf Adams Brust, direkt über sein wild pochendes Herz. Nun war es Adam, der errötete, als Leo sein Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger packte, ihn in einen immer leidenschaftlicher werdenden Kuss steuerte. 

Widerwillig löste er sich von Leo, bevor das Ganze noch Überhand nahm, schenkte ihm ein ehrliches Lächeln. 

"Lass uns abhauen und dieses Gespräch zuhause weiterführen", surrte er, küsste Leos Lippen kurz. Ein spitzbübisches Schmunzeln erschien auf Leos Lippen. Der Schalk funkelte in seinen Augen. In Windeseile machte er sich von Adam los, erklomm die Stufen zum Beckenrand.

"Noch einmal springen!" rief Leo. 

"Ist jetzt nicht dein Ernst", schimpfte Adam. Doch dann grinste Leo schon wie ein Schulkind am Anfang der Sommerferien und rannte los. Im nächsten Augenblick knallte er ins Wasser und rief laut "Arschbombe!". Wieder wurde Adam von einem Schwall Wasser überflutet, doch dieses Mal lachte er dabei. 

 

Ende