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soldier, poet, king

Summary:

„Wenn du so viele wundersame Orte gesehen hast, so viele schönere als hier, warum kommst du dann immer wieder zurück?“
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Inspiriert vom gleichnamigen Song von The Oh Hellos

Notes:

welcome, welcome
ich dachte, ich gebe auch mal meinen Senf zu der ganzen Solider, Poet, King Geschichte!!
Danke an Hanna fürs supporten und beta lesen, top service
- kai

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Justus saß bereits am Ende der gedeckten Tafel, als Peter diesen Morgen den Speisesaal betrat. Seine Schritte hallten in dem großen Raum, ließ seinen Freund von den Briefen aufblicken. „Guten Morgen Peter, so früh dran heute?“, seine Stimme klang neckisch wie immer. Er deutete den Dienern an, dass sie gehen konnten, womit nur noch die beiden Männer übrigblieben. „Ja, ja. Aber jetzt bin ich ja da. Dein Ei dampft ja auch noch, also kann ich gar nicht so spät sein.“, der Rotschopf schüttelte den Kopf und ließ sich auf seinen Stuhl fallen.

„Ach, heute schiebst du es nicht auf deinen Diener?“, Justus zog überrascht seine Augenbraue hoch. Peter seufzte. „Glauben wirst du es mir ja sowieso nicht. Irgendetwas Interessantes?“, er deutete auf die Briefe. „Nur letzte Rückmeldung für das Festmahl heute Abend. Dein Dichter hat sich übrigens auch angekündigt.“, der Schwarzhaarige schob ihm einen der Briefe zu. „Er ist nicht mein Dichter.“, schnauzte sein Freund, schnappte sich aber dennoch das Papier.

Geehrte königliche Majestät,

dankbar nehme ich Eure Einladung an und werde am 18. diesen Monats bei Euch eintreffen.

Mit ergebenen Grüßen,

Der Barde Bob

„Du hast ihn sogar eingeladen!“, er blickte von dem kurzen Text empört auf. Justus, der mittlerweile mit seinem Frühstücksei begonnen hatte, zuckte nur mit den Schultern. „Danke, Eure königliche Majestät, das hättet Ihr nicht tun müssen, wirklich sehr freundlich von Euch, wäre auch eine passende Antwort gewesen. Und sei nicht so, du freust dich insgeheim. Und mir gefällt sein Gesang, da darf ich doch wohl den Barden einladen.“

„Du hasst es, wenn ich dich so nenne. Und warum sollte ich mich überhaupt freuen, er ist nur irgendein Barde. Wir haben 20 davon jeden Monat hier.“, genervt legte Peter das Papier beiseite und griff nach einer Scheibe Brot, immerhin hatte er nicht ewig Zeit.

„Ach komm schon, Peter. Ich sehe doch, wie du ihn jedes Mal anschaust, wenn er bei uns ist. Und er dich, wenn ich anmerken darf.“, sein Freund schaute ihn auffordernd an. „Das bildest du dir sicher nur ein. Und selbst wenn, was sollte er von mir wollen?“, er stopfte sich das Brot in den Mund, kaute missmutig darauf herum.

„Schau dich doch mal an mein Freund. Hauptmann einer starken Armee eines wichtigen Königreiches, bester Freund des Königs und ganz hässlich siehst du auch nicht aus. Sprich ihn doch einfach später an, er spielt ja nicht den gesamten Abend.“, Justus schüttelte seinen Kopf.

„Na schönen Dank auch, Herr bester Freund.“, Peter schmollte. Als ob er ihn einfach so ansprechen könnte.

„Bist du jetzt sauer?“, Justus legte den Kopf schief, schenkte seinem Freund einen nachdenklichen Blick. „Ja! Nein. Ich habe dafür einfach keine Zeit. Ich bin Soldat, Justus, kein Romantiker.“, er nahm sich eine weitere Brotscheibe, schmierte sie sich für den Weg.

„Zieh nicht so eine Miene, Freund. Wir leben in Friedenzeiten und ich bin sehr daran bedacht, dies auch so zu lassen. Du verdienst etwas Glück. Und Ruhe“. Justus meinte es nur gut. Und er hatte ja Recht. Auch wenn Peter es nicht wahrhaben wollte, der blonde Barde nahm einen Platz in seinem Herzen ein. Jedes Mal, wenn er ihrem Hofe einen Besuch abstattete, konnte es der Rotschopf nicht lassen, ihn anzustarren. Aber er meinte was er sagte, er hatte einfach keine Zeit für so etwas. Immerhin musste er Soldaten ausbilden, trainieren und gleichzeitig ihren Respekt erkämpfen. Es war noch nicht lange her, dass Justus ihn zum Hauptmann seiner Truppen ernannt hatte, nachdem Peters Vater, der diesen Posten zuvor besetzt hatte, im Kampf gefallen war. Und es gab eine Handvoll, die eben älter waren als er selbst, ihn argwöhnisch betrachteten, nicht glaubten, dass ein Jungspund wie der neue General wusste, was zu tun war. Peter kannte ihre Gedanken, wusste, was sie über ihn sprachen, wenn sie dachten, niemand würde sie hören und das nagte an seinem Stolz.

„Naja Just, genug der Plauderei. Selbst wenn ich mich darauf verlassen kann, dass du eine friedliebende Seele bist, so sind es unsere Verbündeten nicht. Die nehmen jeden Grund her und rufen dann alle, ihnen beizustehen. Und dafür hätte ich gerne ein funktionierendes Heer.“, er packte sein Brot in einer der Servietten, stopfte es in seine Hosentasche. „Und außerdem muss jemand noch die Soldaten für heute einteilen, damit nicht jemand auf die Idee kommt, dich umzubringen. Wenn Eure Majestät mich also entschuldigen würde.“, der Rotschopf schnappte sich noch ein Gebäck, dann verließ er auch wieder den Tisch, ohne auf eine Antwort zu warten. Justus blickte ihm nur nach, sagte nichts, ließ ihn gehen.

Irgendwo im selben Königreich, nur einen halben Tagesritt entfernt, verzehrte ein bestimmter blonder Barde ebenfalls sein Frühstück. Sicherlich nicht so glamourös wie im Palast, aber es reichte für ihn. Seine braune Stute graste friedlich neben ihn, während Bob nebenbei durch seine Notizen blätterte. Immerhin sollte es heute ein großes Bankett sein, und der junge König zahlte gut, da sollte er sich von seiner besten Seite präsentieren. Nicht etwa, weil ein ebenso junger Hauptmann ebenfalls anwesend sein würde. Besonders in letzter Zeit war der Hof König Justus‘ ein beliebtes Ziel seiner Reisen. Er war dort viel öfter, als in jedem anderen Gasthof dieses Königreiches, viel öfter als bei irgendwelchen andern Höfen anderer Herrscher fremder Länder. Und er wusste ganz genau, dass es nicht nur wegen der großzügigen Gastfreundschaft des Königs war, und der ebenso großzügigen Menge an Gold in seiner Tasche, wenn er wieder vom Palast davonritt.

Auch wenn Bob wusste, dass das vergeudete Liebe war, er konnte nicht anders, als bei jedem Besuch Hauptmann Shaw einige Blicke zuzuwerfen. Ihm Gedichte in Gedanken verfassen, Lieder zu schreiben. Die er nie aufschreiben würde, dafür war ihm das Ganze zu peinlich. Aber ein Dichter sollte wohl träumen dürfen. Er schüttelte den Kopf, versuchte den General aus seinem  Kopf zu verbannen und wandte sich wieder seinen Notizen zu, strich hier und da etwas, und fügte dort neue Zeilen hinzu.

Die Sonne war noch nicht weit vom Horizont gewandert, als Bob sich dafür entschied, weiter zu reiten. Immerhin wollte er schon gegen Mittag eintreffen, um die Waschanlagen des Palastes auszunutzen. So sehr er die Natur zu schätzen wusste, er hatte nichts gegen ein Bad in einer unnötig prachtvollen Badewanne. Er packte seine sieben Sachen zusammen, und verstaute sie sicher in Minervas Satteltasche, bevor er ebenfalls auf sein Pferd kletterte.

„Auf geht’s, Mini. Der Palast wartet auf uns.“, er klopfte liebevoll auf ihren Hals, dann setzten sie sich auch schon in Bewegung.

Das Königreich, das er seine Heimat nannte, war ein schönes. Klare Flüsse, grüne Wälder, majestätische Berge, gerechte Herrscher. Auch wenn der junge König Justus erst vor wenigen Jahren den Thron übernommen hatte, spürte das gesamte Land seine Güte. Seine Eltern, das verstorbene Königspaar, war früh von ihnen gegangen, da war Bob selbst noch ein Kind gewesen, konnte sich kaum daran erinnern.

Der Bruder des Königs hatte die Krone fürs erste verwaltet, bis eben Prinz Justus alt genug war, um selbst gekrönt zu werden. Bob war damals in der Hauptstadt gewesen, die Festlichkeiten hielten für ganze zwei Wochen an. Es war auch dort, dass er das erste Mal den engen Vertrauten des Königs gesehen hatte, dort noch nur ein Soldat, Sohn des Hauptmanns. Bob konnte sich noch genau an das leuchtende Haar und das strahlende Grinsen erinnern, welches sein Herz so erwärmte. Der General schien nicht oft zu lachen, aber wenn er es tat, dann wurde irgendwo sicher eine Fee geboren, so unschuldig schien es.

Ein tiefhängender Ast brachte ihn aus seinen Gedanken. Stöhnend hielt er sich die Nase, das hatte ihm gerade noch gefehlt. Das war wohl ein Zeichen, dass er sich auf den Weg vor ihm konzentrieren sollte. Er gab das Tagträumen somit erst einmal auf, hörte stattdessen den Vögeln zu, schaute hin und wieder hoch zur Sonne, um die Zeit einschätzen zu können. Als sie ihren höchsten Punkt fast erreicht hatte, konnte er in der Ferne die Dächer der Hauptstadt erkennen und über ihnen der majestätische Palast der königlichen Familie.

In der Stadt selbst kamen ihm viele bekannte Gesichter entgegen, er grüßte jeden freundlich, wechselte ein kurzes Wort mit dem ein oder anderen. Als er es endlich zum Schloss geschafft hatte, verblieb ihm noch reichlich Zeit. Er zeigte den Wachen am Tor seine Einladung und steuerte kurz darauf die königlichen Stallungen an. Ein Stalljunge half ihm, Minerva fertig zu machen für ihre Box, und nachdem er sich fürs Erste von seiner Stute verabschiedete hatte, wurde er ins Schloss gebracht. Bevor er sein Zimmer beziehen konnte, war es von ihm verlangt, seinen Gastgeber zu begrüßen, somit wurde Bob von einem der Diener zuerst in den Thronsaal gebracht. Der schwarzhaarige König unterhielt sich gerade mit einem der Köche, als der Barde eintrat. Nach wenigen Augenblicken verbeugte sich der Koch und machte sich wieder auf den Weg in die Küche, wohl für die letzten Vorbereitungen für den heutigen Abend.

Der König winkte ihn heran und Bob lief den langen Saal entlang, blieb wenige Meter vor seinem Gegenüber stehen und verbeugte sich tief. „Herzlichen Dank für die Einladung, Eure Majestät.“, sprach er, als er sich wieder aufgerichtet hatte.

„Die Freude ist ganz meinerseits. Ich hoffe Ihr hattet eine angenehme Reise?“, fragte der König. Das mochte Bob an meisten an ihm, wie höflich er mit allen sprach.

„Bei solch schönen Landschaften, durch die ich reiten darf, wie könnte ich da nicht.“, der Blonde lächelte.

„Das ist gut zu hören. Einer der Diener soll Euch auf Euer Zimmer geleiten, damit Ihr Euch in Ruhe vorbereiten könnt. Ich werde Euren Auftritt gespannt erwarten.“, mit diesen Worten entließ der schwarzhaarige Mann ihn, deutete einer jungen Frau, Bob hinauszubegleiten. Der Barde verbeugte sich ein letztes Mal, dann folgte er ihr, wieder den langen Saal entlang zum großen Portal. Gerade als sie durch die Tür gehen wollte, kam ihm ein rothaariger Soldat entgegen, lief fast in sie hinein. Der General murmelte eine Entschuldigung, bevor er an ihnen vorbeilief. Bob zwang sich, ihm nicht nachzuschauen, so gern er es auch getan hätte.

Der Abend kam, und somit auch die restlichen Gäste. Der Palast war gefüllt mit Leben, der wuselnden Vorfreude auf den Abend. Peter stand genervt in Justus‘ Gemächern, wollte das Ganze einfach nur hinter sich bringen.

„Wie sehe ich aus?“, fragte der Schwarzhaarige, als er endlich fertig gekleidet war. Sein Freund trug wieder eines dieser prunkvollen Gewänder, die wahrscheinlich mehr Gold kosteten, als so manche Häuser in der Stadt, ohne die Krone dazu zu zählen. Er sah darin immer aus wie ein völlig fremder Mensch.

„Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass eure Krone kein Augenschmaus ist? Da hätten sich deine Vorfahren echt mehr Mühe geben können.“, grummelte Peter nur. Justus warf ihm einen bösen Blick zu, bevor er lachen musste. „Es scheint mir, als hätte ich das schon öfter gehört. Ich finde übrigens, du siehst wunderbar aus.“

Peters Kleidung war natürlich wesentlich schlichter als die seines Freundes, aber seinen Geschmack traf es nun wirklich nicht. Am wohlsten fühlte er sich am Ende in seiner Rüstung, die war aber leider für solche Art von Veranstaltung etwas unpraktisch. Das Einzige, was an seine Stellung erinnerte, war das Schwert an seiner Hüfte, auf das er nicht verzichten wollte.

„Wenigstens einer von uns.“, erwiderte er nur, zupfte etwas an seinem Gewand herum.

„Es ist Zeit, außerdem bekomme ich langsam Hunger. Lass uns gehen“, Justus verließ den Raum, mit Peter auf seinen Fersen. Sie waren so ziemlich die letzten, die eintrafen, aber wofür hatte man einen wichtigen Freund, den sich niemand traute zu kritisieren. Der gesamte Saal stand auf, das Kratzen von hunderten Stühlen und das Rascheln von Stoffen hallten im Raum wieder. Der Weg zu ihrer Tafel am Kopf des Saales schien Peter wie eine gesamte Wanderung, alle Augen waren auf den sie gerichtet, schienen die beiden Männer mit ihren Blicken zu durchbohren. Als sie endlich ihre Plätze erreicht hatten, setzten sie sich, und mit ihnen alle Gäste. Erneutes Kratzen und Rascheln.

Justus nutzte die Stille, die sein Eintreten verursacht hatte, und begann eine Rede zu halten, Peter hörte ihm nicht wirklich zu. Sein Freund sah nicht nur aus wie ein Fremder, sondern verhielt sich auch so. Allein deswegen konnte der Rotschopf diesen Festlichkeiten nie etwas ab. Dazu kamen noch die Interaktionen mit irgendwelchen wichtigen Persönlichkeiten, von denen er nie wusste, was sie von ihm wollten. Da hantierte er deutlich lieber mit seinem Schwert. 

Das Essen wurde aufgetischt, die erste Musik wurde gespielt. Es gab mehrere Unterhalter an diesem Abend, alle nur für etwa eine Stunde, so dass sie den Rest des Festes ebenfalls genießen konnten. Peter scherte sich nicht wirklich um sie, konzentrierte sich vorerst auf sein Mahl. Wechselte hin und wieder ein Wort mit seinem Stellvertreter Jeffrey, so gut man das bei der herrschenden Lautstärke machen konnte.

Nach einer Weile schaute Peter wieder zu der kleinen Bühne, nicht weit von ihrem Tisch, auf denen die Musiker und Akteure ihre Darbietungen zur Schau stellten. Sie war leer, gerade erst verließ sie ein braunhaariges Mädchen, lief zu dem Teil der Tafel, an dem ihre Kollegen saßen. Für sie stand ein Anderer auf, der blonde Barde mit dem lockigen Haar.

Peter fiel die Begegnung von heute Mittag wieder ein, als er fast in ihn hereingelaufen wäre. Hastig nahm er einen Schluck aus seinem Becher, um die roten Wangen auf den Wein schieben zu können. Er spähte über den Rand, der Barde war fast an der Bühne angelangt.

Für eine bessere Sicht stellte er den Wein wieder auf die Tischplatte vor ihm, verschränkte seine Hände und legte sein Kinn darauf ab. Wie jedes Mal hatte der Blonde seine Laute dabei, seit Jahren war es dasselbe Instrument. Nur ein paar neue Kratzer schienen dazugekommen zu sein.

Er begann darauf zu spielen, sang Lieder über das Königreich, Justus Krönung, über Sagen und vergangene Schlachten. Peter konnte nicht anders als ihm seine gesamte Aufmerksamkeit zu schenken, jedes Wort aufzunehmen. Seine Stimme war rein und klar, selbst über die Lautstärke des Saales hinweg. Geistlich verfluchte der General jeden Gast, der es wagte, zu sprechen, überhaupt einen Mucks zu machen. Der Barde zog ihn in seinen Bann, Peter war wie verzaubert.

Justus stupste ihn an, brachte den Rotschopf zurück in die Gegenwart. „Bisschen unauffälliger könntest du dich schon verhalten.“, flüsterte er. Wären sie allein, hätte Peter ihn in den Arm geboxt. Leider waren sie das aber nicht, also mussten Worte fürs Erste genügen.

„Ach, halt deinen Mund.“, zischte er nur zurück, trank einen Schluck Wein. Sein Freund schüttelte nur belustigt seinen Kopf, wendete sich wieder irgendeiner wichtigen Persönlichkeit zu, die auf der anderen Seite saß. Er beobachtete den restlichen Auftritt nur noch aus dem Augenwinkel, spürte eine Welle der Enttäuschung, als er zu Ende war. Er wandte sich Jeffrey zu, begann eine Unterhaltung, um irgendwie über den Abend zu kommen. Sie sprachen über Belangloses, Unterhaltungen, die sie auch getrost wo anders hätten führen können. Aber es half ja nichts, dass war eine der vielen unschönen Pflichten, die er als Hauptmann der königlichen Armee zu erfüllen hatte.

Als er das nächste Mal seinen Blick über den Saal schweifen ließ, konnte er den Barden nirgends mehr sehen. Er schien schon gegangen zu sein. Peter seufzte, beugte sich zu Justus.

„Ich geh mal an die frische Luft, versuch nicht zu erdolcht zu werden oder irgendwie anders zu sterben.“, flüsterte er ihm noch zu, bevor er aufstand und den Raum verließ.

Die Lautstärke des Saales verfolgte ihn noch weit bis in die menschenleeren Gänge hinein, auf denen nur hin und wieder zwei seiner Soldaten auf ihren Wachposten standen. Er nickte ihnen zu, fragte, ob alles in Ordnung sei. Nichts Außergewöhnliches. Bald schon hatte er eine der Türen erreicht, die ihn hinausführten in den königlichen Garten und die Ländereien dahinter.

Die Nacht war angenehm kühl und der Himmel klar, ein leichter Wind wuschelte ihm durchs Haar. Die Sterne funkelten wie Edelsteine über seinem Kopf, als er durch den Garten wanderte. Er genoss es, nur das Rascheln der Blätter und seine eigenen Schritte zu hören, nach der unerträglichen Lautstärke im Palast. Seine Ohren hörten langsam auf, zu klingen, und er ließ sich auf seine naheliegende Steinbank fallen, richtete den Blick nach oben, um die kleinen Lichtpunkte am Himmel besser beobachten zu können. Sie waren blasser als sonst, dem Vollmond geschuldet, aber trotzdem wunderschön. Sie erinnerten ihn an seinen Vater, der ihm in den wenigen Augenblicken der Zärtlichkeit, die sie miteinander geteilt hatten, immer versucht hatte, die Sternenbilder zu erklären. In Momenten wie diesen wünschte er sich, er hätte ihm mehr zugehört. So waren alles dort oben nur Punkte, unendliche viele Punkte ohne Zusammenhang.

Leise Musik riss ihn aus seinen Gedanken, ließ ihn in die Richtung blicken, aus der sie kam. Die Neugier packte ihn, er stand auf und folgte dem Klang, der mit jedem Schritt lauter wurde, bis er zu einem Teich in der Mitte eines kleinen Wäldchens kam, vielleicht dreihundert Meter weg vom Schloss.

Dort saß er, der Barde, sein Barde, auf einer Bank und spielte gedankenverloren auf seiner Laute, schien ihn nicht zu bemerken. Peter blieb ihm Schutz der Bäume stehen, lauschte einfach nur. Die blonden Locken schmierten im Mondlicht, sahen fast weiß aus. Der Barde sah fast aus wie ein Engel, ein wahrhaftes Geschenk des Himmels.

Gedankenverloren verlagerte Peter sein Gewicht auf seinen anderen Fuß, da knackte es unter seinem Schuh, er hatte sich auf einen Ast gestellt. Der Musiker schaute erschrocken auf, suchte nach der Ursache des Geräusches. Peter zögerte einen Moment, dann trat er in das Mondlicht, unsicher, was er sagen sollte.

„Entschuldigt mich, ich sollte hier wahrscheinlich nicht sein. Die Nacht war nur zu schön, um sie im geschlossenem Raum zu verbringen.“, der blonde Mann sprang förmlich von der Bank auf, wollte gehen, als er erkannte, wer sein Zuhörer war. Peter hob beschwichtigend die Hände. 

„Nein, nein. Ich bin nicht hier, um Euch zu vertreiben. Ihr seid Gast des Königs, Ihr dürft euch auf seinen Ländereien aufhalten. Bitte, spielt doch weiter.“, versuchte Peter den Barden zu beruhigen, dass letzte, was er wollte, war den jungen Mann aufzuscheuchen. Der Blonde setzte sich langsam wieder auf die Bank am Wasser, blickte unruhig, verwirrt, zwischen Peter und dem Teich hin und her. Der General umrundete langsam das Gewässer, ließ sich an einem Baum nicht weit von der Bank nieder, schaute zu ihm hoch. Sein Gegenüber nickte bedacht, bevor er wieder anfing zu spielen. Es war eine muntere Melodie und nach wenigen Akkorden begann er leise zu singen. Es war kein Lied, das er im Palast gespielt hatte. Oder jemals. Neben der vollkommen unbekannten Musik kam noch ihre Umgebung dazu.

Keine hallenden Saale, kein Geflüster, oder Klirren von Gläsern. Es war kaum zu vergleichen mit dem, was er jemals davor von ihm gehört hatte. Nur er und Peter, allein. Der Rotschopf fühlte sich wie im Himmel, der Einzige zu sein, der den Barden gerade hören konnte. So seltsam die Situation auch sein mochte, er fühlte sich wie der glücklichste Mann des Königreiches.

Als das Stück zu Ende war, legte der Barde das Instrument beiseite, zog die Knie an und legte auf ihnen seinen Kopf ab, starrte Peter an. 

„Mit Verlaub, General Shaw, aber was macht Ihr hier draußen, so weit weg von dem festlichen Getümmel?“, fragte er nach ein paar Augenblicken, die Augen voller Neugier.

„Wahrscheinlich das Gleiche, was Ihr hier macht. Etwas Ruhe suchen, weg von dem ganzen Getümmel im Schloss.“, er zuckte mit den Schultern. Das war das erste Mal, dass sie sich allein unterhielten, mehr austauschten als nur die höfflichen Floskeln. Peter versuchte sein bestes, seriös zu wirken.

„Ich verstehe.“, die Augen des Barden glitzerten im Mondlicht, funkelten fast mehr als die Sterne über ihnen.

Peter strich mit der Hand unsicher über seinen steifen Nacken, erwiderte den Blick. Er räusperte sich. „Ich hoffe, ich habe Euch nicht gestört. Eure Musik fasziniert mich nur, schon seitdem Ihr das erste Mal in unseren Hallen spieltet“. Die Wahrheit. Woher er den Mut fasste, seine persönlichen Gedanken auszusprechen, wusste er nicht. Vielleicht hatte er auch einfach zu tief in seinen Weinbecher geschaut.

Verlegen wandte sich der Blonde ab, fuhr sich nervös durch seine Locken. „Danke, das- das bedeutet mir viel.“, murmelte er, versuchte die roten Wangen zu verstecken. Peter unterdrückte das Verlangen zu grinsen. „Wenn ich das fragen darf, wie alt seid Ihr? Ihr scheint mir recht jung dafür, was ihr schon alles gesehen haben wollt, wenn man euren Liedern Glauben schenken mag.“, fragte der Rotschopf nach einigen Momenten, wollte die Konversation nicht aufgeben.

„Ich feiere diesen Sommer meinen sechsundzwanzigsten Geburtstag. Es kommt einiges zusammen in den sechs Jahren, seitdem ich das erste Mal wieder die Hauptstadt verlassen habe, nach der Bardenschule“. Er richtete seinen Blick wieder zurück zu dem General am Boden, die Wangen geziert von einem sanften Rosa.

„Dann würde ich vorschlagen, dass wir diese Formalien sein lassen. Uns trennen nur wenige Monate vom Alter her. Ich muss gestehen, ich war nie ein Freund dieser gestochenen Sprache.“, Peters Blick war wachsam, hoffte, nicht unhöflich zu wirken. Als Antwort bekam er ein leises, amüsiertes Lachen. Wenn er nicht schon sitzen würde, würden seine Knie wahrscheinlich unter ihm nachgeben. Er hatte Bob noch nie so lachen gehört.

„Da haben wir wohl etwas gemeinsam, es ist mir nie wirklich leicht gefallen, so zu sprechen.“, der Blonde grinste, dann streckte er seinen Hand aus.

„Bob“

Der Rotschopf verstand die Aufforderung, stand vom Boden auf, schüttelte seine Hand, bevor er sich neben dem Barden auf die Bank niederließ, nur eine Armlänge voneinander entfernt.

„Peter“

„Jetzt musst du mir aber beantworten, wie man so jung General der königlichen Armee wird“. Peter konnte es nicht unterlassen, Bobs Gesicht zu studieren. So nah wie jetzt war er ihm nie gewesen. Er hatte ein markantes Kinn, seine Nase war schmal, fast zierlich. Ein paar verirrte blonde Locken hingen über seinen Augen. Die wunderschönen, blauen Augen, die ihn fragend entgegen schauten. Peter räusperte sich verlegen, rief die Frage zurück in sein Gedächtnis, um antworten zu können. 

„Das war schon immer meine Aufgabe, das Kommando über das Heer zu übernehmen. Ich wurde damit großgezogen, Tag ein, Tag aus über die besten Kriegsstrategien unterrichtet, stundenlange Kampfübungen mit dem Schwert, mit dem Bogen, der Lanze. Die restliche Zeit habe ich damit verbracht, jahrelang auf Justus aufzupassen, ihm auf Schritt und Tritt zu folgen. Ich kann mich nicht daran zurückerinnern, mal keine Waffe in der Hand gehalten zu haben.“, er ließ seinen Blick weg von Bobs Gesicht über den Teich wandern, versunken in Erinnerungen.

„Dann starb mein Vater, in der letzten großen Schlacht, in der wir durch unglückliche Verantwortungen Teil haben mussten. Das war vor zwei Jahren. Und somit war es meine Pflicht, in seine Fußstapfen treten. Viel früher als gedacht. Nicht, dass ich nicht darauf vorbereitet wäre, physisch. Aber mein Vater wirkte immer so unbesiegbar, ich hatte nie geglaubt, dass es so zeitig passieren würde.“, er seufzte.

„Das tut mir leid, mit deinem Vater. Standet ihr euch nah?“, Bobs Stimme war leise, sanft wie ein Windzug.

„So nah, wie sich ein Ausbilder und sein Schüler stehen konnten, nehme ich an. Er musste kühl sein, musste mir alles beibringen, was ich brauchen würde. Aber manchmal, manchmal wenn niemand hinsah, war er auch mein Vater. Dann würde er mit mir einen Spaziergang machen, spät abends, würde mir die Sterne erklären oder von seinen glorreichen Schlachten erzählen.“, er erinnerte sich an ihren letzten Spaziergang wie als wäre es gestern gewesen, dabei lag er so viele Jahre zurück. Der Blonde brummte verständlich, wusste nicht, was er erwidern sollte.

„Aber sag, was hast du alles auf deinen Reisen gesehen?“, Peter wandte seinen Kopf wieder zu seinem Gegenüber, wollte nicht mehr an Momente denken, die ihm weh taten. Bob nahm den Themawechsel dankbar an und begann zu erzählen.

Er schilderte, wie er sich ein Jahr lang in der Hauptstadt sein Geld gespart hatte, wie er damit seine geliebte Stute erworben hatte_ Bob sprach von den schönsten Ecken ihres Landes, beschrieb, wie sehr er es mochte, unter freien Himmel zu nächtigen, selbst mit dem Regen. Selbst in fast allen angrenzenden Königreichen war er zu Gast gewesen, hatte ihre Natur und ihre Bräuche miterlebt. Der Mond war schon ein ganzes Stück gewandert, als er innehielt, eine Pause brauchte von all dem Reden.

Peter hatte ihm die ganze Zeit aufmerksam zugehört, förmlich an seinen Lippen gehangen. Manche dieser Orte hatte er selbst gesehen, auch in den fremden Ländern, als er mit Justus dorthin gereist war. Aber wenn Bob davon erzählte, dann hatte das etwas Poetisches, etwas Magisches. Die Landschaften, an denen er sich satt gesehen hatte, klangen aus dem Mund des Barden wie aus einem Märchenbuch. Aber je länger er ihm zuhörte, desto lauter wurde eine Frage in seinem Kopf, die ihn verwirrte, sehr sogar.

„Wenn du so viele wundersame Orte gesehen hast, so viele schönere als hier, warum kommst du dann immer wieder zurück?“, irritiert schaute Peter zu dem Dichter, dessen Miene nichts verriet, außer seinen Augen. Die wunderschönen, verräterischen, blauen Augen, die Fenster zur Seele, blickten ertappt, nervös sogar, in seine Richtung.

„Ich, um, ich mag es hier einfach? Ich habe hier vier Jahre gelebt, gelernt, gearbeitet. König Justus ist gütig, gastfreundlich, die Menschen in der Stadt freuen sich, wenn ich komme. Ich verdiene hier so gut wie nirgendwo.“, antworte er, einen Moment zu schnell.

„Nur deswegen?“, Peter spürte, dass das nicht die gesamte Wahrheit sein konnte, wollte vielleicht auch nicht, dass es die gesamte Wahrheit war.

Bobs Wangen wurden rot, er fuhr sich angespannt durch die Haare, wusste nicht recht, ob er das sagen konnte, sagen wollte.

„Ich-“, er schluckte. Unsicher blickte er auf seine Hände. Peter wüsste zu gern, was in Bobs Kopf gerade vor sich ging, wünschte, er könnte seine Gedanken lesen. Bob atmete noch einmal tief ein, als müsste er eine schwere Entscheidung treffen. Dann räusperte er sich.

„Vor gut sieben Jahren, als der König endlich gekrönt wurde. Das war während des Jahres nach meinem Abschluss, in dem ich noch für Minerva, meine Stute, gespart hatte. Ich habe mit Vergnügen die Festumzüge beobachtet, wusste, dass diese sicher als guter Stoff für einige Lieder herhalten würden.“, seine Stimme war vorsichtig, bedachter als vorhin, als er mit voller Leidenschaft über seine Reisen gesprochen hatte. „Da habe ich natürlich auch den König gesehen, der immer dicht gefolgt war von einem jungen, rothaarigen Soldaten. Bei allen öffentlichen Auftritten hat dieser Soldat nur genau einmal gelächelt und ich dachte, ich dachte, es gäbe kein schöneres Lächeln auf dieser Erde als seines. Also kam ich immer und immer wieder hier her zurück, in der Hoffnung, ihn wieder lächeln sehen zu können. Wo er doch immer so ernst wirkte, ihn wenigstens für einen kurzen Moment unbeschwert erleben.“, nervös knetete er seine Hände, traute sich nicht, eben jenen rothaarigen Soldaten anzublicken.

In Peters Kopf ratterte es für einige Momente, überlegte, wenn genau er meinen könnte, bevor es ihm förmlich wie Schuppen von den Augen fiel.

Oh. Oh.

„Du kommst jedes Mal zurück wegen, wegen mir?“, ungläubig starrte er den Barden an, unsicher, was das zu bedeuten hatte. „So ist es wohl.“, Bob blickte auf, direkt in seine Augen, lächelte leicht.

Peter versuchte, die aufkommende Freude zu unterdrücken, zu sehr plagten ihn noch so wichtige Fragen, aber er schaffte es nicht, das Lächeln aufzuhalten, welches Bob wohl immer wieder zu ihm getrieben hatte.

„Ich habe immer Ausschau nach dir gehalten, habe versucht, es geheim zu halten. Justus hat mich natürlich durchschaut. Jedes Mal, wenn ihm jemand zugetragen hatte, dass du in der Stadt warst, da konnte er es nicht lassen, dir eine Einladung zukommen zu lassen.“, gab Peter zu, auch seine Wangen rot. Bobs Augen weitend sich überraschend, beugte sich leicht nach vorne, näher zu ihm.

Es baute sich in diesen wenigen Augenblicken eine unglaubliche Spannung auf, als würde gleich ein Blitz einschlagen. Peter bewegte seinen Kopf ebenfalls näher, langsam tasteten sie sich vor. Der Moment schien Stunden zu dauern. Der Rotschopf ließ Bobs Augen nicht aus dem Blick, welche unsicher zwischen seinen eigenen und seinen Lippen hin und her huschte.

Ihre Nasen berührten sich, er konnte des Anderen warmen Atem auf seinen Wagen spüren. Peter hielt es nicht mehr aus, gab sich der Versuchung hin. Er legte eine Hand auf Bobs Wange, schloss den letzten Abstand zwischen ihnen, drückte seine Lippen auf die des Barden.

Bobs Lippen waren weich, waren warm. Er erwiderte sofort, legte beide Arme um Peters Hals, zog ihn noch näher zu sich heran. Der General legte seine zweite Hand auf die andere Wange, umrahmte das Gesicht des Blonden. Er wollte nicht, dass dieser Moment aufhörte, wünschte, sie könnten für immer hierbleiben, am Teich, weg von ihren Pflichten und Aufgaben, weg von royalen Floskeln und riesigen Palästen.

Sie lösten sich, Stirn an Stirn, atmeten schwer, lachten leicht. Als der Rotschopf seinen Atem wieder gefunden hatte, verwickelte er den Kleineren wieder in einen Kuss, wollte nie wieder etwas anderes tun, als ihn zu küssen. Es war, als hätte immer etwas gefehlt in seinem Leben, ein Stück seiner Seele, und es war, als hätte Bob das Gegenstück, was ihn komplett fühlen ließ, ihn endlich mehr Mensch als Soldat fühlen ließ.

Sie trennten sich wieder, sprachlos. Der Mond war hinter den Baumkronen verschwunden, die Dämmerung konnte nicht mehr allzu lange entfernt sein. „Ich, ich kann gar nicht beschreiben, was in mir vorgeht. Da sind so viele Dinge, die ich noch nie in meinem Leben gespürt habe“, stammelte Peter, versuchte dem Blonden einen Einblick in sein Inneres geben. Alles war durcheinander, die Welt, der er kannte, machte keinen Sinn mehr, allein zumindest.

„Mir geht es nicht anders. Ich wünschte, wir hätten das schon früher getan.“, Bob lachte leise. Peter lächelte zurück, strahlte förmlich. „Vielleicht, aber ich bin froh, dass wir es jetzt getan haben.“

Er fühlte sich unbesiegbar, hoch schwebend. Nichts und niemand könnte ihn von seinem Hoch herunterbringen. Nichts, außer seine eigenen Dämonen, die langsam auftauchten, ihn hinunterzerrten, ihm Zweifel einflüsterten. Bob legte eine Hand auf seine Wange, schaute ihn beunruhigt an. „Was ist los, was hast du?“, fragte er gleich, besorgt.

„So glücklich wie ich gerade bin, ich muss realistisch denken. Was soll aus uns werden, Bob? Es fühlt sich so an, als könnte ich keinen Tag mehr ohne dich verbringen, dabei liebst du doch das Reisen so sehr. Ich kann nicht von dir verlangen, bei mir zu bleiben, so grausam kann ich nicht sein.“, er schmiegte sich gegen die Hand des Blonden, versuchte, so viel von ihm aufzunehmen, wie nur möglich.

„Ach Peter. Ich habe die letzten sechs Jahre damit verbracht, fast jeden Tag woanders zu schlafen, jeden Augenblick damit verbracht, die Welt zu erkunden, auf der Suche nach etwas, was ich nie recht benennen konnte. Ich glaube, ich habe fürs Erste genug gesehen, und noch wichtiger, habe endlich gefunden, was mir gefehlt hat.“, er drückte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen, lächelte ihn mit funkelten Augen an.

„Aber was ist, wenn ich in die Schlacht ziehen muss, du wüsstest nie, ob es mir gut ginge.“, fragte er, wollte sich nicht erlauben, glücklich zu sein.

„Dann werde ich dir folgen. Ich werde dir überall hin folgend, bis ans Ende der Welt, wenn es sein muss. Immerhin bin ich ein Barde, der von Abenteuern großer Krieger singt.“, Bob strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht.

„Jetzt hör auf, über alle Szenarien nachzudenken, in denen du miserabel bist. Gib lieber diesem hier eine Chance, ich bin mir sicher, der König könnte einen hofansässigen Barden gebrauchen.“, Bob blickte ihn bittend an, Peter nickte leicht.

„Du hast wohl recht. Lass uns gleich morgen mit Justus darüber sprechen. Nachdem wir geschlafen haben, natürlich, die Müdigkeit holt mich langsam ein.“, wie auf Kommando musste er gähnen.

„Das klingt sehr vernünftig, Herr General. Wenn wir uns beeilen, schaffen wir es noch vor der Sonne in den Palast.“, Bob stand auf, griff mit der einen Hand nach seiner Laute, die andere hielt er Peter hin, welche er bereitwillig mit der seinen umschloss.

„Bleibst du bei mir, heute Nacht?“, fragte Peter leise, als sie durch die Bäume wieder Richtung Garten liefen. „Heute und für immer, solange du mich haben willst.“, antwortete Bob, drückte seine Hand. Peter erwiderte die Geste, fühlte sich zum ersten Mal in seinem Leben wirklich lebendig.

Und er konnte kaum erwarten, sein restliches Leben so zu fühlen.

 

Notes:

kenner wissen, auf welche historische krone ich anspiele (die reichskrone des heiligen römischen reiches, ich bin nummer 1 hater)